DADA-POP: Oh Ah, Oh! Minipli!

Minipli, das sind drei Freunde, die sich schon seit Jahren kennen, und sich plötzlich entschließen, eine Band zu gründen. Eine Schnapsidee? Nein, eines der innovativsten Rockprojekte des Landes.

Lassen die Puppen minimal tanzen: Minipli.

Minipli traten zum ersten Mal bei einer privaten Gelegenheit bei Freunden im Ausland auf. „Die Leute auf der Party tanzten und sangen mit, sie schienen sich prächtig zu amüsieren. Dieses Konzert motivierte uns, weiterzumachen“, erzählt Eric. Eine Bandgründung war ursprünglich nicht geplant. Das zweite Konzert fand ebenfalls im Ausland statt, im Juli 2007 in Volmerange-les-Mines. Seither hat die junge Band schon sechs Konzerte in drei verschiedenen Ländern gegeben, unter anderm in den italienischen Städten Villacidro und Cagliari.

Beim ersten Hinhören fällt sofort auf, dass für Eric, Michel und Natalie (alias Nipless, Wichl und Fiffi) die Suche nach dem perfekten Riff nicht von Bedeutung ist. Und trotzdem, oder vielleicht deshalb klingen die Songs ungemein frisch und spontan. „Minipli steht eigentlich für das Minimalistische, der ‚pli‘ ist lediglich ein Anhängsel“, grinst Eric. „Wir wechseln die Instrumente ständig, sind also technisch keine perfekten Musiker. Für uns ist das Songwriting viel wichtiger.“ In der Tat scheint die Musik, obschon sie spontan und verspielt klingt, sehr durchdacht zu sein. Minipli legen außerdem großen Wert auf originellen, facettenreichen Gesang. Natalie und Eric schöpfen jede Möglichkeit aus: Die meist dramatischen Lyrics werden durch Schreien und Keuchen betont und verleihen den Songs ein pures, organisches Gefühl. Doch Minipli verwenden auch klassische Casio Sound- und Drumcomputer, die sich groovig durch die Songs schlängeln und einem die Knie weich werden lassen.

Wo nehmen Minipli ihre Inspiration her? Michel meint, die sei ja eigentlich überall zu finden. „Manchmal reicht sogar ein Blick, um auf neue Ideen zu kommen. Gesprächsfetzen, die man auffängt, können auch sehr witzig und inspirierend sein“, so Natalie. Der quietschende Bürosessel, die schäumende Limonade und das aufflammende Streichholz, die in den Songs zu hören sind, erklären denn auch die „extravagant no wave dada pop“ Eigenbeschreibung. Natalie führt außerdem den Humor an, der bei Bandproben (und auch bei Interviews) eine zentrale Rolle spielt. „Glücklicherweise lachen wir alle über die gleichen Dinge. Ohne dieses ‚Detail‘ würde Minipli wahrscheinlich nicht funktionieren.“ Man kann nur hoffen, dass den dreien das Lachen nicht vergeht: Riffgeschundene Musikfans und knarrende Möbel werden es ihnen bald zu danken wissen!

Minipli werden am 22. September ihr Debütalbum „Love is for the fishis“ im Exit07 vorstellen. Weitere Konzertdaten, genau wie die Stoff-Mini-Miniplis kann man sich auf
www.myspace.com/minipli anschauen.


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