LANDWIRTSCHAFT: Am Optimum

Letztes Wochenende traten in Ettelbrück bei der „Foire agricole“ die Kühe wieder zum Schaulaufen an. Wie es um die Zucht in Luxemburg steht und welche Rolle der Markt bei ihr spielt, dieser Frage ging die woxx nach. 

Wann sind die Grenzen der Milchproduktion erreicht?

Sie heißen Chanel, Promesse, Fanni oder Angie. Widerkäuend liegen sie im frischen Stroh unter einem Zeltdach, wo sie rund um die Uhr betreut werden. Ein Beautyset mit Rasierapparat und Bürsten steht neben den Boxen. Das Styling durch einen sogenannten Kuhfitter gehört zum Pflichtprogramm vor jedem Auftritt bei Auktionen und Leistungsschauen. Schönheitsfehler lassen sich korrigieren.

Bürste, Fön und Schere kommen zum Einsatz, um eine gerade, aufsteigende Oberlinie auf dem schwarz-bunten Fellkamm einer der Konkurrentinnen zu betonen. Besondere Vorsicht ist beim Scheren des Euters, des Statussymbols jeder Kuh angesagt. Schließlich geht es um Siegeschancen des Züchters. Denn neben der Abstammung und Milchleistung bestimmt vor allem das Urteil der Juroren den Wert eines Tieres: Sie müssen beeindruckt sein.

„Es ist wie mit kleinen Kindern, man muss überall dabei sein“, meint der Landwirt und Züchter Michel Neser, während er seiner Kuh, die eben ihre Notdurf verrichtet hat, mit einem Stück Papier das Hinterteil abwischt. Sie soll ja nicht bekleckert zum Schaulaufen antreten. Einen Auftritt hat sie immerhin schon absolviert bei der diesjährigen „Foire agricole“, dem Großevent der Luxemburger Landwirtschaft auf dem rund sieben Hektar großen Gelände auf den Ettelbrücker Deichwiesen.

Rund 180 Aussteller hatten sich dieses Jahr wieder eingefunden – von der Leader-Initiative über den Landesverband für Bienenzucht, die Kleintierzüchter und Schaf- und Ziegenhalterverbände bis hin zu den Herstellern hochmoderner Landmaschinen – Melkroboter, Futtermischwagen und vieles andere. Einen Höhepunkt der dreitägigen Veranstaltungen bilden jedoch jedesmal die Schauen und Auktionen der Nutztiere im Festzelt der Tierzuchtorganisation Convis.

Neser ist schon leicht euphorisch. Das Objekt seiner Leidenschaft baumelt ihm sogar vom Hals – in Form einer Krawatte mit Kuhmotiven. Ein paar Achtungserfolge für seine Holsteinkühe hat der Züchter heute schon eingefahren. Nun steht die Bewertung der Züchtersammlungen an. Dabei werden sechs Holsteinkühe verschiedenen Alters, die jeweils zu sechs unterschiedlichen Zuchtbetrieben gehören, in den Ring geführt und nebeneinander aufgestellt. Dann werden die Eigenschaften jeder einzelnen Kuh bewertet: sie sollte ein ausgeprägtes, gut durchblutetes, gerade aufgehängtes Euter und ein leicht abfallendes Becken sowie stabile Fundamente haben; wichtig ist auch die Tiefe der Rippe, die von Züchtern als Indiz dafür bewertet wird, dass die Kuh viel Futter aufnehmen kann und trotzdem genug Platz für Lunge und Herz in ihrem Hochleistungskörper hat. Neben diesen Einzelbewertungen spielt jedoch auch das Gesamterscheinungsbild der Zucht als harmonische Einheit eine Rolle. „Jetzt sind wir bei einem Höhepunkt des heutigen Tages angelangt“, heizt Preisrichter Erhard Junker die Stimmung bei den Zuschauern an. Im Anzug, Mikrofon in der Hand, schlendert Junker zwischen den Reihen der Kühe hindurch, um schließlich im Superlativ die Gewinner zu verkünden: „Ich bitte um Applaus für diese wunderbaren, wirklich harmonischen schönen Milchkühe.“

Dieses Mal hat Michel Neser immerhin den zweiten Preis erwischt – ein schöner Erfolg, auch wenn das Preisgeld von rund 200 Euro kaum der Rede wert ist. Es deckt bei weitem nicht den Aufwand der im Vorfeld notwendig war. Denn die Kühe müssen an die Verhältnisse gewöhnt werden; viele Züchter reisen mit ihren Tieren einige Tage früher an, um sie mit der fremden, lauten Umgebung des Messegeländes vertraut zu machen. Es ist Personal erforderlich, um das Schauführen im richtigen Tempo und mit der verlangten Körperhaltung der Kuh – erhobener Kopf – zu üben.

Neser freut sich trotzdem. Der Landwirt hofft, dank der Auszeichnung die männlichen Nachkommen seiner Siegerkühe, die später in anderen Betrieben zum Deckeinsatz kommen, besser verkaufen zu können. Ein gutes Geschäft, denn im Prinzip verdienen die Züchter zukünftig am Spermaverkauf der männlichen Kälber mit.

Hightechstall für Leistungskühe

Für den konventionell wirtschaftenden Bauern ist die Auszeichnung auch eine persönliche Anerkennung seiner Arbeit und das obwohl seine rund 55 Milchkühe nie die grüne Wiese gesehen und den Hightechstall mit Melkmaschine nie verlassen haben. „Wenn die Kühe gute Leistung bringen, dann ist das eine Antwort auf das, was man ihnen bietet. Natürlich wird immer von Turbokühen geredet…“, so Neser. Vor seiner Holstein-Milchkuhzucht hatte Neser sich auf den Zweinutzungstyp (Milch und Fleisch) der ominösen weißblauen Belgier spezialisiert. Die Rinder dieser Rasse, die durch eine Mutation im Gen, welches das Muskelwachstumshemmungs-Protein steuert, zu enormen Muskelpaketen heranwachsen, können aufgrund dieser Überzüchtung auf natürlichem Wege keine Kälber mehr gebären und benötigen einen Kaiserschnitt.

„In jeder Rasse gibt es Probleme“, gibt Neser zu bedenken. Das Management des Besitzers müsse gut sein. Und: „Letztlich ist es immer der Konsument an der Fleisch- oder Milch-theke, der über das Angebot entscheidet“, so seine Überzeugung.

Diese Einstellung vertritt auch Christoph Peifer-Weihs, Direktor von Convis.

Dieses Institut, dessen aus dem Latein abgeleiteter Name so viel wie „mit Kraft“ bedeutet, hat nicht nur die Nutztierschau auf der „Foire Agricole“ ausgerichtet, sondern übernimmt seit 2006 auch die staatshoheitlichen Aufgaben der Zucht und der Leistungskontrollen auf den Betrieben. Convis wird dabei rund zur Hälfte vom Staat finanziert, der jedoch bezüglich der Zuchtparameter keine Vorgaben macht. Immerhin 800 der insgesamt rund 1.400 Landwirtschaftsbetriebe in Luxemburg führt Convis auf seiner Mitgliederliste, die meisten von ihnen nehmen die Leistungskontrollen und die Betriebsberatungen in Anspruch.

Christophe Peifer-Weihs, der von seinem Büro aus das Messegelände überblicken kann, kennt die Zwickmühle, in der sich die Bauern befinden. Der Druck aus der Wirtschaft steigt: Immer höherwertige und billigere Lebensmittel sollen in den Regalen der Supermärkte stehen, so dass die Leistungsmerkmale der Kühe immer noch weiter gesteigert werden müssen.

So produziert etwa eine Spitzenkuh der Holstein-Rasse derzeit jedes Jahr rund 12.000 Liter Milch. Das Tier sollte eine entsprechende Nutzungsdauer von mindestens fünf Jahren haben, und die Inhaltsstoffe seiner Milch sollen vorgegebenen Standards genügen. Mit zunehmender Milchproduktion steigt freilich die Belastung des gesamten Rinderorganismus. Die Tiere müssen ihren Stoffwechsel anpassen: Das Herz muss größer werden und immer mehr Blut durch den Hochleistungskörper pumpen. Ähnlich ist es bei den Rindern für die Fleischproduktion: Das durchschnittliche Rind wird jedes Jahr schwerer. Auch bei diesem Leistungszuwachs sind noch keine Grenzen in Sicht.

Keine staatlichen Vorgaben bei der Zucht

Möglich werden solche Steigerungen durch strenge Selektionsmechanismen.

Züchterisch wertvolle Einzeltiere können sich dank künstlicher Besamung deutlich häufiger fortpflanzen, als es unter natürlichen Umständen möglich gewesen wäre. Und: Die künstliche Besamung, die vor einigen Jahrzehnten einen Quantensprung in der Nutztierzucht darstellte, wird mittlerweile von einer weiteren Neuerung übertroffen – der genomischen Selektion. Lässt sich der wahre Zuchtwert eines Bullen mit herkömmlichen Methoden erst mit der Nachzucht, also nach einigen Jahren, ermitteln, kann die züchterische Auswahl nun bereits im Kälberalter beginnen. Sogenannte Marker in der aufbereiteten DNA eines Tieres beschreiben die für die Zucht benötigten Leistungsmerkmale. Den Befürwortern dieser Methode schwebt bereits Großes vor Augen: Angesichts der von der „Food and Agriculture Organization“ (FAO) prognostizierten steigenden Fleischproduktion könne die genomische Selektion von leistungsfähigeren Nutztieren helfen, die Zahl der Tiere pro Fläche zu reduzieren.

„In Luxemburg existiert keine Organisation, die genomische Selektion anbietet“, stellt Peifer-Weihs klar. „Es gibt große Zuchtorganisationen in Europa, die das machen. Das heißt, ich muss im Prinzip keine Nachzuchtschauen mehr besuchen, sondern kann auf dem Computer die genetischen Eigenschaften eines Bullen mit denen einer Kuh zusammenbringen, um so rein theoretisch eine Idee von dem gewünschten Kalb zu bekommen.“ Damit würde irgendwann auch das Personal einer Zuchtstation, zumindest teilweise, überflüssig. So verfügt Convis heute über „Anpaarungsberater“, die in die Betriebe fahren, sich Tiere anschauen und überlegen, welcher Bulle am besten zu welcher Kuh passt, damit bei den Nachkommen etwa das schiefe Euter verschwindet.

Mit dieser Methode sei Convis bisher sehr erfolgreich gewesen. Und obwohl der Kuhbestand in Luxemburg recht klein ist, hätten schon so einige Zuchttiere internationale Preise gewonnen. „Mit einer guten Zucht kann man viel Geld verdienen. Heute werden wir wahrscheinlich Embryonen für rund 10.000 Euro auf der Landwirtschaftsmesse verkaufen“, schätzt der Direktor.

Convis betreibt vor allem Zucht bei Schweinen, Milchkühen und Fleischrindern. Auf einem Hof in Colpach verfügt das Unternehmen über eine Basissauenherde von rund 500 Stück, die Jungsauen produziert, die im Alter von 8-9 Monaten an Ferkel-Mastbetriebe in Luxemburg verkauft werden. „Wir bauen eine nachhaltige Jungsauenvermehrung auf“, erklärt der Convis-Leiter. Nachhaltigkeit hat in der Sichtweise der Zuchtstation eine ganz eigene Bedeutung. Sie ist letztlich eng mit dem Begriff der Effizienz verknüpft.

So weisen die Schweine in Colpach einen enorm hohen Sanitärstatus auf. „Die Tiere haben keine Krankheiten gesehen, die ein normales Schwein durchlebt. Es ist so, dass wir bei den Tieren möglichst wenig Medikamente einsetzen sollen, wollen und auch dürfen“, so Christophe Peifer-Weihs.

Mykoplasmen zum Beispiel sind Bakterien, die sich bei den Schweinen in den Atemwegen festsetzen. Sie führen zu Kreislaufbelastungen und zu einer Leistungsminderung, indem das Schwein eine bestimmte, dem Futter entsprechende Gewichtszunahme nicht mehr zustandebringen kann. „Das hat eine immense wirtschaftliche Bedeutung“, betont der Convis-Leiter. Nachhaltigkeit bedeutet in diesem Kontext also nicht nur das Wegfallen der Medikamente sowie hohe Veterinärkosten, sondern vor allem, dass die Mastdauer der Tiere aufgrund der sanitären Bedingungen um zwanzig Tage verkürzt wird. Es können so rund 50 kg Futter eingespart werden. Zudem wurden die Colpacher Schweine mit chinesischen, bei denen der Darmtrakt länger ist, eingekreuzt, mit dem Resultat dass die Schweine eine bessere Futterverwertung zeigen.

Ziel: Gute Futterverwertung

Auch in den Besamungsstationen geht es vor allem um Leistung und Optimierung: Das Unternehmen verfügt über zwei Besamungsstationen, eine in Colpach für die Schweine- und eine in Ettelbrück für die Rinderzucht. Die Landwirte können sich in einem Besamungskatalog anhand von Bildern mit entsprechenden Leistungsdaten zu den Nachkommen einen Bullen aussuchen, dessen Sperma dann eingekauft und bei Convis in Stickstoff eingelagert wird, bevor es der Bauer oder ein Besamungstechiker dem ausgewählten Rind einführt. Daneben besteht auch die Möglichkeit des Embryonentransfers. „Embryonen sind mittlerweile ein Handelsprodukt, obwohl das Tier eigentlich noch nicht zu sehen ist. Aber die genetischen Eigenschaften von Vater und Mutter sind durch die Genealogie und Leistungskontrollen bekannt“, erläutert Peifer-Weihs die Prozedur.

Bestimmend für die Zuchtwahl sind nicht nur Leistungsmerkmale. Wenn der Bauer 400 Schweine im Schlachthof abliefert, ist er darauf angewiesen, dass sie uniform aussehen. „Der Konsument will, dass jedes Schnitzel gleich aussieht“, so Peifer-Weihs. „Der Landwirt wird letztlich völlig ferngesteuert durch die Marktnachfrage. Der Konsument weiß oft gar nicht, was er mit seinem Kaufverhalten bei den Erzeugern verursacht.“

Zucht ist durchaus eine problematische Sache. Gerade die industrielle Tierproduktion gefährdet die Artenvielfalt. So werden nur wenige tausend Bullen jedes Jahr für die Züchtung evaluiert, mit dem Ergebnis, dass Millionen von Rindern genetisch eng miteinander verwandt sind und eine Vielzahl genetischer Eigenschaften verlorengehen. Zunehmend fallen alte Haustierrassen durch die Raster anspruchsvoller Konsumstandards. Gendatenbanken stellen hier nur bedingt eine Abhilfe dar, denn Immunsysteme müssen sich weiterentwickeln. Zudem verändert sich das Erbgut der Rinder durch Züchtung dramatisch: Mit dem Zuchterfolg steigt auch das Risiko, dass die Tiere anfällig für Krankheiten werden.

Die intensive Tierzucht wäre außerdem ohne das eiweißreiche Futter aus fernen Ländern – Soja oder Mais aus Südamerika – nicht möglich; deren Anbau bringt jedoch hohe Belastungen für Umwelt und Anwohner mit sich. Soja und Mais werden als Öl auf dem Weltmarkt verkauft, der übriggebliebene Schrot landet als billiges Tierfutter in Europa. So billig, dass einheimische Eiweißpflanzen wie Bohnen oder Erbsen als Futterquelle nicht mehr mithalten können. Weil das importierte Futter billig und der Verkaufsgewinn von Milch oder Fleisch für die Landwirte eher gering ist, halten viele Bauern ihre Tiere lieber in Mastställen und füttern sie mit importiertem Soja oder Getreide, wobei sie in kurzer Zeit viel Fleisch ansetzen – statt sie in tiergerechter Haltung auf der Weide zu belassen. Letzteres wäre auch die klimafreundlichere Lösung. Denn eine Kuh, die mit eiweißreichem Futter wie ein Schwein gemästet wird, hat letztlich einen viel höheren CO2-Verbrauch, als eine, die lediglich auf der Weide grast.

Genmanipuliertes Tierfutter

Problematisch ist weiter, dass heute das meiste importierte Futter aus genmanipulierten Pflanzen stammt – und das, obwohl Luxemburg zu den EU-Ländern gehört, die sich vehement gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel wehren. „Wenn wir OGM-freies Soja haben wollen, dann kriegen wir es. Aber es kostet mehr, weil das andere mittlerweile Standard ist“, ärgert sich Peifer-Weihs. Auf Nachfrage der woxx beteuern Vertreter sowohl der Veterinärverwaltung als auch der „Administration des Services Techniques de l’Agriculture“, dass bisher keine Rückstände in Milch oder Fleisch messbar seien. Doch wer garantiert, dass das auch noch in zwanzig Jahren so sein wird? Bisher brauchten Lebensmittel nicht gekennzeichnet zu werden. Künftig will die Regierung mit Hilfe des Labels „Sans OGM“ dem Verbraucher mehr Transparenz bieten. „Wenn der Konsument bereit wäre, für seine Milch und sein Fleisch mehr zu zahlen, dann könnte eine Trendwende kommen“, glaubt der Convis-Leiter. Es sei
nur ein minimaler Aufpreis notwendig, um es dem Bauern zu ermöglichen, das teurere OGM-freie Futter zu erwerben.

Staatlicherseits gibt es hier bisher kaum Maßnahmen, um den Markt im Sinne einer wirklich nachhaltigen Tierzucht zu regulieren. Umweltparameter in der Landwirtschaft werden politisch noch zu wenig gefördert. So könnte es eine Art „Prime Car-e“ im Bereich der Landwirtschaft geben, bei der auch Umweltaspekte für die Gewährung von Zuwendungen für Milch und Fleisch berücksichtigt werden.

Convis seinerseits – versucht zaghaft – trotz der Ausrichtung auf gewinnorientierte Zucht, ebenfalls neue Wege zu gehen: So konnten rund 50 Bauern überzeugt werden, sich zusammenzutun, um das Label „D’fair Mëllech“ zu produzieren (http://www.fairmellech.lu/fr/). Ziel des Zusammenschlusses ist es, in gewissem Maße eine Futterautarkie zu erlangen: Die Betriebe sollen versuchen, sich selber mit Futter zu versorgen, d.h. so weit wie möglich ohne Importe auszukommen. Der Betrieb verpflichtet sich mehr auf Dauerkulturen wie Grünland zu gehen. Ziel ist weiter, in den Betrieben Nährstoff-, Energie- und Humus-Bilanzen zu erstellen. So wird etwa kontrolliert, wieviel Nährstoffe in Form von zugekauften Futter- oder Düngemitteln in den Betrieb hineingehen und welcher Output an Heu und Stroh, Mist und Gülle, Feisch und Milch ihn sozusagen wieder verlässt. Die Bilanz der beiden Ströme sollte möglichst ausgeglichen sein. „Ziel der Fair-Mëllech ist, einen Schritt zurück von dem Konzept Milch-Masse-Preis zu tun. Der Landwirt erhält neue messbare Parameter an die Hand, die eine nachhaltige Produktion ermöglichen“, so Peifer-Weihs. Schließlich ist Milch mehr als nur Milch. Umwelt, Regionalität, Ökologie, Ökonomie sind unlösbar mit ihr verbunden.

Auch Züchter Neser hat sich dem Konzept „D’fair Mëllech“ verschrieben und zeigt das auch öffentlich. An seinem Hemd und auf seiner Sonnenkappe prangt das Logo von D’Fair Mëllech. Auch wenn Neser nie in einer Gewerkschaft engagiert war – „die lassen mich total im Stich“ – bedauert er trotzdem, dass die Bauern-Gewerkschaften diese Initiativen nicht weiter unterstützen. Schließlich sei jetzt vor allem die Aufklärung der Konsumenten wichtig.


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