Uni-Rektor: Schnellstart

Die schnelle Nominierung des neuen Uni-Rektors wird nicht überall als erlösend empfunden.

Wenn jemand bislang Zweifel an der Effizienz der Uni Luxemburg gehegt haben sollte, so wurde er in den letzten Wochen eines Besseren belehrt. Noch Anfang September wusste Yves Elsen, Präsident des „Conseil de gouvernance“ der Universität Luxemburg, nicht einmal andeutungsweise zu sagen, wie es mit der Ernennung des Rektors weitergehen werde. In einem Land-Interview konnte er lediglich bestätigen, dass die „Findungskommission“ damit beschäftigt sei, die Kandidaturen durchzusehen. „In den nächsten Wochen“ solle dann dem Verwaltungsrat eine Shortlist zugehen, anhand derer er eine Entscheidung treffen werde, zu der der Universitätsrat dann noch Stellung nehmen könne. mehr lesen / lire plus

Luxemburg-Stadt: Falscher Wechsel

In der Hauptstadt wird jeder der möglichen Koalitionen immer auch Wahlverlierer angehören. Auf die Mehrheit kommt es an.

In seiner in vieler Hinsicht aufschlussreichen Analyse der Gemeindewahlen – Titel: „Gambia ist klinisch tot“ – stellte der ehemalige Minister und Europa-Abgeordnete Robert Goebbels (LSAP) am Mittwoch im Tageblatt eine „dumme“ Frage: „Weshalb will Serge Wilmes nicht Bürgermeister werden? Eine CSV-Grüne-LSAP-Koalition würde mit Sicherheit frische Luft in den 50 Jahre alten blauen Mief der Hauptstadt bringen“. Er zog das Beispiel der Hauptstadt als einen Beleg für seine These heran, dass die DP dabei sei, ihre Rolle als zukünftiger Juniorpartnerin der CSV auf nationaler Ebene vorzubereiten. mehr lesen / lire plus

Wohnungsbau
: Paradigmenwechsel?

Rentenreserven für Wohnungsbau – die Idee ist nicht neu, doch erst jetzt werden die Rahmenbedingungen festgehalten, wie so etwas funktionieren kann. Für vorerst 23 Wohnungen.

23 zwischen 70 und 95 Quadratmetern große Mietwohnungen sollen in Grevenmacher enstehen. Der Pensionsfonds wird dort 8,5 Millionen Euro investieren. (Illustration: Fonds du logement)

Marc Hansen ist dieser Tage ein vielbeschäftigter Mann. Ein Blick auf die Homepage seines Wohnungsbauministeriums macht deutlich: Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendwo im Lande ein staatlich gefördertes Wohnprojekt eingeweiht, eine Straußfeier für ein kommunales Baulückenprojekt veranstaltet oder das Trikolorebändchen für eine neues Baugrundstück des Fonds du logement durchschnitten wird. mehr lesen / lire plus

Tram mit (kleinen) Startschwierigkeiten

So erfolgreich die zwei Tage der offenen Tür im neuen „Tramsschapp“ am vergangenen Wochenende auch waren – ein paar Enttäuschungen blieben den Tram-AnhängerInnen nicht erspart. Zum einen musste Tramdirektor André Von Der Marck eingestehen, dass die Ausdehnvorrichtungen an beiden Enden der Roud Bréck nicht rechtzeitig geliefert werden. Eine Inbetriebnahme über den Halt „Pont Rouge“ hinweg bis zum Stadttheater ist im Dezember demnach nicht möglich – obwohl die sonstigen Bauarbeiten fristgerecht abgeschlossen werden. Zum anderen wurde am Samstag einer der Tramzüge beschädigt, als er das Podest rammte, auf dem der rote Teppich ausgelegt war. Zu Rücktritten oder entsprechenden Forderungen ist es deswegen allerdings noch nicht gekommen. mehr lesen / lire plus

Luxemburger Wort: Willkommen im Club

Anfang 2016 wurde Luc Frieden Verwaltungsratspräsident bei Saint-Paul. Jetzt ist der Chefredakteur des Wort Jean-Lou Siweck „gegangen worden“.

(Bild: Wikimedia Commons)

„Die derzeitigen redaktionellen Leitlinien des ‚Luxemburger Wort’ sehen eine Nähe der Zeitung zu jenen Gesellschaftsakteuren vor, die dieselben Werte vertreten wie der Aktionär, also die Kirche. Das werden wir ändern. Das kritische Hinterfragen aller Parteien, Gewerkschaften und sonstiger Akteure ist eine wichtige Arbeit im Journalismus. Wenn wir das nicht tun können, haben wir ein Problem.“ Jean-Lou Siweck hatte seine Stellung als Chefredakteur erst wenige Tage inne, als er am 9. November 2013 im Luxemburger Wort sein Einstiegs-Interview gab, aus dem wir hier zitieren. mehr lesen / lire plus

Uni Luxemburg: Zwei nehmen ihren Hut

In einem Schreiben an die Uni-Belegschaft bedankte sich am Mittwoch der geschäftsführende Rektor der Universität, Ludwig Neyses, bei Alfred Funk und Emmanuel Miloto für die von ihnen geleisteten Dienste. Funk war bis zum Frühjahr Verwaltungschef und Miloto bis zuletzt Finanzchef der Uni. In ihre Amtszeit fiel die im letzten Jahr öffentlich gewordene Budgetkrise der Uni Luxemburg, in deren Sog Uni-Rektor Rainer Klump seinen Rücktritt erklärte. Dass nur Klump Konsequenzen ziehen musste, andere aber nicht, hatte uni-intern zu heftigen Diskussionen geführt (woxx 1140, 1422, 1425).

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Jugend und Kommunalwahlen: Eingebunden werden

„Meng Gemeng: Zesummen, lieweg mä net schnell“ – unter dieses Motto setzt Move, die Jugendorganisation des Mouvement écologique, ihr Positionspapier zu den Kommunalwahlen 2017.

Gemütlich und ungezwungen über anstehende Probleme mit den politisch Verantwortlichen diskutieren – auf den ersten Blick erscheinen die Ansprüche der Move-Mitglieder doch ziemlich bescheiden. Keine knallharten Forderungen etwa nach materiellen Verbesserungen, sondern eher der Wunsch, doch ein wenig stärker in die Gestaltung des kommunalen Alltags eingebunden zu werden.

Die Diskussionen fanden im März 2017 anlässlich zahlreicher Diskussionsrunden und Workshops statt, an denen rund 60 Jugendliche teilgenommen hatten. Sie haben gezeigt, dass vielen Jugendlichen die Rolle der Gemeinden überhaupt nicht bewusst ist. mehr lesen / lire plus

Luxemburg-Stadt: Uneinnehmbare Festung?

Ganze 27 Mitglieder zählt der Gemeinderat der Stadt Luxemburg. Die DP besetzt kontinuierlich weit mehr als ein Drittel der Sitze und hält seit 48 Jahren ununterbrochen den BürgermeisterInnen-Posten inne.

Wie der Zieldurchlauf am 8. Oktober wohl aussehen mag? (Fotos: woxx)

Sonntag 8. Oktober 2017, 22h13. Endlich hat auch das letzte Wahlbüro seine Resultate beim Leiter des Hauptwahlbüros abgeliefert, jetzt erst kann die endgültige Sitzzahl für die einzelnen Fraktionen ermittelt werden, weil bei der Berechnung der Restsitze selbst eine Stimme ausschlaggebend sein kann.

Der Trend, der sich am Nachmittag angekündigt hatte, wird bestätigt: Die CSV kann sich zur Wahlsiegerin erklären. Sie hat die 20 Prozent-Marke geknackt und konnte vor allem den 2011 verlorenen 6. mehr lesen / lire plus

Quand la Turquie appelle à arrêter des terroristes…

Depuis que, le 3 août, le journaliste turco-suédois Hamza Yalçin a été arrêté à l’aéroport de Barcelone en application d’un mandat d’arrêt international émis à la demande de la Turquie, la grogne envers les autorités espagnoles va croissant. Le mandat d’arrêt accuse le journaliste d’avoir entre autres insulté le président turc Erdoğan et d’être lié à un groupe d’extrême gauche illégal. Le député CSV Laurent Mosar avait alors réagi par une question parlementaire au ministre des Affaires étrangères et européennes pour connaître « la pratique luxembourgeoise relative à des mandats d’arrêt internationaux émis par la Turquie contre des journalistes turcs ». mehr lesen / lire plus

Mobilität
: Besser vorankommen?

„Sharing gets you further“ heisst der Leitspruch der diesjährigen europäischen Mobilitätswoche, die vom 16. bis 22. September stattfindet.

Parkplätze zu Fahrradständern – im Londoner Stadtteil Hackney erobert sich die sanfte Mobilität nach und nach ihren Raum zurück. (Foto: woxx)

Eine europaweite Verkehrswoche, weniger als einen Monat vor den Gemeindewahlen – das hätte doch eigentlich zu stürmischer Beteiligung der Gemeinden führen müssen, könnte man meinen. Doch tatsächlich hatten sich bis zum Montag dieser Woche nur 26 Kommunen mit ihrem Programm beim Verkehrsverbund gemeldet. Zwar wird Luxemburg auch damit wahrscheinlich Spitzenreiter unter den EU-Mitgliedsstaaten werden, weil in keinem anderen Land auch nur annähernd ein Viertel der Kommunen an dieser seit 2002 veranstalteten europaweiten Kampagne teilnimmt. mehr lesen / lire plus

Pont Adolphe:
 Ten Years After

Vor zehn Jahren hatte er die Idee einer „Brücke unter der Brücke“ – Jo Simon, ehemaliger Direktor von Sudgaz. (Foto: woxx)

Als im Februar 2014 nach längerer Zeit wieder eine Fahrraddemo der Lëtzebuerger Vëlos Initiativ (LVI) stattfand, nahm an ihr auch der damals noch recht neue Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng) mit seinem Faltrad teil. Besondere Aufmerksamkeit wurde damals dem „Pont Adolphe“ zuteil, der kurz vor seiner Renovierung stand. Schon seit einiger Zeit war der LVI bekannt, dass die Straßenbauverwaltung keine Möglichkeit sah, neben den Streifen für die Tram, die Autos und die FußgängerInnen auch noch einen weiteren für die RadfahrerInnen zu reservieren – dazu sei der Platz auf der Fahrdecke zu knapp.
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„The Ends of the Humanities“
: Orientierungswissen für 
die Gesellschaft


Von Sonntag bis Mittwoch findet in Luxemburg eine internationale Konferenz zum Thema „The Ends of the Humanities“ statt. In über 70 Vorträgen werden WissenchaftlerInnen aus mehreren Kontinenten die Krise der Geistes- und Sozialwissenschaften diskutieren. Die woxx sprach mit dem Organisator Georg Mein, Dekan der humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luxemburg.

(Foto: woxx)

woxx: Die von Ihnen organisierte Konferenz will ausloten, wie die „Humanities“ ihre Bringschuld gegenüber der Gesellschaft einlösen können. Wieso ein so defensiver Ansatz?


Georg Mein: Der Begriff Bringschuld wird hier etwas polemisch verwendet. Heutzutage ist vielfach die Rede von Nützlichkeitserwägungen, wenn es um Studieninhalte und die Organisation der Universität geht. mehr lesen / lire plus

Bienensterben und Insektizide: Warten auf Brüssel

Seit Jahren wird ein generelles Verbot der für Bienenvölker gefährlichen Insektenschutzmittel diskutiert.

(Foto: Wkimedia Commons)

Spätestens, seit es im April 2008 im baden-württembergischen Oberrheingraben zu einem großen Bienensterben kam, sind die schädlichen Wirkungen der Neonicotinoide einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Damals waren mehr als 11.000 Völker betroffen, weil sie dem Wirkstoff Clothianidin ausgesetzt waren, der in der Region zur Mais-Saatgutbeizung eingesetzt wurde. Dieses Produkt der Firma Bayer ist eines von sieben Insektiziden auf Neonicotinoid-Basis, die seit Anfang der 1970er-Jahre auf dem Markt sind.

In der Folge gab es mehrere Versuche, den Gebrauch dieser Wirkstoffe zu verbieten oder zumindest einzudämmen. Denn Neonicotinoide hatten zum Zeitpunkt des erwähnten Vorfalls einen Marktanteil von weltweit 24 Prozent bei Insektenschutzmitteln und waren in 120 Ländern zugelassen. mehr lesen / lire plus

Fin du soutien au Dakota Access Pipeline

Les initiateurs de l’appel « No Dakota Access Pipeline » au Luxembourg (www.nodapl.lu) peuvent se féliciter : suite à une mobilisation internationale et des protestations continues au grand-duché, le Fonds de compensation – qui gère les avoirs du système de pension luxembourgeois – a décidé d’abandonner son soutien financier aux entreprises impliquées dans le Dakota Access Pipeline aux États-Unis. En mars, quelques activistes luxembourgeois avaient lancé un appel public au fonds et à la banque BNP Paribas, dans laquelle l’État luxembourgeois détient des parts, pour qu’ils se retirent du financement de ce pipeline, qui apporte le pétrole brut issu du fracking du Dakota du Nord vers l’Illinois et qui enfreint les droits des Sioux de Standing Rock. mehr lesen / lire plus

Lebensmittelzertifizierung: Sterne am Labelhimmel

Ein staatliches Lebensmittel-Logo soll für mehr Klarheit sorgen. Doch das nun vorgestellte Sternesystem könnte sich als wenig aussagekräftig erweisen.

Rund 20 Qualitätslabel im Nahrungsmittelbereich kennt das kleine Luxemburg. Es wurde Zeit, etwas Ordnung in diesen Dschungel zu bringen, meinte der Minister für Landwirtschaft und Konsumentenschutz Fernand Etgen (DP) am vergangenen Dienstag, als er sein Gesetzespaket zur Zertifizierung der Luxemburger Labels und zur Promotion des Luxemburger Agrarsektors vorstellte.

Der Ausarbeitung dieses Maßnahmenpaketes war die Petition 668 vorausgegangen, die im Juni 2016 von den traditionellen Bauernverbänden in der Chamber eingereicht worden war. Sie forderten, dass künftig öffentliche Kantinen dazu verpflichtet werden, bei ihren Lebensmitteleinkäufen lokale ProduzentInnen zu bevorzugen. mehr lesen / lire plus