Willis Tipps
: Juli 2017

Drei Virtuosen aus Madagaskar

Madagaskar galt in den 1990er-Jahren als musikalischer Hotspot, verschwand dann aber fast vollständig aus den Katalogen der europäischen Labels. Drei bemerkenswerte KünstlerInnen von damals haben sich jetzt unter dem Namen Toko Telo zusammengetan. Monika Njava hatte zuvor mit ihrer starken, vibrierenden Stimme den Klang der Familienband Njava geprägt. D’Gary besaß Kultstatus wegen seines ausgefallenen, perlenden Gitarrenstils, der tief in den musikalischen Traditionen des madagassischen Südens verwurzelt ist. Régis Gizavo, der auch bei den korsischen I Muvrini glänzte, bestach durch seine traumhafte Beherrschung des diatonischen Akkordeons, das die Stimmung der traditionellen Trance-Rituale der Insel transportiert. Wie man auf Toy Raha Toy hören kann, haben die drei nichts verlernt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2017

Der musikalische Schatz der Sephardim

Die spanische Sängerin Mara Aranda beschäftigt sich mit der Musik der Kulturen des Mittelmeerraums und hat u.a. schon im Al Andaluz Project mitgewirkt. Auf ihrem aktuellen Soloalbum Sefarad en el corazón de Marruecos singt sie zum wiederholten Male Lieder der Sephardim, der spanischen Juden, die im Zuge der Reconquista vor über 500 Jahren von der iberischen Halbinsel nach Marokko und ins Osmanische Reich vertrieben wurden. Aus Marokko stammen die elf wunderbaren sephardischen Romanceros des Albums; Balladen, die von Generation zu Generation mündlich weitergegeben wurden. Musik ist immer auch geprägt vom gesellschaftlichen Umfeld, in dem sie entsteht, und so schwingen hier Elemente traditioneller spanischer, arabischer und christlicher Gesänge mit und machen diese Form jüdischer Musik zu einem ganz besonderen Schatz der Weltmusik. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2017


So tanzt man am Amazonas

Es ist schon außergewöhnlich für einen Musiker bzw. eine Musikerin, erst im Alter von 76 Jahren eine erste Platte zu veröffentlichen, und die zweite nun mit 79. Dona Onete kommt aus dem Amazonasgebiet Brasiliens, war als Lehrerin und Musikforscherin tätig und engagierte sich für Arbeiterrechte, bis sie endlich in hohem Alter ein Plattenstudio betreten konnte, um ihre Musik aufzunehmen. In ihrer Heimatregion war sie durch Auftritte längst als Frau bekannt, die kein Blatt vor den Mund nimmt, offen über Sex singt und sich für die Rechte von Lesben und Schwulen einsetzt. Ihre Musik basiert auf dem afrikanischen und dem indigenen Erbe ihrer Heimat und bezieht Rhythmen wie Samba und Pagode mit ein. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: April 2017

Oumou Sangaré ist zurück

Schon 1990, im Alter von 21 Jahren, hatte Oumou Sangaré mit ihrem ersten Album in ihrer Heimat wie auch in der aufblühenden Weltmusikszene Riesenerfolg. Sie stammt aus der Wassoulou-Region im Süden Malis und fiel mit ihrer markanten Stimme auf – und dadurch, dass sie sich in ihren Stücken lautstark für Frauenrechte einsetzte. Es folgten vier weitere gefeierte Alben. Die mittlerweile erfolgreiche Unternehmerin hat sich dann acht Jahre Zeit gelassen, um ihre neue Studio-CD Mogoya zu veröffentlichen, die in zeitgemäßem Stil von einem französischen Team und einem Schweden produziert wurde. Bei einem Stück trommelt sogar das Afrobeat-Urgestein Tony Allen seinen vielschichtigen Groove. mehr lesen / lire plus

World Music: Das Revival der Rumba Congolaise

Der Gitarrist Huit Kilos Nseka sprach mit der woxx über seine Karriere, die Bedeutung des verstorbenen Bandleaders Tabu Ley, dessen Orchestre Afrisa International und das aktuelle Album Melanie.

Wegbereiter der Rumba Congolaise: Huit Kilos Nseka (Foto: © David J. Gaar)

woxx: Worin liegt die Bedeutung des neuen Albums? 


Huit Kilos Nseka: Wir mussten dem großen Tabu Ley Rochereau unsere Ehre erweisen. Wir zeigen den Menschen, dass wir es auch so viele Jahre nach seinem Tod noch können, selbst wenn die letzte Platte vor 20 Jahren erschienen ist.

Würden Sie es auch heute noch Rumba Congolaise nennen?


Ja, es ist Rumba Congolaise. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: März 2017

Eine interkulturelle Nilreise

Der Nil ist einschließlich seiner beiden Quellflüsse fast 7.000 km lang. Insgesamt 35 MusikerInnen aus seinen Anrainerstaaten bilden The Nile Project, das jetzt sein zweites Album vorstellt. Jinja wurde von 13 Mitgliedern des Kollektivs eingespielt und verbindet die Musik verschiedener Völker. Klänge aus Burundi, Ruanda, Uganda, Kenia, Äthiopien, dem Sudan und Ägypten werden zu einer erstaunlichen Mixtur zusammengefügt. Das burundische Daumenklavier Ikembe trifft auf die uralte äthiopische Krar-Leier, und die kenianische Djembe auf orientalische Perkussion. Selamnesh Zemene singt im pentatonischen Stil Äthiopiens, und Dina El Wedidi fügt ägyptischen Melodien hinzu. In einer Zeit, in der Aus- und Abgrenzung Hochkonjunktur haben, setzt The Nile Project ein Zeichen für Verständigung und Kooperation. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2017

The Klezmatics – zum 30sten

The Klezmatics haben sich rar gemacht. Jetzt ist endlich ein neues Album erhältlich, auf dem das Sextett wieder keine Wünsche offen lässt. Die Klezmermusik der osteuropäischen Juden überlebte in den USA und erfuhr in den 1970er-Jahren ein Revival. Die New Yorker Band erschloss ihr mit ihren rockigen Interpretationen ein neues Publikum. Das 1990er-Album „Rhythm and Jews“ brachte den Durchbruch. Nun feiern The Klezmatics ihr 30-jähriges Jubiläum mit Apikorsim/Heretics, auf dem die „Ketzer“ zum wiederholten Mal bornierten Denkmustern eine Abfuhr erteilen. Bemerkenswert ist die jiddische Version der katalanischen Hymne „L’Estaca“ Lluís Llachs, die nahtlos in die feine Mischung aus ruhigen Songs und ansteckenden Tanzmelodien passt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2017

Fado lebt

Sogar als konserviertes Museumsobjekt aus einer vergangenen Epoche würde Fado dauerhaft im musikalischen Gedächtnis präsent bleiben, tatsächlich aber ist er lebendiger denn je. Es ist erstaunlich, wie viele jüngere portugiesische MusikerInnen sich auf ihn beziehen. Die 33-jährige Gisela João stammt aus Barcelos im Norden, begann ihre Karriere in Porto und ist schließlich nach Lissabon gekommen. Ihr erstes Album erschien 2013, erreichte Platz eins der portugiesischen Charts und war auch in der Weltmusikszene sehr erfolgreich. Jetzt ist gerade ihre zweite Studioplatte „Nua“ herausgekommen. Die meisten der 13 Stücke unterwerfen sich nicht einem strengen, klassischen Schema, aber ihre beeindruckende Alt-Stimme und die instrumentelle Begleitung sind immer intensiv vom Fadostil durchtränkt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2016

Gute Nachrichten aus Istanbul

1400willi2Jedenfalls von Gaye Su Akyol. Mit den traditionellen Klängen Anatoliens und der Musik von Nick Cave, Nirvana und Jefferson Airplane ist die türkische Sängerin aufgewachsen. Nach abgeschlossenem Studium der Anthropologie hat sie sich zunächst in der Kunstszene getummelt. Dann stieß sie auf die Musiker ihrer jetzigen Band und beschloss, bei der Musik zu bleiben. Am Bosporus ist Gaye Su Akyol vor drei Jahren mit ihrem Debutalbum bekannt geworden und hat jetzt die neue CD Hologram Imparatorlugu (Hologramm-Imperium) international veröffentlicht. Es ist verblüffend, wie nahtlos türkische Melodien hier mit rockinstrumentierter, aber auch traditioneller Begleitung verschmelzen. Als Bezeichnung für ihre Musik schlägt sie „Turkish Art Rock“ vor. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2016

Unübertroffen: Bonga

14484750_1630703490556235_2630737320216432538_nBonga ist ein Veteran der lusophonen Musik. Auf Recados de Fora präsentiert der 74 Jahre alte Angolaner mit der unverwechselbaren rauhen Stimme Klänge aus Brasilien, den Kapverden und Angola – aus diesem letzteren Land vor allem den groovenden Semba, den für Angola typischen Musikstil. Dabei schimmert die Musik Portugals immer durch. Bonga war während der Kolonialzeit portugiesischer Meister im 400-Meter-Lauf, musste dann aber wegen seines Einsatzes für die Unabhängigkeit seiner angolanischen Heimat bis zum Ende der Diktatur ins Exil gehen. In Rotterdam spielte er vor 44 Jahren mit „Angola 72“ einen unvergessenen Klassiker ein, auf dem er offen den Befreiungskampf unterstützte. mehr lesen / lire plus

Womex: Im Rausch globaler Klänge
 (2)

In der letzten Woche habe ich vor allem über die Konzerte auf der Weltmusikmesse WOMEX, die im Oktober in Santiago de Compostella stattfand, berichtet. Dort wurde auch über die Zukunft der Weltmusik hinsichtlich ihrer Verbreitung diskutiert.

Galizische Klangwelten, 
die man allzu selten hört: Xabier Diaz auf der Womex. (Photo  : ©Eric van Nieuwland)

Galizische Klangwelten, 
die man allzu selten hört: Xabier Diaz auf der Womex. (Photo  : ©Eric van Nieuwland)

Die CD im Kampf mit Download und Streaming – wer gewinnt, wer verliert? Eine der zahlreichen Diskussionsveranstaltungen beschäftigte sich mit der Frage, ob Weltmusikalben noch eine Zukunft haben, und zwar sowohl in physikalischer Hinsicht, als materielle CD, als auch in Form der Zusammenstellung mehrerer Stücke auf einer Platte. mehr lesen / lire plus

Womex: Im Rausch globaler Klänge

Vom 19. bis 23. Oktober fand die 22. Weltmusikmesse Womex (World Music Expo) im galizischen Santiago de Compostella mit mehr als 2.400 TeilnehmerInnen aus 95 Ländern statt. Die woxx hat mal reingehört.

Womex-Eröffnung mit Direktor Alexander Walter (Foto: ©Jacob Crawfurd)

Womex-Eröffnung mit Direktor Alexander Walter (Foto: ©Jacob Crawfurd)

Veranstaltet von Piranha Arts Berlin ist die Womex die weltweit größte, jährlich stattfindende Kontaktbörse für KonzertveranstalterInnen, Künstleragenturen, Plattenlabels, RadiomoderatorInnen, JournalistInnen und unabhängigen MusikerInnen aus dem Bereich der Weltmusik. Neben der eigentlichen Messe mit einer imposanten Anzahl von Ständen einschlägiger Firmen und Organisationen, der Tradefair, bot sie den FachbesucherInnen Filmveranstaltungen, Fachkonferenzen und 56 Konzerte, die zum größten Teil auch dem breiten Publikum zugänglich waren. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: Oktober 2016

Neugriechische Klänge

1392willi1
Schon in den 1980er Jahren waren Kristi Stassinopoulou & Stathis Kalyviotis in Bands aktiv und bearbeiteten griechische Musik aus der Rock- und Punk-Perspektive. Seit 2001 haben sie als Duo großen Erfolg in der Weltmusikszene und legen nun nach. Das Album Nyn (= jetzt) ist sehr experimentell, sehr elektronisch, sehr griechisch und ein würdiger Nachfolger ihres großartigen 2012er Albums „Greekadelia“. Das Mellotron kommt zum Einsatz, wie auch die traditionelle Lauto. Die Texte handeln von den schwierigen Bedingungen, unter denen die meisten Menschen in Griechenland wegen der erzwungenen Sparpolitik seit Jahren leben müssen. Ich mag keine mehr oder weniger belanglosen Aufnahmen, die mit ein paar „Ethno“-Samples auf exotisch geschminkt werden. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: September 2016

Baskenland – flamencofreie Zone

1389willi1Spanische Musik auf Flamenco zu reduzieren, wäre ganz verfehlt. Der Norden des Landes klingt völlig anders. Im Baskenland ist das diatonische Akkordeon (baskisch: Trikitixa) beliebt, und der unangefochtene moderne Meister dieses Instruments ist Kepa Junkera, der bereits 1986 seine ersten Plattenaufnahmen machte. Auf dem aktuellen Album „Maletak“ arbeitet er wieder mit der Frauenband Sorginak und zahlreichen weiteren Musikern, zum Beispiel aus dem nordwestlichen Galicien zusammen. Junkeras Kompositionen gründen in der baskischen Tradition und sein virtuoses Akkordeonspiel gibt bei allen Stücken den Ton an. Dass diese Musik außerhalb Spaniens leider immer noch Geheimtipp ist, zeigt die Verpackung, die Informationen ausschließlich auf Baskisch und Spanisch enthält. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2016

Die groovende Geschichte der Kapverden

a0834826493_10Das Label „Analog Africa“ ist dafür bekannt, vergessene und in Europa unbekannt gebliebene Schätze auszugraben und auf CD zugänglich zu machen. Auf Space Echo sind es diesmal Aufnahmen mit Musik von den Kapverden, vor allem aus den 1970er Jahren, die während der portugiesischen Kolonialherrschaft verboten war. Die CD dokumentiert die Anfänge der elektrifizierten Sounds auf den Inseln, die mehr bieten als nur den klagenden Morna Cesaria Evoras. Calodeira und Funaná sind die spannenden Rhythmen, die zum Tanzen einladen. Die legendäre kapverdische Band „Voz de Cabo Verde“ fungiert als Begleitgruppe bei acht der 15 Stücke, die von verschiedenen Interpreten aufgenommen wurden, darunter einem von Antonio dos Santos, der gerüchteweise nun in Luxembourg lebt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2016

Eine Stimme der Geflüchteten

1379willi2Angesichts des Elends der Menschen, die zu Millionen ihre Heimat verlassen und auch in Europa in Ungewissheit leben müssen, ist es eigentlich überfällig, dass diese Menschen selbst zu Wort kommen. Das Album Refugees for Refugees – Amerli versammelt 18 im belgischen Exil lebende MusikerInnen aus dem Irak, aus Syrien, Pakistan und Tibet, die von einigen Kollegen aus Belgien unterstützt werden. Ein Teil der Einnahmen der CD, die von der Non-Profit-Organisation Muziekpublique veröffentlicht wird, geht an zwei belgische Flüchtlings-NGOs. Es ist ein sehr berührendes Album, das Musik der nah- und fernöstlichen Heimatländer der beteiligten KünstlerInnen enthält und auf hohem professionellen Niveau eingespielt wurde. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2016

Hybrid funktioniert!

1375willi3Vor 20 Jahren überraschte das Afro Celt Sound System mit einer gewagten und gefeierten Mischung aus irischer und westafrikanischer Musik, also Weltmusik im Sinne von musikalischer Grenzüberschreitung. Nach ihrem 5. Album herrschte 11 Jahre Funkstille. Jetzt hat das englische Gründungsmitglied Simon Emmerson das Projekt wiederbelebt, offenbar nicht ganz im Einklang mit anderen alten Mitgliedern der Gruppe. Auf The Source gehören zum Kern der Band Simon Emmerson, der schottische Sänger/Rapper und Dudelsackspieler Griogair, N‘Faly Kouyaté an der westafrikanischen Kora und Johnny Kalsi mit indischen Trommeln und Perkussion. Mir persönlich war, ehrlich gesagt, das Projekt in den Anfängen zu eklektisch, dieses Album hier finde ich aber wirklich beachtlich. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2016

Anoushka politisch

1372willi1Die entsetzliche Lage der Flüchtlinge ist das Thema des neuen Albums von Anoushka Shankar. Ihr letztes Album war musikalisch ganz traditionell indisch. Auf „Land of Gold“ mischt sie nun indische Musik mit Jazz und Elektronik zu einem Aufschrei gegen Ignoranz und Abschottung. Auf drei Tracks sind die Stimmen von M.I.A. (GB/Sri Lanka), Alev Lenz (D/Türkei) und von Vanessa Redgrave zu vernehmen. Das Album enstand in enger Zusammenarbeit mit dem Perkussionisten Manu Delago, der über weite Strecken das rhythmische Fundament für Shankars oft experimentelle Sitarklänge legt. Angesichts von zunehmenden Fremdenhass und Nationalismus ist es wichtig, dass es KünstlerInnen wie Shankar gibt, die sich nicht in den Elfenbeinturm entrückter Schöngeistigkeit zurückziehen, sondern – musikalisch überzeugend – Position beziehen. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2016

Verborgene Inselklänge aus Mayotte

1368willi3Im Indischen Ozean liegt die Insel Mayotte, die geografisch und kulturell zu den Komoren, politisch zu Frankreich gehört. Musik von dort findet man bei uns kaum, die acht Alben, die M’Toro Chamou seit 1998 veröffentlicht hat, sind hier unbekannt geblieben. Sein neuntes, Punk Island, ist nun aber erhältlich. „Punk“ bezieht sich nicht auf den Musikstil, sondern auf die koloniale Verwüstung seiner Heimatinsel, über die er auf Kreolisch (französische Erläuterungen im Booklet) singt. Die Musik basiert auf dem komorischen M’Godro, der Ähnlichkeiten mit der Musik des benachbarten Madagaskar aufweist, z.T. vermischt mit Reggaebeats. Hier hat man die gute Gelegenheit, einen sehr interessanten Stil zu entdecken, der von den internationalen Vertriebsfirmen meistens sträflich vernachlässigt wird, weil er nicht so gut zum Weltmusik-Mainstream zu passen scheint. mehr lesen / lire plus

World Music
: Eine Legende aus Afrika


Manu Dibango zählt zu den Befreiern afrikanischer Musik und als Beweis dafür, dass letztere durchaus Hitpotenzial hat – der mittlerweile 82-jährige Musiker kommt nun auch nach Luxemburg.

Manu Dibango - ein Musiker der in keine Schublade passt. (Foto: L_Vincent)

Manu Dibango – ein Musiker der in keine Schublade passt. (Foto: L_Vincent)

An einem Frühjahrsmorgen des Jahres 1949 steht ein 15-Jähriger aus Kamerun im Hafen von Marseille. 21 Tage hat die Schiffsreise gedauert, auf die ihn seine Eltern geschickt haben. In seinem Gepäck: drei Kilo Kaffee. Kaffee ist selten und teuer im Nachkriegseuropa; der Erlös soll die Ausbildung Emmanuel Dibango N`Djockés im Norden von Frankreich finanziell sichern. 24 Jahre später wird Manu Dibango der zweite afrikanische Musiker sein, der einen weltweiten Hit verzeichnen kann. mehr lesen / lire plus