Indie Pop: Der Untergrund lebt


Belle and Sebastian sind eine der am längsten bestehenden Indie-Pop-Gruppen der Welt – und vermögen immer noch zu begeistern und zu überraschen.

Immer noch gut: Die Folkrocker von Belle and Sebastian.

Belle and Sebastian ist schon ein kleines Wunder. Seit nunmehr zweiundzwanzig Jahren geistert die schottische Band in der Indie-Musikszene herum und beglückt ihre Fans zuverlässig im Zwei- bis Dreijahresrhythmus mit einem neuen Album. Zweiundzwanzig Jahre. In der schnelllebigen Musikwelt der letzten Jahrzehnte ist diese Statistik allein schon sehr beeindruckend. Elf Studioalben und drei Live-Alben kann die Band verbuchen. Bei ihrem neuesten Werk greift sie dabei auf ein altbewährtes Mittel zurück: Vor Monaten kündigte sie an, dass sie anstelle eines Albums im klassischen Format eine EP Trilogie veröffentlichen werde. mehr lesen / lire plus

Shoegaze: Rock-Mantras

Echte Shoegaze-Bands sind selten, deshalb hat Luxemburg auch nur eine einzige: „Cyclorama“ – die am Freitag ihr neues Album vorstellen.

Nicht nur das Bild, auch der Sound von Cyclorama ist zuweilen recht schwammig. (Foto: ©Cyclorama)

Unter einem Cyclorama versteht man die Leinwand, die als neutraler Hintergrund während eines Fotoshootings benutzt wird. Dank dieser wird ein grenzenloses Panorama simuliert, die Illusion einer nicht endenden Weite, die den Rahmen für das bietet, was sich im Vordergrund abspielt. Wenn allerdings in Luxemburg von Cyclorama die Rede ist, so meint man damit zumeist die zweiköpfige instrumentale Shoegaze-Band, die seit zehn Jahren auf den hiesigen Bühnen zu sehen ist. mehr lesen / lire plus

Sludge Metal/Post Rock
: Wechselbälger


Ein wahres Fest für Musikfans veranstaltet die Rockhal am nächsten Donnerstag – mit Mastodon, Red Fang und Russian Circles treten gleich drei Schwergewichte des zeitgenössischen Metal auf.

Benehmen sich manchmal wie die Elefanten im Porzelanladen: Mastodon. (Foto: Creative Commons)

Wenn unter Musikkritikern der Name Mastodon fällt, dann bilden sich zumeist zwei Lager, die vor allem in Bezug auf die neueren Alben gänzlich unterschiedlicher Meinung sind. Der Streitpunkt der Diskussion ist dabei immer der gleiche: Wieviel Veränderungsspielraum wird einer Band zugestanden? Oder anders ausgedrückt: Ab wann hat eine Band die Grenzen der eigenen Identitätsauslegung überschritten?

Mastodon steht in der Metalszene exemplarisch für diese Grundsatzfrage, an der sich die Geister scheiden. mehr lesen / lire plus

Indie Folk
: Chads World


Der ungewöhnliche Folk-Sänger Chad VanGaalen ist immer noch ein Geheimtipp in der Szene – nun bietet sich dem luxemburgischen Publikum die Möglichkeit, ihn zu entdecken.

Meister der Selbsterfindung: Chad VanGaalen.

Chad VanGaalens Musikerkarriere begann 2005 mit dem Debutalbum „Infiniheart“, das von vornherein klarmachte, dass es sich bei dem Sänger nicht um einen gewöhnlichen Künstler handelt. Die von ihm selbst aufgenommenen Lieder gaben bereits einen tiefen Einblick in das musikalische Universum des Kanadiers. Die einfachen Songs der ersten Platten erinnerten dabei stark an Musiker der DIY-Szene wie Daniel Johnston.

Seit den Anfängen hat VanGaalen aber nie seichten Pop produziert, und auch seine Charakterisierung als gewöhnlicher Folk-Singer-Songwriter wäre reduzierend. mehr lesen / lire plus

Post-Math/Afro-Beat
: Scharf gewürzt


Lange hat es auf sich warten lassen: Mit „Paprika“ veröffentlicht Luxemburgs einzige Afro-Beat (und Post-Math)-Band No Metal in This Battle ihr erstes Album.

Haben eigentlich noch nie Metal gemacht: No Metal in This Battle. (Foto: Sven Becker)

Heute abend ist es soweit: No Metal In this Battle veröffentlichen ihr erstes Album „Paprika“. Der Name ist Programm: Mit einem würzigen Line-Up mit den Noise-Rockern von Tvesla und DJ Blueprint lockt die Band in die Rotondes. Und das Konzert ist eine der wenigen Gelegenheiten, die Luxemburger live zu sehen. Jüngst machten die Musiker vor allem durch Konzerte im Ausland, unter anderem eine Tour in Japan und einen Auftritt beim Primavera Sound Festival in Barcelona, auf sich aufmerksam. mehr lesen / lire plus

Indie Rock
: Mehr als Automusik


Dass Indie Rock in den letzten Jahren nicht den besten Ruf genoss, lag auch daran, dass die Hauptvertreter auf kommerziellen Abwegen manövrierten. Car Seat Headrest sind angetreten, um dies zumindest teilweise wieder rückgängig zu machen.

Wer ehrliche Musik macht, dem verzeihen die Fans schon mal einen Fehler: Will Toledo von Car Seat Headrest. (Fotos: Wikimedia)

Car Seat Headrest werden am kommenden Freitag in den Rotondes auftreten, als Highlight eines ohnehin großartigen Line-Ups des diesjährigen Congés-Annulés-Festivals. Vor einem Jahr schaffte die Band um den Frontmann Will Toledo mit ihrem Album „Teens of Denial“ ihren Durchbruch und bekam großartige Kritiken von den Musikjournals Rolling Stones und Pitchfork. mehr lesen / lire plus

Hip-Hop/Metal: Gefragte Propheten


Die Supergroup „Prophets of Rage“ lässt Fanherzen höher schlagen, und auch deren politischen Botschaften mit ihrer Schlagkraft sind heute vielleicht wichtiger denn je.

Im eigenen Land sind sie schon mal Propheten … 
 (Foto: Flickr)

Als bekannt wurde, wer sich hinter dem Namen „Prophets of Rage“verbirgt, waren vielleicht einige ehemalige „Rage Against the Machine“-Fans zunächst enttäuscht, dass der charismatische Originalsänger Zack de la Rocha kein Teil des Line-Up sein würde. Die Neugierigen unter den Fans dürften allerdings bemerkt haben, dass der Platz am Mikrofon neben den drei Instrumentalisten von Rage Against the Machine nicht weniger namhaft besetzt wurde: die Rapper B-Real von Cypress Hill und Chuck D von Public Enemy übernehmen die Rolle der Wutprediger in dem neuen Projekt. mehr lesen / lire plus

Alternativ-Metal
: Helm auf!

Wieder mal so eine Band, ohne deren Einfluss die Musikentwicklung eine ganz andere Richtung eingeschlagen hätte: Helmet beehren Luxemburg nächste Woche mit einem ihrer raren Auftritte.

Lassen Nostalgikerherzen höher schlagen: Helmet. (Foto: © maineroadmanagement)

Am 13. Juni wird die amerikanische Band Helmet in der Kulturfabrik erwartet. Letztes Jahr veröffentlichten die Musiker um ihren Frontman Page Hamilton ihr aktuelles Album „Dead to the World“. Während des diesjährigen Festivalsommers bestreitet Helmet vier exklusive Clubshows in Luxemburg, der Schweiz und in Frankreich – dort auf dem Hellfest, das mit einem beeindruckenden Line-up zu überraschen weiß.

In ihrer Musikszene, dem Alternative Metal, sind Helmet Legende. mehr lesen / lire plus

Post Math
: Luxemburg, dort wo die 
progressive Musik zu Hause ist

Heute findet im Rocas in Luxemburg Stadt das „Post Math Mini-Fest“ statt, ein Abend für alle Fans der progressiven Musik zwischen Math-Rock und Post-Core – „whatever that means“, wie es so schön in der Einleitung des Musikvideos „MLK JKSN“ von Mutiny on the Bounty heißt.

Dieses Genre, das in vielen Ländern nur eine kleine Nische der Undergroundszene ausmacht, ist durch die erfolgreiche Arbeit lokaler Bands, wie eben Mutiny on the Bounty, Heartbeat Parade oder Antifragile, in Luxemburg sehr populär geworden. Letztere bilden auch einen Teil des Line-ups am Freitag mit drei weiteren Bands: Poly-Math aus England, Vasa aus Schottland und Fall of Messiah aus Frankreich. mehr lesen / lire plus

Rupert Sanders
: Geistlos

Mit „Ghost in the Shell“ wagt sich Hollywood an einen großen Klassiker japanischer Animekunst heran – und scheitert erwartungsgemäß.

Schöne Bilder aber flache Geschichte …

Der Film „Ghost in the Shell“ von Rupert Sanders läuft derzeit in den Luxemburger Kinos und sorgt für reichlich Diskussion in sehr unterschiedlichen Communities. Das ist wenig verwunderlich, denn die Verfilmungsgrundlage, der japanische Kultmanga „Mobile Armored Riot Police“, hat, auch wegen seines philosophischen Anspruchs, eine breite Fangemeinde hinter sich. Noch schwieriger gestaltet sich die Aufgabe allerdings deshalb, weil bereits eine gelungene Anime-Verfilmung existiert – von Mamoru Oshii, die 1995 die Messlatte vieler treuer Fans sehr hoch gelegt hat. mehr lesen / lire plus

Theater
: „Was hat dich bloß so ruiniert?“


Absurdes Objekttheater um einen gehobenen Arm und die Schamlosigkeit der durchkapitalisierten Kunstszene – das ist „Mein Arm“, die neue Inszenierung von Linda Bonvini in der Escher Kulturfabrik.

Arme hoch! Für die Kunst und für sich selbst … (Foto: © Bohumil Kostohryz)

Auf der spärlich beleuchteten Bühne der Kulturfabrik agierte am vergangenen Freitag wider Erwarten nicht ein Schauspieler, sondern eine kleine Salamanderfigur in der Hauptrolle des Theaterstücks „Mein Arm“. Dieser Salamander, jüngster Sohn einer Familie, die sich aus einem verdrossenen Zigarettenschachtelvater, einer adretten Parfümflaschenmutter und dem älteren Boxhandschuhbruder zusammensetzt, zerrüttete das gutbürgerliche Familienleben, als er sich dazu entschloss, in den kommenden zwanzig Jahren seinen Arm zu heben und erhoben zu halten und damit die Ruhe und Alltäglichkeit seines Umfelds zu zerstören. mehr lesen / lire plus