Unterwegs mit dem Seenotkreuzer „Minden“: Dicht an dicht

Die Hamburger Hilfsorganisation „Lifeboat“ kreuzt seit dem Sommer vor Libyen, um Flüchtende aus seeuntauglichen Booten zu befreien. Die Chronologie einer Rettungsfahrt.

Der Seenotrettungskreuzer „Minden“ ist schnell, aber keine Fähre, deshalb ist ein mit Flüchtlingen gefülltes Deck bei rauer See gefährlich. Doch eines weiß die Crew: „In ihren Fluchtbooten hätten sie die Nacht nicht überstanden.“ (Foto: Alexander Stein)

Das Schiff lief acht Grad, fast Nordkurs, Richtung Lampedusa, neun Crewmitglieder und 161 Schiffbrüchige an Bord, die meisten aus Afrika. Kapitän Brensing schaltete den Suchscheinwerfer des alten Kreuzers ein und schwenkte ihn über die schwarze See. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Scheiße“, murmelte er durch die geschlossenen Zähne, „Scheiße.“ Die Wellen bauten sich auf. mehr lesen / lire plus

ITALIEN: Nordkurs der Namenlosen

Seit Papst Franziskus der Mittelmeerinsel Lampedusa einen Besuch abgestattet hat, ist das Schicksal der afrikanischen Flüchtlinge auf dem Weg in die EU wieder etwas mehr ins Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Die woxx hat einige der Menschen getroffen, die für eine vage Hoffnung alles riskieren.

Wer sich aufmacht, um in der Europäischen Union Zuflucht zu suchen, reist ohne Identität und ohne jeden Schutz: Nur wer es schafft, Lampedusa zu erreichen, kann auf ein wenig Menschlichkeit hoffen.

Es ist weit nach Mitternacht. Der Suchscheinwerfer der „O.Corsi“ tastet kurz die Hafeneinfahrt ab, dann schiebt sich der grauweiße Kreuzer der Küstenwache steuerbords an den Fähranleger. mehr lesen / lire plus