Jugoslawien-Tribunal
: Letzter Akt für Karadžić


In Den Haag wird kommenden Donnerstag das Urteil gegen den bosnisch-serbischen Ex-Präsidenten Radovan Karadžić verkündet. Der Prozess spiegelt den fragilen Zustand auf dem Balkan wider.

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Die Staatsanwaltschaft will Radovan Karadžić lebenslänglich hinter Gitter sehen, doch er selbst beurteilt seine Chancen auf einen Freispruch optimistisch: Unser Bild zeigt den ehemaligen bosnisch-serbischen Präsidenten bei seinem ersten Auftritt vor dem Jugoslawien-Tribunal am 31. Juli 2008 in Den Haag. (Foto: ICTY photos / Flickr)

497 Verhandlungstage, 565 Zeugen, 11.000 Beweisstücke mit fast 80.000 Seiten Umfang – diese Zahlen deuten die prominente Stellung an, die der Prozess gegen Radovan Karadžić im Rahmen des Jugoslawien-Tribunals der Vereinten Nationen (ICTY) einnimmt. mehr lesen / lire plus

Polen
: Zwei verschiedene Nationen


Die Spaltung der polnischen Gesellschaft wurde durch den konservativen Wahlerfolg sichtbar, doch neu ist sie keinesfalls. Manche sehen den Ursprung in der post-kommunistischen Transformation.

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Jesus-Statue im polnischen Swiebodzin: Auch das historische Vorbild war ein Flüchtling; doch viele Polen wollen den Fliehenden von heute kein neues Ägypten sein. (Fotos: Daniel Seiffert)

In Jesus‘ Schoß ist jede Menge Platz. Dennoch findet sich dort nur ein einsames Paar. Der Blick der beiden schweift über die nachmittägliche Landschaft. Vor ihnen liegen Reihenhäuser, eine Kebab-Bude, die Plattenbausiedlung am Rand von Swiebodzin. Über ihnen streckt die höchste Christus-Statue der Welt ihre Arme aus. Das Vermächtnis eines Pfarrers, der aus seiner Stadt einen Wallfahrtsort machen wollte. mehr lesen / lire plus

Frankreich
: Tränengas im Dschungel


Frankreichs Behörden wollen das Flüchtlingscamp bei Calais Schritt für Schritt verkleinern. Kälte und Polizeigewalt helfen dabei.

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Zusammenpacken im „Jungle“: Im Elend des improvisierten Flüchtlingscamps bei Calais zeigt die europäische „Willkommenskultur“ seit Jahren ein hässliches Gesicht. (Bilder: Henny Boogert)

Mit Wucht stößt die Baggerschaufel in den gefrorenen Grund. Fest greifen die Zähne in Plastikplanen, Zeltreste und Klamotten, die hier, am äußersten Rand des Geländes, auf dem Boden zurückgelassen wurden. Wenig später landet alles in einem Müllcontainer. Zusammen mit den anderen Überbleibseln von Behausungen, bei nassen Schlafsäcken und Brettern. Einige Dutzend Beamte der Aufstandsbekämpfungs-Polizeieinheit CRS sichern an diesem bitterkalten Morgen die Abbruchstelle. Mehr der Form halber stehen sie da, denn Proteste gibt es nicht. mehr lesen / lire plus

Belgien und der Jihadismus
: Nichts wie weg aus Molenbeek


Während ein Heer von EU-KorrespondentInnen über Nacht zu Experten über den Jihadismus in Brüssel avancierte, wurde das Problem im Land jahrelang unterschätzt oder instrumentalisiert. Dahinter verbirgt sich eine vielschichtige Situation, die wohl für viele Großstädte Europas paradigmatisch ist.

Journalisten bei der Arbeit: 
Auf der Suche nach einer einleuchtenden Analyse des islamistischen Terrors in Europa richten sich derzeit Finger und Augen auf den Brüsseler Stadtteil Molenbeek.
 (Foto: Internet)

Journalisten bei der Arbeit: 
Auf der Suche nach einer einleuchtenden Analyse des islamistischen Terrors in Europa richten sich derzeit Finger und Augen auf den Brüsseler Stadtteil Molenbeek.
 (Foto: Internet)

Im vergangenen Jahr wurde die Kommune Molenbeek, ein Stadtteil Brüssels mit rund 100.000 Einwohnern, von der Föderation Wallonie-Brüssel zu ihrer „Kulturellen Hauptstadt“ gekürt. Während des Fest-Programms wurde das Viertel unter anderem als „kultureller Schmelztiegel” gefeiert. mehr lesen / lire plus

EU-Grenzpolitik
: Abschied von Europa


In den Zentren der EU wird der Brüsseler Sondergipfel als Durchbruch für eine gemeinsame Flüchtlingspolitik propagiert. An ihrem südöstlichen Rand bilden derweil Chauvinismus und drastische Symbole ein immer verhängnisvolleres Geflecht um die Migrationspolitik.

Auf freiwillige Helfer angewiesen: Auch im serbischen-kroatischen Grenzgebiet, wie hier bei Tovarnik, wurde in den vergangenen Wochen von öffentlicher Seite zum Teil selbst minimale Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln nicht bzw. nicht ausreichend gestellt. (Fotos: )

Auf freiwillige Helfer angewiesen: Auch im serbischen-kroatischen Grenzgebiet, wie hier bei Tovarnik, wurde in den vergangenen Wochen von öffentlicher Seite zum Teil selbst minimale Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln nicht bzw. nicht ausreichend gestellt. (Fotos: Julia Druelle)

Wer sich an der Grenzanlage 
Drávaszabolc den mit Stacheldraht bewehrten, auch nachts durch Scheinwerfer hell erleuchteten Zaun von der ungarischen Seite aus ansehen will, muss erst an Rita Hirsch vorbei. Ob das gelingen wird, ist allerdings die Frage, denn der Durchgang durch das Ungetüm, das englische Medien schlicht als „hungarian wall“ bezeichnen, wird von einer eifrigen Grenzschützerin in dunkelblauer Uniform bewacht. mehr lesen / lire plus

EU-Grenzpolitik
: Verschiebebahnhof der Willkür


Die Flucht über die Balkanroute führt durch ein Labyrinth von Grenzen, die sich je nach Laune der Regierungen öffnen und schließen. Angesichts von Nationalismus und Ressentiments wird der Weg für Migranten immer mehr zum Spießrutenlauf. Die woxx hat einige von ihnen ein Stück begleitet.

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Haben eine Existenz hinter sich gelassen: Menschen auf der Flucht, im ungarisch-serbischen Grenzgebiet. (Fotos: Julia Druelle)

Alles dreht sich! Nach ein paar Tagen hier kann es einem schwindelig werden, kaum kommt man den Entwicklungen hinterher. Auch die Zahlen schaffen keine Übersicht: Um die 27.000 Flüchtlinge, sagt Kroatiens Regierung am Montag, seien ins Land gekommen, seit Ungarn die Grenze zu Serbien dicht gemacht hat. mehr lesen / lire plus

Propaganda-Kunst?
 Im Paradies des Bösen


Das Drents Museum im niederländischen Assen widmet sich in diesem Sommer Nordkorea. Im Zentrum der Ausstellung „Die Utopie des Kim“ steht der Widerspruch zwischen Staatskunst und Realität.

(© Kollektion Ronald De Groen)

(© Kollektion Ronald De Groen)

Pur und weiß gleiten die frisch geernteten Salzkristalle durch die Hände der Arbeiterinnen. Versonnen lächeln sie einander an, während einer wohlverdienten Pause von der harten Arbeit. In Lila, Rot und Grün leuchtend heben sich ihre Blusen von dem weißen Überfluss ab, der vor ihnen aufgehäuft liegt. Im Hintergrund ist eine Losung zu erkennen: „Egal wie mühsam der Pfad ist, wir gehen mit einem Lächeln voraus.“ Der Titel des Ölgemäldes von Kim Song-nyong, 2002 in den gigantischen Mansudae- Kunststudios von Pyöngyang entstanden: „Freude“. mehr lesen / lire plus

England, um jeden Preis

Weil sich die Situation von Transitmigranten in Frankreich verschärft, verlagert sich das Geschehen in Richtung Niederlande.

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Auch der Fährhafen von Hoek van Holland wird nun zur Festung ausgebaut: Der niederländische Grenzschutz soll das Eindringen von Flüchtlingen auf dem Weg nach Großbritannien verhindern. (Foto: Internet)

Wie klein so ein Grab aussieht, wenn es nicht eingefasst ist! Wenn es keinen Grabstein hat. Wenn da nur ein aufgeworfener Sandhaufen ist mit einigen Blumen, die meisten noch schnell gepflückt am Wegrand, wie auf der Flucht. Der Tote liegt hier schon seit dem Herbst. Die Blumen aber kamen erst Mitte Juni, als seine Identität bekannt wurde und die Geschichte, die dahinter steckt. mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Ernsthaft wütend

Die jüngsten Sozialproteste in Belgien gelten als die größten seit 50 Jahren. Was macht sie besonders, welches ist der Stand der Dinge – und wie soll es weitergehen? Befunde einer Tour entlang der Streikposten.

„Die Roten“: Streikposten der sozialistischen Gewerkschaft Fédération Générale du Travail de Belgique bei Louvain. (Foto: Tobias Müller)

Belgien streikt. Seit einem Monat. Belgien streikt, wieder einmal. Man weiß, dass die Gewerkschaften hier kämpferischer sind als in den Niederlanden, in Luxemburg oder Deutschland. Und dazu wesentlich breiter in der Gesellschaft verankert als etwa in Frankreich. Rund 55 Prozent sind Mitglieder eines der drei Gewerkschaftsverbände, der christlichen „Grünen?, der sozialistischen „Roten? mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Löwe im Spar-Pelz

Erstmals sind die flämischen Separatisten der N-VA an der belgischen Regierung beteiligt. In deren Fokus steht jedoch nicht der Separatismus, sondern die Austeritätspolitik. Dennoch könnte der Sparkurs den Nationalisten in die Hände spielen.

Zwielichtige Figur: Theo Francken (N-VA), Staatssekretär für Migration und Asyl der belgischen Regierung, macht mit homophoben Sprüchen, Verharmlosung der NS-Kollaboration und rigiden migrationspolitischen Vorstellungen auf sich aufmerksam.

Mehr als 100.000 Menschen demonstrierten letzte Woche in Brüssel gegen die Spar-Agenda der neuen belgischen Regierung: Kürzungen in Höhe von acht Milliarden Euro, Anstieg des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre, die einmalige Aussetzung des Index, der die Löhne an die Preisentwicklung koppelt. mehr lesen / lire plus

MIGRATION IM 21. JAHRHUNDERT: Das Elend und seine Verwaltung

Wie sieht es aus an den Schauplätzen der Migration? Einer der Referenten unseres Werkstattgesprächs in Zusammenarbeit mit dem CNA liefert Befunde von den äußeren und inneren Grenzen der Festung Europa.

Lampedusa 2007: Für die meisten ist es die letzte Chance und keine simple Suche nach dem Glück.

Lampedusa: Boote?

Sie kommen in der Nacht. Sie kommen am Tag. In den Hafen gebracht von der Küstenwache. Überfüllt ist gar kein Ausdruck, und doch kommen sie in einer Stille, so umfassend, dass sie selbst in der Mittagssonne gespenstisch erscheint. Niemand jubelt, dass die Passage überstanden ist. Die Kinder weinen nicht. Blicke gehen ins Leere. mehr lesen / lire plus

ITALIEN: Das Mezzanino von
Milano Centrale

Der Hauptbahnhof von Mailand ist eine Drehscheibe für syrische Flüchtlinge auf dem Weg nach Nordeuropa. Die woxx war 24 Stunden vor Ort – und traf Menschen zwischen Horror und Hoffnung.

Physisch in relativer Sicherheit, aber die durchlebten Schrecken in die Psyche eingebrannt: Bürgerkriegsflüchtlinge am Mailänder Hauptbahnhof. Foto: Daniel Seiffert

Der Weg in die Stadt führt mitten durch das Krisengebiet. Auf den Stufen, die von den Gleisen herunter ins Foyer führen, strömen die Pendler Richtung Feierabend. Reisende mit Rollkoffern, junge Menschen mit Rucksäcken, gerade angekommen aus Zürich oder Paris, steuern auf den Ausgang zu. Und dann findet sich da, zwischen den beiden Ebenen des Bahnhofs, plötzlich eine ganz andere Gesellschaftsstruktur: die von Homs, Aleppo oder Damaskus. mehr lesen / lire plus

FRANKREICH: Konfrontation am Kanal

Noch nie saßen in Calais so viele Flüchtlinge fest – und kaum je war ihre Lage so verzweifelt.

Aus Darfur kommend, haben es Muhamad und Hassib bis nach Calais geschafft. Die Küste von Großbritannien bleibt für sie gleichwohl nahezu unerreichbar fern.

Regungslos liegen zwei Gestalten auf dem Grünstreifen hinter der Bushaltestelle. Afrikaner, mit jungen Gesichtern, vielleicht gerade volljährig. Einer trägt eine Mütze, der andere Kapuze, unter ihnen eine Decke. Sie schlafen, wie die Migranten hier eben schlafen, in den Parks, den Hauseingängen, draußen in den Dünenwäldern. Manchmal öffentlich, manchmal versteckt. Die Menschen in dieser Stadt kennen das längst. Zwei Migranten auf dem Boden, nichts dabei. mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Ein schaukelnder Traum aus Sand und Beton

Wer mit der längsten Straßenbahn der Welt entlang der belgischen Küste fährt, sollte sich auf eine Art Achterbahnfahrt durch verschiedenste Landschaften einstellen.

Spiegelbild Belgiens? Strandpromenade an der belgischen Küste.

Es gibt Küsten, die verzaubern. Küsten, die abstoßen oder besessen machen. Manche Küsten schockieren und andere berühren. Eine der kürzesten Küsten, noch keine 70 Kilometer misst sie, schüttelt ihre Besucher durch wie eine Achterbahn und schleudert sie unaufhörlich herum. Was nicht nur an den schmalen Gleisen liegt, sondern auch an dieser raschen Abfolge von Dünentälern und Asphaltgebirgen, von niedlichen Wäldchen und Boutiquenjungle, von Weißwasser und Fressmeilen. Am Ende ist einem ganz blümerant, und alles verschwimmt. mehr lesen / lire plus

BELGIEN: Gieriger Löwe

Und noch eine Wahl: Am 25. Mai wird in Belgien über ein neues Parlament abgestimmt. Großer Favorit sind die flämischen Nationalisten, die das Land in eine Konföderation umbauen wollen. Und dann ist da noch die Sache mit der Unabhängigkeit.

Hält die Zeit für reif zur Regierungsübernahme: Bart De Wever, Parteivorsitzender der N-VA.

Am Schluss steht das Glaubensbekenntnis. Als alle Reden gehalten sind, erhebt sich das gesamte Auditorium, knapp 1.300 Menschen auf drei Etagen. Rücken werden durchgedrückt, rechte Hände legen sich, schwer von Pathos, auf Brustkörbe, und dann dröhnt es durch das Konzertgebäude, als gelte es das Leben. „Sie werden ihn nicht zähmen, den stolzen flämischen Löwen, solange er kratzen kann, solange er Zähne hat, solange ein Flame lebt.“ Eine Kampfansage, zweifellos: die „Neu- Flämische Allianz“ ist bereit. mehr lesen / lire plus

EUTHANASIE FÜR KINDER: Ab welchem Alter kann man gehen?

Sterbehilfe für Minderjährige gilt Vielen als ethische Bankrotterklärung. In Belgien wurde sie letzte Woche legalisiert. Ein Arzt, ein Priester und ein Politiker werfen einen differenzierten Blick auf ein oft missverstandenes Problem.

Die Spritze als Sinnbild für eine komplizierte Debatte, die in Belgien nun wohl, vorerst, beendet ist. (Foto: ©flickr_obiviously_c)

Am Ende stehen drei nackte Zahlen. 88 Befürworter, 44 Gegner, 12 Enthaltungen. Mit der erwartet deutlichen Mehrheit hat das belgische Parlament letzte Woche einen Gesetzesentwurf angenommen, der die Korrespondenten aus aller Welt in Atem hält: Sterbehilfe ohne Altersgrenze, das gibt es nicht einmal in den Niederlanden, wo das Mindestalter 12 beträgt – mit elterlicher Zustimmung. mehr lesen / lire plus

NIEDERLANDE: Auf dem Weg zum großen Sieg

Viele befürchten bei den Europawahlen 2014 einen neuen Rechtsruck. Doch wer wählt eigentlich die Populisten? Ein Augenschein in einem niederländischen Städtchen.

Volkes Stimme: Geert Wilders im vorigen Jahr in Voldendam, wo er schon bei den Europawahlen 2009 knapp 50 Prozent der Stimmen erhielt.

„Doe eens normaal man“, pampte Wilders, der so gerne den Rebellen im Politbetrieb gibt, im Herbst 2011 den niederländischen Premierminister im Parlament an. „Ey, mach mal normal.“ Worauf dieser die Fassung verlor und mit sich überschlagender Stimme antwortete, Wilders solle „selbst normal“ machen. Und wie das so ist mit Wilders: „doe eens normaal man“ wurde kurz darauf ein geflügeltes Wort. mehr lesen / lire plus

BRASILIEN: „Weniger Fußball, mehr Politik“

Zwei Wochen lang wurde die brasilianische Sozialrevolte weit aufmerksamer von der Weltöffentlichkeit verfolgt als der Confed-Cup. Eine Auf- und Nachlese von den Zentren des Protests.

Nicht nur Fußball ist ein Teamsport: Demonstration während des Confederations Cup in Brasilien

Es scheint die Zeit der großen Worte zu sein. „Ich denke, das sind keine Proteste. Das ist eine Revolution.“ Der Flaggenverkäufer, der anonym bleiben will, blickt über seine Clownsnase hinweg auf die Praça Alencastro mitten in Cuiabá. Die Hauptstadt des Bundessstaats Mato Grosso füllt sich zur Stunde, an diesem 20 Juni, mit Menschenmassen. „Im ganzen Land finden heute Kundgebungen statt.“ Auch er selbst ist nicht bloß hier, um seine Fahnen los zu werden. mehr lesen / lire plus

NIEDERLANDE: Ein Fest für alte weiße Männer

Vor 150 Jahren wurde in niederländischen Kolonien die Sklaverei abgeschafft. Zum Jubiläum gibt es reichlich Gedenk-Veranstaltungen. Doch in der Gesellschaft kommt die Erinnerung an dieses Kapitel der Geschichte nur langsam an.

Längst nicht alle Nachfahren der in die niederländischen Kolonien Verschleppten sehen den Jahrestag zur Abschaffung der Sklaverei als Grund zum Feiern: Zu ignorant ist der Alltag in den Niederlanden gegenüber diesem Kapitel der Geschichte.

In Amsterdam Zuidoost gibt es einen Platz, der nach Anton de Kom benannt ist. Auch ein Monument aus grauem Stein erinnert an den Kolonialgegner aus Surinam. Was er wohl zu dem Schauspiel sagen würde, das sich seinem Blick darböte, wäre die Statue tatsächlich von ihm beseelt? mehr lesen / lire plus

BELGIEN UND NIEDERLANDE: Ausflug in den Jihad

Immer mehr junge westliche Muslime ziehen nach Syrien in den Krieg. Besonders viele kommen aus den Niederlanden und Belgien.

Werden unterstützt aus Belgien und den Niederlanden:Kämpfer der mehrheitlich sunnitischen Freien Armee Syriens an einem Checkpoint im Zentrum von Aleppo.

Früher war Fouad Belkacem ein „normaler Junge“, der mit seinem Vater Gebrauchtwagen verkaufte. Dann aber kam der 30-Jährige unter den Einfluss radikaler Muslime. Das sagt jedenfalls Nordine Taouil, Imam in Antwerpen und Brüssel sowie Vorsitzender des belgischen Muslimrats. Heute ist Belkacem, der sich auch Abu Imran nennt, ein landesweit bekannter Islamist. Mitte April wurde er zusammen mit drei anderen Verdächtigen festgenommen. Seine Vereinigung „Sharia4Belgium“, die sich im Herbst auflöste, soll Pläne verfolgt haben, Belgien in einen Gottesstaat umzuwandeln. mehr lesen / lire plus