IM TUNNEL: Mit dem Fahrstuhl zu Mona Lisa

In der schmalen Durchgangspassage zum Fahrstuhl der den Grund mit dem Plateau verbindet, erregen mittlerweile nicht nur aufgequollene Plakatwände Aufmerksamkeit. Insbesondere die wechselnden Ausstellungen bunter Gemälde, Collagen und Bastelarbeiten von Schul- oder Kindergruppen fallen den durcheilenden PassantInnen ins Auge. Zur Zeit ist ein kleines Panoptikum zur Mona Lisa zu sehen, das 2003/04 von den SchülerInnen des Centre d’éducation différenciée et de propédeutique professionnelle in Warken geschaffen wurde. Dieses Zentrum, das schulpflichtige Kinder und Jugendliche betreut, die aufgrund einer Behinderung nicht die üblichen Bildungsstrukturen besuchen können, hatte seinen Schützlingen das Werk sowie das Leben Leonardo da Vincis nahegebracht. Das Ergebnis, erste Skizzen bis hin zu kleinformatigen Akrylgemälden, wird nun in Form einer kleinen Werkschau im Tunnel gezeigt. mehr lesen / lire plus

DEAN PARISOT: Fun with Dick and Jane

Ein banaler Titel, der auf positive Weise hält was er verspricht – nämlich Unterhaltung mit einer Prise Gesellschaftssatire. Regisseur Dean Parisot dreht hier am Schicksalsrad: Mal sind die Protagonisten ganz oben, wähnen sich als Gewinner, dann sind sie ganz unten. Bonnie and Clyde-Methoden werden angewandt, die schlussendlich zum ersehnten American Dream führen, wenn auch in abgewandelter Form. mehr lesen / lire plus

OMEGA 90: Dem Tod ein menschliches Gesicht geben

Sich mit dem Tod auseinander zu setzen bedeutet, sich des Lebens bewusst werden, ein Gedanke, den man mitnimmt, wenn man die Ausstellung „Noch mal leben, vor dem Tod“ verlässt, die im Rahmen des Omega 90-Jubiläums gezeigt wird. Es ist eine radikale, eindringliche Ausstellung, die mit dem Tabu Tod bricht und zum Nachdenken anregt. Ein Jahr lang haben Fotograf Walter Schels und Autorin Beate Lakotta für ihre engagierte Reportage in der auf das Wesentliche konzentrierten Atmosphäre von Hospizen gearbeitet. Sie haben unheilbar Kranke darum gebeten, sie in ihren letzten Tagen und Wochen mit Fotokamera und Tonbandgerät begleiten zu dürfen. Dabei bildeten sich Beziehungen, die immer wieder mit demselben Ritual endeten: Dem endgültigen Abschiedsfoto. mehr lesen / lire plus

POP: Neoangin

Nein, bei Neoangin handelt es sich nicht um Halsschmerztabletten, sondern um eine besondere Spielart des Elektropop, die von der kreativen Ein-Mann-Formation Jim Avignon lange Zeit nur über seine Website veröffentlicht wurde oder auf seinen Konzerten aus dem Koffer heraus zu erstehen war. Jim Avignon ist ein Globalplayer des Underground, immer unterwegs zwischen New York, Barcelona oder seinem Berlin-Stützpunkt – wobei er eher der Sehnsucht nach Abenteuer verpflichtet ist, als dem Wunsch nach Karriere. Seit 1997 hat er 5 CD`s unter dem Namen Neoangin veröffentlicht, für sein viertes Werk „A Friendly Dog in an Unfriendly World“ hat er sich ein eigenes Label mit Vertrieb gegönnt. mehr lesen / lire plus

BERLIN: Der Leutnant und der Blick von oben

Nicht zufällig entstammen die ersten fotografischen Beiträge über die Luftschifffahrt aus Militärkreisen. So hat der Nutzen, den das belagerte Paris durch eine Ballon-Postverbindung im Deutsch-Französischen Krieg 1870-71 gezogen hatte, schlussendlich zur Einführung eines Ballon-Detachements im Deutschen Heer geführt. Der sogenannte Deutsche Luftschifferverein sollte durch verschiedene Experimente mit Stoffen, Dichtungsmaterialien, Seilarten und Gas zu einer Optimierung der Ballonflüge führen. Im Rahmen dieser Abteilung stellte sich ein Mann, Leutnant Hugo Ernst Georg vom Hagen zwischen 1882 und 1886 der fotografischen Herausforderung. Für seine Luftaufnahmen von Berlin und Umgebung, die er vom Boden und aus dem Ballon schoss, erprobte er Kameras, Filmmaterial und baute eine Kamerabefestigung außerhalb der Trägerplattform des Fesselballons. mehr lesen / lire plus

MAISON RELAIS: Flexibilität versus Organisierbarkeit

Kinderbetreuung wird als Standortfaktor der Zukunft vermarktet. Das Modell der Maison relais soll als kommunales Netzwerk in dieser Hinsicht Maßstäbe setzen.

Soll das alte Schwimmbad renoviert oder besser die Kinderbetreuung ausgebaut werden? Diese Frage könnte sich künftig in den Luxemburger Gemeinden stellen. Denn die Nachfrage nach Betreuungsplätzen wächst. Das liegt zum einen daran, dass beide Eltern berufstätig sein müssen oder wollen, zum anderen an der wachsenden Zahl der Alleinerziehenden. Die Kosten für die Gemeinden könnten also erheblich steigen, wenn das neue Modell der Maisons relais flächendeckend eingeführt wird. „Wir haben uns an einen fahrenden Zug angehängt“, so Mill Majerus, Conseiller de gouvernement im Familienministerium. mehr lesen / lire plus

FOLK: Dullemajik

CD und DVD sind jeweils für 20 € oder 21 € im Fachhandel erhältlich.

„Crèmeflütt, Merenkentaart, o wéi ass däi Möndchen zaart“, will man solche Komplimente vernehmen, sollte man sich die populären Liedertexte und Melodien von Dullemajik zulegen. Seit 1975 vertont das Musikensemble um Gründer Guy Schons Lieder und Tänze der vergangenen Jahrhunderte und dies vor allem in luxemburgischer Sprache. Eigentlich ist das Werk der Formation ein Phänomen und gleichzeitig ein Anachronismus zur heutigen Zeit. „Die Dullemajik bringt Volksmusik im Sinne des Wortes: nackte, kräftige Musik, die im Volk lebt“, so Michèle Thoma in einem CD-Begleittext über den Stil. Charakteristisch wird das Liedgut, indem anschauliche Anekdoten des ländlichen Lebens, Erotik von anno dazumal, sowie politische Kontexte als Spiegelbilder ihrer Zeit durch eine eigentümliche Instrumentierung vertont werden. mehr lesen / lire plus

FERNANDO MEIRELLES: The Constant Gardener

Fernando Meirelles filmische Umsetzung des Politthrillers von John le Carré, in dem die verbrecherischen Praktiken westlicher Pharmakonzerne thematisiert werden, überzeugt durch seinen Dreh im Stil der Dogmafilme an den Originalschauplätzen. Komplex, mit wechselnden Erzählperspektiven wird der Film nur im zweiten Teil etwas unübersichtlich und langatmig. mehr lesen / lire plus