DEMENZ: Eingebundenheit fördern

Welchen Platz haben Demenzerkrankte in den Krankenhäusern, und welche Leistungen bietet die Pflegeversicherung für Betroffene? Fragen, die politisch nicht mehr ignoriert werden können.

Demente Menschen sind in Krankenhäusern oft komplett verloren.

Kürzlich in der Notfallaufnahme des Centre Hospitalier in Luxemburg Stadt: Im Minutentakt treffen neue Patienten ein. Während immer mehr Verletzte und Kranke das große, mit Schalensitzen ausgestattete Wartezimmer füllen und zum Teil stundenlang ausharren müssen, bis sie zum Arzt vorgelassen werden, sind die rund ein Dutzend Notfallzimmer für Patienten, die mit dem Krankenwagen eingebracht wurden, längst belegt. Auch hier dauert es Stunden, bis die Betroffenen durchgecheckt sind. Da die Zimmer alle belegt sind, mehren sich auf dem Flur der Notfallaufnahme die Krankenbahren: Eine der Patientinnen auf dem Flur hat Krämpfe und übergibt sich in eine Nierenschale, eine andere – die nicht fixiert wurde – fällt von ihrer Bahre und schlägt auf den Boden auf. mehr lesen / lire plus

Kritik an Atomzentrale und Endlager

(cw) – „Fermez Tihange!“, so die Forderung von Greenpeace-Vertretern. Die Atomzentrale von Tihange, die sich nur 65 km von der Luxemburger Grenze befindet, stellt im Falle eines Unfalls insbesondere für den Norden ein großes Problem dar. Die Zentrale wurde 2012 vom Netz genommen nachdem bei Untersuchungen tausende Risse festgestellt wurden. Der Ursprung der Risse ist laut der „Agence Fédérale de Contrôle Nucléaire“ noch immer ungeklärt. Der Bruch eines Kühltankes aufgrund weiterer Risse, die durch den Betrieb des Reaktors entstehen könnten, kann somit nicht kategorisch ausgeschlossen werden. Ein solches Szenario würde zum Verlust des Kühlwassers führen und könnte das Schmelzen der Brennstäbe einleiten. mehr lesen / lire plus

ALZHEIMER: Oberflächliche Diagnose, solides Geschäft

Demenz ist nicht gleich Demenz. Hinter den Symptomen können zahlreiche andere Ursachen stecken. Viele ließen sich behandeln oder sogar beheben, heißt es in dem Buch „Vergiss Alzheimer!“ der Wissenschaftsjournalistin Cornelia Stolze. Sie hält das Leiden für eine Auswirkung von Arzneimitteln, Depressionen und falschen Therapien.

„Neue Risikogene für Alzheimer-Krankheit entdeckt! Mediziner sagen erfolgreich Alzheimer voraus!“ Wer die Erfolgsmeldungen von Wissenschaftlern, Universitäten und Pharmafirmen liest, erfährt neuerdings von großen Schritten in der Erforschung des Leidens, heißt es zu Beginn des 230 Seiten umfassenden Buches „Vergiss Alzheimer! Die Wahrheit über eine Krankheit, die keine ist“.

Jedoch, so die Autorin: Alzheimer ist keine Krankheit wie Tuberkulose oder Krebs. mehr lesen / lire plus

DEMENZ: Vergiss mein nicht

Lange Wartelisten für einen Pflegeplatz und wenig differenzierte Strukturen für die verschiedenen Varianten der Demenz, so die Kritik von Vertretern der Alzheimer-Organisation und des Ettelbrücker Vormundschaftdienstes.

„Wichtig ist, die betroffene Person, da abzuholen, wo sie sich befindet.“

„Mutter, wohin gehst du?“, fragt der Sohn besorgt. „Ich weiß es nicht“, antwortet die alte Frau mit dem weißen Haar und schlurft davon. „Vergiss mein nicht“, lautet der Titel des seit Anfang des Jahres in Deutschland angelaufenen berührenden Films von David Sieveking. Darin dokumentiert der deutsche Filmemacher, wie die dementielle Erkrankung seiner Mutter die Familie vor enorme Herausforderungen stellt, aber zugleich auch einen neuen Anfang entstehen lässt: Denn die Krankheit wird zum Ausgangspunkt einer Erinnerungsarbeit, in der mit Hilfe von Bildern und Erzählungen die Vergangenheit und die latenten Konflikte seiner Familie rekonstruiert werden. mehr lesen / lire plus

VORMUNDSCHAFT: Wer darf was?

Das Vormundschaftsgesetz in Luxemburg ist zu knapp gefasst und bezieht sich fast ausschließlich auf die Finanzen. So die Kritik des Vormundschaftsrichters Sandro Luci.

Sandro Luci hat in Straßburg Recht studiert. Nachdem er drei Jahre als Anwalt tätig war, wurde er 1999 zum Richter ernannt. Seit acht Jahren ist er nun als Vormundschaftsrichter aktiv.

Woxx: Wieviele der Vormundschaften, die Sie einsetzen, haben mit Demenzkrankheiten zu tun?

Sandro Luci: Ich kenne die genaue Anzahl nicht, aber insgesamt betreue ich ungefähr 4.000 Vormundschaft-Dossiers in den unterschiedlichsten Stadien. Die Fälle sind über ganz Luxemburg verstreut. Ich kann aber nicht genau sagen, wieviele Personen altersdement sind oder sich aufgrund eines Autounfalls im Koma befinden und unter Vormundschaft stehen. mehr lesen / lire plus

PATIENTE VERTRIEDUNG: Pflegeleistungen nicht ausgeführt

Bei der Ausarbeitung des „Plan d’action démences“ der Regierung wurde die Patiente Vertriedung asbl nicht berücksichtigt. Dabei ist sie mit zahlreichen Anfragen unzufriedener Angehöriger befasst, die die unzureichende Versorgung bemängeln.

Michèle Wennmacher
ist Diplom-Psychologin.
Sie war mehrere Jahre bei der „Association Luxembourg Alzheimer“ (Ala) aktiv.
Seit 2009 ist sie Verantwortliche
bei der Patiente Vertriedung,
zudem ist sie Präsidentin
der Ama.lu asbl und ist Mitglied im Verwaltungsrat der asbl „anonym Glécksspiller“.

Woxx: Wieviele Anfragen oder Klagen bekommen Sie zum Thema Alzheimer und Demenz? Und worum geht es bei diesen?

Michèle Wennmacher: In der letzten Zeit haben sich die Anfragen gehäuft. Vielleicht hat es damit zu tun, dass das Thema Alter 2012 mit dem europäischen Jahr unter dem Titel „for active ageing and solidarity between generations“ im Mittelpunkt stand und wir auch ein paar Mal im Zusammenhang mit den Problemen im Altersheim in Hamm in der Presse erwähnt wurden. mehr lesen / lire plus

Das Light-Risiko

(cw) – „Britney Cola“, nennt ein Redaktionsmitglied abfällig die lighte Variante des braunen Softgetränks. Laut einer Studie des französischen „Institut national de la santé et de la recherche médicale“ verringern süßstoffhaltige „Light“-Getränke entgegen weitverbreiteter Überzeugung das Risiko für Diabetes nicht, sondern erhöhen es möglicherweise sogar. Die Studie wurde an rund 66.000 zwischen 1925 und 1950 geborenen Frauen durchgeführt, die seit 14 Jahren untersucht werden. In einer parlamentarischen Anfrage will der unabhängige Abgeordnete Jean Colombera vom Gesundheitsminister wissen, ob die Gesundheitsbehörden diese Studie zur Kenntnis genommen haben, und ob die Prävention von Diabetes weiterhin zu den Prioritäten im nationalen Gesundheitssystem gehört? In seiner Antwort verweist der Minister darauf, dass andere internationale Studien zur gleichen Fragestellung entgegengesetzte Resultate zeigen. mehr lesen / lire plus

MOBILFUNKANLAGEN: Diktatur der Anbieter

Werden Transparenz, Bürger-beteiligung und Gesundheitsschutz bei der Installation von Mobil-funkanlagen wirklich berücksichtigt? Themen einer von Mouvement und Akut organisierten Konferenz.

„Ich kann nicht schlussfolgern, dass wir unserem Minister vorschlagen sollen, das Vorsorgeprinzip von 3 Volt/Meter zu verändern. Ich sehe keinen Handlungsbedarf“, so Claude Geimer, beigeordneter Direktor des Umweltministeriums auf einer von Mouvement und Akut organisierten Konferenz, bei der es um Belastungen durch Mobilfunkanlagen und die Rolle kommunaler Standortkonzepte ging. Geimer, der die rechtlichen Grundlagen und die Genehmigungsprozeduren für Mobilfunkantennen erläuterte, fand es außerdem unangebracht, dass Organisationen wie der Mouvement eine Auflistung der Standorte aller Antennen verlangen. „Das ist zu umständlich. Die Anfrage muss genauer formuliert sein“, so der Beamte. mehr lesen / lire plus

PEDRO ALMODOVAR: Über den Wolken

Schrill und sexuell ungehemmt geht es in Pedro Almodóvar’s „Los Amantes Pasajeros“ zu. Ein Statement zur Krise?

Einfach eingeschläfert: Während die Business-Class auf Meskalin einen echten Höhenflug genießt, wird die Economy-Class mit Schlaftabletten ruhiggestellt.

„Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein …“ heißt es schon im Klassiker des deutschen Liedermachers Reinhard Mey. Der neue Film von Pedro Almodóvar, „Los Amantes Pasajeros“, interpretiert dies auf seine Weise. Der Film erscheint als Gangnam-Style am Firmament.

Und das nicht nur wegen der für Almodóvar typischen knalligen Farbgestaltung, bei der Frauenlippen blutrot und Hemden schreiend bunt sind und ein Flugzeuginneres hellblau gehalten ist. mehr lesen / lire plus

SEXUALITÉ ET HANDICAP: « Le capitalisme financier doit quitter la scène »

« La sexualité des handicapés », c’est le titre du dernier livre du philosophe et enseignant Norbert Campagna. Le woxx l’a interrogé au sujet de ses thèses.

Norbert Campagna est détenteur d’un doctorat en philosophie et d’une habilitation à diriger des recherches. Il est professeur-associé à l’Université du Luxembourg et professeur au Lycée de garçons d’Esch. En 2012, il s‘est vu décerner, à Paris, un Trophée de l‘éthique pour ses recherches sur l’éthique de la sexualité. Il a publié 23 livres. Courant 2013 paraîtront ses deux prochains ouvrages : « Staatsverständnisse im spanischen Siglo de Oro » et « Torture et droits » (en collaboration avec Luigi Delia et Benoît Garnot).

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JAZZ: Mal anders

Randi Tytingvåg platzierte sich mit einigen Alben auf Anhieb in der europäischen Jazz-Crossover-Szene im oberen Drittel. Gerade weil ihre Musik nicht wirklich in eine Schublade passt.

Ein Lachen, rote Lippen, blondes Haar. Das verschmitzte Gesicht von Randi Tytingvåg erinnert an die lebendigen Geschichten aus dem „Büllerbu“ der schwedischen Autorin Astrid Lindgren. Und ihr Vorname „Randi“, ein alter Wikingername, der so viel wie „Die Entschlossene“ bedeutet, passt offenbar zu ihr: Entschlossenheit bewies die junge Jazzmusikerin Randi Tytingvåg aus Norwegen die ganzen letzten zehn Jahre über, in denen sie nicht weniger als vier Alben veröffentlichte. Von „Heavenly Attack“ über „Let Go“, „Red“ hin zum neuen Werk „Grounding“ verstand jedes Album auf seine Art, die Zuhörer zu begeistern. mehr lesen / lire plus

LEBENSMITTELKONTROLLEN: Mit Lücken

Das aktuelle Lebensmittelkontrollgesetz sei veraltet und müsse an die Anforderungen der EU angepasst werden, so Déi Gréng. Auch auf EU-Ebene lassen die Reformen zu wünschen übrig.

„Sonndesrieden vs Realitéit. Eis Regierung muss endlech handelen!“, so der Titel einer Pressemitteilung, in dem die grünen Abgeordneten Henri Kox und Claude Turmes die Haltung der Regierung gegenüber den jüngsten Lebensmittelskandalen kritisieren: Diese Skandale seien nicht nur durch Unternehmen und ihre Gier nach Profit verursacht, sondern auch durch die immer stärkere Industrialisierung der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion. Diese Entwicklung sei von einer lange vorwiegend auf Quantität ausgerichteten europäischen gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) begünstigt worden. Wichtig sei deshalb, dass bei den aktuellen Diskussionen zur GAP Reform ein Kurswechsel hin zur Förderung von kleineren, weniger industrialisierten Strukturen erreicht wird. mehr lesen / lire plus

KÜNSTLERISCHE THERAPIEN: Kreatives Gestalten als Heilmethode

Obwohl die künstlerischen Therapien im Ausland boomen und einen wichtigen Beitrag leisten, werden sie in Luxemburg nach wie vor stiefmütterlich behandelt.

Die Puppen der Puppenspieltherapeutin Fabienne Thoma waren bei der Fachtagung
der künstlerischen Therapeuten ein Hinkucker.

Immer mehr SchülerInnen zeigen Verhaltensweisen, die den schulischen Betrieb stören. Solche Kinder und Jugendlichen benötigen oftmals eine andere Zuwendung, als sie sie im klassischen Unterricht erfahren. Können künstlerische Therapien hier eine Lösung sein? Dies ist eine der zentralen Fragen, die letztes Wochenende bei der Fachtagung „(Fir d‘)Liewe léieren – der Beitrag der künstlerischen Therapien zur Entwicklung ganzheitlicher Kompetenzen“ behandelt wurden.

Das Interesse an der Tagung war groß: Über hundert Einschreibungen verzeichneten die Organisatoren, der Berufsverband für Kunst-, Theater-, Musik- und Tanztherapien, die „Association luxembourgeoise des Art-thérapeutes Diplômés“ (ALAtD asbl) und die „Gesellschaft fir Musiktherapie zu Lëtzebuerg“ (GML asbl). mehr lesen / lire plus

JAZZ: Frauenpower

Ausschließlich Frauen stehen an diesem Wochenende im Düdelinger Kulturzentrum Opderschmelz auf der Bühne. Gerade im Jazz und der modernen Gegenwartsmusik sind sie dünn gesät.

oreline de Cat interpretiert Philip Glass.

Junge Interpreten, die schon auf moderne Gegenwartsmusik und Jazz spezialisiert sind, sind eher die Ausnahme. Und unter diesen stellen Frauen noch eine weitere Besonderheit dar. „We Love Girls!“ nennt sich darum programmatisch die Veranstaltung im Kulturzentrum Opderschmelz in Düdelingen an diesem 9. März, einen Tag nach dem internationalen Frauentag. Auch wenn sich die Situation von Musikerinnen in den letzten zehn bis zwanzig Jahren deutlich geändert hat, sind „starke“ Frauen außerhalb des Mainstream immer noch selten. mehr lesen / lire plus

OEKOSTADTTEIL: Alternativen Lebensstil vermarkten

Nicht der Staat, sondern ein Privat-unternehmen will Pionier des ökologischen Städtebaus werden und plant den ersten Ökostadtteil des Landes.

Nichts überließ das Privatunternehmen Schuler letzte Woche im Exit 07 dem Zufall: nämlich bei der Vorstellung des Projekts „Hollerich Village“, des ersten sogenannten Ecoquartiers der Stadt Luxemburg, das auf einem hinter dem Friedhof in Hollerich gelegenen, 3,6 ha großen Terrain realisiert werden soll.

Für das auch marktwirtschaftlich minutiös durchkalkulierte Projekt hat das Unternehmen sich bedeutende Partner an Bord geholt – von CRP Tudor über BioRegional hin zu Natur & Ëmwelt. Dabei hatte sich Schuler anfänglich nicht gerade durch Umwelt-Engagement hervorgetan – im Gegenteil: Anfang des 20. mehr lesen / lire plus