Präsidentschaftwahlen: American Psycho

Der Aufstieg Donald Trumps ist nicht nur ein vorübergehender Spuk, sondern Ausdruck einer Entfesselung des autoritären Charakters, die die Demokratie gefährdet.

Donald Trump mag womöglich gehen, doch sie bleiben: Die von Trump und seinem Mob ausgehende Faschisierung erfasst große Teile der Republikanischen Partei sowie eine bedeutende Minderheit der Gesellschaft. (Foto: Wikipedia
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Donald Trump mag womöglich gehen, doch sie bleiben: Die von Trump und seinem Mob ausgehende Faschisierung erfasst große Teile der Republikanischen Partei sowie eine bedeutende Minderheit der Gesellschaft. (Foto: Wikipedia
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Anfangs wurde Donald Trumps Kandidatur belächelt. Doch nun lacht selbst im Lager der Republikaner keiner mehr. Die Neokonservativen schäumen angesichts der von Trump propagierten erratischen Außenpolitik und seiner Vorliebe für Putin bereits seit Monaten vor Wut. Und spätestens seit vergangene Woche abermals extrem sexistische Äußerungen Trumps bekannt wurden, scheint es mit der Parteidisziplin der Republikaner endgültig vorbei zu sein: Öffentlichkeitswirksam rückte sogar Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses, „angeekelt“ von „seinem“ Präsidentschaftskandidaten ab. mehr lesen / lire plus

USA: Die Macht des Präsidenten

Angesichts der Konflikte um den US-Haushalt und „Obamacare“ wird deutlich, dass das demokratische System der Vereinigten Staaten einen Legitimitätswiderspruch beinhaltet. Die institutionelle Krise jedoch verweist auf den gesellschaftlichen Wandel.

Gegen NSA und Sozialstaat: die Rechtslibertären in den USA nehmen den „Big Brother“ aufs Korn.

So etwas konnte nur in den USA passieren. In fast allen demokratischen Staaten führt es zu Neuwahlen, wenn der Regierungschef im Parlament keine Mehrheit für seine Politik findet. In den USA hingegen ist dieser Ausweg ausgeschlossen, nur deshalb konnten die Republikaner mit der Drohung, eine Staatspleite zu provozieren, die Welt so lange in Atem halten. Und sie könnten es wieder tun, denn die in der vergangenen Woche erzielte Einigung bedeutet nur eine Vertagung des Konflikts. mehr lesen / lire plus

MALI: Auf dem Weg in die Geisterstadt

Eine Militärintervention in Nordmali wird vorbereitet. Doch die dort herrschenden Jihadisten werden nur als Sicherheitsproblem betrachtet, und eine politische Strategie zur Konfliktlösung gibt es nicht.

Wunschtraum einer sozialen Bewegung: Demonstration am 11. April dieses Jahres im Modibo Keita Stadion in der malischen Hauptstadt Bamako.

Wer ist schon Bill Gates? Der reichste Mann aller Zeiten ist er jedenfalls nicht. Dieser Titel gebührt Mansa Musa I., dem König von Mali, wenn man den Berechnungen von „Celebrity Net Worth“ Glauben schenkt. Die Methodik solcher „inflationsbereinigten“ Kalkulationen ist immer fragwürdig. Belegt ist jedoch, dass sich der Goldmarkt Ägyptens und der Arabischen Halbinsel erst nach etwa zehn Jahren von der Anwesenheit Mansa Musa I. mehr lesen / lire plus

ÄGYPTEN: Islamistischer Neoliberalismus

In Ägypten wächst die Unzufriedenheit mit der Politik der Muslimbrüder. Selbst an der Regierung, organisieren sie zugleich Proteste gegen diese. Die soziale Frage bleibt dabei sorgsam ausgespart.

Bleibt ein wichtiges Forum, um Protest zu artikulieren: Der Tahrir-Platz in Kairo. Unser Bild zeigt Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Morsi am 12. Oktober. Den Anlass bildete die von Morsi beabsichtigte Absetzung des Generalstaatsanwalts, eine Handlung, zu der ihm die Befugnis fehlt.

Ein „Freitag der Rechenschaft“ sollte es auf dem Tahrir-Platz in Kairo werden. Säkulare Gruppen hatten den Protest gegen Präsident Mohammed Morsi vorbereitet, der nunmehr seit etwa 100 Tagen im Amt ist. mehr lesen / lire plus

MALI: Gewehre gegen Gebete

Der Jihad der Islamisten in Nordmali ist ein Kampf gegen den Glauben der Mehrheit. Die Bevölkerung soll eingeschüchtert werden, die Jihadisten wollen sich ein weiteres Operationsgebiet für ihre globalen Aktivitäten sichern.

Wollen die Geschichte auslöschen, um Platz für ihre Version einer islamischen Gesellschaft zu schaffen: Die Jihadisten der Ansar Dine in Nordmali.

Der Prophet Mohammed – wenn wir der islamischen Sichtweise folgen wollen, sogar Gott selbst – war unzufrieden mit dem Glaubenseifer der Nomaden. „Die Beduinen sind mehr dem Unglauben und der Heuchelei ergeben und eher geneigt, die Gebote, die Gott seinem Gesandten offenbart hat, zu übersehen“, wird im Koran beklagt. mehr lesen / lire plus

MALI: Fragile Verhältnisse

Nicht erst seit dem Putsch ist die Situation in Mali angespannt. Die anhaltende Dürre und die mit dem Sturz des Gaddafi-Regimes verbundene Destabilisierung der Region gingen der aktuellen Entwicklung voraus.

Offener Ausgang: Ein Trupp putschistischer Soldaten am Donnerstag vergangener Woche in Bamako.

In den meisten Staaten muss man wenigstens Oberst sein, um mit Aussicht auf Erfolg putschen zu können. Doch Amadou Konaré, der Sprecher des „Komitees für die Wiederherstellung der Demokratie und die Restauration des Staates“, das in der vergangenen Woche die Macht in Mali übernommen hat, ist Leutnant, und auch Amadou Haya Sanogo, der das Komitee leitet und als Putschistenführer gilt, hat es nur bis zum Hauptmann gebracht. mehr lesen / lire plus

JAPAN: Rauch über dem Reaktor

Noch immer wissen die Manager des Energiekonzerns Tepco und die japanische Regierung nicht, was in den beschädigten Atomkraftwerken von Fukushima geschieht. Eine Katastrophe aber ist bereits eingetreten.

Muss wohl neu geschrieben werden: Der Tepco-Wachstumsplan von September 2010. Der Bericht steht auf der Internetpräsenz des Energiekonzerns zum Download bereit.

Liquidatoren nannte man in der Sowjetunion die Menschen, die in der Nähe des Reaktors von Tschernobyl arbeiten mussten. In Japan werden die Arbeiter, Soldaten und Feuerwehrleute, die eine Kernschmelze in den Reaktoren von Fukushima verhindern und für einen ausreichenden Wasserstand in den Abklingbecken sorgen sollen, nun als „nukleare Samurai“ bezeichnet. Doch an der Freiwilligkeit ihres Einsatzes sind Zweifel aufgekommen, seit am Dienstag bekannt wurde, dass Wirtschaftsminister Banri Kaieda den Feuerwehrleuten von Tokyo eine „Bestrafung“ angedroht hat, falls sie sich weigern sollten, in der Nähe der Reaktoren zu arbeiten. mehr lesen / lire plus

SOMALILAND: Die Politik der Anerkennung

Die jihadistische Shabab-Bewegung belagert die somalische Übergangsregierung und operiert nun auch im Ausland. Nach den Anschlägen in Uganda ist das internationale Interesse am somalischen Bürgerkrieg erneut gewachsen.

Hat gut lachen: Der neu gewählte Präsident von Somaliland, Ahmed Mohamud Silaanyo (dritter von links), hier im vergangenen Januar in Columbus, Ohio.

Es gab bei den Wahlen keine schweren Zwischenfälle und keine Manipulationen, bestätigten die ausländischen Beobachter. Mit 49,59 Prozent der Stimmen gewann der Oppositionskandidat Ahmed Mohamud Silaanyo. Der Verlierer Dahir Riyale Kahin, der Somaliland seit dem Jahr 2002 regiert, gratulierte dem neu gewählten Präsidenten Silaanyo zu dessen Sieg.

Yes, they can. Während in der somalischen Hauptstadt Mogadischu die Warlords der von der „internationalen Gemeinschaft“ unterstützten Übergangsregierung um Macht und Pfründe rangeln, sofern sie nicht vom Mörserbeschuss der jihadistischen Shabab-Bewegung unterbrochen werden, organisierte die Regierung von Somaliland Ende Juni eine Wahl. mehr lesen / lire plus