Pippi Langstrumpf statt Winnetou

(avt) – Geschichtsschreibung ist männlich. Ist von großen Denkern die Rede, so werden Frauen, wenn überhaupt, nur am Rande erwähnt. Die Darstellung von Geschlechtern prägt aber gerade Kinder schon früh. Wer Ronja Räubertochter und Pippi Langstrumpf nicht kennt und sich ausschließlich an männlichen Helden orientiert, bekommt suggeriert, dass Männer stärker sind und mehr leisten können. Um zu sehen, dass Sexismus auch in den Medien Gang und Gäbe ist, bedarf es nur eines Blickes in den Telecran von letzter Woche. Klischees, die das Cid-femmes aufbrechen will, indem es didaktisches Material für Primär- und Grundschulen zur Verfügung stellt. „Schriftstellerinnen entdecken“ heißt der dritte Band der KeK-Unterrichtsreihe, die unterstützt vom Unterrichtsministerium nun Schulen bereitgestellt wird. Im Vordergrund des interdisziplinären Lehrmaterials, das sich an Kinder zwischen vier und zwölf Jahren richtet, stehen starke Frauen, wie Agatha Christie, Astrid Lindgren oder Toni Morrison und ihre literarischen Werke. Aber auch einige Luxemburger Autorinnen, wie Aline Mayrisch oder die Dichterin Anise Koltz. Die 130-seitige Mappe enthält rund 100 Unterrichtsvorschläge zur Gendersensibilisierung. – Ein grundsätzlich gutes Konzept, doch finden andere Gendervarianten darin leider noch keinen Platz.


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