NACHHALTIGE ENERGIEVERSORGUNG: „Roadmap“ für EU und Luxemburg

Am Donnerstag, dem 15. Dezember, stellte die EU-Kommission ihren Fahrplan für die Energieversorgung der Europäischen Union bis 2050 vor. Greenpeace verlangt eine eindeutige Weichenstellung in Richtung erneuerbare Energien.

In der „EU Energy Roadmap 2050“ zeichnet die EU-Kommission unterschiedliche Wege auf, wie bis 2050 eine kohlenstoffarme Energieversorgung in der EU aufgebaut und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit und die Energieversorgungssicherheit Europas gewährleistet werden kann.

Der Klimaschutz kann, insbesondere nach dem Scheitern der Konferenz von Durban, nicht länger auf die lange Bank geschoben werden. Die EU muss dringend die Weichen für eine Energiepolitik auf Basis der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz stellen. Unsere Kraftwerke und Stromnetze sind zum Teil veraltet und müssen modernisiert bzw. ausgebaut werden. Die notwendigen Investitionen für den Bau von neuen Kraftwerken und modernen Infrastrukturen, die im Jahr 2050 unsere Gebäude, Industrien und Dienstleistungsunternehmen mit Energie versorgen sollen, werden bereits in den kommenden Jahren getätigt werden.

„Egal wie Europa seine zukünftige Energieversorgung entwickeln will – die Roadmap der EU-Kommission zeigt, dass wir den Ausbau der erneuerbaren Energien steigern, Energie sparen und die Stromnetze flexibler machen müssen. Auf diese drei Elemente müssen die europäischen Regierungen ihre Anstrengungen konzentrieren“, erklärt Martina Holbach, Klima- und Energiecampaignerin bei Greenpeace Luxemburg. „Die EU Energy Roadmap 2050 zeigt zudem, dass Kohle und Kernenergie keine Zukunft haben. Die Regierungen sollten aufhören, Zeit und Geld in diese Technologien zu verschwenden. Der nächste Schritt für die EU sollte sein, die Lücke in der Energiepolitik nach 2020 zu füllen und neue Ziele für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und die Verringerung der Kohlendioxidemissionen bis zum Jahr 2030 zu vereinbaren.“

Nicht nur in der europäischen Energiepolitik muss umgedacht werden. Luxemburgs Energieversorgung ist fast vollständig auf Importe von fossilen Brennstoffen und Elektrizität angewiesen. Nur etwa 2% der verbrauchten Energie wird durch erneuerbare Energiequellen gewonnen. Im Jahr 2010 enthielt der Luxemburger Strom-Mix fast 19% Atomenergie.

Auf der Greenpeace-Wunschliste stehen neben einem Atomstrom-freien Luxemburg und einer effizienten, dezentralen Energieversorgung ohne neue Großkraftwerke auch der Ausbau der erneuerbaren Energien in Luxemburg sowie ein Beimischungsstop von Agrokraftstoffen in Diesel und Benzin. Außerdem fordert Greenpeace, dass das für Klimaschutzfragen zuständige Nachhaltigkeitsministerium und das für Energiefragen zuständige Wirtschaftsministerium gemeinsam für eine kohärente Klima- und Energiepolitik sorgen müssen. Auf EU-Ebene muss sich der zukünftige Minister Schneider für die Stärkung der EU-Energieeffizienzziele, für ambitiöse Ziele bei den erneuerbaren Energien bis 2030 und für eine nachhaltige, CO2-freie EU-Energieversorgungsstrategie bis 2050 einsetzen.

„Bereits im Jahr 2009 hatte der noch amtierende Wirtschaftsminister Jeannot Krecké einen ersten Entwurf für ein Energie-Weißbuch vorgestellt. Tatsache ist jedoch, dass bis heute nicht öffentlich über eine mittel- und langfristige Energiestrategie für Luxemburg diskutiert wurde“, kommentiert Roger Spautz, Klima- und Energiecampaigner bei Greenpeace Luxemburg. „Greenpeace erwartet von dem zukünftigen, für Energiefragen zuständigen Wirtschaftsminister Etienne Schneider, dass er eine nationale Energiestrategie auf den Weg bringt, die den Klimaschutz, die nachhaltige Energieversorgung und die Reduzierung des Luxemburger Energieverbrauchs zum Ziel hat.“


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