Belgien
: Schleuser und Gendarm

Belgien hat sich zum Zentrum der Transitmigration nach Großbritannien entwickelt. Regierung und Menschenschmuggler liefern sich ein Katz- und Mausspiel. Die Zeche zahlen jene, die dem Mythos England hinterherjagen.

Auf dem Weg nach England: Hunderte Transitmigranten campierten diesen Sommer über im Park Maximilien in der Brüsseler Innenstadt. (Fotos: EPA-EFE/Stéphanie Lecocq)

Akribisch sucht der Polizist das Gebüsch ab. Er biegt die Äste hinter dem Bretterzaun zur Seite und späht durch das Unterholz. Nach einer Weile geht er weiter. Wenige Schritte nur, dann nimmt er sich den nächsten Abschnitt vor. Ein paar Hundert Meter hat er sich auf diese Weise von seinem Streifenwagen entfernt. mehr lesen / lire plus

Bosnien und Herzegowina: Nadelöhr nach Europa

An der bosnischen Grenze zu Kroatien können Flüchtlinge auf die Unterstützung der kriegserfahrenen Bevölkerung zählen. Die lokalen Helfer*innen rechnen mit einem dramatischen Anstieg der Zahl derer, die auf dem Weg in die EU ihr Glück nun hier versuchen. Zweiter und letzter Teil unserer Reportage.

Kräfte sammeln, bevor es weitergeht: Flüchtlinge campieren im Stadtpark der an der Grenze zu Kroatien gelegenen bosnischen Kleinstadt Velika Kladuša. (Fotos: Lorenz Matzat)

Ein Abend Anfang Mai. Im Stadtpark von Velika Kladuša, im äußersten Nordwesten Bosnien-Herzegowinas gelegen, machen sich elf Personen zu Fuß auf den Weg in Richtung Grenze. Sollte es ihnen gelingen hinüberzukommen, liegt ein schmaler Streifen Kroatien vor ihnen. mehr lesen / lire plus

Bosnien und Herzegowina
: Flucht ohne Ankunft


Seit zwei Jahren ist die sogenannte „Balkan-Route“ praktisch dicht. Tausende Migranten sitzen fest. Ihnen gilt Bosnien und Herzegowina als letztes Schlupfloch in die EU. Der Weg führt über Sarajevo, von wo die Menschen vor nicht allzu langer Zeit selbst geflohen sind. 
Teil I einer zweiteiligen Reportage.

Die Bilder gleichen sich: Flüchtlinge campen im Park von Sarajevo, doch es könnte auch Brüssel sein oder Berlin. (Fotos: Lorenz Matzat
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Die Schlange windet sich am Rand des leeren Bahnhofsvorplatzes entlang. 50 oder 60 Menschen, als Silhouetten nur erkennbar, warten im schwachen Schein der wenigen Laternen auf einen Plastikteller voll Reis. Es ist kurz nach 21 Uhr. mehr lesen / lire plus

Belgien
: Müll als Message

Verpackung im Supermarkt zurücklassen, um Warenanbieter zum Umdenken zu zwingen. Mit „Plastic Attack“ kommt eine britische Aktionsform nun auch auf dem Kontinent in Mode. Letzte Woche war Premiere in Brüssel – die woxx war dabei.

Gegen überflüssige Plastikverpackung: 
die Initiative 
„Plastic Attack“. (Foto: Plastic Attack Belgium)

„Ein Skandal, all dieser Kunststoff!“ – Minutenlang schon steht Fanny am Ausgang des Supermarkts, holt Äpfel, Paprika und andere Waren aus ihren Plastikhüllen und entsorgt sie in einem von zwei riesigen Kartons. Ihre Freundin Amélie müht sich derweil mit einer einzeln verpackten Gurke ab. „Eigentlich probieren wir, kein Plastik zu kaufen“, sagt sie. Ein Versuch, der offenbar kaum umzusetzen ist. mehr lesen / lire plus

Niederlande: Die neue Versäulung

Nach den Kommunalwahlen ähnelt die politische Landschaft der Niederlande mehr denn je einem Flickenteppich.

Lokale Interessenverbände lagen häufig vorn: Bei den Kommunalwahlen am 21. März in den Niederlanden. (Foto: EPA-EFE/Robin Utrecht)

Fragmentierung. Kein anderes Wort hörte man nach den niederländischen Kommunalwahlen in der vergangenen Woche häufiger, wenn deren Ergebnis zur Sprache kam. Wie gravierend die Zersplitterung ist, zeigt sich an zwei Zahlen: Zum einen reichten den im Parlament regierenden Christdemokraten (CDA) und Liberalen (VVD) gerade einmal 13,5 respektive 13,3 Prozent der Stimmen, um auch auf kommunaler Ebene landesweit die stärksten Parteien zu werden. In nicht weniger als 164 der insgesamt 335 Kommunen, knapp der Hälfte also, konnte sich eine Lokalpartei durchsetzen. mehr lesen / lire plus

Europäische Kulturhauptstadt Leeuwarden: Von der Universalität der Provinz


Die Europäische Kulturhauptstadt Leeuwarden organisiert ein dezentrales Festival, in ganz Friesland werden Dörfer zur Bühne. Ein Blick auf die Peripherie.

Wo Natur, Provinz und Kultur zusammenkommen: Friesland – vielleicht auch eine Inspiration für die momentan umkämpfte Kulturhauptstadt Esch 2022. (Foto: ©friesland.nl)

Als Titus Tiel Groenestege und Geert Lageveen zum ersten Mal ihren neuen Arbeitsplatz betreten, sind sie hell begeistert. Vor langen Reihen mit Tomatenpflanzen sind frische Bretter verlegt, deren Holzaroma sich mit dem der Pflanzen mischt. Dahinter erhebt sich eine steil ansteigende Tribüne mit neun Reihen dunkelblauer, im Halbkreis angeordneter Plastikstühle: eine Spur Amphitheater im kargen Hinterland der Wattenküste. „Was haben wir uns da bloß ausgedacht!“, sagt Lageveen zu Groenestege und grinst. mehr lesen / lire plus

Niederlande
: Im Irrgarten der Identitätspolitik


Bei den niederländischen Gemeindewahlen treffen insbesondere in Rotterdam rechte auf migrantisch geprägte Parteien. Interessenpolitik wird zusehends mit identitären Ideologien verquickt. Für kommunale Themen ist allenfalls am Rande noch Platz.

Ihm dienen selbst die Kommunalwahlen als Plattform für den „Volksaufstand“: Geert Wilders auf einer Demonstration seiner Partei PVV gegen die Politik der Regierung, Islamisierung und die „Diskriminierung der Niederländer“ am 20. Januar 2018 in Rotterdam. (Foto: EPA-EFE/Robin Utrecht)

Ein Raunen geht durch die Reihen. Erwartungsvoll drängen Hunderte Menschen, ausgestattet mit rot-weiß-blauen Fahnen, vom Rotterdamer Bahnhofsplatz in Richtung eines grasbewachsenen Hügels, der gänzlich unspektakulär an den Tram-Schienen liegt. Umringt von Personenschützern steht dort ein Mann im blauen Jacket. mehr lesen / lire plus

Niederlande
: Stoff vom Staat

Die niederländische Regierung plant einen regulierten Marihuana-Anbau. Damit will man dem lukrativen Schwarzmarkt das Wasser abgraben, der die Coffee-Shops mit der Droge beliefert. Damit das klappt, muss allerdings auch die Warenvielfalt stimmen.

Die Betreiber des Coffee-Shops „Het Paradijs” in Breda und der dortige Bürgermeister sind sich hinsichtlich des staatlich organisierten Marihuana-Anbaus einig: „Wenn wir keinen Straßenhandel wollen, brauchen wir eine gewisse Qualität und Vielfalt, um am Markt bestehen zu können.“ (Foto: Het Paradijs)

Wer in Rotterdam wohnt und gerne Gras konsumiert, kann sich die berauschenden Rauchwaren womöglich bald online nach Hause bestellen. Oder man geht einfach in einem staatlich betriebenen Fachgeschäft vorbei und deckt sich ein, ähnlich wie man sich in Schweden in speziellen Läden den Alkohol besorgt. mehr lesen / lire plus

Mladić-Urteil
: Was für Fikret Alić wichtig ist

Mit dem Urteil gegen Ratko Mladić ging der letzte Prozess vor dem Jugoslawien-Tribunal (ITCY) in Den Haag zu Ende. Fraglich ist, ob die Urteile über die individuelle Bestrafung hinaus auch gesellschaftliche Wirkung entfalten werden. Es gibt Skepsis, aber auch leise Hoffnung.

Sein vermutlich letzter Auftritt für längere Zeit: Ratko Mladić vor der Urteilsverkündung beim Gang in den Gerichtssaal in Den Haag. (Foto: EPA-EFE/Peter Dejong/Pool)

Die großen Tage des Jugoslawien-Tribunals in Den Haag erkennt man daran, dass die ersten Demonstranten schon vor der Morgendämmerung da sind. Dasselbe gilt für die Kamera-Teams, die in Stellung gehen und ihre Beleuchtung setzen. Und natürlich darf auch Fikret Alić nicht fehlen: In dicker Winterjacke und mit schwarzer Mütze steht er da im Wind und raucht, und wie immer hat er das Titelbild des „Time“-Magazins dabei, das ihn im August 1992 weltberühmt gemacht hat. mehr lesen / lire plus

Rechtspopulismus: Es geht in die Verlängerung

Im Kampf gegen den Populismus sollte das europäische Superwahljahr 2017 eine entscheidende Rolle spielen. Dem vorschnellen Aufatmen folgte Ernüchterung. Derweil formiert sich auf der Rechten das Feld neu.

Nicht nur über Tschechien braut sich was zusammen: Der Populist Andrej Babiš hat Ende Oktober die dortigen Parlamentswahlen gewonnen und ist damit das neueste unter den Europa-Schreckgesichtern. (Foto: EPA-EFE/Martin Divisek)

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: In Wien wird in nicht allzu ferner Zeit die Rechts-Regierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz vereidigt. Neben dessen konservativer ÖVP ist auch die FPÖ beteiligt, die eine notorische Nähe zu deutsch-nationalen Burschenschaften pflegt. Durch Europa rauscht daraufhin ein Sturm von Entrüstung, der in EU-Sanktionen gipfelt. mehr lesen / lire plus

Deutschland
: Albtraum in Himmelblau

Die „Alternative für Deutschland“ (AfD) könnte bald drittstärkste Partei im Bundestag werden. Warum hält ihr Aufschwung noch immer an? 
Eine Spurensuche in Sachsen. Zweiter und letzter Teil unserer Serie zu den Bundestagswahlen.

Kämpfen für Deutschland, Babys und Bikinis: Wahlkampfplakate der „Alternative für Deutschland“. (Foto: Tobias Müller)

Am Abend des 11. September 2017 wird in einem kleinen Ort in Mittelsachsen die Querfront vermessen, wie man unter Rechten die Idee eines Bündnisses mit den Linken nennt. Die jedoch kann sich in Gestalt von Bertolt Brecht, dessen Zitat zur Dämmerstunde auf dem Marktplatz von Waldheim erklingt, nur schlecht gegen solche Avancen wehren. Am Mikrofon vor dem Wahlmobil der „Alternative für Deutschland“ (AfD) steht Thomas Goebel, Malermeister und Bundestagskandidat. mehr lesen / lire plus

Deutschland
: Strohfeuer oder Morgenrot


Das Dilemma der SPD: sich erneuern, ohne die sozialdemokratische Identität zu verlieren. Eine Bestandsaufnahme zwischen Spitzenkandidat und Basis. Teil I unserer zweiteiligen Serie vor den Bundestagswahlen.

Ehrenretter der Unterschätzten? Martin Schulz mit sozialdemokratischer Entourage am vergangenen Samstag in Saarlouis. (Foto: Youtube)

Kurz vor Ende des Wahlkampfs ist Oliver Kacmarek mit seinem Latein am Ende. Nicht, dass er keine Motivation mehr verspürt – im Gegenteil. „Selbstbewusst weiterkämpfen“ will er. Noch bleiben zwei Wochen. „Eine Frage der Körperhaltung“ ist das für ihn, Spross einer Bergmannsfamilie aus dem östlichen Ruhrgebiet. Verzagen? Nicht mit ihm. Aber was er sich einfach nicht erklären kann, ist dies: Was ist passiert mit seinem Kanzlerkandidaten? mehr lesen / lire plus

Brasilien
: Präsidentschaft oder Knast

Konfrontiert mit Korruptions-
vorwürfen und wachsenden sozialen Konflikten, will die Arbeiterpartei Brasiliens an die Ära von Präsident Lula anknüpfen. Einblicke in einen heißen Winter auf der Südhalbkugel.

„Wahlen ohne Lula sind Betrug»: Demonstration am 20. Juli in São Paulo. (Foto: Tobias Müller)

Am 12. Juli dieses Jahres wurde Luíz Inacio Lula da Silva endgültig zum gefallenen Helden. Ein Gericht in Curitiba urteilte, der frühere Präsident habe sich von einer Baufirma mit gut einer Million Euro bestechen lassen. Als Gegenleistung für lukrative Aufträge von „Petrobras“, dem halbstaatlichen Ölkonzern, habe die Bauunternehmung Lula ein Luxus-Appartement im exklusiven Küstenort Guarujá renoviert. Neuneinhalb Jahre Haft stehen ihm nun bevor, ein Strafmaß, das nun noch in höherer Instanz bestätigt werden muss. mehr lesen / lire plus

Frankreich: Rückkehr nach Calais


Vergangenen Herbst erklärten die französischen Behörden das Flüchtlingsproblem am Kanal für beendet. Doch längst sind die Migranten zurück. In Sichtweite des Sehnsuchtsorts Großbritannien bahnt sich eine neue Eskalation an.

Kostbare Körperpflege: Nach der Räumung des „Jungle“ von Calais sind Migranten, die versuchen, nach England zu gelangen, auf die mobile Infrastruktur der Hilfsorganisationen angewiesen. (Foto: Daniel Seiffert)

Mick Jagger, Elizabeth II. und Alfred Hitchcock stehen am Strand von Calais. Es ist Freitagabend, eigentlich beinahe Nacht, doch so früh im Sommer liegt ganz im Westen des europäischen Festlands noch immer ein Stück Dämmerung über dem Meer. Die drei britischen Ikonen könnten sich fragen, was sie hier eigentlich zu suchen haben, am Rand dieser Hafenstadt, gegenüber den White Cliffs of Dover, die man tagsüber manchmal vom Strand aus sieht. mehr lesen / lire plus

Niederlande: Vorreiter der Regression


Was zum europäischen Schicksalsjahr werden könnte, beginnt in den Niederlanden. Mitte März könnte Geert Wilders’ „Partij voor de Vrijheid“ dort bei den Parlamentswahlen vollenden, was mit dem vor 15 Jahren ermordeten Pim Fortuyn einst seinen Anfang genommen hat.

Jedem sein Populismus: Selçuk Öztürk (links) und Tunahan Kuzu (rechts) von der niederländischen DENK-Partei stehen der Partei AKP des türkischen Präsidenten Erdoğan nahe. (Foto: EPA/Bart Maat)

Als sich der Publizist Pim Fortuyn 2002 anschickte, die niederländische Politik aufzumischen, war man im Rest Europas verwundert bis schockiert: Scheinbar aus dem Nichts erschien da ein schwuler Dandy und avancierte mit markigen Sprüchen gegen Multikulti und Islamisierung vor den Parlamentswahlen zum aussichtsreichsten Kandidaten. mehr lesen / lire plus

Europas Rechte
: Identitärer Schulterschluss

In Koblenz haben Europas Rechte gefeiert, dass sie politisch derzeit im Aufwind sind. Doch über ein Bekenntnis zur Wiedergeburt der Vaterländer ging die Veranstaltung kaum hinaus.

„Faschismus muss deutsch bleiben“: Mitglieder der im Umfeld der Satirezeitschrift „Titanic“ gegründeten „Partei“ demonstrierten am vergangenen Samstag in Koblenz gegen einen Schulterschluss der europäischen Rechten. (Foto: DIE PARTEI)

Schwer hängt das Bockwurst-Aroma über den Tischen, die vor dem Großen Konferenzsaal der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz aufgebaut sind. Es ist Mittagspause. Die knapp 1.000 Anhänger der Alternative für Deutschland und ihre europäischen Verbündeten haben sichtbar Appetit bekommen, vom Jubeln und Klatschen, den Euphorie-Schüben, den frenetischen „Merkel muss weg“-Sprechchören. mehr lesen / lire plus

Calais
: Die Flammen besorgen den Rest


Im Eiltempo räumen die französischen Behörden das Flüchtlingscamp bei Calais. Dabei geht es mehr darum Tatkraft zu zeigen als Lösungen zu finden.

Das Ende des „Jungle“? Ein paar Tausend MigrantInnen sind per Bus in eins der Aufnahmezentren irgendwo in Frankreich gebracht worden. (Foto: © Julia Druelle)

Das Ende des „Jungle“? Ein paar Tausend MigrantInnen sind per Bus in eins der Aufnahmezentren irgendwo in Frankreich gebracht worden. (Foto: © Julia Druelle)

Nach zweieinhalb Tagen meldet Fabienne Buccio Vollzug. Kurzfristig tritt die Präfektin am Mittwochnachmittag vor die Presse und erklärt ihre Mission für erfüllt. „Es ist das Ende des ‘Jungle’. Es gibt keine Migranten mehr im Camp.” Fürwahr, ein schneller Abschluss der großen Räumungsaktion, die nach Willen der Behörden endgültig einen Punkt unter das Thema Transitmigranten in Calais setzen soll. mehr lesen / lire plus

Belgien
: Etwas bleibt immer hängen

Nach dem Attentat auf dem Brüsseler Flughafen gerät ein junger belgischer Unternehmer in den Verdacht, der „Mann mit dem Hütchen“ zu sein. Inzwischen ist das Verfahren eingestellt. Doch er selbst hat schweren Schaden genommen.

Wurde verdächtigt, einer der Brüsseler Attentäter zu sein: Der belgische Unternehmer Adnan Ahmad. (Foto: Tobias Müller
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Wurde verdächtigt, einer der Brüsseler Attentäter zu sein: Der belgische Unternehmer Adnan Ahmad. (Foto: Tobias Müller
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Wenn Adnan Ahmad vorfährt und aus seinem Auto springt, wirkt er wie ein Jungunternehmer aus dem Bilderbuch. Coffee-to-go-Becher in der Hand, zurückgekämmte Haare, hellgrauer Anzug. Sogleich streift er das Jacket ab und lädt den einzigen Mitarbeiter zu einer Begrüßungszigarette in den Hof ein. Grinsend sagt er: „Wochenlang regnet es, und kaum ist es ein paar Minuten warm, stehen wir im Schatten. mehr lesen / lire plus

Europäische Union: And the winner is …

In Europa wird gestritten, wem der „Brexit“ wohl mehr schaden wird: der EU oder Großbritannien. Ein Gewinner indes scheint festzustehen: die europäische Rechte sieht sich im Aufwind. Doch auch Linke haben für einen Ausstieg gestimmt.

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Brexit-Befürworter Nigel Farage von der rechten Ukip-Partei bei der parlamentarischen Aussprache vor der Wahl von Jean-Claude Juncker zum Kommissionspräsidenten im Juli 2014. (Fotorechte: Europäisches Parlament)

Es war ein Tag der Freude für Geert Wilders. Bereits am Freitagmorgen, die Medien auf dem Kontinent vermeldeten das Ergebnis aus Großbritannien noch als vorläufig, schickte seine „Partij voor de Vrijheid“ (PVV) bereits eine vollmundige Pressemeldung in die Welt. „Die PVV gratuliert den Briten zum Unabhängigkeitstag. mehr lesen / lire plus

Belgien
: Mit Schokolade in den Staatszerfall


Groteske Ermittlungsfehler, widersprüchliche Behörden-Angaben: einmal mehr scheint sich Belgien nach den Terroranschlägen von einer Seite zu präsentieren, die man von dort nicht nur bei den Medien bestens zu kennen glaubt. Dabei werden auch allerlei Stereotype bedient.

Darf man das noch mögen? 
Auch in Belgien ist man verunsichert, nicht nur was die dem Land zugeschriebenen Sekundärtugenden betrifft. (Foto: Thorsten Fuchshuber)

Es ist der 22. März 2016, wenige Stunden nach den Anschlägen auf den Flughafen Zaventem und die Metro-Station Maelbeek. Ein Anruf bei der belgischen Anti-Terror-Behörde OCAD: „Also noch einmal, bitte, 13 Tote in der Metro-Station, und 13 am Flughafen, stimmt das?“ – „Ja.“ – „Andere Stellen haben aber andere Zahlen genannt.” – „Moment, dann frag‘ ich eben nach.“ Es dauert ein paar Momente, dann bestätigt der Mann am Telefon die Statistik. mehr lesen / lire plus