FETE DE LA MUSIQUE: Kakophonie auf den Straßen

Vom 14. bis 21. Juni findet in Luxemburg die „Fête de la Musique“ statt. Auch dieses Jahr verspricht das Musikfest kunterbunt und vielseitig zu werden.

Mitmachen wird beim Musikfest ganz groß geschrieben.

Eine nächtliche Kulisse. Zu erkennen sind die Umrisse des Düdelinger Wasserturms, der Echternacher Basilika und der „Gëlle Fra“ in Luxemburg Stadt. Zwei rosa Kunstfiguren schieben eine Drehorgel in die Szenerie. Sie kurbeln den Leierkasten an, aus dem ein kakophonisches Durcheinander ertönt. So der Werbespot für die diesjährige „Fête de la Musique“, die unter dem Motto „Let’s start the engine“ steht. Geschaffen hat ihn der belgische Grafikdesigner Nicolas Fong. So lebhaft wie sein Clip ist auch das Programm.

Die „Fête de la Musique“ expandiert, auch in diesem Jahr hat die Zahl der beteiligten Städte und Vereinigungen erneut zugenommen. Zum 13. Mal findet sie mittlerweile in Luxemburg statt – in Düdelingen existiert sie bereits länger. Im Jahr 2000 trat das Kulturministerium dem Netzwerk der „Fête Européenne de la Musique“ bei, ein Jahr später wurde die „a.s.b.l. Fête de la Musique“ gegründet.

„Faites de la musique, Fête de la musique“, so das Leitmotiv des Musikfestes, das auf eine Initiative des damaligen französischen Kulturministers Jack Lang aus dem Jahre 1981 zurückgeht. Seither wird es immer am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang, in vielen Ländern – mittlerweile auch außerhalb Europas – veranstaltet. In Luxemburg beginnt das Musikfest schon an diesem Freitag und dauert eine ganze Woche.

„Da wir ein kleines Land sind, und um zu verhindern, dass die einzelnen Veranstalter sich gegenseitig auf die Füße treten, und damit jeder sein Publikum bekommt, wurde beschlossen, das Fest auf mehrere Tage auszudehnen“, so Damiano Nigro. „Kleinere Veranstaltungen, die etwa in Niederanwen oder auf Bridel stattfinden, hätten sonst überhaupt keine Chance“. Für die Koordination ist das Eventmanagement „Paper Bird“ verantwortlich, dessen Chef Nigro nun schon seit fünf Jahren dabei ist. „Wir stellen die Infos zur Fête de la Musique zusammen, sind für die Broschüren verantwortlich und rüsten die Internetseite auf. Wir machen die Werbung vom ganzen Spirit des Musikfestes“, erläutert der junge Koordinator seine Tätigkeit der woxx. In die Arbeit der einzelnen Organisatoren – von „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO) über den „Kulturhuef Grevenmacher“ bis hin zur Harmonie „Gemeng Mamer“ etc. – greift Paper Bird nicht ein.

Mittlerweile ist die „Fête de la Musique“ auch in Luxemburg eine Institution. „Das Ganze soll jedoch nicht zum Event verkommen, nach dem Motto: One more Concert. Wichtig ist deshalb der partizipative Gedanken“, so Nigro. Deshalb sei die Teilnahme der „Union Grand-Ducale Adolphe“ (Ugda) und vieler Musikschulen wichtig, die beim Musikfest zahlreiche Aktivitäten anbieten. Aber auch der „Service National de la Jeunessse“ (SNJ) oder das „Institut européen de chant choral“ (INECC) spielten eine wichtige Rolle. Interessant sei auch das Projekt gegen Homophobie, organisiert von der „Asbl Art against discrimination“ in Luxemburg Stadt und Echternach.

„Wenn man sich die internationale Entwicklung des Musikfestes anschaut, geht es zum Teil stärker in Richtung Entertainement. Das liegt auch daran, dass immer mehr Sponsoren an Bord geholt werden“, so Nigro. In Luxemburg ist neben dem Kulturministerium die Versicherungsgesellschaft Foyer für das Sponsoring verantwortlich. Ansonsten bleibt das Musikfest seiner ursprünglichen Idee treu, dass alle Konzerte für das Publikum gratis sein müssen. Ob Musikgruppen ein Honorar erhalten, hängt von den einzelnen regionalen Organisatoren ab, wen sie buchen und zu welchen Bedingungen. Dagegen arbeiten Clae in Gasperich oder die Asti in Dommeldingen sehr stark mit Menschen aus ihrem Bezirk zusammen. Es gibt daher bei den Veranstaltungen portugiesisches, kapverdianisches und afrikanisches Essen. In Mondorf oder Niederanven ist der Syndicat d’Initiative aktiv und in Grevenmacher sind es die Pfadfinder, die zusammen mit dem Jugendhaus etwas auf die Beine stellen. „Es ist ganz klar, dass eine Musikgruppe wie Puggy nicht umsonst in Düdelingen spielt“, so Damiano Nigro. Jedoch gehe es nicht darum, Headliner zu buchen.

„Es liegt am Veranstalter, ein intelligentes Programm zu gestalten“, so Nigro. Der Aufbau werde immer schwerer, die Bühnen und die Techniker immer teurer – all das müssten die Veranstalter berechnen.

„Es geht letztlich sehr darum, neue Netzwerke herzustellen, an die vorher nicht gedacht wurde. Die ?Fête de la Musique‘ muss ein populäres und sozial wertvolles Projekt bleiben“, so Nigro. Schon jetzt hätten die einzelnen Städte ihrem Musikfest über die Jahre eine eigene Identität verschafft – die „Fête de la Musique“ in Wellenstein sei etwas ganz anderes als die in Steinfort, und in Echternach wiederum habe sie eine andere Stimmung als in Düdelingen.

Auch dieses Jahr bietet das traditionelle Musikfest mit rund 250 Konzerten in 20 verschiedenen Gemeinden ein abwechslungsreiches Programm. Bleibt nur zu hoffen, dass auch das Wetter mitspielt.

www.fetedelamusique.lu


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