KUSTURICA: Emir und die Gangster

Kusturicas „Zavet“ strotzt mit visueller Poesie und verrückten Gags. Nicht alle sind zum Lachen.

Schall und Rauch mit Blaskapelle – „Zavet“ fehlt es nicht an visueller Energie und abstrus-albernen Gags.

Dass die Juroren in Cannes Emir Kusturica eine dritte Goldene Palme vorenthielten, kann man ihnen nicht übel nehmen. „Zavet (Promise Me This)“ ist sicher nicht der beste und originellste Film aus dem Haus Kusturica. Zwar gelingt dem serbischen Regisseur, wie wir es von ihm kennen und lieben, ein Feuerwerk aus absurdem Humor, Slapstick-Einlagen, feuriger Unza-Unza-Musik und drolligen Charakteren mit einer zumindest im Ansatz romantischen Liebesgeschichte zu verbinden. Doch anders als im weitaus überzeugenderen „Black Cat White Cat“ bleibt die Handlung fahrig und diffus. mehr lesen / lire plus

OSTTIMOR: Kein Platz für Märtyrer

Der Guerillero in Zeiten seiner Überflüssigkeit: An der zunehmenden Stabilisierung Osttimors wird das Attentat auf Präsident Ramos Horta vermutlich nichts ändern.

Trauern um ihren Helden: Anhänger des getöteten Rebellenführers Alfredo Reinado.

Noch ist nicht vollständig erwiesen, wie es zu dem Schusswechseln kam, bei denen vier Männer zu Boden sanken (woxx 941). Während Präsident José Ramos Horta und ein Bodyguard schwer verwundet wurden, standen der Rebellenführer Alfredo Reinado und einer seiner Kämpfer nicht mehr auf. Die zum Teil widersprüchlichen Zeugenberichte ergeben ein bruchstückhaftes Bild.

Am 11. Februar, gegen sechs Uhr morgens, dringt Alfredo Reinado mit einer Handvoll Rebellen in die Präsidentenvilla ein, entwaffnet das Sicherheitspersonal und verlangt nach Ramos Horta. mehr lesen / lire plus

AUSTRALIEN: Der Mann mit der Maske

Nach dem überraschend deutlichen Sieg der Labour-Party bei den Parlamentswahlen, ist nicht nur in der australischen Linken verhaltene Aufbruchstimmung spürbar.

Nach elf Jahren unter dem konservativen Ministerpräsidenten John Howard war der Unmut in der Bevölkerung größer als allgemein erwartet: Wahlempfehlung der
„Socialist Alliance“auf einer Kaffeetasse. (Foto: Jes Mugley/ Flickr).

Bis heute schlagen die Herzen von Linken schneller, wenn Gough Whitlams Name fällt. Es war Whitlam, der Labor nach 23 Jahren Winterschlaf aus der Opposition führte und sogleich ein ehrgeiziges Reformprogramm umsetzte. Von 1972 bis 1975, in einem Zeitraum von nicht einmal drei Jahren, nahm er Beziehungen zum kommunistischen China auf, die Australiens Wirtschaft einen anhaltenden Aufschwung bescherten, stärkte die Position von Frauen in Beruf und Familie, schaffte Wehrpflicht und Studiengebühren ab und legte die Grundlage zu einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung. mehr lesen / lire plus

KINO: Krankes System

In Sicko stellt Michael Moore dem US-amerikanischen Gesundheitssystem eine üble Diagnose.

Das perfekte Gesundheitssystem liegt am Fuße des Eifelturms? Man muss schon Amerikaner sein, um auf solche Ideen zu kommen …

Wer geneigt ist, sich als linker Intellektueller zu bezeichnen, wenn sich aus dem Begriff nicht längst jeder Hauch von Gehalt und Coolness verflüchtigt hätte, der betrachtet Michael Moore mit einer Mischung aus überschäumender Dankbarkeit und gepflegter Distanziertheit. Moore ist der Prophet, nach dem jeder linke Intellektuelle sich gesehnt hat und zu dem er sich doch nicht bekennen will.

Film für Film ist Michael Moore das Kunststück gelungen, mit engagiertem Kino ein Millionenpublikum zu erreichen und es auf äußerst unterhaltsame Weise für progressive Ideen zu begeistern. mehr lesen / lire plus

KOMMUNALWAHLEN: Grüne Koalitionäre im Anmarsch

Die Grünen als Zünglein an der Waage: Noch nie standen so viele Koalitionen mit grüner Beteiligung an wie bei den diesjährigen Gemeindewahlen.

Die Grünen werden bei der Kommunalwahl 2005 in 24, also gut zwei Drittel der 37 so genannten Proporzgemeinden mit kompletten Listen zur Wahl antreten. In Wincrange, das bei diesen Wahlen zum ersten Mal nach dem Proporzsystem wählt, aber auch in fünf klassischen Proporzgemeinden, wird es zum ersten Mal grüne Listen geben. Lediglich in Wiltz hat es für eine grüne Liste nicht mehr gereicht. Übernimmt man die Resultate der Landeswahlen 2004 in den betroffenen Gemeinden, ist ein Trend unverkennbar: In vielen Ortschaften, in denen die Grünen bereits implantiert sind, werden sie Sitze dazu gewinnen. mehr lesen / lire plus