Greta Gerwig
: Verträumte Rebellin

In ihrem für fünf Oscars nominierten Regiedebüt, „Lady Bird“, erzählt Greta Gerwig einfühlsam und humorvoll von einer Teenagerin, die nichts mehr verabscheut als Durchschnittlichkeit.

Für ihre Rolle in „Lady Bird“ erhielt die irische Schauspielerin Saoirse Ronan eine Oscarnominierung. (Foto: outnow.ch)

Denkt man an Filme mit einer weiblichen Protagonistin, so kommen einem zunächst zwei Kategorien in den Sinn. Da wäre einmal der Bridget-Jones-Typ, eine Frau in deren Leben sich alles darum dreht, den Mann ihres Lebens zu finden. Und dann ist da der Jeanne-d’Arc-Typ, eine Frau, die allen Widerständen zum Trotz Großartiges leistet. Hierzu zählen auch Action-Heldinnen wie Imperator Furiosa, Ripley oder Wonder Woman. mehr lesen / lire plus

Lebensqualität: Was Kinder brauchen

Dank eines neu entwickelten Verfahrens ist es erstmals möglich, die Lebensqualität von Kindern in der EU zu quantifizieren. Für 2014 liegen nun erste Daten vor.

Seit über einem Jahrzehnt schon strebt die Europäische Union die spezifische Ermittlung der Lebensqualität von Kindern an. Nun wurde vom Forschungsinstitut Liser (Luxembourg Institute of Socio-Economic Research) gemeinsam mit dem Townsend Centre for International Poverty Research der Universität Bristol dafür ein Indikatorenindex ausgearbeitet. Die Rahmenbedingungen, über welche ein Kind laut Forschungsteam verfügen muss, um sich uneingeschränkt entwickeln zu können, umfassen vielfältige Bereiche: Verfügt das Kind über ein geheiztes Zuhause? Über altersgerechte Bücher und Kleider? Isst es mindestens einmal am Tag Obst oder Gemüse? mehr lesen / lire plus

Berthe Lutgen: Feminismus in Bildern

Noch bis zum 22. April beschäftigt sich eine Ausstellung im Neumünster mit Ungerechtigkeiten und Gewalt, die tagtäglich überall auf der Welt gegen Frauen begangen werden.

„La marche des femmes“ wird noch bis zum 22. April im „Neimënster“ gezeigt. (Foto: © neimenster.lu)

Wer sind die Entscheidungs-trä-ger*innen in Luxemburg? Männer. So lautet die einfache Botschaft des Werks „The Deciders“, das gegenwärtig in der Abtei Neumünster gezeigt wird. Es ist Teil der Ausstellung „La marche des femmes“, die der Luxemburger Künstlerin und Frauenrechtlerin Berthe Lutgen gewidmet ist.

Auf einem der Werke ist in Ölfarben gezeichnet ein Gesicht zu sehen. Ein Auge ist dunkel umrandet, es könnte an Müdigkeit liegen. mehr lesen / lire plus

Öffentliche Schulen
: „Der aktuelle Lösungsweg ist der falsche“

Vergangene Woche startete der OGBL eine Kampagne gegen die Privatisierung Luxemburger Schulen. Wir haben mit Patrick Arendt, Präsident des SEW-OGBL, über gegenwärtige Entwicklungen und die Sinnhaftigkeit differenzierter Lernangebote gesprochen.

Sew-Präsident, Patrick Arendt, zeigt sich besorgt über gegenwärtige Entwicklungen 
im Schulwesen.
 (Foto: © privat)

woxx: Worum geht es bei Ihrer Kampagne?


Patrick Arendt: Wir haben festgestellt, dass durch die strukturellen Reformen von Herrn Meisch, die bereits unter Frau Delveaux begannen, die öffentliche Schule in den letzten Jahren geschwächt wurde. Die Autorität der öffentlichen Schule und die Lehrkräfte wurden von der Politik in Frage gestellt. Eltern haben das Gefühl, dass nichts mehr funktioniert und fangen an, sich nach Alternativen umzuschauen – auch wenn diese kostenpflichtig sind. mehr lesen / lire plus

Roar Uthaug: Mehr als nur Girl-Power-Action

In „Tomb Raider“ findet Lara Croft zurück zu ihren Wurzeln als coole Action-Heldin. Trotz einiger Schwächen weiß der Film zu unterhalten.

(Foto: © 2017 Warner Bros. Ent.)

Selbst wer noch nie einen Controller in den Händen hielt, kennt den Namen Lara Croft und weiß auch, welche Konnotationen mit diesem einhergehen. Die Figur gilt als Männerfantasie, die aber irgendwie auch etwas Bestärkendes an sich hat. Mit „Tomb Raider“ leistet der norwegische Regisseur Roar Uthaug einen begrüßenswerten Beitrag zu dieser Debatte.

Die Handlung unterscheidet sich nur unwesentlich von derjenigen des 2013 erschienenen Videospiels, das dem Film als Vorlage diente. Immer wieder muss Lara Croft (Alicia Vikander) gegen karikaturesk-bösartige Schurken kämpfen, Rätsel lösen oder sich aus scheinbar ausweglosen Situationen winden. mehr lesen / lire plus

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Ein neues Gesetz soll demnächst die Begleitung des Inklusionsprozesses auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

© gouvernement.lu

21 Prozent der bei der Adem eingeschriebenen Arbeitssuchenden haben entweder eine Behinderung oder sind in einer Reklassierungsprozedur. Ein neues Gesetz soll es diesen Menschen erleichtern, sich langfristig in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. „Viele Arbeitgeber zögern, Menschen mit einer Behinderung einzustellen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt“, so Familienministerin Corinne Cahen bei der Vorstellung des Entwurfs. „Oft wissen auch Arbeitskollegen nicht, wie sie mit der behinderten Person umgehen sollen und worin genau ihre Beeinträchtigungen liegen.“ Das vorliegende Gesetz, das so schnell wie möglich in den Parlamentsausschuss kommen soll, soll deshalb nicht nur Betroffenen helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sondern auch etwaigen Vorbehalten und Vorurteilen Seitens des Arbeitsumfeldes entgegenwirken. mehr lesen / lire plus

Gebärdensprache: Zugänglichkeit erschwert

Grundsätzlich zufrieden zeigt sich die CCDH mit dem Gesetzesentwurf zur Anerkennung der deutschen Gebärdensprache. In ihrem Gutachten gibt sie dennoch einiges zu bedenken.

(Foto: Wikimedia Commons)

Seit Luxemburg 2011 die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) ratifiziert hat, ist bei der Inklusion viel passiert, so das vorläufige Fazit von Gilbert Pregno, dem Präsidenten der beratenden Menschenrechtskonvention (CCDH). Rezenteste Initiative ist ein Gesetzesentwurf, mit dem die deutsche Gebärdensprache auch in Luxemburg anerkannt werden soll.

Laut Nationalem Aktionsplan der Luxemburger Regierung, mit dem die BRK umgesetzt werden soll, hätte die Anerkennung zwar bereits 2013 vollzogen werden müssen. Doch besser spät als nie, wie Fabienne Rossler die Entwicklung kommentierte. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Lost

„Lost“ ist eine Serie, die ihr Publikum bis heute zugleich frustiert, verwirrt und in helle Begeisterung versetzt. Das war nur möglich, weil das Team dahinter bereit war, große Risiken einzugehen.

© TV Movie

In den Prozess des Serienmachens sind stets derart viele Menschen und Entscheidungen involviert, dass es im Grunde jedes Mal wie ein kleines Wunder wirkt, wenn das Resulat ein Erfolg ist. Oft wird erst im Nachhinein  deutlich, wie sehr ein Werk in seiner realisierten Form nur deshalb möglich war, weil genau jene Menschen zu genau jenem Zeitpunkt an das Projekt glaubten und alles daran setzten, es zu verwirklichen. Dieser Eindruck einer Anneinanderreihung von Zufällen, aus denen am Ende ein Allzeit-Klassiker hervorging, ist bei nur wenigen Serien so dominant wie bei „Lost“. mehr lesen / lire plus

Bildung: Privatisierung verhindern

„Die Schule steht nicht zum Verkauf!“ – so lautet der „Alarmruf an die Gesellschaft“ des OGBL . Öffentliche Schulen hätten einen klaren Auftrag: Allen Schüler*innen gleiche Erfolgschancen zu ermöglichen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Dies kann laut OGBL nur mittels eines qualitativ hochwertigen Schulsystems mit universellem Anspruch erreicht werden. Die aktuellen Reformen des Bildungsministeriums zielten hingegen auf eine Zersplitterung des Schulwesens. Minister Claude Meisch verspreche zwar eine Ausweitung des schulischen Angebots, dadurch erhöhe sich aber der Druck auf die Eltern, die richtige Wahl zu treffen. Die Diversifizierung des Angebots würde Schüler*innen und ihre Eltern zu Kund*innen werden lassen. Auch spricht sich die Gewerkschaft dagegen aus, in Lyzeen lediglich eine Sprache zu unterrichten, woraus sich eingeschränkte Optionen für Studien und Jobs ergeben würden. mehr lesen / lire plus

Francis Lee
: Brokeback Yorkshire


In „God’s Own Country“ ist das nördliche Yorkshire Schauplatz einer sich entwickelnden Liebesbeziehung zwischen zwei Männern. In nüchternen Bildern erzählt Regisseur und Drehbuchautor Francis Lee von den Auswirkungen dieser Begegnung.

Gheorghe (l.) und Johnny (r.) bei der Farmarbeit. (Foto: filmblerg.com)

Der Jungbauer Johnny (Josh O’Connor) fristet ein monotones Dasein: Tagsüber schuftet er im Betrieb seines seit einem Schlaganfall arbeitsunfähigen Vaters (Ian Hart), abends hat er Sex mit fremden Männern und säuft sich besinnungslos. Merklich unzufrieden, lässt Johnny seinen Frust an jedem aus, der es wagt, sich ihm anzunähern. Als er den rumänischen Wanderarbeiter Gheorghe (Alec Secareanu) kennenlernt, ist es zunächst nicht anders. mehr lesen / lire plus

Schon gestreamt? Deadwood

Gewaltvoll und ungeschönt, aber dennoch wunderbar poetisch und human: „Deadwood“ ist eine Western-Serie für Menschen, die ansonsten lieber einen großen Bogen um Western machen.

© nytimes

Obwohl „Deadwood“ in zahlreichen Top-10-Serien-aller-Zeiten-Listen auftaucht, ist sie nur wenigen bekannt. Dabei  umfasst sie nur drei Staffeln von je zwölf Folgen. Sich sie reinzuziehen erfordert also keine derartige Hingabe wie etwa „Lost“ oder „Buffy the Vampire Slayer“. Ebenjene Tatsache – die Absetzung nach nur drei Staffeln im Jahr 2006 – mag manche jedoch auch davon abhalten die Serie in der gleichen Liga als „Breaking Bad“ oder „The Sopranos“ zu sehen. Die Geschichte von „Deadwood“ war zu diesem Moment nämlich weit davon entfernt, zu Ende erzählt zu sein. mehr lesen / lire plus

Sucht
: „Trinken gehört zum 
guten Ton“

Ob in der Werbung, im Freundeskreis oder beim Familienfest: Alkohol ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig. Bis irgendwann wirklich nichts mehr geht. Die woxx hat mit Michèle Pisani, Präsidentin der asbl „Alcool Médicaments Addiction“ (Ama) über Suchttherapie und den Stellenwert des Alkohols gesprochen.

woxx: Die meisten Menschen suchen Ama auf, weil sie alkoholabhängig sind. Ist Alkoholismus tatsächlich stärker verbreitet oder wird er einfach nur weniger tabuisiert als Medikamentenabhängigkeit?


Michèle Pisani: Ich bin mir nicht sicher, ob es ein kleineres Tabu ist. Da man jedoch Medikamente oft auf Rezept erhält, wird eine Abhängigkeit meist erst später als solche erkannt. Wenn jemand regelmäßig Schlafpillen einnimmt, bekommt das niemand mit. mehr lesen / lire plus

Meisch weiterhin unter Beschuss

SEW-OGBL kritisieren weiterhin die geplanten Maßnahmen zur Rekrutierung von Lehrkräften. Zurzeit liegt ein Gesetzesentwurf vor, der noch in diesem Frühjahr gestimmt werden und im kommenden Herbst in Kraft treten soll. Der Text sieht unter anderem vor, den Lehrer*innenberuf künftig auch für Absolvent*innen anderer Bachelorstudiengänge als denen der Erziehungswissenschaften zu öffnen. Zudem wird es möglich sein, eine Verkürzung des dreijährigen Referendariats um ein Jahr zu beantragen, wenn Praxiserfahrung während des Studiums nachgewiesen werden kann. Zwar ist der SEW damit einverstanden, dass es dringend an Notlösungen bedarf, kritisiert wird allerdings das Fehlen einer zeitlichen Begrenzung für manche der vorgesehenen Regelungen. Es müsse zum Beispiel „verhindert werden, dass Inhaber aller möglichen Bachelorabschlüsse bis in alle Ewigkeit Lehrer werden können“, so Präsident Patrick Adam. mehr lesen / lire plus

Informatik ist nicht nur Männersache

Das Casino Luxembourg – Forum d’art contemporain lädt zu einem Vortrag ein, der den Anteil von Frauen an der Geschichte der Informatik beleuchtet.

© Pixabay

 

„Making Code – Changing Codes – Frauen in der Geschichte der Informatik“ – so der Titel einer Veranstaltung, die am kommenden Donnerstag, dem 15. März im Casino Luxembourg stattfindet. Im Fokus steht dabei nicht nur Informatikgeschichte, sondern auch deren Beeinflussung durch sich historisch wandelnde Geschlechterverhältnisse. So wird dem Beitrag von Naturwissenschaftlerinnen, Philosophinnen, Mathematikerinnen, Programmiererinnen und Ingenieurinnen an Entwicklungen der Informationstechnik bis heute nur wenig Beachtung geschenkt. In ihrem Vortrag beleuchtet Veronika Oechtering, wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums „Frauen in Naturwissenschaft und Technik“ der Universität Bremen, diese Problematik und stellt die wichtigsten Akteurinnen vor. mehr lesen / lire plus

Weiterbildung: Praktika gesetzlich geregelt

Zeitlich begrenzt, entlohnt und stärker kontrolliert – der Gesetzesentwurf zu den Praktika für Schüler*innen und Studierenden sieht einige Änderungen vor.

Bisher waren Praktika in Luxemburg nicht gesetzlich geregelt. Das soll sich nun ändern. Am vergangenen Montag haben Arbeitsminister Nicolas Schmidt und der Präsident der Acel, Pol Lutgen, der Presse einen gemeinsam ausgearbeiteten Gesetzesentwurf vorgestellt. Praktika seien heutzutage unentbehrlich, um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben, erklärte Schmidt einleitend. In Ländern wie Deutschland gebe es eine regelrechte Praktikumskultur, in Luxemburg solle dies nun auch in die Wege geleitet werden.

Die größte Neuerung: Fortan soll es auch möglich sein, ein Praktikum zu absolvieren, ohne an einer Schule oder Universität eingeschrieben zu sein. mehr lesen / lire plus