Schon gestreamt? Sharp Objects

Qualitativ hochwertige Serien liefen einst nur in den Monaten zwischen September und Mai an. Dank dem verstärkten Aufkommen von Streaming-Plattformen gibt es mittlerweile aber auch in den Sommermonaten einige Perlen zu entdecken. Eine davon ist die achtteilige HBO-Serie „Sharp Objects, die am 8. Juli gestartet ist.

© whats-on-netflix.com

Wie so viele Filme und Serien, beginnt „Sharp Objects“ mit der Ermordung eines Teenagers. Schauplatz ist die Kleinstadt Wind Gap, Missouri. Ein weiteres Mädchen wird vermisst. Ob wohl ein Zusammenhang besteht? Das soll Reporterin Camille Preaker (Amy Adams) herausfinden. Jahre zuvor hatte sie ihren Heimatort verlassen – nun kehrt sie zurück und zieht vorübergehend wieder bei ihrer Familie ein, die aus ihrer Mutter Adora (Patrica Clarkson), ihrem Stiefvater Alan (Henry Czerny) und ihrer Halbschwester Amma (Eliza Scanlen) besteht. mehr lesen / lire plus

Bildungspolitik: CSV plant kleine Änderungen

Am Montag stellte die CSV den zweiten Teil ihres Wahlprogramms vor. Darin geht es unter anderem um die Ziele in puncto Bildungspolitik. Angesprochen werden neben Hochschule, Forschung, Lehrer- und Berufsausbildung auch Bildungsinhalte und -methoden. Im Grundschulwesen plant die CSV unter anderem die „Bilans intermédiaires“ zu überarbeiten und eine kostenlose Hausaufgabenhilfe einzuführen. Im Sekundarunterricht sollen Praktika eingeführt werden, Lehrpläne einer laufenden Überarbeitung unterzogen werden, die frühzeitige Spezialisierung einer flexibleren Gestaltung weichen und es soll eher auf Schlüsselqualifikationen denn auf Wissensvermittlung gesetzt werden. Englischunterricht soll bereits ab der siebten Klasse eingeführt werden. In der Lehrer*innenausbildung soll das Referendariat in der Grundschule praxisgerechter gestaltet und der administrative Aufwand reduziert werden. mehr lesen / lire plus

LGBTIQ-Aufklärung
: Vielfalt will gelernt sein

Zum Themenfeld der Sexualerziehung gehört auch die Aufklärung über sexuelle und geschlechtliche Vielfalt. Im zweiten Teil unserer Interviewserie haben wir uns über diesen Aspekt mit Cigale-Mitarbeiter Roby Antony unterhalten.

woxx: Wie gut sind junge Menschen heutzutage über LGBTIQ-Thematiken informiert?


Roby Antony arbeitet seit 16 Jahren im Cigale. (FOTO: Privat)

Roby Antony: Ich stelle fest, dass Schüler über eine offenere Haltung verfügen und besser informiert sind, als dies noch etwa vor 15 Jahren der Fall war. Die Medien haben in dieser Entwicklung eine große Rolle gespielt. Allerdings nicht nur eine positive: Besonders in populären Fernsehsendungen werden oft Stereotype reproduziert. Diese schaffen beziehungsweise bestärken Vorstellungen davon, wie lesbische, schwule, bisexuelle oder trans Personen aussehen, sich verhalten, wofür sie sich interessieren und was ihre sexuellen Vorlieben sind. mehr lesen / lire plus

Lecktuch? Fehlanzeige.

Eine aktuelle Kampagne des Gesundheitsministeriums reproduziert Heteronormativität und suggeriert, dass nur Kondome zur Krankheitsverhütung genutzt werden können.

Wie jedes Jahr startet das Gesundheitsministerium auch in diesem Sommer eine Kampagne zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten. Das Ziel, so heißt es im Presseschreiben, bestehe darin, die Bevölkerung dazu anzuhalten, Kondome zu benutzen und sich regelmäßig testen zu lassen. Auf der Seite safersex.lu wird das Kondom (sowohl das „männliche“ als auch das „weibliche“) sogar als einzige Methode zur Krankheitsverhütung bezeichnet. Was andere Ansteckungsmöglichkeiten betrifft, wird nur darauf hingewiesen, dass ansteckende Körperflüssigkeiten nicht mit Hautverletzungen, oder genitalen, oralen und analen Schleimhäuten in Kontakt kommen dürfen. mehr lesen / lire plus

Sexualerziehung
: Wie sag ich’s meinem Kind?


Sexualität, Pubertät, Gender, sexuelle Orientierung – Themen, die zum Feld der sexuellen und affektiven Erziehung gehören, gibt es zahlreiche. Eine angemessene Heranführung ist besonders in jungen Jahren wichtig. Was wird in Luxemburg in diesem Bereich geleistet? Was klappt, wo besteht Nachholbedarf? Im Rahmen einer Interview-Serie haben wir Vertreter*innen einiger zuständiger Strukturen dazu befragt. Das erste Gespräch fand mit Isabel Scott vom Centre national de référence pour la promotion de la santé affective et sexuelle, kurz Cesas, statt.

Isabel Scott arbeitet seit April 2017 beim Cesas. (© privat)

woxx: Wie sollte Sexualaufklärung im weitesten Sinne im Idealfall ablaufen?


Isabel Scott: Die Weltgesundheitsorganisation hat 2011 das Dokument „Standards für Sexualaufklärung in Europa“ publiziert. mehr lesen / lire plus

Chèques-services und Armutsrisiko

Dienstleistungsgutscheine (Chèques-services) reduzieren das Armutsrisiko von 16,5 auf 14,9 Prozent, das Kinderarmutsrisiko sogar von 21,8 auf 16,7 Prozent. Das geht aus einer kürzlich vom Statec publizierten Studie hervor. Eine weitere Auswirkung haben die Chèques-services auf die Einkommensungleichverteilung. Der entsprechende Koeffizient ist mit Dienstleistungsgutscheinen ein Prozent niedriger als ohne. Wie das Statistikamt jedoch einräumt, beziehen sich die Berechnungen auf einen Idealfall, in dem alle Kinder in staatlich konventionierten Strukturen unterkommen. Demnach sollte man die Aussagekraft der Studie nicht überbewerten. Das System „Chèque-service accueil“ (CSA) wurde 2009 geschaffen, um es Eltern zu ermöglichen, ihre Kinder bis zum Alter von 13 Jahren in professionelle Betreuungsstrukturen zu integrieren. mehr lesen / lire plus

Matteo Garrone: Aus Loyalität vor die 
Hunde gehen

Anhand der Figur eines Hundefriseurs wirft „Dogman“ die Frage auf, wie sehr man sich seinem Unterdrücker anpassen kann, bevor man selbst zum Täter wird.

Selten wirkt Marcello so in seinem Element, als in Gesellschaft von Hunden. (Foto: © Xerix Films)

Ein knurrender, zähnefletschender Rottweiler. Das einzige, was ihn davon abhält, jedem, der sich ihm nähert, an die Gurgel zu springen, ist eine massive Metalkette. Direkt daneben stehend ein Mann, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den Vierbeiner einzuschamponieren. Diese Szene, zugleich bedrohlich und humorvoll, setzt den Ton des italienischen Films „Dogman“.

Beim Hundefriseur handelt es sich um Marcello (Marcello Fonte), der in einem kleinen, tristen Stadtviertel in der Nähe von Neapel lebt. mehr lesen / lire plus

Psychiatrie: Immer mehr Kinder in Behandlung

Die Zahl der Kinder, die aus psychischen Gründen medizinisch oder medikamentös behandelt werden, steigt von Jahr zu Jahr. Dies geht aus der Antwort von Gesundheitsministerin Lydia Mutsch, Bildungsminister Claude Meisch und dem Minister für Soziale Sicherheit Romain Schneider auf eine parlamentarische Anfrage vom ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser hervor. Dieser hatte sich danach erkundigt, wie viele Menschen sich zurzeit in psychiatrischer oder psychologischer Behandlung befinden. In ihrer Antwort beziehen sich die zuständigen Minister auf zum Teil vorläufiges Zahlenmaterial der CNS. Auf psychologische Behandlungen gehen sie nicht ein, da diese nicht von der Krankenkasse rückerstattet werden. Im Jahr 2017 wurden 5.591 Menschen unter 20 Jahren medizinisch oder medikamentös behandelt. mehr lesen / lire plus

Verhütung: Rückerstattung erweitert

Ab morgen, dem 1. August werden manche Verhütungsmethoden bis zum 30. Lebensjahr rückerstattet.

© Wikipedia

Lange Zeit sah es nicht danach aus, doch nun hat die Regierung ihr Versprechen endlich wahrgemacht: Das Rückerstattungsangebot für Verhütungsmethoden wird erweitert. Bisher wurden Frauen, die in Luxemburg krankenversichert sind, bis zum 25. Lebensalter die Ausgaben für die „Pille“, den Vaginalring sowie das Verhütungspflaster zu 80 Prozent rückerstattet. Ab dem 1. August gilt das Angebot nun bis zum 30. Lebensjahr. Eine weitere Änderung: Auch die Kosten für Hormon- und Kupferspirale werden ab jetzt zu 80 Prozent rückerstattet.

Das ist ein wichtiger Fortschritt, doch es gibt immer noch Nachholbedarf. mehr lesen / lire plus

Jason Reitman: Pampers, Schreie, Babykotze


„Tully“ wirft einen nüchternen Blick auf moderne Elternschaft. Dazu gehören auch in heutigen Zeiten nicht nur Stress und Überforderung, sondern auch ungleiche Aufgabenverteilung.

Wer ist diese mysteriöse Tully und wird es ihr gelingen, Marlo zu helfen? (Foto: outnow.ch)

Mutterschaft kann so schön sein: Eine intensive Zeit voller bewegender Momente, die Erfüllung des Kleinfamilienideals. In „Tully“ wird die Erfahrung aus einem etwas anderen Blickwinkel dargestellt: Kinder zur Schule fahren, Muttermilch abpumpen, Tiefkühlpizza zum Abendessen, durchgehend unaufgeräumte Wohnung, Milchausfluss aus der Brust, Fremde, die ungefragt nervige Ratschläge erteilen – all das gehört zum Alltag der dreifachen Mutter Marlo (Charlize Theron). Nichts scheint ihr Freude zu bereiten, sie ist ständig gestresst und erschöpft. mehr lesen / lire plus

Homo- und Transphobie
: Alles „Gender-Gaga“?


Bei der Abstimmung über das Gesetz zur Ratifizierung der Istanbul-Konvention verweigerte die ADR ihre Stimme. Die Begründung dafür ist beispielhaft für die diskriminierenden Ansichten rechter Parteien.

Solange sich über das alljährlich stattfindende Gaymat-Festival aufgeregt wird, behält es seine Existenzberechtigung. (Foto: Amnesty International Luxembourg)

„Wir bei der ADR halten diesen Gender-Gaga für Blödsinn“. Dieser Satz fiel vor nicht einmal drei Wochen in der Luxemburger Abgeordnetenkammer. Das besonders Abstoßende daran: Es ging um die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Mit dem Gesetz wurde die Istanbul-Konvention ratifiziert. In erster Linie sieht der Text in Fällen von Gewalt gegen Frauen sowie häuslicher Gewalt eine engere Fassung der Rechtsnormen, eine Verschärfung der Strafen sowie die Erweiterung der Präventionsmaßnahmen und des Opferschutzes vor. mehr lesen / lire plus

Krankheitserreger um uns herum

Am Montag stellte die Aktionsgruppe für Umwelttoxikologie, kurz Akut, ihre Wahlforderungen vor, darunter ein Totalverbot von Amalgam, sowie Sensibilisierung für Elektrosmog, endokrine Disruptoren und Innenverschmutzung.

© Akut.lu

Ein besonders wichtiges Anliegen ist Akut eine Substanz namens Amalgam, welche für Zahnfüllungen verwendet wird. Es wird vermutet, dass das Material Gesundheitsschäden verursacht. In der EU dürfen Zahnärzte Amalgam bei Schwangeren, Kindern und stillenden Müttern seit diesem Monat nur noch in Ausnahmefällen benutzen. Da dies bisher jedoch nur wenig reale Folgen nach sich zog, fordert Akut ein Totalverbot sowie die Förderung von Alternativen.

Akut warnt zudem vor Elektrosmog. Besonders schwangere Frauen und junge Menschen müssten für die schädlichen Auswirkungen, die beispielsweise Handy und Laptop auf die Gesundheit haben können, sensibiliert werden. mehr lesen / lire plus

Revenu d’inclusion sociale
 : Wie die Armut bekämpfen?

Am Dienstag wurde das Gesetz zum Revenu d’inclusion sociale in der Chamber angenommen. Das, obwohl das Gesetz von Anfang an unter heftiger Kritik stand.

Entgegen einer verbreiteten Annahme, verhilft eine Arbeit nicht immer aus der Armut heraus. (Quelle : Pixabay)

„Mit diesem Gesetz wird die Hauptursache für Armut nicht bekämpft. Das sind nämlich ein zu niedriger Mindestlohn und prekäre Arbeitsverhältnisse wie befristete Verträge und schlecht- oder unbezahlte Praktika.“ Mit dieser Aussage bezog sich Marc Baum von déi Lénk am Dienstag in der Chamber auf das zur Abstimmung stehende Gesetz zum Revis (Revenu d’inclusion sociale). Ein letztes Mittel zur Armutsbekämpfung könne dieses Gesetz schon allein deshalb nicht sein, so Baum, weil ein Teil der arbeitenden Bevölkerung, nämlich die unter 25-Jährigen, von vorneherein davon ausgeschlossen seien. mehr lesen / lire plus

Sprachendebatte: Luxemburgisch vor!

Die Regierung wird nicht müde, die Wichtigkeit der Mehrsprachigkeit hervorzuheben. Parallel dazu fördert sie den privilegierten Stellenwert des Luxemburgischen – eine kontraproduktive Vorgehensweise.

(© Moselle Diversity)

Bereits seit Monaten sind Bildungs- und Kulturministerium darum bemüht, den Stellenwert der luxemburgischen Sprache zu stärken. Nachdem vorletzte Woche das Gesetz zur Förderung des Luxemburgischen einstimmig in der Chamber angenommen worden war, stellten Claude Meisch und Guy Arendt am Dienstag der Presse die Resultate der vier „Sproocheronnen“ vor, die im Februar und März organisiert worden waren.

Zunächst ging Meisch generell auf die gegenwärtige Strategie zur Förderung des Luxemburgischen ein. Es ginge dabei nicht darum, sich von Teilen der Bevölkerung abzukapseln, so Meisch. mehr lesen / lire plus

Geschichte: Mai 68: Das Persönliche ist politisch

Im letzten von drei Radio-Rundtischgesprächen zum Mai 68, die in Zusammenarbeit mit dem Radio 100komma7 entstanden sind, haben wir mit Berthe Lutgen und Flo Weimerskirch über die Frauenbewegung und Wohngemeinschaften gesprochen.

Beim Radio-Rundtischgespräch am 1. Juli erzählten Berthe Lutgen und Flo Weimerskirch von ihrem Engagement im MLF. (Foto: 100,7)

Berthe Lutgen, Sie waren 1971 an der Gründung des Mouvement de Libération des Femmes (MLF) beteiligt. Was hat Sie damals zu diesem Schritt bewegt und wie haben Sie die Anfänge des MLF erlebt?


Berthe Lutgen: Ich habe damals ein paar Frauen gefragt, ob sie Interesse daran hätten, eine Bewegung ins Leben zu rufen, um für Frauenrechte zu kämpfen. mehr lesen / lire plus