Urin: Strom aus dem Lokus

Urin – eine komplexe Flüssigkeit die mehr ist als nur Abfall.

Arzt untersucht Urin, Gemälde, 16./17. Jahrhundert.

Ab einer Füllung von etwa 200 Millilitern beginnt unsere Blase zu drücken. Vermutlich denken sich die meisten nicht viel, wenn sie dann dem Ruf der Natur folgen und Wasser lassen. Dabei handelt es sich beim menschlichen Urin nicht um einen banalen Abfallstoff, sondern um eine komplexe Bioflüssigkeit. Wie komplex, das zeigten die Mühen einer US-Forschergruppe: sieben Jahre benötigte sie, um die chemischen Bestandteile des Urins zu ermitteln. Androsteron, Carnosin, Hypoxanthin, Galaktitol, Methylhistidin, 3,4-Dihydroxyphenylglykol – über 3.000 teils schwer auszusprechende Metaboliten, Zwischenprodukte im Stoffwechselprozess, stecken darin. mehr lesen / lire plus

Internet Hotelbewertungen: Lobeshymnen und Verrisse


Kaum eine Urlaubsplanung geschieht mehr ohne vorherigen Blick ins Internet. Hier hinterlassen zufriedene und weniger zufriedene Kunden ihre Kommentare zu Unterkünften und sonstigen Tourismus-Angeboten. Nicht unbedingt ein Segen für die Tourismus-Branche.

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Kleine, unmoderne Hotelzimmer die zudem noch überteuert sind, lassen sich schnell per Internet ausmachen. Zumal wenn die Gäste die entsprechenden Bilder dazu online stellen. (Foto: MOE_FLICKR)

„Hilfsbereites Personal“. „Grandioses Frühstück“. „Wunderbares Hotel“. Solches Lob stammt von Nutzern, die im Hotel Sofitel Le Grand Ducal in Luxemburg übernachtet und ihre Eindrücke anschließend im Internet geschildert haben. Zwar zeigen sich nicht alle zufrieden – einen Gast störte, dass die Toilette kein Waschbecken hatte – doch schneidet das Hotel in den Bewertungen im Ganzen gut ab. mehr lesen / lire plus

Selbstlenkende E-Autos
: Weniger Abgase


Autonome Autos verfügen über spezielle Sensoren, welche die Umgebung abtasten und so Kollisionen vermeiden können. Sie werden in den nächsten Jahren öfter auf den Straßen zu sehen sein.

Googles „Driverless Car“ wird nur mit einem Start-Stop-Button manövriert.Volvos „Drive Me“ begegnet einem rundum Götborg oder auf internationalen Automobilshows.

Googles „Driverless Car“ wird nur mit einem Start-Stop-Button manövriert.Volvos „Drive Me“ begegnet einem rundum Götborg oder auf internationalen Automobilshows. (Foto: smoothgroover22/flickr)

Die Zeiten, in denen der Fahrer lenkt, aufs Gaspedal drückt und den Blinker setzt, könnten bald vorbei sein. In den USA testet Google selbstfahrende Autos, in Europa sind es Hersteller wie VW und Volvo. Die Schweden lassen ab 2017 selbständig navigierende Autos auf die Ringstrecke rund um Göteborg los. Hinterm Steuer sitzen dann normale Insassen, keine speziell ausgebildeten Tester. mehr lesen / lire plus

SERIOUS GAMES: Spielerische Familienplanung

First Person Shooter, auch Ego Shooter genannt, haben nicht den allerbesten Ruf. Bei dieser Art von digitalem Spiel bekämpft man andere Spieler oder computergesteuerte Gegner mit Schusswaffen, etwa Scharfschützengewehren. Der Konsum dieser „Killerspiele“, so der Verdacht, führt zu aggressivem bis gewalttätigem Verhalten im Alltag.

Eine als Videospiel konzipierte virtuelle Realität kann medizinische und technologische Anforderungen ergänzen. Auf dieser Basis wurde die Entwicklung des Spiels Gabarello initiiert.

Da mag es überraschen, dass Ego Shooter auch therapeutischen Zwecken dienen. Remission heißt ein Game, bei dem Spieler in die Rolle von weißen Blutkörperchen schlüpfen. Die Aufgabe: winzige Krebszellen abschießen, bevor sich diese weiter durch den Körper fressen können. mehr lesen / lire plus

WAS DIE MENSCHHEIT ANZIEHT: Bye Bye Baumwolle?

Naturtextilien können Natur zerstören. Doch was soll eine immer zahlreichere und wohlhabendere Weltbevölkerung anziehen? Von Ökobilanzen, Textilien aus Buchenholz und Nachhaltigkeits-Labels.

Baumwollfeld mit Erntemaschine. Energie- und Wasserverbrauch sowie der Einsatz von Pestiziden machen Baumwolle zu einer ökologisch problematischen Naturfaser. (Foto: KIMBERLY VARDEMAN / CC-BY 2.0)

Bei einem Experiment an der Northwestern University in Illinois ging es um die Wirkung von Kleidung. Die eine Hälfte der Probanden trug weiße Arztkittel, die andere war normal gekleidet. Die Aufgabe der Testpersonen war es, die Farbe bestimmter Wörter so schnell wie möglich zu bestimmen. Zum Teil unterschied sich diese Farbe aber von der Bedeutung des Wortes: „blau“ war nicht blau, sondern grün oder rot gefärbt. mehr lesen / lire plus

TOURISMUS: Puzzle-Teile für einen nachhaltigen Urlaub

Nachhaltigkeit – der Begriff stammt aus der Forstwirtschaft. Er bedeutet, dass nur so viel Wald verbraucht werden darf, wie nachwachsen kann. Die Maxime lässt sich auf den Tourismus übertragen: Kommende Generationen von Wanderern zum Beispiel sollen sich genauso an intakter Bergnatur erfreuen wie die jetzige. Dabei ist neben der ökologischen Dimension immer auch eine soziale und eine ökonomische zu beachten. Im Idealfall schont nachhaltiger Tourismus also die Umwelt, schafft gut bezahlte Arbeitsplätze und hält das erwirtschaftete Geld in der Region.

Tourismus ja, aber bitte nachhaltig! (FOTO: WIKIMEDIA)

Den hohen Ansprüchen steht die schiere Masse an Touristen entgegen, die sich jedes Jahr über den Globus bewegen. mehr lesen / lire plus

MAYA: Rätselhafte Hieroglyphen

Die Maya gehörten zu den Hochkulturen in Mesoamerika, einem Siedlungsraum und Kulturareal in Mittelamerika. Ihre erstaunliche Schrift ist bis heute nur zum Teil entziffert.

Die Maya-Ruinen von Copán: Der Windgott der Maya ist mit einer Rassel abgebildet. Die erzeugt das Rauschen des Windes.

Gustav Bernoulli, ein Arzt aus Basel, reiste 1877 durchs Tiefland von Petén im heutigen Guatemala. Dort traf er auf imposante Ruinen: Tempel und Pyramiden, vom Regenwald überwuchert. Es waren die Überreste von Tikal, im 1. Jahrtausend ein blühendes Zentrum der Maya-Kultur mit vielleicht 100.000 Einwohnern.
Bernoulli entnahm den Ruinen prächtige Türstürze aus Holz und ließ diese in die Schweiz bringen. mehr lesen / lire plus

NETFLIX FÜR ALLE: Der gläserne Fernsehkonsument

Zum Pauschaltarif beliebig viele Filme und Serien herunterladen, das hat Netflix populär gemacht. Doch der Streamingdienst entwickelt sich zum neuen Datenkraken. Alles im Dienste der Nutzer, versteht sich.

Wenn in New York oder Vancouver gegen Abend die Hauptfernsehzeit anbricht, geht das große Streamen los. Dann sorgt Netflix in Nordamerika für etwa 30 Prozent des gesamten Download-Aufkommens. Der Dienst bietet Zugriff auf Tausende von Filmen und Serien, die direkt im Internet konsumiert werden können. Streaming nennt sich die Technik. Der Nutzer lädt dabei nicht die gesamte Datenmenge auf den Rechner, sondern immer nur ein Teil des Videos, wobei die stückweise ankommenden Daten in einem Zwischenspeicher landen. mehr lesen / lire plus

PALMÖL-BOOM: Als nächste könnte es die Gorillas erwischen

Ob wir in einen Keks beißen, Brot mit Margarine bestreichen, Chips knabbern oder eine Fertigsuppe löffeln – überall ist Palmöl drin. In jedem zweiten Lebensmittel steckt die Allzweckwaffe der Industrie.

Gorilla im Disney’s Animal Kingdom. Wird der Palmöl-Boom dazu führen, dass Menschenaffen bald nur noch in Erlebnisparks und Tiergärten überleben können? (Foto: Raul654 CC-BY-SA 3.0)

Die Omnipräsenz von Palmöl hat einen einfachen Grund: Palmöl ist am billigsten zu produzieren. Eine Plantage erbringt pro Hektar vier bis acht Tonnen Öl im Jahr. Zudem kann dasselbe Feld mehrere Jahre hintereinander und zu jeder Jahreszeit abgeerntet werden. Da hält der heimische Raps nicht mit. mehr lesen / lire plus

ALLES IST ENERGIE: Kraftwerk in der Luft

Forscher versuchen, Energie auf neue Weise zu gewinnen. Zwar gehen die Ansätze meist nicht über die Testphase hinaus, doch sie illustrieren die Vielfalt möglicher Verfahren.

Reiben, bis es leuchtet. Der triboelektrische Generator kann winzige Bewegungsimpulse in Energie verwandeln.

Wer einen Wollpullover über den Kopf zieht, dem stehen die Haare zu Berge. Aus dieser Reibung kann elektrische Energie gewonnen werden, genannt Triboelektrizität. Zhong Lin Wang vom Georgia Institute of Technology nutzt das Prinzip. Der Nanoforscher konstruierte den triboelektrischen Generator (TEG). Nicht größer als eine Untertasse und aus vier flachen Scheiben zusammengesetzt. Unten befinden sich drei unbewegliche Schichten, zwei aus Kunststoff, dazwischen eine Goldscheibe mit darauf angeordneten Elektroden. mehr lesen / lire plus

MATERIELLE ZIVILISATION: Woher kommt die Energie?

Klimawandel und Energieknappheit bedrohen die menschliche Zivilisation. Anhand von Ideen aus Science Fiction, Sozialwissenschaften und Systemtheorie entwirft Klaus Mainzer Zukunftsszenarien.

Klaus Mainzer ist Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München. Er befasst sich aus philosophischer Sicht mit komplexen Systemen.

woxx: Der globale Energieverbrauch steigt laut Internationaler Energie-Agentur bis 2035 um ein Drittel. Wohin führt der wachsende Energiehunger?

Klaus Mainzer: Das hat sich der russische Astrophysiker Nikolai Kardashev schon vor 50 Jahren gefragt. Er teilte künftige Zivilisationen nach den Möglichkeiten ihres Energieverbrauchs ein. Seine Typ-1-Zivilisation beherrscht die Energie ihres Planeten, genauer die konsumierbare, die durch den Bruchteil des einfallenden Lichts der Sonne bestimmt wird. mehr lesen / lire plus

FUNKEN, LIEFERN, FILMEN: Ein Himmel voller Drohnen

Als Mittel bei militärischen Einsätzen umstritten, könnten Drohnen schon bald massenhaft für zivile Anwendungen genutzt werden. Doch auch hier gibt es Bedenken.

Luftfracht bis an die Türschwelle: Auch DHL testet Transport-Drohnen.
(Foto: FRANKHÖFFNER / CC-BY-SA 3.0)

Wenn sich ein Internet-Gigant irgendein Unternehmen schnappt, dann misst man dessen Produkt automatisch eine erhöhte Bedeutung zu. Denn die Großen der Branche nutzen ihre Börsen-Milliarden regelmäßig, um sich mit Technik auszustatten, der die Zukunft zu gehören scheint.

Google schnappte sich Titan Aerospace. Die Firma baut Drohnen, unbemannte Fluggeräte, die landläufig mit ferngesteuerten Militärschlägen assoziiert werden. Aber Google hat nichts Kriegerisches im Sinn. Der wegen seiner Datensammelei umstrittene Konzern versucht mit den Drohnen, das Internet in entlegene Regionen zu bringen, die von den Segnungen des Netzes bisher nichts abbekommen haben. mehr lesen / lire plus

WIKIPEDIA: Manipulierbares Lexikon?

Für Wissen in Form von dicken Lexika-Bänden gibt kaum noch einer Geld aus. Denn Wissen ist gratis im Netz abzurufen: bei Wikipedia. Rund 500 Millionen Besucher hat die Online-Enzyklopädie im Monat. Aber ist sie auch verlässlich?

An Wikipedia kommt so schnell keiner vorbei. Egal, welchen Begriff der Nutzer in die Suchmaschine eingibt, ob er Informationen über einen Fußballspieler oder die Relativitätstheorie sucht: Immer steht ganz oben in der Ergebnisliste ein Wikipedia-Link. Hinter dem so präsenten, inzwischen 13 Jahre alten Online-Lexikon steckt die Wikimedia Foundation. Die Non-Profit-Organisation mit Sitz in San Francisco will das gesammelte Wissen der Menschheit frei zugänglich machen. Momentan umfasst Wikipedia rund 30 Millionen Artikel, davon 1,6 Millionen deutschsprachige. mehr lesen / lire plus

BIG DATA: Die Erfahrungen von vielen

Zu viel Information erstickt die Information? Im digitalen Zeitalter stimmt das nicht mehr. Neue Techniken ermöglichen es, die online anfallenden großen und unstrukturierten Datenmengen auszuwerten.

Nicht nur Computer, auch Menschen sollen die aus Big Data extrahierte Information verstehen können – dabei hilft eine grafische Aufbereitung. Die erste Abbildung zeigt die aus 700 Millionen Facebook-Einträgen gewonnenen Erkenntnisse über die Lieblingswörter von Frauen (oben) und Männern (unten). Der Original-Artikel „Personality, Gender, and Age in the Language of Social Media: The Open-Vocabulary Approach“ trägt die DOI-Referenz 10.1371/journal.pone.0073791.
Die untere Abbildung zeigt einen Screenshot des Projekts „Flu near you“, das unter anderem auf Google zurückgreift, um über Grippewellen zu informieren.

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DINOSAURIER: Skurriles aus der Urzeit

Dinosaurier haben es zu großer Popularität gebracht. Das Wissen über die „schrecklichen Echsen“ weist aber noch Lücken auf.

Der Brachiosaurus heißt jetzt Giraffatitan. Er steht im Museum für Naturkunde in Berlin.

Bis weit in die sechziger Jahre war es fast schon verpönt, über Dinosaurier zu forschen, denn sie galten als schwerfällig und dumm. Die Renaissance der Ausgestorbenen begann 1969 mit einer Arbeit von John Ostrom. Der Paläontologe beschrieb den Deinonychus antirrhopus als intelligenten Räuber, der im Rudel angriff und Beute machte, die größer war als er selbst.

Der Aufschwung hält an. Eine Studie jagt die andere, Wissenslücken schließen sich. Etwa über die Verwandtschaft von Sauriern und Vögeln. mehr lesen / lire plus