EU-Umweltrat: Bienen schützen und strengere Abgasnormen durchsetzen

Am Treffen der EU-Umweltminister*innen wurden neben einer neuen Trinkwasserdirektive auch der Schutz der Biodiversität und neue Abgasnormen für Autos diskutiert.

Carole Dieschbourg im Europäischen Rat. (Foto: EU)

„Luxemburg ist eins jener Länder, in denen die Initiative ‚Right2Water‘ besonders viele Unterschriften gesammelt hat. Deswegen ist es für uns wichtig, dass der Zugang zu Trinkwasser in dieser Richtlinie verankert wird, auch wenn es eine eher technische Direktive ist. Außerdem haben wir klargestellt, dass wir keine Pestizide oder Rückstände von Pestiziden in unserem Trinkwasser wollen“, erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg am Rande des Gipfels bei einer Pressekonferenz.

Die Europäische Bürger*inneninitiative „Right2Water“ hatte 2013 insgesamt 1,8 Millionen Unterschriften gesammelt und sich vor allem gegen die Privatisierung der Trinkwasserversorgung gestellt. mehr lesen / lire plus

WHO: Entpathologisierung von trans Menschen

Die Überarbeitung des ICD-Katalogs der Weltgesundheitsorganisation klassifiziert trans Menschen nun nicht mehr als psychisch gestört.

(Foto: cc-by-sa Ted Eytan)

Die ICD (International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, auf Deutsch: Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) ist das wichtigste Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen und wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO herausgegeben. Nun wurde die neuste Version, ICD-11, veröffentlicht, ab 2020 soll sie in Kraft treten.

Darin werden trans Menschen nun nicht mehr als psychisch gestört definiert, alle trans-bezogenen Kategorien wurden aus dem Kapitel über psychische und Verhaltensauffälligkeiten gestrichen. Zwei neue Diagnosen wurden im Kapitel über sexuelle Gesundheit eingeführt: Geschlechtsinkongruenz bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie Geschlechtsinkongruenz bei Kindern. mehr lesen / lire plus

Tourismus: Greenwashing in Weiswampach

Ein „100 Prozent ökologisches“ Tourismusprojekt soll in Weiswampach entstehen. Nur, was nachhaltig an dem Feriendorf sein soll, weiß niemand so genau.

„Wir wollen eine strukturiertere und gezieltere Strategie, um Betriebe nach Luxemburg zu bringen. Gerade im Tourismus ist es uns wichtig, nachhaltige Unternehmen anzuziehen. Das Projekt in Weiswampach schreibt sich ein in die Tourismusstrategie, die ich Anfang des Jahres vorgestellt habe.“ Mit diesen Worten eröffnete Staatssekretärin Francine Closener die Pressekonferenz, bei der das zukünftige Feriendorf „Suneo Park Luxembourg“ vorgestellt wurde.

Foto: Lamy Groupe

50 Millionen Euro wird das Projekt kosten, das auf insgesamt 20 Hektar um die beiden künstlichen Seen in Weiswampach, in der Nähe des Dreiländerecks Luxemburg-Deutschland-Belgien an der Nordspitze des Landes, entstehen soll. mehr lesen / lire plus

Konferenz: Mehrsprachigkeit an Luxemburgs Schulen

Im Rahmen des „Kunst sucht Schule“-Konferenzzyklus findet am 19. Juni ein Gespräch über die Mehrsprachigkeit an luxemburgischen Schulen statt.

Die Sprachensituation in Luxemburg ist seit Jahren Gegenstand hitziger Debatten. Während die einen ihr Croissant auf Luxemburgisch bestellen und die anderen gar jede Ortstafel umlackieren wollen, bleibt das Thema Schule oft auf der Strecke. Oft wird die Art und Weise, wie Sprachen in Luxemburg gelehrt und gelernt werden, bemängelt, Alternativen werden jedoch selten aufgezeigt.

Organische und spielerische Wege zum Spracherwerb, verknüpft mit einer künstlerischen Praxis, sind das Thema beim Diskussionsabend „Kauderwelsch De Luxe“, der am 19. Juni um 19 Uhr in den Rotunden stattfinden wird. mehr lesen / lire plus

Wahlkampfgeplänkel: Das Projekt, das keines war

An den Zersetzungserscheinungen der LSAP lässt sich gut ablesen, dass es nie ein progressives Regierungsprojekt gegeben hat.

Es sieht ganz danach aus, dass eine Neuauflage der rot-blau-grünen Koalition nach den Wahlen im Oktober rechnerisch nicht mehr möglich ist. Die Umfragewerte des Politmonitors, den RTL und das Luxemburger Wort in Auftrag gegeben haben, sind eindeutig; vor allem die LSAP wird bei den kommenden Wahlen Federn lassen. Natürlich können Wahlumfragen nur einen Hinweis darauf geben, wohin die Reise gehen könnte. Der luxemburgische Nationalsport des Panaschierens wird nicht berücksichtigt, Piratenpartei und PID sind getrennt erfasst worden, die Schwankungsbreite ist besonders in den beiden kleinen Bezirken groß. mehr lesen / lire plus

„Forum“ zu den Wahlen 2018 ganz in Farbe

Es ist eine Premiere in der 40-jährigen Geschichte des Magazins: Die Juli-Ausgabe des Forum erscheint komplett in Farbe und mit aufgelockertem Layout. Die Nummer richtet sich eher an ein junges Publikum und wird auch gratis an Jugendclubs und soziale Einrichtungen verteilt. Am Cover sowie im Heft werden junge Politiker*innen und ihre Ideen vorgestellt, der Großteil des Inhalts vermittelt Erstwähler*innen (aber nicht nur ihnen) einen exzellenten Überblick über das politische System Luxemburgs und dessen Fallstricke. Und dies nicht in den Forum-typischen langen Bleiwüsten, sondern in bekömmlichen Häppchen. So vermittelt ein Schaubild der Zentrale für politische Bildung eine Vorstellung vom Zusammenspiel der politischen Akteur*innen im Großherzogtum, und ein Wahl-ABC erklärt die wichtigsten Begriffe. mehr lesen / lire plus

Neues grünes Finanzprodukt

Am vergangenen Dienstag, dem 12. Juni, wurde im Parlament über ein Gesetzesprojekt zur Einführung eines neuen „grünen“ Finanzprodukts abgestimmt. Es handelt sich dabei um Pfandbriefe, die zur Finanzierung erneuerbarer Energieprojekte ausgegeben werden. Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere, die meistens mit nur geringen Risiken verbunden sind. „Dieses Finanzprodukt ist eine weltweite Neuheit, die es nur in Luxemburg gibt. Wir diversifizieren damit unsere Wirtschaft“, erläuterte der zuständige Berichterstatter, André Bauler (DP), das neue Gesetz. Auch die Redner der LSAP und der Grünen, Franz Fayot und Henri Kox, begrüßten die „grünen Pfandbriefe“ und unterstrichen, dass dank der strengen staatlichen Vorgaben kein Greenwashing möglich ist. Infrastrukturen zum Transport oder zur Speicherung von Energie dürfen durch die grünen Pfandbriefe nur dann finanziert werden, wenn sie zu mehr als 50 Prozent für Energie aus erneuerbaren Quellen genutzt werden. mehr lesen / lire plus

Transport: Supertram zwischen Luxemburg und Esch?

Schon oft angekündigt, wurde es am Montag, den 11. Juni vorgestellt: Das Projekt einer „schnellen“ Tram zwischen Luxemburg und Esch.

Die schnelle Tram aus der Präsentation des Nachhaltigkeitsministeriums hat einen Schönheitsfehler: Sie fährt ohne Oberleitung. Im Stadtgebiet neben der Autobahn jedoch nicht. (Grafik: MDDI)

Bereits im letzten Kapitel der neuen Mobilitätsstrategie Modu 2.0 ist sie enthalten: Die schnelle Tram, die die Minettemetropole mit der Hauptstadt verbinden soll. Das deutsch-französische Planungsbüro TTK hat eine Studie realisiert, um die Frage zu klären, wie der öffentliche Verkehr auf der Strecke der A4 organisiert werden soll. In Spitzenstunden fährt dort alle drei Minuten ein Bus, um die 5.500 Reisenden am Tag zu transportieren. mehr lesen / lire plus

Naturschutz
: Das große Krabbeln bleibt aus

Was der englische Rasen oder Zen-Garten mit dem Insektensterben zu tun hat – und wie Faulheit Bienen retten kann.

Das Große Ochsenauge ist eine häufige Schmetterlingsart, die in Luxemburg dennoch stark zurückgegangen ist. (Foto: pixabay/cocoparisienne)

Oberanven am Welt-Umwelttag, dem 5. Juni. In einem Vorgarten in der typisch luxemburgischen Siedlung ackert ein kleiner Mähroboter einsam vor sich hin. Er hält den Rasen adrett kurz und sauber und sorgt so – vermutlich von seinen Besitzer*innen unbeabsichtigt – dafür, dass sich hier außer Gras kaum Leben entwickeln kann.

Im Park neben dem Gebäude der Gemeindeverwaltung sieht die Welt anders aus. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die hochgewachsene Wiese aus den verschiedensten Gräsern, Blumen und Kräutern besteht. mehr lesen / lire plus

Rechtspopulismus: D’Alternativ fir Lëtzebuerg?

Das neue Personal der ADR zeigt, dass in Luxemburg die Gefahr einer rechten Diskursverschiebung besteht.

(Foto: woxx/ja)

Am vergangenen Wochenende präsentierte die ADR ihre Kandidat*innen für die kommenden Parlamentswahlen. Und enthüllte dabei auch erstmals, wer für Fred Keups „Wee 2050“ antreten wird. Neben Keup sind zwei Namen zumindest in sozialen Netzwerken bekannt: Daniel Rinck, der die Facebookseite „Neiwahlen“ ins Leben gerufen hat, und Tom Weidig, der nach Jahren der Dementis, etwas mit „Wee“ zu tun zu haben, sich nun als Präsident eben jener „Bewegung“ entpuppt.

Während Rinck eher als unbeholfener und ausfallender Wüterich daherkommt, fällt Weidig durch den Hang auf, das Grauen des Nationalsozialismus klein- und eine historische Feindschaft zwischen Luxemburg und Frankreich herbeizureden. mehr lesen / lire plus

Giftige Landwirtschaft im Fokus

Mit einer Fotoausstellung und einer Konferenz will „Natur an Ëmwelt“ auf das immer noch bestehende Problem des Pestizids Glyphosat aufmerksam machen.

Alfredo Cerán brachte neun Jahre lang Unkrautvernichtungsmittel auf Sojafeldern aus. (Foto: Pablo E. Piovano)

Die Umweltschutz-NGO „Natur an Ëmwelt“ will mit gleich zwei Veranstaltungen auf die Gefährlichkeit von Glyphosat und anderen Pestiziden aufmerksam machen. Einerseits ist seit heute Dienstag, dem 5. Juni, eine Fotoausstellung in der Belle Etoile (Bertrange) zu sehen. Der Fotograf Pablo E. Piovano dokumentiert in seinen Arbeiten „ die katastrophale Folgen von 20 Jahren des wahllosen Einsatzes von Agrarchemikalien in Argentinien“.

Der wird auch im Rahmen der Konferenz „Landwirtschaft der Gifte und ihr Preis für den Menschen“ am Donnerstag, den 7. mehr lesen / lire plus

Die magische Tram

Am Montagmorgen wurden die Details der nächsten Etappe für die hauptstädtische Straßenbahn vorgestellt.

Die Tram ohne Oberleitung an der Station „Theater“. (Foto: Luxtram)

Nachdem die ersten Trams bereits über die „rote Brücke“ gefahren sind, wird das System nun ausgiebig getestet, bevor am 27. Juli dann auch Passagiere mitfahren dürfen. Die drei neuen Haltestellen Theater, Faïencerie und Stäreplaz sind aber auch die ersten, die die Tram ohne Oberleitung anfahren wird. „Ich war ganz erleichtert, dass die Ladetechnologie geklappt hat!“, erzählte Bürgermeisterin Lydie Polfer, die sich erfreut darüber zeigte, dass sich die Straßenbahn „so schön und ästhetisch“ in das Stadtbild einfüge.

Luxtram-Generaldirektor André Van der Marck erklärte, dass die Tram über eine spezielle Vorrichtung im Boden der Station geladen werde. mehr lesen / lire plus

Zahlentricksereien bei Modu 2.0: Hat Luxemburg wirklich den billigsten öffentlichen Transport?

Im neuen Mobilitätskonzept wird behauptet, der öffentliche Transport in Luxemburg wäre der billigste in Westeuropa. Doch hinter den Zahlen steckt Trickserei.

Die luxemburgischen Tarife seien die billigsten in Westeuropa, behauptet die neue Mobilitätsstrategie Modu 2.0 (lesen sie unsere komplette Analyse unter diesem Link). Zum Beweis ist eine Tabelle (siehe Bild) angeführt, die verschiedene Einzelfahrt- und Tagestickets in europäischen Großstädten (und Luxemburg) aufführt. Allerdings sind die Preise für Fahrten auf Strecken von 30 Kilometern. In vielen Städten führt diese Distanz bereits über die Stadtgrenze hinaus, was meistens mit einem saftigen Aufschlag verbunden ist. So gewinnt Luxemburg natürlich recht einfach – in den meisten Großstädten ist es jedoch im Alltag meistens gar nicht nötig, so „weit“ zu reisen. mehr lesen / lire plus

Neue Mobilitätsstrategie
: Unambitionierte Herkulesaufgabe

Die neue Mobilitätsstrategie bietet viele Lösungsansätze für das Problem der alltäglichen Staus, bleibt dabei jedoch überraschend zahm.

Die Tram ist ein wichtiges Puzzlestück in der neuen Mobilitätsstrategie. (Foto: CC BY-SA GilPe)

„Der Verkehr ist das Bindeglied zwischen den Dörfern, die am Tag leer sind, und den Städtezentren, die nachts leer sind. Der Stau ist der Haupttreffpunkt im öffentlichen Raum.“ Diese düstere Beschreibung der luxemburgischen Realität ist nicht etwa der hyperkritischen Sicht von Fahrradaktivist*innen oder Mouvement écologique entsprungen, sondern steht so in dem neuen Mobilitätsstrategiepapier „Modu 2.0“ des Nachhaltigkeitsministeriums. Das Dokument wurde am vergangenen Dienstag offiziell vorgestellt – zuerst der zuständigen Parlamentskommission, dann der Presse. mehr lesen / lire plus

Abwasser: EuGH verdonnert Italien zu Millionenstrafe

Am 31. Mai verurteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) Italien zu einer Strafzahlung, weil das Land EU-Recht zur Abwasserbehandlung nicht umgesetzt hat. Bereits im Jahr 2012 war das – wegen ungenügender Befolgung der EU-Richtlinie zur Behandlung von kommunalen Abwässern – schon einmal geschehen. Eigentlich hätten bereits Ende 2000 adäquate Kanalsysteme und Kläranlagen vorhanden sein müssen, in 109 Gemeinden fehlten diese jedoch. 18 Jahre später findet immer noch in 74 Gemeinden keine richtlinienkonforme Abwasserbehandlung statt. Der Gerichtshof stellte nach neuerlicher Klage der Kommission nun fest, dass Italien nicht die nötigen Maßnahmen ergriffen hat, und verurteilte das Land zu einer Geldstrafe von 25 Millionen Euro. mehr lesen / lire plus