GRENZÜBERSCHREITEND STUDIEREN: Der moderne fahrende Student

Seit über fünf Jahren schmieden sechs Universitäten der Großregion am Projekt eines grenzüberschreitenden Hochschulraums, der ein Paradebeispiel der regionalen Kooperation in Europa werden soll. Vergangene Woche wurde Bilanz gezogen.

Eigentlich gehört die Figur des fahrenden Studenten, des sogenannten Scholaren, dem Mittelalter an. Doch die Universität der Großregion (UniGR) entwirft auf ihre ganz eigene Art ein neues Bild des wandernden Akademikers. Während er im Mittelalter zu den „Heimatlosen“ zählte, ist der moderne „Scholar“ überall zu Hause. Leichtfüßig und frei reist er von Stadt zu Stadt ? was aber für das Mittelalter nur eine verklärende Darstellung ist, soll heute zur Normalität werden.

So jedenfalls hat man sich die Lage in etwa vorzustellen, wenn die Universität der Großregion einmal ihr Ziel erreicht haben wird und die Einschreibung an einer der sechs Universitäten (Kaiserslautern, Lothringen, Lüttich, Luxemburg, Saarbrücken, Trier) das gleichzeitige Studieren und Forschen an den jeweiligen fünf Partneruniversitäten möglich macht (woxx 1109 und 1083). mehr lesen / lire plus

HISTORISCHES KULTURERBE: Freilichtbibliothek

In den Wäldern Luxemburgs ruhen seit Jahrtausenden Spuren menschlichen Wirkens, ein wahres Geschichtsmuseum liegt unter dem Blätterdach.

Wer fand in dieser Höhle in Lintgen, in der sich sichtbare Spuren der Vergangenheit und Legenden überlagern, Unterschlupf?

Kann man den Wald lesen? Von jeher ist der Wald Inbegriff des Mystischen, das den Menschen stets in seinen Bann gezogen hat. Nichts sonst wurde Zeuge von so vielem Geheimnisvollen, und nichts anderes hütet Geheimnisse in ähnlich ungebrochener Stille. Verborgene Gefühle und Ängste, vielleicht auch geheime Zusammenkünfte, nie geteilte Gedanken, bedächtige Schritte einsamer Spaziergänger, hastige von Flüchtenden. Poetisch könnte man all dies die Sprache des Waldes nennen. mehr lesen / lire plus

VERHALTENSKODEX IM EUROPAPARLAMENT: Transparenz ohne Gewähr

Dank des neuen Verhaltenskodex müssen Europaabgeordnete von nun an mit deutlich offeneren Karten spielen. Aber Schlupflöcher gibt es immer noch.

Der „Lobbyvirus“ grassiert im Straßburger Plenarsaal. Wird der neue Verhaltenskodex ausreichend Schutz bieten?

Das Europaparlament, das demokratischste aller Organe des Europa-Gebildes, hat mit der Annahme eines neuen Verhaltenskodex einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu dem Ziel getan, die Untergrabung eben dieser demokratischen Legitimation durch Interessenkonflikte zu verhindern. Dass diese Gefahr sehr real ist, hat die von der Sunday Times aufgedeckte Bestechlichkeit der drei Parlamentarier Ernst Strasser (Österreich, EPV), Adrian Severin (Rumänien, PSD) und Zoran Thaler (Slowenien, SD) drastisch vor Augen geführt (woxx 1114): In dem Glauben, die Reporter seien Lobbyisten, die seine politische Einflussnahme gegen Geld in Anspruch nehmen wollen, erklärte Strasser ohne Umschweife, er sei sowohl Lobbyist als auch Politiker. mehr lesen / lire plus

ERNEUERBARE ENERGIEN: Sonne ist für alle da

Dass der Ausbau erneuerbarer Energien nicht im Widerspruch zum Naturschutz steht, machten der Mouvement Ecologique und „natur & ëmwelt“ in einer gemeinsamen Stellungnahme deutlich.

Streitfragen, die bei Auseinandersetzungen über Energiepolitik zur Tagesordnung gehören, können durchaus Potenzial zur Lösungsfindung bieten. Aus demselben Grunde ist es stets kontraproduktiv, tatsächliche oder angebliche Konflikte als Vorwand zum Nichtstun zu nutzen. Genau dies scheint aber die Taktik der Luxemburger Regierung zu sein, die mit dem Argument, dem Ausbau der erneuerbaren Energien stünden Konflikte mit anderen gesellschaftlichen Akteuren, wie den Natur- und Landschaftsschützern, im Wege, ihre von Movement Ecologique und „natur & ëmwelt“ als zu vage beurteilten Klimaschutz-Pläne zu rechtfertigen sucht. mehr lesen / lire plus

EU-KLIMAPOLITIK: Bröckelnder Schutz

Bei ihrem Luxemburg-Besuch verteidigte EU-Klima-Kommissarin Connie Hedegaard die „Klimaroadmap 2050“. Die 27 Umweltminister konnten sich hierauf jedoch nicht einigen.

Die Zeit für die Festsetzung ehrgeizigerer Klimaschutz-Ziele drängt. Der Klimagipfel in Durban im Dezember dieses Jahres, letzte Chance, ein Kyoto-Protokoll-II zu verabschieden, rückt näher, aber er steht unter schlechten Vorzeichen. Auch nach dem letzten Klima-Zwischentreffen in Bonn besserten sich, wie zu erwarten war, die Aussichten für den Klimaschutz nicht, die „Kyoto-Familie“  droht auseinanderzubrechen. Dabei schreit die aktuelle Lage geradezu nach neuen Anstrengungen. Laut der International Energy Agency (IEA) hat der CO2-Ausstoß 2010 einen historischen Höchststand erreicht, mit einer fünfprozentigen Erhöhung gegenüber dem Rekordjahr 2008. mehr lesen / lire plus

HANDYNUTZUNG: Mehr Handys als Einwohner

Es ist umstritten, ob Handystrahlung tatsächlich schädlich ist, und falls ja, in welchem Ausmaß. Grünen-Abgeordneter Jean Huss fordert gerade aus diesem Grund präventive Maßnahmen.

Handykonsum einschränken? Oder die Mobilfunkindustrie strikteren Regeln unterwerfen? Der Streit um die Schädlichkeit des Handygebrauchs ist noch nicht ausgestanden.

Ein Leben ohne Handy? Dass dies kaum vorstellbar ist, macht die am vergangenen Dienstag erschienene statistische Erhebung des Institut Luxembourgeois de Régulation (ILR) zur Telekommunikation in Luxemburg im Jahr 2010 deutlich. Nach dieser sind 97 Prozent der Haushalte mit einem oder mehreren Handys ausgestattet, und die Zahl der abgeschlossenen Mobilfunk-Verträge beläuft sich auf 727.000. Das heißt, es gibt im Land mehr Handys als Einwohner. mehr lesen / lire plus

DÉVELOPPEMENT INÉGAL: « Un sacré fichu problème »

Pourquoi certains pays se développent à un moment donné et pas d’autres ? Lors d’une conférence à l’Université du Luxembourg, le sociologue Guy Bajoit a démontré la complexité de cette question et la difficulté de trouver des réponses satisfaisantes. Le woxx l’a rencontré pour en discuter avec lui.

Sociologue du développement et professeur émérite de l’Université Catholique de Louvain, Guy Bajoit essaie de trouver depuis presque un demi-siècle une explication pour les inégalités dans le monde et le «modèle» qui y remédierait.

woxx : Parallèlement au mouvement de décolonisation depuis la Deuxième Guerre mondiale, la coopération au développement a été mise en place. mehr lesen / lire plus

CONGÉ ASSOCIATIF: Urlaub am Verhandlungstisch

Beruf und Ehrenamt unter einen Hut zu bringen ist nicht einfach. Luxemburger NGOs fordern deshalb einen Rechtsanspruch auf Urlaub für ehrenamtliche Verpflichtungen.

Die Ausübung eines Ehrenamts lässt sich heute bei weitem nicht mehr völlig auf die Freizeit beschränken. Wer als Aktiver einer freiwilligen Organisation seinen „Job“ ernst nimmt, muss an Sitzungen, Verhandlungen und Konferenzen mit Gremien hoher Beamter teilnehmen und seinen Urlaub angreifen, um am Verhandlungstisch dabeisein zu können. Doch wenn das Potential an Motivation, über das die ehrenamtlich Engagierten verfügen, auch unerschöpflich scheint ? das ihrer Zeit ist es leider nicht.

Aus diesem Grund fordert ein gutes Dutzend Luxemburger NGOs eine Stärkung des ehrenamtlichen Engagements. mehr lesen / lire plus

EXPO: Nachtstücke im Blitzlicht

Ein einsamer, vertrockneter Strauch, der unserer Wahrnehmung bei Tageslicht völlig entgeht, kann nachts zu einem Schreckensgespenst werden, zu einem Fixpunkt unserer Angst, der unsere Schritte und unseren Herzschlag beschleunigt. In der Dunkelheit irren unsere Sinne und sind wahllos auf der Suche nach Halt. Mit ihrer Ausstellung „Nachtstücke“ führen Dominique Auerbacher und Holger Trülzsch dem Besucher genau dieses „nächtliche Umherirren“ vor Augen, indem sie ihn in eine urbane Nachtwelt voller „hybrider Schatten“, raschelnder und lärmender Geräusche und unsichtbarer Unheimlichkeiten hineinversetzen.

Sind „Nachtstücke“ in der Malerei des 15. bis 17. Jahrhunderts Bilder, die eine besonders mystische und romantische Stimmung vermitteln, und in der Musik vorrangig barocke, eher langsame und melancholische Klavierstücke, so sind es in den urbanen Träumereien Auerbachers und Trülzschs schon fast Gegen-„Nachtstücke“. mehr lesen / lire plus

Interessenkonflikte: Cash for law?

Bisher fehlen in der politischen Landschaft Luxemburgs klare Regeln zur Prävention und zur Bewältigung von Interessenkonflikten. „Déi gréng“ legten nun einen konkreten Vorschlag für einen gesetzlichen Verhaltenskodex für Abgeordnete vor.

Ob die Westen der Abgeordneten tatsächlich so rein sind wie Chamber-Präsident Mosar angibt, kann niemand wissen. Dafür sind die Regelungen in Sachen Interessenkonflikte viel zu unscharf.

„Je voudrais (…) relativiser l’im-portance du phénomène des conflits d’intérêts, alors que d’après mes informations, aucun cas (…) ne s’est posé par le passé.“ Diese Auffassung bezüglich der Gefahr von Interessenkonflikten der Abgeordneten äußerte Chamber-Präsident Laurent Mosar in einem im März mit der Monatszeitung forum geführten Interview. mehr lesen / lire plus

EXPO SHANGHAI: Pavillon bleibt

Der luxemburgische Pavillon wird noch mindestens fünf Jahre auf dem Gelände der Weltausstellung in Shanghai bleiben. Wie er genutzt werden wird, steht noch nicht fest.

Einige Monate hing die Zukunft des luxemburgischen Pavillons auf der Weltausstellung in Shanghai in der Schwebe. Nun steht fest: „Der luxemburgische Pavillon ist ein Geschenk des luxemburgischen Volkes an das chinesische Volk.“ Dies kündigte Robert Goebbels vergangenen Freitag, sehr zufrieden, an. Der Expo-Kommissar beendete damit endgültig alle Spekulationen über die Zukunft des Luxemburger Pavillons, der rund sechs Monate lang auf der Weltausstellung in Shanghai zu besichtigen war. Das „Geschenk“ ? neben dem von Ruhm und Ehre ? mehr lesen / lire plus

GROSSREGION: Grenzüber-schreitend studieren

Mobilitätsfonds und ein neuer Studierenden-Status der Universität der Großregion, sollen Studenten zukünftig das grenzüberschreitende Studieren erleichtern. Die praktische Umsetzbarkeit wird nun auf die Probe gestellt.

Trotz allen guten Willens seitens der Univerantwortlichen:
Das Studieren in der Grenzregion bleibt kompliziert und fordert einen hohen Grad an Selbstorganisatio und Eigenständigkeit.

Montags und mittwochs Vorlesungen an der Universität Saarbrücken, dienstags ein Seminar an der Universität Luxemburg und freitags eine Konferenz an der Universität in Metz. Könnte so ein beispielhafter neuer Stundenplan eines Studenten oder einer Studentin der sogenannten Universität der Großregion (UGR) aussehen? Im Idealfall ja. Zumindest ist es das erklärte Ziel der UGR, zukünftig ein grenzüberschreitendes Studium zu ermöglichen. mehr lesen / lire plus

FINANCE WATCH: « La finance doit servir l’économie, pas l’inverse »

L’organisation non gouvernementale Finance Watch qui devra être le « Greenpeace de la finance » et assurer un contrepoids au lobby financier verra bientôt le jour. L’initiative tombe dans un contexte où les racines de la crise sont loin d’être éradiquées.

woxx : L’initiative de créer l’ONG Finance Watch tombe dans un contexte tourmenté. Peut-on dire que la crise financière est derrière nous ?

Thierry Philipponnat : Je ne veux en aucun cas diaboliser ou simplifier ce sujet extrêmement complexe, mais je constate depuis un an maintenant qu’un certain discours est de plus en plus dominant et particulièrement présent dans l’industrie financière. On a tendance à dire : on a fait ce qu’il y avait à faire, sous-entendu, on peut recommencer comme avant. mehr lesen / lire plus

GRENG STEFTUNG: Großregion

Kann die Großregion lediglich eine „Schönwetterpolitik“ betreiben, die sich an die wahren Konfliktthemen nicht herantraut? Die Gréng Stëftung greift in Rundtischgesprächen potenzielle Kontroversen auf, zuletzt in der vergangenen Woche unter dem Titel „2030 arbeiten wir alle in Metz?!“.

Paul Emering, Andrea Hartz, Moderator Mike Mathias, Blanche Weber und Nico Clement (v.l.n.r.) analysierten die Defizite in der aktuellen Diskussion um die Großregion.

Die Großregion existiert, solange sich alle einig sind. Berührt sie aber kritische Punkte, will sie keiner mehr kennen. Man blicke Konflikten kaum ins Auge, so die Raumplanungsspezialistin Andrea Hartz während des Rundtischgesprächs, das die Gréng Stëftung in der vergangenen Woche zum Thema Raumplanung organisierte. mehr lesen / lire plus

GROSSREGION: Bahn-Renaissance

Mit ihrem Buch „Auf die Schiene mit der Großregion“ plädieren Reinhard Klimmt und Werner Ried für den Ausbau des Schienennetzes der Großregion. Eine theoretische und praktische Begegnung.

Tendenz: rückläufig. Die Großregion hat prinzipiell viel Schienenpotenzial wie die handgemalte Wandschmuckkarte von 1891 im ehemaligen Direktionsgebäude der Pariser Gare de l’Est zeigt. Leider wurde in den letzten Jahren mehr Schiene ab- als aufgebaut.

Der prasselnde Regen hat sich in dicke weiße Schneeflocken verwandelt. Während die Temperatur weiter unter null Grad Celsius sinkt, steigt die unbehagliche Vorahnung in mir auf, dass meine bevorstehende Busfahrt von Saarbrücken nach Luxemburg nicht einfach werden wird. Als mein Mitbewohner mir per SMS mitteilt, dass in Luxemburg alles im Schneechaos steckt, beschließe ich endgültig, die Buchvorstellung in der Villa Europa in Saarbrücken schon kurz vor ihrem Ende zu verlassen, um noch sicher einen Bus nach Luxemburg zu erwischen. mehr lesen / lire plus

UNIVERSITÄT DER GROSSREGION: Generation Uni-Hopping

Durch die Schaffung eines gemeinsamen Hochschulraums wollen sieben Universitäten der Großregion das grenzüberschreitende Studieren erleichtern.

Voll guten Mutes zeigten sich die Präsidenten und Rektoren im Dezember 2008, anlässlich der ersten Sitzung zur Bildung der „Universität der Großregion“ in Kaiserslautern.

Im Leben der „Generation CouchSurfing“ spielen Grenzen eine immer geringere Rolle. Die Studierenden von heute sind dynamisch, abenteuerlustig und vernetzter denn je. Vernetzt jedoch nicht nur virtuell, sondern auch ganz real im Reisen von Stadt zu Stadt und von Couch zu Couch. Jetzt ist es an den Universitäten, in Sachen Mobilität nachzuziehen, um den Studenten auch in ihrem Studium ein zukunftsorientiertes Umfeld zu bieten. mehr lesen / lire plus

FOTOGRAFIE: Insight from outside?

Was kann ein Porträt tatsächlich abbilden? Wie wahr ist unsere Wahrnehmung? Die Foto-Ausstellung „Insight“ bietet einen konkreten Zugang zu abstrakten Fragen.

Wie viel versteckt ein Porträt von einer Person und wie viel fügt es hinzu? Wie viel „innen“ ist „außen“ und was lässt sich davon bildlich festhalten? Fragen, die die drei Künstler Jean Jassins, Tom Lucas und Marc Wilwert in ihrer Fotoporträt-Ausstellung „Insight“ aufgreifen ? das Erfreuliche: ohne dabei in die oft abgegriffene Identitätsdiskussion zu verfallen. Denn sie befragen weniger ihr Motiv als das Genre der Fotografie selbst nach dem Prozess der Identitätskonstruktion.

So setzt die Ausstellung, die aktuell in der Galerie Artgentik zu sehen ist, spürbar Prioritäten: An erster Stelle steht – zumindest für Lucas und Wilwert – die Reflexion über die Subjektivität der Wahrnehmung. mehr lesen / lire plus

VERKEHR: Große Region auf kleiner Spur

Politiker und Verkehrsspezialisten der Großregion diskutierten über die Zukunft eines lange überfälligen umwelt-, klima- und benutzerfreundlicheren Transportsystems.

„Wir kommen nicht voran. Sei es auf der Straße oder im Entwickeln von Lösungen für das tägliche großregionale Verkehrschaos. Wir stecken fest, und das seit 30 Jahren!“ Sinngemäß eröffnete Heiner Monheim, Verkehrswissenschaftler an der Universität Trier, mit dieser Feststellung ein Streitgespräch zu dem Thema „Große Region auf kleiner Spur“, das die Gréng Stëftung am vergangenen Dienstag im Rahmen des Projekts „Meine Großregion 2030“ (woxx 1062) veranstaltete.

Monheims Feststellung bringt ins Grübeln: „Zwischen 1910 und 1920 war die Zahl der grenzüberschreitenden Verkehrsanbindungen größer als heute, und das ohne ein vereintes Europa.“ Es rollen zwar immer mehr Autos auf der Straße, so Xavier Georges, Berater im wallonischen Mobilitäts-Ministerium, doch sitzen immer weniger Menschen in diesen Autos. mehr lesen / lire plus

ROMA: Jahrzehnt der Integration?

Kaum vorstellbar: Europa befindet sich mitten im „Jahrzehnt der Roma-Einbindung“, das 2005 ausgerufen wurde.

Die von französischen Politikern angestoßene Massenausweisung der Roma hat hohe Wellen geschlagen. Die Kritik, sei es durch den Papst, die EU-Kommissarin Viviane Reding, Rumäniens Präsident Traian Basescu oder sogar Fidel Castro, der diese Politik als „eine Art rassistischen Holocaust“ geißelte, nimmt kein Ende.

Die Welle brandet bis just vor Luxemburgs Grenze, scheint uns aber selbst auf unerklärliche Weise zu verschonen. „In Luxemburg ist das fahrende Volk im Alltagsbild inexistent“, unterstreicht Asti-Vertreter Jean Lichtfous. Wie ist dies zu erklären, da sich doch mit der „loi sur la libre circulation des personnes et l’immigration“ von 2008 ein wesentlicher Aspekt der einschlägigen Gesetzgebung geändert hat? mehr lesen / lire plus

INTERVIEW: To do is to be

Die Forschungseinheit IPSE (Identités, Politiques, Sociétés, Espaces) beschreitet mit der im Juli erschienenen Publikation „Doing Identity in Luxemburg“ das wissenschaftlich fast unüberschaubare Feld der Identitätskonstruktion. Projektleiter Christian Schulz und Koordinatorin Rachel Reckinger gaben der woxx nähere Einblicke in die Ergebnisse ihrer Forschung.

Ein Name, viele Gesichter? die Forschungseinheit IPSE der Universität Luxemburg setzt auf Interdisziplinarität um die luxemburgische Gesellschaft zu erforschen.

woxx: Wie kam es zu der Idee des Identitäts-Projektes?

Christian Schulz: Primärer Anlass war die Beobachtung, dass die Identitäts-Debatte in den Medien und der breiten Öffentlichkeit in Luxemburg meistens im Singular statt im Plural geführt wird. Der sich ergebende Diskurs ist mitunter sehr eindimensional oder sogar verfälscht. mehr lesen / lire plus