Serie 1917 (4): Der große Juni-Streik
„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will” – dieser bekannte Vers aus einem Arbeiterlied beschreibt prägnant die Erwartung der Luxemburger Arbeiter, die im Ersten Weltkrieg zunehmend auf das Mittel des Streiks in ihren Arbeitskämpfen setzten. Über den ersten Massenstreik von 1917 in der Eisenindustrie diskutierten Jacques Maas und Jean-Marie Majerus.

Wie kam es mitten im Krieg zum ersten Massenstreik in Luxemburgs Geschichte. Spielte die Russische Revolution die Rolle eines Katalysators? Darüber diskutierten Jean-Marie Majerus (links) und Jacques Maas (rechts). (Fotos: Radio 100,7)
woxx: Wie war der Entwicklungsstand der Luxemburger Gewerkschaften zu Beginn des Ersten Weltkriegs?
Jacques Maas: Man kann von einer gewissen Verspätung sprechen, besonders im Vergleich mit der Großregion. mehr lesen / lire plus







Der Hunger trieb die Menschen auf die Straße, doch es ging um mehr als um Brot: Als in Russland Bäckereien gestürmt wurden, die kleinen Leute ihre Arbeit niederlegten und die Armee dem Zar den Gehorsam verweigerte, war das Ziel auch, dem abgewirtschafteten absolutistischen Regime ein Ende zu setzen. Doch während die einen noch demokratische Reformen durchführen wollten, hatte für die anderen schon die Stunde des Proletariats geschlagen: Russland war das erste Land, das das kapitalistische System radikal abschaffte und einen völlig neuen Weg ging. 




