Willis Tipps
: März 2016

Bosnische Botschafter

1362willi3Der Balkan hat nicht nur Blaskapellen. Bei Divanhana klingen u.a. Akkordeon, Violine, Gitarre, Piano und vor allem die ausdrucksstarke Stimme von Leila Čatić. Die junge Gruppe aus Sarajevo verbindet geschickt Tradition mit urbaner Moderne, inklusive Jazz- und Gypsyanleihen. Ein typischer Stil in Bosnien und Herzegowina ist die Sevdalinka mit melancholischen Liebesliedern. Auf ihrem Album Zukva finden sich solche wehmütigen Sevdah-Songs und flottere Stücke. Der Name Divanhana bedeutet grob übersetzt „der Ort, an dem man sich trifft“. Nach den furchtbaren Exzessen während des Zerfalls Jugoslawiens braucht es solche Botschafter. Wenn sie musikalisch so überzeugend auftreten wie diese bosnische Band, um so besser! mehr lesen / lire plus

Worldmusik: Die Lerchen swingen


Roma-Musik in der Philharmonie? Ja, das geht mit der inzwischen berühmten Fanfare Ciocărlia.

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Bringt Schwung in die Philharmonie: Fanfare Ciocărlia.

Blasmusik der Roma aus Südosteuropa ist eine etablierte Größe in der Musikszene von heute. Aus Serbien kommen Boban & Marko Markovic, serbisch-kroatische Wurzeln hat Goran Bregovic (der im April wieder nach Luxemburg kommt), und der verschwitzte Clubsound von Shantel speist sich aus den bukowinischen Wurzeln dieser Gruppe. Diejenige, die das Feld von Rumänien aus bestellt hat, ist die Fanfare Ciocărlia. 1998 erschien ihr erstes Album „Radio Pascani“, mit 23 zum Teil sehr rauen, noch ungeschliffenen Stücken, die ganz nah an dem sind, was die Gruppe auf den Dorf- und Familienfesten im ländlichen Nordosten Rumäniens zum Besten gab, nämlich Tanzmusik mit Pauke, Trompeten, Klarinetten, Saxophonen und Tuben. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2016

20 Jahre 17 Hippies

1359willy17-HippiesSeit 20 Jahren verbreiten sie ihre Mischung aus Chanson, Klezmer, Balkan, Cajun und mehr und haben zum Jubiläum das Doppelalbum Anatomy & Metamorphosis aufgelegt. Die 17 Hippies aus Berlin sind 12(!) musikalische WeltenbummlerInnen, die aus den vielfältigen Einflüssen ihren ganz eigenen intimen Sound zaubern. Auf der ersten CD sind 20 ihrer besten Stücke, vom schnellen „Uz“, über Balladen wie „Marlène“, bis zur fetzigen „Frau von ungefähr“, gesungen auf Deutsch (zum Teil Hessisch), Französisch und Englisch. Und immer klingen sie wie die netten Nachbarn, die mal eben auf der Gartenparty die Instrumente auspacken; ohne Allüren, aber kompetent und mitreißend. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2016

Eine ostafrikanische Entdeckung

1356willy3Wer kennt schon Somaliland? Somaliland im Norden von Somalia wurde 1991 nach blutigen Kämpfen unabhängig, ist aber international weitgehend isoliert. Die Sängerin Sahra Halgan, die an den Kämpfen teilnahm, lebt nach 20 Jahren im französischen Exil jetzt wieder in ihrer Heimat. Zusammen mit den Franzosen Maël Salètes (Gitarren) und Aymeric Krol („strange“ Drums) hat sie das Album Faransiskiyo Somaliland eingespielt, auf dem eine Tuareg-Gitarre auf äthiopische Vokalartistik zu treffen scheint. Während Gruppen wie Tinariwen aus Mali zur Monotonie neigen, ist dieses Trio enorm abwechslungsreich und vereint akustische Tradition mit elektrischer Moderne. Mit Faransiskiyo Somaliland haben die Musiker ein spannendes Album zustande gebracht, das auch eine 45-minütige, aufschlußreiche DVD-Dokumentation enthält. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2015

Eine große Stimme von den Kap Verden

luraErstaunlich, welche musikalische Potenz in den kleinen Kapverden steckt! Cesaria Evora brachte den Klang der Inseln nach Europa. Einer der größten Namen von heute ist die in Lissabon geborene Lura. Nach sechs Jahren Auszeit ist jetzt ihr sechstes Album Herança erschienen, mit eindringlichen Liedern über Sklaverei, den Alltag und die (starken) Frauen in Cabo Verde. Ihre breite stilistische Palette reicht vom getragenen Morna bis zum flotten Funaná, inklusive Kooperationen mit Richard Bona (Kamerun), Naná Vasconcelos (Brasilien) und dem kapverdianischen Shooting-Star Elida Almeida. Das Album ist abwechslungsreich und rundum gelungen auch ohne gewagte Jazz- und Pop-Experimente, wie andere sie versuchen. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2015

Neuer alter Youssou

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Youssou N‘Dour ist seit 1989 der große afrikanische Star der Weltmusikszene und war in seiner senegalesischen Heimat schon vorher die musikalische Nummer 1. Nach fünf Jahren Pause gibt es nun wieder etwas Neues, eine Liveaufnahme – aber von 1987. N’Dour prägte die Mbalax-Musik, die afrokubanische Klänge mit senegalesischen Melodien und Trommeltraditionen verknüpft. 1987 war er hier noch unbekannt, aber Peter Gabriel nahm ihn mit auf seine Tour zum “So”-Album, und der damals 28-jährige begeisterte mit seiner Band das europäische Publikum. Auf der CD befinden sich sechs Tracks eines Konzerts im Lycabettus-Theater von Athen. Eine energiegeladene Band und ein spritziger Sänger. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2015

In der woxx erscheinen von nun an einmal im Monat Empfehlungen zur Weltmusik. Üblicherweise werden drei neue CDs und dazu die TOP-Platten der „Transglobal World Music Charts“ vorgestellt. „Wenn ihr einen Ort besucht und die Kultur der Bewohner verstehen wollt, hört euch die dortige Musik an“, soll Konfuzius gesagt haben. Ein bißchen geht das auch, ohne zu reisen. Der Begriff Weltmusik wird gelegentlich kritisiert, ist aber keine Schublade, sondern ein riesiger Schrank mit über 200 Schubladen: Vielfalt statt Monokultur eben.

Back to her roots!

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Auf ihren letzten Alben experimentierte die Meisterin der Sitar Anoushka Shankar mit Flamenco und kooperierte mit ihrer Halbschwester Norah Jones. mehr lesen / lire plus

Afrobeat: Tanzbare Revolution

Ein wichtiger Musiker aus Nigeria, Seun Kuti, und seine Band Egypt 80 kommen nach Luxembourg. Kuti lebt den Afrobeat …

Seun Kuti und Egypt 80 sollten am 19. Mai im Atelier auftreten, leider wurde das Konzert kurz vor Redaktionsschluss abgesagt.

Seun Kuti und Egypt 80 sollten am 19. Mai im Atelier auftreten, leider wurde das Konzert kurz vor Redaktionsschluss abgesagt.

Der Afrobeat aus Nigeria ist einer der wenigen Musikstile Afrikas, der auch im sogenannten Westen einen Eindruck hinterlassen hat, vor allem in anglophonen Ländern. Nigeria ist mit mehr als 170 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es werden über 300 verschiedene Sprachen gesprochen. Die größten Volksgruppen sind Haussa, Yoruba und Fulani. Entsprechend vielfältig ist auch die Musik des Landes. Lagos, mit 10 Millionen Einwohnern Nigerias größte Stadt, ist ein Ort, an dem die verschiedenen Kulturen aufeinandertreffen. mehr lesen / lire plus

Angélique Kidjo: Große Musikerin aus kleinem Land

Sie hat den afrikanischen Sound in aller Welt verbreitet. Nun bringt die Sängerin und Aktivistin Angélique Kidjo mit luxemburgischer Unterstützung ein neues Album heraus.

Angélique Kidjo hat mit ihrer Musik schon viele Grenzen gesprengt. (Foto: Wikimedia Commons)

Eine große afrikanische Musikerin hat soeben ihre neue CD „Angélique Kidjo sings“ herausgebracht, begleitet wird sie auf ihr vom Orchestre Philharmonique du Luxembourg (OPL). Angélique Kidjo ist eine der wenigen KünstlerInnen aus Afrika, die es geschafft haben, einen Bekanntheitsgrad zu erreichen, der über den Kreis der eingefleischten Afro-/Weltmusikfans hinausreicht – bei ihr ist das schon seit Jahrzehnten so. Zwei Grammies für Weltmusik für ihr Album „Djin Djin“ (2007) und ganz aktuell für „Eve“ (2014) zeugen davon. mehr lesen / lire plus

MALAGASY ORKESTRA: Lebendige Tradition aus Madagaskar

Eine recht selten gewordene Gelegenheit, weitgehend unbekannte Klänge der Welt live zu hören, bietet das CAPe in Ettelbrück mit einem Konzert von Ny Malagasy Orkestra am 19. Dezember.

Der madagassische Saitenvirtuose Justin Vali gründete vor einigen Jahren zusammen mit dem madagassischen Blues- und Folkmusiker Tao Ravao das Ny Malagasy Orkestra. Es vereint zehn traditionelle Musiker aller Regionen Madagaskars, durchweg Meister ihres Faches. Die drittgrößte Insel der Welt hat in ihren verschiedenen Regionen unterschiedliche Musikstile hervorgebracht, die zwar alle eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen, aber doch auch von einer großen Vielfalt geprägt sind. So ist die Musik im zentralen Hochland, um die Hauptstadt herum, oft von den großen Hira Gasy Orchestern beeinflusst, die eine Art von Musiktheater präsentieren. mehr lesen / lire plus