Kongo: Kein Geld aus Belgien

Die Genfer Spendenkonferenz für den Kongo war ein Flopp: Kaum ein Viertel der benötigten Summe kam zusammen. Die kongolesische Regierung zielt derweil nicht zuletzt auf politisches Kapital.

Übte scharfe Kritik an der Haltung der kongolesischen Regierung in der Diskussion um internationale Spendengelder: Delly Sesanga, Generalsekretär der Oppositionsbewegung „Ensemble pour le changement“. (Foto: Twitter)

Bereits die ursprünglich veranschlagte Summe, die auf der Spendenkonferenz für den Kongo in Genf gesammelt werden sollte (die woxx berichtete), wurde von vielen als illusorisch abgetan: 1,7 Milliarden US-Dollar hatten UN-Institutionen als Richtwert vorgegeben, um den rund 13 Millionen Menschen, die in der Demokratischen Republik Kongo am schwersten notleidend sind, zur Hilfe kommen zu können. mehr lesen / lire plus

Kongo: Vor dem Staatszerfall?

Allein 4,25 Millionen Binnenflüchtlinge: In der Demokratischen Republik Kongo spielt sich eine der aktuell schlimmsten humanitären Krisen ab, der sich am Freitag eine Konferenz in Genf widmet. Doch die Regierung des betroffenen Landes behauptet, es gebe kein Problem.

Hilfe von denen, die selbst aus einer armen Weltregion kommen: In Goma im Norden der kongolesischen Provinz Kivu überreicht der Kommandant der UN-Stabilisierungstruppen im Kongo (Monusco) erste medizinische Hilfsgüter aus einer Spendenkampagne des UN-Truppenkontingents aus Bangladesch. (Foto: MONUSCO/ Myriam Asmani)

Die Situation ist so katastrophal, dass sie laut der Vereinten Nationen nur mit jener in Syrien, im Jemen und dem Irak vergleichbar ist: Die Rede ist von der Demokratischen Republik Kongo, wo die politische Krise sich zugleich als Flüchtlingsdrama, Hungerkatastrophe und Zerfall jeglicher Sicherheit und Ordnung ausdrückt. mehr lesen / lire plus

Zukunft von einst

60 Jahre nach der Brüsseler Weltausstellung wird das modernistische Spektakel groß gefeiert. Geboten wird nicht zuletzt ein nostalgischer Blick auf den Glauben an eine Zukunft, die ihren Namen noch zu verdienen schien.

Ein Publikumsmagnet: Die Weltausstellung 1958. (Foto: © Expo58)

In der Ausgabe des „Letzeburger Land“ vom 18. April 1958 dominieren zwei internationale Themen das Titelblatt: Ein großer Artikel von Alfons Pütz befasst sich mit Blockkonfrontation und atomarer Aufrüstung angesichts einer geplanten amerikanisch-sowjetischen Gipfelkonferenz. Darunter, recht klein, die Meldung, dass am Vortag in Brüssel die Weltausstellung eröffnet worden sei. Illustriert durch einen Mini-Plan des Ausstellungsgeländes heißt es darin, dass „außer Belgien 53 Staaten und acht supranationale Institutionen (wie UNO, Montanunion, Europarat usw.) beteiligt“ sind. mehr lesen / lire plus

Der Fotograf Patrick Galbats
: Kunst und Zeugenschaft

Zwei Jahre lang hat der Luxemburger Fotograf Patrick Galbats die Entstehung des Sperrzauns gegen Flüchtlinge an der ungarisch-serbischen Grenze beobachtet. Seine Ausstellung „Hit Me One More Time“ porträtiert nicht nur das bauliche, sondern auch das gesellschaftliche Fundament eines gesamteuropäischen Ungetüms.

Für eine Wiederkunft „Großungarns“: Vorwiegend rechtsradikale Gruppen marschieren jährlich am 4. Juni durch die Straßen von Budapest und fordern die Aufhebung des Trianon-Vertrages. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat dieses Datum zum Feiertag der nationalen Zusammengehörigkeit erklärt. (Fotos: Patrick Galbats)

Breitbeinig steht er da, der hünenhafte Mann in seinem Tarnanzug. Bis vor kurzem hat er noch in Budapest als Drucker gearbeitet. mehr lesen / lire plus

Pflegeversicherung: Non, rien de rien …

(Foto: Pixabay)

Romain Schneider bleibt dabei: An der von ihm zu verantwortenden Reform der Pflegeversicherung gibt es nichts zu drehen, nichts zu verbessern. Daran hält er trotz anhaltender Kritik von Opposition, Gewerkschaften, Patientevertriedung und Pflegedienstleistern fest. Man müsse lediglich anwenden, was im neuen Gesetz stehe beziehungsweise wie es gedacht sei: „Dafür braucht es keine Gesetzesänderung, kein Règlement“, so Schneider am Mittwoch in der Chamber. In den vergangenen Wochen war vor allem über die weggefallenen „courses-sorties“ diskutiert worden, deren Ersatz im Gesetzestext auch laut einem Ministeriumssprecher nicht präzise ausformuliert worden ist (woxx 1461). Es gilt das gesprochene Wort, scheint sich Romain Schneider zu denken und verspricht, die neue Hilfe beim Einkaufen und Spazierengehen erfolge in „besserer und qualifizierterer“ Form. mehr lesen / lire plus

Die Europäische Union
: In schlechter Verfassung


Für den Berliner Staatsrechtler Dieter Grimm resultiert die mangelnde Akzeptanz der EU aus der Abkoppelung von demokratischen Prozessen. Als Motor dieser Entwicklung sieht Grimm, der kommende Woche in Luxemburg gastiert, nicht zuletzt die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs.

Seine Bedeutung für die mangelnde Akzeptanz der EU in der Bevölkerung wird nach Meinung des Rechtswissenschaftlers Dieter Grimm unterschätzt: der Europäische Gerichtshof mit Sitz in Luxemburg. (Foto: EPA-EFE/Julien Warnand)

Den Entwurf für eine EU-Verfassung aus dem Jahr 2004 mag man rückblickend beurteilen, wie man will. Immerhin hatte er eine vergleichsweise breite öffentliche Debatte darüber ausgelöst, gemäß welchen Prämissen die Zukunft der Union gestaltet werden soll. mehr lesen / lire plus

Total Black Hell

Black History Month in Nordamerika – die woxx macht mit: Part I einer dreiteiligen Serie über frühe Punk- und Metal-Bands, die sich ausschließlich aus Schwarzen rekrutierten.

Waren eine der ersten Punk-Bands überhaupt: Das Detroiter Gebrüder-Trio “Death”. Von links nach rechts: David, Bobby und Dannis Hackney. (Foto © Tammy Hackney)

Kaum zu glauben, aber bald zehn Jahre ist es nun schon her, seit das eher für Antifolk renommierte Label „Drag City“ dem Publikum eine Flaschenpost aus den Siebzigerjahren vor den Latz geknallt hat: Eine LP, die bereits 1975 eingespielt worden war! Damals war die Welt im Disco-Fieber, und niemand hatte sich für die sieben wütenden Geniestreiche interessiert. mehr lesen / lire plus

Nachsitzen mit Romain Schneider

Kein guter Start für die Reform der Pflegeversicherung: Dienstleister und das zuständige Ministerium verhandeln öffentlich, was eigentlich bereits vor Inkrafttreten der Reform hätte geklärt werden müssen. Romain Schneider macht dabei keine gute Figur.

Nicht leicht zu verstehen: Auch nach der Streichung der „courses-sorties“ ermöglicht die Pflegeversicherung bis zu zehn Stunden individuelle Begleitung bei Einkauf, Spazieren und Verwaltungsgängen. (Bildquelle: Pixabay)

Eine schlecht durchgeführte Reform lässt sich auch nicht gut kommunizieren. So könnte man die Debatte um das neue Gesetz zur Pflegeversicherung zusammenfassen, die sich im Laufe der vergangenen Woche entsponnen hat. woxx und RTL Radio hatten jeweils unter Berufung auf Marc Fischbach, den Präsidenten des Dachverbandes der Pflegedienstleister (Copas), darauf hingewiesen, dass die sogenannten „course-sorties“ abgeschafft worden seien. mehr lesen / lire plus

Ramelow in Luxemburg

Eine Beleidigung kann auch ein Kompliment sein, wenn sie von den richtigen Leuten kommt. Als „Trottel“ hatte Oskar Lafontaine (Die Linke) jüngst all jene bezeichnet, die vor seiner Idee zur Gründung einer linken Sammlungsbewegung warnen, wie etwa sein Parteifreund, der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow. Lafontaine, der nach herkömmlichen Maßstäben eigentlich der Parteilinken zugerechnet wird, hatte sich zuletzt angesichts der „verfehlten Flüchtlingspolitik“ seiner Partei eher um den Untergang des Abendlandes als um die sozialistische Morgenröte gesorgt. Ramelow gehört seit langem zu den parteiinternen Kritikern der von Lafontaine und Sahra Wagenknecht vertretenen Politik: „Nicht durch das noch schrillere Beschreiben lösen wir die Probleme, sondern durch gelingende Integration“, warnte er bereits im April 2016. mehr lesen / lire plus

Lärmender Wintergeist

Konzept mit Sogwirkung: beim „Winter Ghost“ in Gent gab’s Kunst und Krach im Karussell.


Fand am vergangenen Samstag bereits zum dritten Mal statt: das Winter Ghost-Festival in Ghent. (Bildquelle: Winter GHOST Gent)

Man nehme vier um einen Platz gruppierte Locations, ein Dutzend Bands, eine Handvoll Getränke- und Food-Trucks – und fertig ist das Winter-Festival. Das für seine lebendige Musikszene bekannte Gent wusste am vergangenen Samstag mit dieser schönen Idee aufzuwarten: Bereits zum dritten Mal fand das so genannte „Winter Ghost“-Festival statt, bei dem nicht nur rund um die St. Jakobskirche, sondern auch innerhalb ihrer Mauern um die Wette gelärmt wurde. mehr lesen / lire plus

Pflegeversicherung mit Handicap

Da hat sich wohl jemand zu wenig Hilfe geholt: Romain Schneiders Reform der „assurance dépendance“ reflektiert nicht die Alltagserfahrungen der Betroffenen. Doch die melden sich jetzt zu Wort.

Oft braucht es nicht viel Unterstützung, aber zielgerichtet muss sie sein: Hilfe zur Autonomie. (Bild: Pixabay)

Noch keinen Monat ist die reformierte Pflegeversicherung wirksam – und schon steht sie massiv in der Kritik. Formuliert wird diese Kritik von denen, die direkt und ohne Verzögerung zu spüren bekommen, was sich seitdem geändert hat: Das sind zum einen die Pflegedienstleister; aber auch eine Betroffene hat öffentlich deutliche Worte gefunden. Zwar wisse sie nicht, wer das Gesetz „verbrochen“ habe, schrieb die 76-jährige Anne Fixmer in einem an die zuständigen Minister für Gesundheit (Lydia Mutsch) respektive Sozialversicherung (Romain Schneider) gerichteten offenen Brief: „Auf jeden Fall ist es nicht ausgereift und birgt eine Menge Probleme für Alleinstehende.“

Fixmer ist unter anderem von der Streichung der sogenannten „courses-sorties“ betroffen, also der Hilfe beim Einkaufengehen oder beim Verwaltungsgang. mehr lesen / lire plus

Pflegeversicherung: „Eine Flickarbeit“

Seit Anfang Januar ist die reformierte „assurance dépendance“ in Kraft. Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Kritik daran berechtigt war, meint der Dachverband der Pflegedienstleister.

(Foto: Pixabay)

Eine definitive Evaluation könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht liefern, aber: „Was wir befürchtet haben, wird wohl auch eintreten: ein starker Rückgang der Leistungen im Vergleich zum Jahr 2017 und stärker noch im Vergleich zu 2016“. Gegenüber der woxx liefert Marc Fischbach, der Präsident des Dachverbands der Pflegedienstleister (Copas), zur Anfang Januar in Kraft getretenen Reform der Pflegeversicherung kein zuversichtliches erstes Resümee.

Von Anfang an hatten Copas, Patientevertriedung und auch die Chambre des salariés die geplante Reform mit massiver Kritik überzogen. mehr lesen / lire plus

Iran: Das Schweigen der EU

Eine Debatte des Europäischen Parlaments zur Situation im Iran zeigte: Europa tut sich schwer damit, eindeutig Position zu beziehen und etwa die Protestbewegung zu unterstützen.

Wegen ihrer nachgiebigen Haltung gegenüber dem iranischen Regime in der Kritik: Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, hier 2016 mit dem iranischen Außenminister Mohammed Sarif in Teheran. (Bildquelle: wikimedia)

Wer sich angesichts des brutalen Vorgehens des iranischen Regimes in den vergangenen Wochen gegen Demonstrantinnen und Demonstranten eine halbwegs geschlossene Reaktion des EU-Parlaments erhofft hatte, sah sich am Dienstag in Straßburg enttäuscht. Stattdessen nutzten nicht wenige Abgeordnete eine Debatte zur Situation im Iran ähnlich wie zuvor die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, um noch einmal die europäische Verpflichtung zur Einhaltung des Atomabkommens (JCPOA) mit dem Iran zu bekräftigen und den US-Präsidenten Donald Trump zu kritisieren, nachdem dieser Europa ultimativ aufgefordert hatte, eine Verschärfung der Auflagen gegen den Iran mitzutragen. mehr lesen / lire plus

Strassenfotografin Vivian Maier
: „Her way, or no way“

Die Fotografin Vivian Maier hat Zeit ihres Lebens nie ausgestellt. In ihrem Nachleben hat sie sich daher einen legendären und geheimnisumwitterten Ruf erworben. Mit einer fulminanten Biografie hat die Fotokünstlerin und Wissenschaftlerin Pamela Bannos nun ein wenig Schärfe in das verschwommene und verzerrte Bild von Vivian Maier gebracht.

„Neugier und sogar Voyeurismus sind die Basis der Straßenfotografie“: Vivian Maier-Biografin und Fotografie-Professorin Pamela Bannos über das Genre, in dem die Arbeiten von Vivian Maier anzusiedeln sind. 
(Foto: Unpublished work © 2017 The Estate of Vivian Maier. All rights reserved.)

Verweigerung in der Kunst ist ein Akt, der nicht zuletzt auf die Aura des Geheimnisvollen, auf ästhetische Steigerung spekuliert. mehr lesen / lire plus

Vivian Maier-Biografin Pamela Bannos
: „Es ging ihr um den Akt 
des Fotografierens“

Die Geschichte der Fotografin Vivian Maier wurde bislang vor allem so erzählt, dass ihr Werk sich damit gut vermarkten lässt. Im Gespräch mit der woxx erklärt die Maier-Biografin Pamela Bannos, weshalb sie denkt, dass ihre Version die richtige ist.

Auf der Suche nach Vivian Maier: Das Selbstporträt ist ein zentraler Bestandteil von Maiers Werk. (Foto: Unpublished work © 2017 The Estate of Vivian Maier. All rights reserved)

woxx: Ist Vivian Maiers Biografie eine traurige Geschichte?


Pamela Bannos: Nein. Sie hatte ein sehr erfülltes Leben. Es gibt eine Dissonanz zwischen der „oral history“ und der Geschichte, die ihre Fotografien erzählen. Was wir aus ihnen lernen, liegt länger zurück als das, was heutzutage Leute von ihr erzählen, die sie noch gekannt haben. mehr lesen / lire plus

Straßenfotografie in Luxemburg
: „Das Smartphone 
ist kein Tabu“


Paul Bintner gehört zu den Gründer*innen des Kollektivs „Street Photography Luxembourg“. Die woxx hat sich mit ihm über das Fotografieren in Luxemburg-Stadt, Spontaneität und das Überschreiten von Grenzen unterhalten.

Zwischen Vorhersehbarkeit und Sich-Treiben-Lassen: Straßenfotografie auf der Suche nach der Perspektive. (Foto: Paul Bintner)

woxx: Weshalb wurde „Street Photography Luxembourg“ gegründet?


Paul Bintner: Das ging daraus hervor, dass ich vor knapp fünf Jahren angefangen habe, Fotos in der Stadt, also „street photography“ zu machen. Ganz auf mich allein gestellt, war mir das auf die Dauer etwas zu langweilig. Deshalb habe ich Mitstreiter*innen gesucht und wir haben uns dann zu einem Kollektiv zusammengeschlossen. mehr lesen / lire plus

Das Gedächtnis des Augenblicks

Von „streetphoto.lu“ bis zur Fotografin Vivian Maier: mit einem sechsseitigen Weihnachtsspecial widmet sich die woxx in der kommenden Printausgabe dem Thema Straßenfotografie.

Auf der Suche nach der Perspektive: Straßenszene in Luxemburg, festgehalten von Paul Bintner. (Foto: Paul Bintner)

Spontaneität ist das zentrale Element eines fotografischen Genres, dass sich in den vergangenen Jahren wieder zunehmender Beliebtheit erfreut: die Rede ist von der Straßenfotografie. Derzeit läuft im Städtischen Museum in Luxemburg die Ausstellung „Leit an der Stad – Luxembourg Street Photography, 1950-2017“, die „Klassiker“ der Luxemburger Straßenfotografie wie Batty Fischer und Tony Krier mit zeitgenössischen Arbeiten wie jenen des Kollektivs „Street Photography Luxembourg“ vereint. mehr lesen / lire plus

Gründung der Frankfurter Schule: Jenseits des Salons

Für viele gute Ideen braucht es leider Geld – Felix Weil hatte beides. Jeanette Erazo Heufelder hat eine schöne Biographie über den Stifter des legendären Instituts für Sozialforschung geschrieben.

(Quelle: Berenberg Verlag)

„Es gibt kaum Fotos von Felix Weil.“ Mit dieser lapidaren Feststellung beginnt das Buch über den Stifter der „Frankfurter Schule“. Doch wer legt schon Wert auf Fotos, wenn er von einem Künstler wie George Grosz verewigt worden ist?

Grosz‘ 1926 entstandenes Porträt seines Freundes ziert den Einband der Biographie über den „argentinischen Krösus“, der als Erbe eines südamerikanischen Getreideimperiums Gesellschaftskritikern wie Erich Fromm, Theodor W. Adorno und Max Horkheimer die unabhängige Arbeit erst ermöglicht hat. mehr lesen / lire plus

Juncker: ohne Journalismus gut informiert

Unmenschlich, aber effizient – so brachte Jean-Claude Juncker die EU-Flüchtlingspolitik zu Libyen laut Journalisten jüngst auf den Punkt. Das System funktioniert, solange es keinen öffentlichen Aufschrei gibt.

„Der Präsident braucht weder Fernseh-Reportagen noch Fragen von Journalisten, um zu wissen, was los ist.“ Mit diesen Worten gab EU-Kommissionssprecher Alexander Winterstein am vergangenen Donnerstag beim mittäglichen Pressebriefing einem Medienvertreter Bescheid.

Der Journalist hatte eine ebenso simple wie berechtigte Frage gestellt: Könne es sein, dass eine von Jean-Claude Juncker beim EU-Afrika-Gipfel angekündigte Task Force zum Schutz von Flüchtlingen in Libyen und deren geplante Evakuierung einzig auf eine viel beachtete Reportage von CNN zurückgeht? mehr lesen / lire plus

Integration von Flüchtlingen: Mateneen?

Ohne Hilfe privater Initiativen wäre der Staat an der „Flüchtlingskrise“ gescheitert. Nun jedoch müssen die verschiedenen Integrationsangebote koordiniert werden. NGOs kritisieren, das zuständige Ministerium habe daran weder ein Interesse noch die dafür nötige Strategie.

Ausreichend einbezogen? Diese Frage stellt sich nicht nur angesichts in Luxemburg angekommener Flüchtlinge, sondern auch hinsichtlich des staatlichen Umgangs mit Initiativen, die sich um die NeubürgerInnen kümmern. (Foto: EPA/Julian Stratenschulte)

Es knirscht im Getriebe, das private und öffentliche Flüchtlingshilfe miteinander verzahnt: Zu wenig Gesprächsbereitschaft, zu wenige Ambitionen – so lässt sich knapp zusammenfassen, was bisweilen über das integrationspolitische Management der zuständigen Ministerin Corinne Cahen und die Kooperation mit den NGOs zu hören ist. mehr lesen / lire plus