Luxemburg ist immer noch ein Autoland

Am Donnerstag präsentierte das Nachhaltigkeitsministerium die ersten Ergebnisse der Mobilitätsstudie „Luxmobil 2017“. 40.000 Haushalte in Luxemburg und 45.000 Grenzpendler*innen in den Nachbarländern waren aufgefordert, ihr Verkehrsverhalten offenzulegen. Die Rücklaufquote lag je nach Land zwischen einem Viertel und einem Drittel, insgesamt antworteten über 38.000 Menschen. Wenig überraschendes Ergebnis: Der PKW ist nach wie vor das unangefochtene Verkehrsmittel Nummer Eins in Luxemburg. 69 Prozent der Wege entfallen auf den motorisierten Individualverkehr, 17 Prozent werden mit Bus oder Bahn zurückgelegt, 12 Prozent zu Fuß und lediglich 2 Prozent mit dem Fahrrad. Während berufliche Fortbewegungen zu 90 Prozent mit dem Automobil erfolgen, sind es beim Schultransport nur 39 Prozent – das „Elterntaxi“ ist dennoch das am häufigsten benutzte Transportmittel bei Luxemburgs Schüler*innen. mehr lesen / lire plus

woxxenrückblick (5)

Japan, Fahrplanwechsel und Glyphosat – was diese Woche wichtig war.

Der Staatsbesuch von Großherzog Henri und einer Wirtschaftsdelegation unter Minister Schneider in Japan dominierte die Berichterstattung dieser Woche. Auch die woxx war dabei und berichtete über die Charmeoffensive, das Luxembourg-Japan Business Forum und die Eigenheiten des japanischen Protokolls, das sogar die Temperaturen der Staatskarossen (25° C) regelte. Eine ausführliche Analyse der luxemburgischen Abenteuer in Fernost erwartet sie nächste Woche in der print-woxx. Derweil wurde diese Woche im Parlament ebenfalls ein wenig gearbeitet: Auf Anfrage der CSV diskutierten die Abgeordnerten die Ergebnisse der COP23-Klimakonferenz.

Am 10. Dezember wird es ernst für Transportminister Bausch. mehr lesen / lire plus

AUDIO Queeres Verlegen (3): Brav_a

Die „Bravo“ kennen alle. Im Rahmen der feministischen Buchmesse „Queeres Verlegen“ hat die woxx mit der Brav_a geredet, einer Zine, die einen queeren Gegenpart zu dem bekannten Jugendmagazin bildet.

Cover: Brav_a

Die Idee klingt ebenso einfach wie faszinierend: Ein queeres, feministisches Gegenstück zur „Bravo“. Ein Jugendmagazin, in dem Sexualität, Liebe und Gefühlswirrungen nicht skandalisiert, sondern mit Ernst und Respekt behandelt werden. Das Konzept der Brav_a geht auf, und nicht einmal auf liebgewonnene Rubriken wie die Fotolovestory oder den „Pyscho-Test“ muss dabei verzichtet werden. Wobei es in der Brav_a bei letzterem eher um Themen wie „Wie bürgerlich bist du?“ oder „Die Politgruppe und du“ geht. mehr lesen / lire plus

25 Jahre Radio Ara
: Radiophones Gegengewicht

Das einzige Freie Radio Luxemburgs feiert seinen 25. Geburtstag. Die MacherInnen blicken mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft.

(Fotos: woxx)

„Wir sind so etwas wie ein alternativer Chartsender“, sagt Manon Bissen und lacht. Die Sozialpädagogin arbeitet seit Anfang 2008 bei Graffiti, dem Jugendprogramm von Radio Ara, und beschreibt die musikalische Vielfalt des Freien Senders so: „Es gibt zwar keine Pop-Charts, aber wenn du dich für ein bestimmtes Genre interessierst, egal ob Jazz, Metal oder Weltmusik, findest du bei Ara die Sendung, die dir genau das spielt, was in diesen Szenen gerade aktuell ist.“ Am 6. Dezember feiert Radio Ara 25 Jahre Sendelizenz – das Vorgängerprojekt „Radau“ war, zu Zeiten des Rundfunkmonopols, nämlich ein Piratensender. mehr lesen / lire plus

Stromzähler: intelligent und gefährlich?

In einer parlamentarischen Anfrage wollten déi Lenk-Abgeordnete Marc Baum und David Wagner wissen, wie die Regierung die gesundheitsgefährdenden Auswirkungen „intelligenter“ Stromzähler einschätzt. Sogenannte „smart meters“ kommunizieren mittels Trägerfrequenztechnik (frz. „courants porteurs en ligne“) über die Stromleitung mit der Stromzentrale. Bei dem Verfahren wird elektromagnetische Strahlung an die Umwelt abgegeben – diese Strahlung kann funktechnische Anlagen stören. Außerdem steht sie im Verdacht, gesundheitsgefährdend zu sein. In Luxemburg sollen bis 2020 alle Haushalte mit solchen intelligenten Stromzählern ausgestattet sein, die im Viertelstundentakt den Stromverbrauch übermitteln. Wie die jeweiligen MinisterInnen des Staats-, Gesundheits- und Wirtschaftsministeriums in ihrer Antwort mitteilten, soll dadurch eine bessere Auslastung des Stromnetzes erreicht werden, ein Effekt, der auch der Nutzung erneuerbarer Energien zugutekommt. mehr lesen / lire plus

Datenschutz im Netz
: Kontrolle zurückgeben


Datenschutz und Anonymität im Netz gehen uns alle an. Für queere Menschen sind sie jedoch oft überlebenswichtig.

Im Rahmen der Computersicherheitskonferenz „hack.lu“ unterhielt sich die woxx mit der Sicherheitsexpertin Sarah Jamie Lewis über ihr Projekt „Queer Privacy“ und die besonderen Anforderungen, die die Situation queerer Menschen an die Anonymität und den Datenschutz im Netz stellt.

woxx: Warum ist Privacy so wichtig für queere Menschen im Internet? 


Sarah Jamie Lewis: Sowohl bei der Anonymität als auch beim Datenschutz geht es in Wirklichkeit um Empowerment. Wenn wir Anonymität für Menschen in gewissen Situationen gewährleisten, geben wir ihnen den Raum, sie selbst zu sein, Ideen auszudrücken und mit Konzepten und Ideen zu spielen. mehr lesen / lire plus

woxxenrückblick (4)

Luxleaks-Prozess, Vermummungsverbot, Integration von Flüchtlingen und lebenslange Haft für Mladić – was diese Woche wichtig war.

 

Der Kassationsprozess in der Luxleaks-Affäre war der wichtigste Termin diese Woche. Die woxx berichtete via Livestream von der Kundgebung vor dem Prozess und per Twitter aus dem Gerichtssaal. Im Editorial Voleurs malgré tout ? sind wir nochmal auf den Prozess eingegangen.

Welches Vermummungsverbot braucht Luxemburg? Die Regierungsvorlage, die Vermummung in öffentlichen Gebäuden verbieten will, wurde vom Staatsrat in einigen Punkten kritisiert – der grüne Justizminister muss jetzt nachbessern. Die CSV nahm das zum Anlass, noch einmal auf ihren eigenen Vorschlag zu pochen, der ein Vermummungsverbot für den gesamten öffentlichen Raum vorsieht. mehr lesen / lire plus

AUDIO Queeres Verlegen (2): an.schläge

Cover: an.schläge

Seit knapp 35 Jahren existiert „an.schläge“, ein feministisches Monatsmagazin aus Österreich. Achtmal im Jahr analysiert das Magazin Politik und Gesellschaft aus einer feministischen Perspektive, ohne Popkultur und Kunst aus den Augen zu verlieren. Neben dem Kernthema Feminismus stehen aber auch immer wieder soziale Proteste und Graswurzelbewegungen im Mittelpunkt, außerdem werden in Kolumnen junge Autorinnen und Künstlerinnen präsentiert und gefördert. Die Redaktion besteht derzeit aus drei festen Mitarbeiterinnen und vielen freien AutorInnen und IllustratorInnen, die sich an dem Blatt beteiligen. Auf der feministischen Buchmesse „Queeres Verlegen“ hat sich die woxx mit den Macherinnen von „an.schläge“ unterhalten. Angesprochen wurde das Konzept, die für ein feministisches Magazin schwierige Finanzierung und die ungewisse Zukunft durch die politischen Veränderungen in Österreich. mehr lesen / lire plus

Diskussionsrunde zu Community Media

Unter dem Titel „Krümel statt Kuchenstücke? Die Förderung von Community Media als öffentliche Aufgabe“ lädt Radio Ara am 30. November zu einer Diskussionsrunde ins Casino Luxembourg. Radio Ara stellt einige der wenigen „alternativen“ Stimmen in einem der am stärksten von Konzentrationsprozessen betroffenen Medienmärkte Europas dar. Das freie Radio, das im Dezember seinen 25. Geburtstag feiert, hält sich bekannterweise ohne großartige staatliche Unterstützung über Wasser (lediglich die Jugendsendungen „Graffiti“ werden vom Familienministerium gefördert). Im europäischen Ausland ist die Situation anders: In Deutschland und der Schweiz erhalten „Community Media“ ein Stück vom Gebührenkuchen. Martin Ritter, Bereichsleiter „Bürgermedien und Medienkompetenz“ der Thüringer Landesmedienanstalt, Bianca Miglioretto, Aktivistin bei Radio LoRa Zürich, und Robert Garcia, Geschäftsführer von Radio Ara, werden die verschiedenen Modelle unter die Lupe nehmen. mehr lesen / lire plus

AUDIO Queeres Verlegen (1): Was steckt hinter „Queeres Verlegen“?

Letzten Samstag fand in Berlin die feministische Buchmesse „Queeres Verlegen“ statt. Mit Vernetzungsrunden, Diskussionen, Lesungen und Ständen sollte queer-feministischen Publikationen Raum zum Austausch und zur Vernetzung geboten werden. Gerade im Rahmen der Diskussionen über die Finanzierung von Journalismus, die in Luxemburg stattfinden, lohnt sich ein Blick in die deutschsprachige feministische Szene. Wie finanzieren sich Publikationen und Verlage, die in einer gesellschaftlichen Nische operieren? Wie funktionieren die Redaktionen kleiner Publikationen, die gänzlich auf ehrenamtlicher Basis operieren? Die woxx war vor Ort in Berlin, um Stimmen einzufangen. In den nächsten Tagen und Wochen präsentieren wir deswegen Audio-Interviews mit unterschiedlichen queer-feministischen Medien und Verlägen, die auf der Messe präsent waren. mehr lesen / lire plus

Berlin: Queeres Verlegen

Am Wochenende findet in Berlin eine feministische Buchmesse statt, die Vernetzung und Austausch über queeres Verlegen fördern will.

Am Samstag geht in Berlin die queerfeministische Buchmesse „Queeres Verlegen“ über die Bühne. Neben Ständen feministischer Verläge und Zeitschriften wie den Wiener „An.schlägen“ oder der „Queerulant_in“ stehen Diskussionen und Lesungen auf dem Programm. Gesprächsrunden gibt es beispielsweise zum Thema queeres Verlegen in der Türkei oder über die Frage, welche gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen die Publikation feministischer Inhalte haben kann. Ziel der Veranstaltung ist es, die Sichtbarkeit kleiner oder marginalisierter Publikationen zu fördern und einen Austausch darüber zu führen, wie gesellschaftliche Normen – auch sprachlich – in Frage gestellt werden können. mehr lesen / lire plus

woxxenrückblick (3)

Meinungsfreiheit, Revolution, Reformen und Oper – was diese Woche wichtig war.

Diese Woche begann die „Semaine Ecpat“, mit der die luxemburgische NGO auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern aufmerksam machen wollte. Zu diesem Anlass wurde auch eine Broschüre veröffentlicht, in der sich Hinweise für einen bewussteren Sprachgebrauch bei der Thematik finden. Während die „Semaine Ecpat“ bis zum 21. November geht, startet am Sonntag schon die „Orange Week“, die ihrerseits die Problematik der Gewalt gegen Frauen beleuchten will – dies zum Teil auch wörtlich.

Für viel Aufregung sorgte eine Projektion des Statec, nach der im Jahr 2060 bis zu 1,2 Millionen Menschen in Luxemburg leben könnten. mehr lesen / lire plus

Editorial: Land der langen Wege

Stau, ausgefallene Züge, vollgestopfte Busse – Mobilität in Luxemburg ist alles andere als angenehm. Die Lösungen könnten schmerzhaft sein.

(Bildquelle: woxx/ja)

Es fühlt sich schon etwas seltsam an, nach einer Woche Schienenersatzverkehr frohen Mutes – nach den Bauarbeiten sollte der Verkehr ja leichter rollen – auf dem Bahnsteig zu stehen und per Durchsage mitgeteilt zu bekommen, dass der Zug, den man nehmen wollte, „ausnahmsweise“ ausfällt. Ein Blick in die eigene Filterblase in den sozialen Netzwerken verstärkt den Eindruck, dass die Situation auf Luxemburgs Straßen, in den Bussen und Zügen immer unerträglicher wird. Das ist kein Wunder, denn jahrzehntelang wurde im „Land der kurzen Wege“ so geplant, dass diese Wege immer länger wurden: Vorstädte, in denen keinerlei Nahversorgung vorhanden ist, Einkaufszentren auf der sprichwörtlichen grünen Wiese und Arbeitsplätze in entlegenen Industriezonen. mehr lesen / lire plus

Mecoskop: Durchwachsene Note für die Regierung

Am Mittwoch präsentierte das Mouvement écologique die aktuellste Version des „Mecoskop“. Mit dem Instrument bewertet die Umweltorganisation die Umsetzung jener Punkte im Regierungsprogramm, die mit nachhaltiger Entwicklung zu tun haben und bescheinigt „noch wesentlichen Nachholbedarf für die auslaufende Legislaturperiode“. Von den 114 Regierungsversprechen, die im Mecoskop erfasst sind, wurde bisher rund ein Zehntel noch nicht angegangenen, zwölf sind bereits abgeschlossen. Alle anderen sind in Angriff genommen, wobei der Grad der Umsetzung variiert. Mit der Umsetzung der einzelnen Punkte ist der Meco nicht immer ganz zufrieden. In der Mobilitätspolitik seien zwar wichtige Weichen gestellt worden, die Anstrengungen würden aber bei Weitem nicht reichen. mehr lesen / lire plus

Wie sieht Luxemburg im Jahr 2060 aus?

Zwischen 996.000 und 1,1 Millionen EinwohnerInnen errechnet der Statec in seinen neusten makroökonomischen Projektionen. Die woxx gibt einen Überblick.

Etwas mehr als 590.000 EinwohnerInnen zählte Luxemburg am 1. Januar 2017. Nachdem in letzter Zeit immer wieder verschiedene Zahlen im Raum standen, werden die neusten Projektionen des nationalen Statistikinstituts nicht unbedingt für mehr Klarheit sorgen, denn hier wurden gleich vier verschiedene Szenarien entwickelt. Ein Blick auf die Details lohnt sich dennoch.

Grafik: Statec

Wie werden die Projektionen erstellt?

Im Gegensatz zu anderen Modellen, die versuchen die Bevölkerungsentwicklung vorherzusagen, basiert das Statec-Modell, das den Namen „LuxGEM“ trägt, vor allem auf der Entwicklung des Bruttoinlandproduktes (BIP, in Luxemburg auch unter der französischen Abkürzung PIB bekannt). mehr lesen / lire plus