CSV-Stad: Mobile Opposition

Um den kompletten Verkehrskollaps abzuwenden, benötige die Hauptstadt ein ehrgeiziges Mobilitätskonzept, meint ausgerechnet die CSV.

„Es mag sein, dass früher Mitglieder unserer Partei in einigen Punkten eine andere Meinung vertreten haben. Die CSV ist aber eine Partei, die sich weiterentwickelt, und die CSV von heute steht hinter diesem Mobilitätskonzept.“ Zumindest eines hat Serge Wilmes, Spitzenkandidat und somit Bürgermeister-Kandidat der CSV in der Hauptstadt, mit dem vor wenigen Tagen verstorbenen Übervater der christlich-sozialen Europäischen Volkspartei, Helmut Kohl, gemeinsam: die Gnade der späten Geburt.

Somit hat er auch keine Probleme, fast eine Stunde lang vor Pressevertretern ohne mit der Wimper zu zucken eine ganze Latte von Vorschlägen zu einem „neuen“ Mobilitätskonzept für die Stadt Luxemburg vom Stapel zu lassen und dabei vieles aufzuzählen, vom „shared space“ bis zum Ausbau eines von motorisierten Verkehr weitgehend abgetrennten Fahrradnetzes, was die CSV in der Vergangenheit, vor allem als sie selber noch in kommunaler politischer Verantwortung stand, vehement bekämpft hat. mehr lesen / lire plus

Theodor Bergmann (1916-2017)

(Foto: Wikimedia)

Am Montagabend verstarb in seinem 102. Lebensjahr der jüdische kritische Kommunist und Agrarwissenschaftler Theodor Bergmann in Stuttgart. Die Nachricht löste bei MitarbeiterInnen und Redaktionsangehörigen der woxx große Trauer aus, denn Bergmann war einigen von ihnen freundschaftlich sehr verbunden. Kaum glaubhaft, dass wirklich schon über zehn Jahre vergangen sind, seit die woxx den Dokumentarfilm „Dann fangen wir von vorne an“ aufführte und Theo zu diesem Ereignis nach Luxemburg einlud. Er kam zu dieser wie zu anderen Vorführungen, obwohl er zuerst nicht recht einsehen wollte, weshalb so viel Aufhebens um seine Person gemacht wurde und ausgerechnet ihm eine filmische Biografie mit dem Untertitel „(Über)Leben eines kritischen Kommunisten im 20.  mehr lesen / lire plus

Forum 374: Fahrradkultur

Eines vorweg: Auch wer kein absoluter Fahrradfreak ist, dürfte in der neuesten forum-Ausgabe jede Menge spannenden Lesestoff finden. Zwar hat sich in Sachen Fahrrad in den letzten Jahren einiges zum Besseren gewendet, doch ist es noch ein weiter Weg, bis die von der LVI propagierte „Velo-Vision“ für Luxemburg Wirklichkeit sein wird. Das forum-Dossier blickt zurück auf die Zeiten, als das Fahrrad in Luxemburg das populärste Fortbewegungsmittel, aber auch das Vehikel der ersten sportlichen Erfolge auf internationaler Ebene war. Das Fahrrad ist „im Trend“, und die anstehenden Kommunalwahlen sind die passende Gelegenheit, diesen auch auf die politische Ebene zu transportieren – gerade weil die Bestandsaufahme zu den Alltagsproblemen doch ziemlich ernüchternd ist. mehr lesen / lire plus

Öffentlicher Transport
: Schlau 
im Stau


Die zweite Phase der Umstellung der RGTR-Buslinien auf „Echtzeit“ beginnt in etwas mehr als zwei Wochen.

Seit dieser Woche bereichert der Nordstadbus das RGTR-Angebot. Der neue innerstädtische Busdienst wird ebenfalls ab dem 19. Mai in Echtzeit betrieben – hoffentlich ohne Kinderkrankheiten. (Foto: MDDI)

Wenn am 19. Juni die Fahrpläne von 84 weiteren Buslinien, die im Netz des Régime général des transports routiers (RGTR) fahren, auf „Echtzeit“ umgestellt werden, bedeutet das eine für Luxemburger Verhältnisse echte Revolution. Quasi über Nacht wird dann ein großer Teil der Überlandbusse im Westen und im Umfeld der Hauptstadt wesentlich pünktlicher zirkulieren, als dies bisher der Fall sein konnte. mehr lesen / lire plus

Uni.lu entmachtet Alfred Funk

Erica Monfardi, Doktorin in Veterinärmedizin, wird den Posten des administrativen Direktors der Universität Luxemburg übernehmen. Zunächst nur geschäftsführend, da die endgültige Vergabe der verschiedenen Leitungsposten an der Universität wohl erst nach der Ernennung des Nachfolgers des kürzlich zurückgetretenen Rektors Reiner Klump erfolgen wird. Die internationale Ausschreibung der Stelle hat in diesen Tagen begonnen. Bis zum 23. Juni können Interessenten ihre Bewerbung einreichen; Russell Reynolds Associates wird den „comité de recrutement“ bei der Auswahl der passenden KandidatInnen „assistieren“. Diesem Gremium gehören neben Mitgliedern des „conseil de  gouvernance“ auch VertreterInnen der Mitarbeiter und der StudentInnen an. Ziel ist es, bis zum Herbst einen Nachfolger präsentieren zu können. mehr lesen / lire plus

Geschäftswelt: Krokodilstränen

Der Markt wird es nicht richten: Der richtige Geschäfte-Mix in der Oberstadt muss politisch gesteuert werden.

(Fotos: Alinéa)

Es war zwar kein Geheimnis, dass einer der letzten unabhängigen Buchläden im Zentrum der Hauptstadt zu schließen beabsichtigte. Dennoch schlug das Interview, das der Inhaber von „Alinéa“, Edmond Donnersbach, Radio 100,7 am 11. Mai gab, ein wie eine Bombe.

Neben vielen Sympathiekundgebungen aus der Bevölkerung gab es auch Stellungnahmen seitens der Politik. Allerdings flossen nicht wenige Krokodilstränen: Das Aussterben des „traditionellen“ Geschäftslebens in der Oberstadt hat ja nicht erst vor ein paar Wochen angefangen, und der Wille, gegen diese Entwicklung anzugehen, wurde von Landes- und KommunalpolitikerInnen regelmäßig beteuert – insbesondere, seit im Herbst 2013 zwei Dutzend Geschäfte fast zeitgleich Konkurs angemeldet hatten. mehr lesen / lire plus

Logement participatif : Un lent départ à toute vitesse


Dès le 12 juin, les groupements intéressés peuvent poser leur candidature pour un projet d’habitat participatif à Bonnevoie ou à Belair.

Vue d’un des bâtiments du quartier des seniors, dessiné par eux-mêmes avec l’architecte autour d’un jardin partagé richement fleuri à l’écoquartier E.V.A. Lanxmeer au sud-est d’Utrecht (Pays-Bas). (Photo : Wikimedia Commons)

L’actuelle coalition bleu-vert de la Ville de Luxembourg s’était donné en 2011 comme objectif de promouvoir de nouvelles formes d’habitat qui devraient à la fois permettre une limitation des coûts et une participation plus active des habitants, tant au niveau de la conception que de la gestion. À l’époque, des initiatives comme « Adhoc habitat participatif » (woxx 1286 et 1338) n’existaient pas encore et les discussions sur des formes d’habitat au-delà du modèle traditionnel de la maison unifamiliale et de l’appartement en copropriété étaient rares. mehr lesen / lire plus

Renten und Menschenrechte

Im Rahmen der internationalen Divestment-Woche vom 5. bis zum 13. Mai veröffentlicht Votum Klima eine Studie zum luxemburgischen Pensionsfonds. Sie zeigt, dass der Fonds in Unternehmen investiert, die Menschenrechte verletzen. Zum Beispiel in die von dem US-amerikanischen Unternehmen Newmont Mining in Nord-Peru betriebene Goldmine Yanacocha, deren riesiger Wasserverbrauch in einer ganzen Region zu Wasserknappheit und -verseuchung geführt hat. Der Shell-Konzern trägt die Schuld an den Schäden, die im Niger-Delta seit Jahrzehnten durch das Öl verursacht werden, das aus vernachlässigten Pipelines austritt. Verschmutztes Wasser, vergiftete Fische und kontaminierte Landbauflächen verursachen Krankheiten bei der lokalen Bevölkerung. An diesen beiden Betreibern hielt der Luxemburger Pensionsfonds 2015 Anteile im Wert von über 10 Millionen Euro. mehr lesen / lire plus

Wohnungsbau: Enteignung kein Tabu

Vier von fünf WählerInnen sind Baulandbesitzer. Gerade deshalb darf die Politik die zumeist nicht wahlberechtigten, der Wohnungsnot ausgelieferten Besitzlosen nicht im Stich lassen.

(Foto: SIP)

Ist es schon Wahlkampf oder doch nur ein öffentlich geführter koalitionsinterner Meinungsaustausch zum Thema Wohnungsbaupolitik? Letzten Montag, bei einer Konferenz über die Perspektiven eines „logement abordable“ in Luxemburg, äußerte LSAP-Fraktionschef Alex Bodry sein Missfallen über die wiederholten Versicherungen des aktuellen Wohnungsbauministers Marc Hansen (DP), das Instrumentarium der Grundstücks-Enteignung nicht weiter ausbauen zu wollen.

Als das Wohnungsbauressort nach der Koalitionsbildung 2013 an die DP ging, war die Enttäuschung der LSAP-Basis groß. Seit dem Ende der blau-roten Koalition in den 1970er-Jahren hatte es die LSAP nie wieder geschafft (oder gar nicht ernsthaft versucht?), das Wohnungsbauressort an sich zu bringen. mehr lesen / lire plus

Pressehilfe: Strangulation statt Synergie

Am Dienstag ist in der Chamber eine Konsultationsdebatte über die Qualität der Medien und die Zukunft der Presse angesetzt.

(Foto: Rolf Unterberg/Bundesarchiv)

Eigentlich sollte die Debatte über die „Qualität in den Medien“ schon im März stattfinden, wurde aber dann auf den Monat Mai vertagt. Die Zielsetzung der Debatte versuchte Premier- und Medienminister Xavier Bettel in einer Note an die Chamber zu präzisieren. Aus ihr wird klar, dass es wohl vor allem um die künftigen staatlichen Zuwendungen an die Presse gehen wird.

Leider deuten die Ausführungen des Premiers auf ein grundlegendes Missverständnis des Zusammenspiels der klassischen Printmedien mit der „Online“-Presse hin. Bettel spricht von einer ständig zunehmenden Migration vom Papier in Richtung numerische Medien. mehr lesen / lire plus

Uni Luxemburg – alle auf den Rektor?

(Foto: woxx)

Ob der zurückgetretene Rektor Rainer Klump Konsequenzen aus eigenen Fehlern gezogen hat, bleibt offen. Das bringen Rücktritte, die zeitnah zu plötzlich an die Öffentlichkeit geratenen Problemen geschehen, so mit sich. Fraglich bleibt, ob Klump die gesamte Verantwortung für die Haushaltsprobleme zu tragen hat. Es habe eine „Management- und Organisationskrise“ gegeben, zu der man stehe, sagte Interimsrektor Ludwig Neyses im 100komma7-Interview. Auch nach den Stellungnahmen von Regierung und Uni-Leitung bleibt jedoch unklar, wie genau es zu dem 27-Millionen-Euro-Loch im Budget kommen konnte. Die Krise wird das Uni-Leben nachhaltig beeinflussen, das macht ein internes Schreiben Neyses an die Uni-MitarbeiterInnen am Donnerstag noch einmal deutlich: Neben den drastischen Kürzungen, die rückwirkend für 2017 beschlossen wurden, werden auch die kommenden Budgets stark betroffen sein. mehr lesen / lire plus

Grèce : austérité et violations des droits humains

Le comité de solidarité avec la Grèce et les Amis du Monde diplomatique invitent à une conférence le jeudi 4 mai à 19 heures aux Rotondes sur les politiques d’austérité imposées par l’UE et leurs conséquences directes sur les conditions de vie des citoyens. En prenant comme exemple le cas de la Grèce, le conférencier de la soirée, Leonidas Chrysanthopoulos, fera part de ses constats et réflexions sur les valeurs démocratiques, basées sur des rapports des Nations unies et du Parlement européen. En Grèce, plus de la moitié des jeunes sont au chômage et ils n’ont donc pas de perspective de vie normale. mehr lesen / lire plus

Idea analyse l’économie du partage

Chaque année, la fondation Idea, créée en 2014 à l’initiative de la Chambre de commerce luxembourgeoise et qui a pour mission « de mener des réflexions en faveur du développement durable et de l’intérêt économique général du pays », publie un avis sur la conjoncture économique dans le contexte luxembourgeois, européen et mondial. Un rapport assorti, à chaque fois, d’une thématique spécifique. Cette année, Idea s’est adonnée à une analyse sur l’état de l’économie de partage – la « sharing economy » si chère à Jeremy Rifkin – au grand-duché. Au plus tard depuis l’introduction des smartphones et de la géolocalisation qui va avec, les possibilités de l’économie de l’échange se sont démultipliées. mehr lesen / lire plus

Universität Luxemburg
: Historiker-streit


Droht der Luxemburger Geschichtsforschung und -lehre 
das Aus? Ein Hilferuf von Universitätsverantwortlichen lässt 
es befürchten.

Aushang im Historischen Institut der Universität Luxemburg (2016). (Foto: woxx)

Bei dem Regierungsbriefing am 30. März gab Premierminister Xavier Bettel sich alle Mühe, die Gemüter zu beruhigen: Die Streitigkeiten rund um das Budget der Universität Luxemburg würden bald beigelegt sein. Er verwies auf die am Folgetag stattfindende Sitzung des Conseil de gouvernance der Universität und die für diese Sitzung geplante, mehr als ein Jahr verspätete, Beratung über die Budgetvorlage 2017. Der Conseil, eine Art Verwaltungsrat, setzte sich tatsächlich über das negative, aber unverbindliche, Votum des Universitätsrats hinweg, der zwei Tage zuvor das Budget abgelehnt hatte (siehe woxx 1418). mehr lesen / lire plus

Forum 372: Wohnräume

„Wer darf in Luxemburg noch wohnen?“ Diese Frage stellt die April-Ausgabe der Zeitschrift forum am Anfang ihres „Logements“-Dossiers, in dem sowohl die angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt als auch neue Wohnformen und Wohnraumvermittlungs-Methoden vorgestellt werden. Neben geharnischter Kritik im Intro von Jürgen Stoldt, der nach Maßnahmen ruft, „die auch in die Eigentumsrechte eingreifen“ und damit eine staatliche Wohnungspolitik ermöglichen, die langfristig der ausufernden Gentrifizierung entgegenwirken kann, steht eine Stellungnahme des Direktors der Agence immobilière sociale, Gilles Hempel, der für eine Entkopplung der Nutzungs- von Eigentumsrechten eintritt. Weitere Beiträge beschreiben neue und alte „Lösungen“ für das Problem der Wohnungsnot – wie etwa Wohngemeinschaften oder Wohnungsbaugenossenschaften -, die schon lange nach einer angepassten Gesetzgebung rufen. mehr lesen / lire plus