KLASSIK: Den Nëssknacker

OPL, „Den Nëssknacker“, artevents, 2004, 10 €.

Pile pour décembre, mois de tous les dérapages en matière de cadeaux inutiles, l’Orchestre Philharmonique du Luxembourg sort un CD d’une valeur pédagogique indéniable pour les enfants, petits et grands. Dans la série „Klassik fir Kanner“, l’OPL présente Den Nëssknacker (Casse-Noisette) de Piotr Illitch Tchaikovsky. Rémy Franck a transposé dans un luxembourgeois impeccable le texte d’E.T.A. Hoffmann ayant servi de base au ballet „Casse-Noisette“. En plus, nous découvrons un narrateur dont la voix chaude révèle un réel talent dans la tradition des grands conteurs. Il emmène les enfants dans le monde magique du Roi des Souris, de la Fée Dragée, à Chocolatville et en Arabie à travers des forêts d’orangers, auprès d’un lac de miel et d’un château en massepain. mehr lesen / lire plus

POP: Nick Cave

The Dresden Dolls, Roadrunner, 2004

Nick Cave muss sich warm anziehen. Denn die Dresden Dolls klauen ihm unverschämt seine Manierismen, vom rohen Hämmern auf dem Klavier bis hin zum alles umrahmenden Trauerflor. Amanda Palmer und Brian Viglione tragen schwarz und singen ungeschminkt von den schlechten Seiten des Lebens. Da sie sich aber von Tom Waits die Weill’schen Reminiszenzen borgen, wirkt das Ganze nie trist und bedeutungsschwanger, sondern erfrischend schwarzhumorig wie bei „Coin-operated Boy“. Hinter den Posen verbirgt sich erstklassiges Songwriting: „Half Jack“ oder „The Jeep Song“ sind Garanten dafür, dass man diese CD so schnell nicht mehr aus der Anlage schmeißt. mehr lesen / lire plus

WORLD: The return of the tribe

Moana & the Tribe: Toru, Pirate records, 2004. Ecoutez sur Radio ARA, ce dimanche dans l’émission „Malinyé“, 11h30-13h.

Le peuple maori de Nouvelle-Zélande regorge de talents musicaux, tel le groupe Te Vaka. Mais on aura longtemps attendu la publication en Europe d’un album de la somptueuse chanteuse Moana. Avec son groupe „The Tribe“ Moana propose une musique extrêmement accessible mélangeant habilement racines maori et rythmes et arrangements pop très légers. Rien que les deux premiers titres „Tahi“ et „Te Kohu“ valent la chandelle de courir après cette production exceptionnelle. Les plages du milieu nous décontractent avec leur style très dansable pour aboutir après le subtil „Ancestrors“ sur un retour aux sources plus pur et dur. mehr lesen / lire plus

GYPSY: Déesse gitane

Mitsoura, Just Records, 2004. www.mitsoura.com.

Née Monika Miczura, la chanteuse Rom hongroise Mitsou s’est déjà forgée une certaine renommée en participant dès sa tendre jeunesse dans la formation „Andro Drom“ et occasionnellement chez „Bratsch“. Depuis lors, elle a fondé son propre groupe Mitsoura dont le premier compact au nom original de „Mitsoura“ a été autoproduit. La voix de la très exotique chanteuse paraît déroutante à première ouïe: entre une chanteuse indienne et Mickey! Après ce léger trouble, l’on appréciera toutefois la mise en musique aussi variée qu’audacieuse, où l’on retrouve aussi bien des éléments indiens, tziganes, rock que jazz et classiques. mehr lesen / lire plus

BLUES/JAZZ: Vertrackt emotional

Karate, „Pockets“, Southern Records, 2004.

Selten wusste eine Musikgruppe bereits beim ersten Anhören so zu beeindrucken wie Karate. Mit Pockets ihrer sechsten und neuen Veröffentlichung auf Southern Records, knüpfen diese drei amerikanische Musiker an ihre Vorgängeralben „Unsolved“ und „Some Boots“ an. Die wundervolle Platte, die sich irgendwo zwischen Blues/Jazz und Post-Rock ansiedeln lässt, beweist erneut die musikalische Qualität dieser Musikformation, der kaum genügend Beachtung geschenkt wird. Geoff Farina, Sänger und Gitarrist, überzeugt mit vertrackten Parts, die von schönen Melodien und Solos abgelöst werden; aber auch sein Gesang überzeugt durch melodische Vielfalt und kraftvolle Emotionalität. Hier wird mit den verschiedensten Musikrichtungen experimentiert, sich in acht Stücken musikalisch ausgelebt und dies in einer durchaus strukturierten und gefälligen Art, die nun wirklich jeden Musikliebhaber zu fesseln weiß. mehr lesen / lire plus

INDIE-ROCK: Nachtschwärmerei

Razorlight, Up All Night, Mercury/Universal Music 2004

Ihr Debüt Up All Night ist kaum veröffentlicht – da streiten bereits die KritikerInnen. Klingen die Londoner Razorlights um Frontmann Johnny Borrell nun nach den, ebenfalls aus UK kommenden Libertines, bei denen Borrell einen kurzen Gastauftritt als Bassist hatte? Oder doch eher nach den New Yorker Strokes? Die Wahrheit liegt, wie so oft, irgendwo dazwischen. An die Libertines erinnert die klare Stimme Borrells – bei den ersten Liedern „Leave Me Alone“ und „Rock’n’Roll Lies“-, süchtig machende Gitarren und raffinierte Wendungen zwischen sanft-verführerisch und intensiv-rockend („In The City“). Wie die Strokes hingegen klingen rauere Stücke wie „Which Way Is Out“, „Rip It Up“ oder Don’t Go Up To Dalston“, übrigens ein verzweifelter Gruß an Ex-Kumpel und Junkie Pete Doherty. mehr lesen / lire plus

WORLDMUSIC: 1, 2, 3 Khaled

Khaled, Ya Rayi, Wrasse, 2004.

Ein gealterter Khaled grinst uns vom Albumcover entgegen. Und was haben sie ihm zuletzt alles nachgesagt: Stimme im Eimer, Musik zu poppig, kein authentischer Raï, weil zu „globalisiert“. Außerdem sei er unpolitisch. Wie immer ist damit wesentlich mehr über die Kritiker ausgesagt als über den Kritisierten. Denn alles was mit Weltmusik zu tun hat, bringt wohl unvermeidlich die Sucher nach Unverfälschtheit auf den Plan. Ein Label, das den experimentierfreudigen Khaled nie interessiert hat. Und so vereint er auch auf Ya-Rayi Popstücke die sich, abgesehen von seiner nach wie vor großartigen Stimme, viel mehr an lateinamerikanischen Rhythmen orientieren und Songs, die eher an „traditionellen“ Raï erinnern. mehr lesen / lire plus

BLUES: Das Klavier ist besoffen …

Tom Waits, „Real Gone“, Anti, 2004.

… deshalb lässt es Tom Waits auf seiner neuesten Platte „Real Gone“ lieber gleich zu Hause. Dafür ist sein Sohn Casey mit von der Partie und der darf hier die Plattenteller bedienen. Nachdem Waits auf seinen drei letzten Alben eher dem schwelgerischen Schönklang frönte, ist das vorliegende Album eine Rückkehr zum sprödem Blues von „Bone Machine“. Tom Waits hustet seine Beats durch einen Verzerrer, Brain scheint mit Fußtritten etwas zu Brei zu hauen (das Klavier?) und darüber serviert der Meister die alten Geschichten: von netten Mädchen, die zerstückelt in Mooren aufgefunden werden und unheimlichen Scheunen in denen die Krähen hausen. mehr lesen / lire plus

POP: Wilkommen im Orbit

R.E.M. „Around the Sun“, Warner Bros., 2004.

Bring on the keyboards: R.E.M. entdecken auf „Around the Sun“ mal wieder die Synthesizer. Nicht so extrem wie damals bei „Up“, aber weniger gitarren-lastig als frühere Werke ist die neue Platte schon. Michael Stipes Melodien bewegen sich traumwandlerisch und gleichzeitig zielsicher über Soundteppiche, die man sich vielleicht hie und da ein wenig luftiger gewünscht hätte. Autsch, denkt man bei manchem Song-Anfang, hier kommt Phil Collins, aber mit Titeln wie „Leaving New York“, „High Speed Train“ oder „The Outsiders“ sind R.E.M. natürlich über jeden Vorwurf der Seichtheit erhaben. Mit besserem Songwriting zwischen Alternativ und Mainstream kann zur Zeit keine andere Band dienen. mehr lesen / lire plus

ROCK: Die Muse küsst

Marianne Faithfull, «Before The Poisonª, Ministry O, 2004.

(vs) – Marianne Faithfull hat sich ihren Platz in der Rockgeschichte schon gesichert. In den 60er und 70er Jahren kannte man sie vor allem als drogensüchtiges Stones-Groupie, das kein gesellschaftliches Tabu ungebrochen ließ. Seit sie 1985 ihre Drogensucht endgültig hinter sich gelassen hat, bringt die heute 58-Jährige in unregelmäßigen Abständen gute und weniger gute Studioalben heraus. Mit „Before The Poison“ gelingt der Faithfull allerdings eine Scheibe, die über jede Kritik erhaben ist. Die meisten Songs stammen aus der Feder von Polly Harvey oder Nick Cave; es konnte also schon nicht mehr viel schief gehen. mehr lesen / lire plus

THE LIBERTINES: Der Letzte macht das Licht aus

Hieß es bei der ersten Platte noch „Up The Bracket“, so lautet die Devise nun „Hosen runter“. Auf ihrer zweiten, selbst-betitelten CD bitten The Libertines zur Nabelschau. Nachdem die Drogenprobleme von Gitarrist und Sänger Pete Doherty bereits zur Genüge von der Presse breitgewalzt wurden, treten er und sein Kollege Carl Barat die Flucht nach vorne an und thematisieren aufs Anrührendste bandinterne Spannungen. „Can’t stand me now“, „What became of the likely lads“ oder das übergroße „Music when the lights go out“ wirken beim ersten Hören wie dilettantischer Proberaumrock, die Songs zerbröseln am Ende scheinbar ziellos, aber spätestens beim dritten Hören sind die 14 Titel auf der inneren Festplatte gespeichert und man wird sie nicht mehr los. mehr lesen / lire plus

K.D. LANG: Im Westen nichts Neues

K.D. Lang, „Hymns of the 49th Parallel“, Nonesuch, 2004

K.D. Lang serviert ihrem Publikum gerne mal olle Kamellen. Auf „Shadowlands“ gab es Country-Klassiker, auf „Drag“ Songs rund ums rauchen. „Hymns of the 49th parallel“ ist eine Sammlung von Coverversionen, die eines gemeinsam haben: Sie stammen von kanadischen SongwriterInnen. Dabei trifft man auf die üblichen Verdächtigen: Neil Young, Leonard Cohen, Joni Mitchell. Schön gemacht, aber leider oft so belanglos wie von einer Hotellounge-Combo eingespielt. Besonders in Cohens „Hallelujah“ ist K.D. Langs stimmgewaltiges Pathos fehl am Platz. Am Besten gelingen ihr die weniger bekannten Stücke, wie „Fallen“ von Ron Sexsmith oder Jane Siberrys „Love is everything“, das in der Tat auf Platte so überwältigend klingt, wie sein Titel es vermuten lässt. mehr lesen / lire plus

BJÖRK: Üahuäh-iih

Zuerst kam Radioheads „Kid A“. Dann Sigur Ros‘ fiktive Elfensprache und Wilcos supersonisches Fiepen. Die Musikindustrie kam in den letzten Jahren kaum mehr zur Ruhe. Immer wieder setzten sich KünstlerInnen in den Kopf, plötzlich so ulkig wie möglich zu sein. Avantgardistisch, heißt es wohl korrekterweise. Und dann der größte Aufreger überhaupt: Björk hat ein Acapella-Album eingespielt. Höchst künstlerisch sei es, aber absolut unverdaulich. „Medúlla“ heißt die Platte und ist unter Mitwirkung von zwei Chören entstanden. Rahzel bedient die Beatbox, Robert Wyatt und Mike Patton (der Ex-Faith No More Frontmann) grunzen ins Mikrofon. Das kann manchmal ein wenig befremdlich wirken, wie bei der unfreiwillig komischen Atemübung „Ancestors“, ist aber meistens einfach nur wunderschön und gar nicht sperrig. mehr lesen / lire plus

FOLK: Devendra Banhart

„Rejoicing in the Hands“, XL Recordings, 2004.

Das Musikbusiness produziert mit Vorliebe komische Vögel und weiß diese entsprechend zu vermarkten. Bei dem erst 23-jährigen Devendra Banhart liegt zunächst die Vermutung nahe, dass hier wieder einmal ein auf kauzig gestylter Lo-Fi Eremit als „next big thing“ gehandelt wird. Aber „Rejoicing in the Hands“, das zweite Album des bärtigen Weltenbummlers mit Hang zu seltsamen Texten über seine Gesichtsbehaarung (This beard is for Siobhan), beweist, dass sich hier in der Tat ein großer Songwriter profiliert. Banharts einzigartiges Gitarrenspiel untermalt die androgyne Stimme, die Grillen zirpen im Hintergrund und dabei lassen Leonard Cohen, Nick Drake und Buckley (junior und senior) grüßen. mehr lesen / lire plus

SKA PUNK: Ska bouge!

Deux bonnes nouvelles pour les amateurs de Ska-Punk se retrouvent dans les bacs ces jours-ci. D’abord From New York to Luxembourg une compil live enregistrée à la Kulturfabrik le 20 décembre dernier lors d’une soirée ska avec P.O. Box de Nancy, les Luxembourgeois de Kunn & The Magic Muffins et des Toxkäpp et en prime le groupe américain The Slackers. Le CD doit être le premier d’une série de productions de la Kufa et donne toutes les raisons de se réjouir en vue de la suite. Le son est excellent, de même que les prestations. La même chose vaut pour Rock my Reality de P.O. mehr lesen / lire plus

POP: Erin Moran

A Girl Called Eddy, Anti inc. 2004.

Auf ihrer Homepage erklärt die amerikanische Songwriterin Erin Moran, warum sie erst spät den Schritt ins Musikgeschäft gewagt hat: Sie wollte erst einmal etwas erleben, von dem es sich lohnen würde, zu berichten. Damit lehnt sich A Girl Called Eddy, so ihr Künstlername, recht weit aus dem Fenster in einem Business, wo man heutzutage schon mit zwanzig zum ersten Mal in die Midlife-Crisis kommt. Aber die Souveränität mit der sie die elf Songs ihres Debütalbums präsentiert geben ihr Recht. Auch wenn ihre Musik, irgendwo zwischen Jazz und Pop, sicher nichts Neues unter der Sonne bietet, so vermittelt Erin Moran doch eine Form der Authentizität, die sie von Wunderkindern wie Norah Jones oder Joss Stone unterscheidet. mehr lesen / lire plus

ALTERNATIV: Coheed and Cambria

In keeping secrets of silent earth 3

Die Jungs von Coheed and Cambria trauen sich was. Ihr zweites Album „In keeping secrets of silent earth 3“, zuerst nur als Import erhältlich, jetzt auch in Europa erschienen, gliedert sich ein in die vierteilige Serie um die fiktiven Helden Coheed and Cambria. Teil vier soll bald als Doppelalbum erscheinen, als letzte Veröffentlichung ist dann Teil eins geplant, sozusagen als Auflösung der Geschichte. Verwirrt? So soll es sein, denn es ist in der Tat erstaunlich, wie die vier Amerikaner Prog, Pop, Emo, Screamo und haarsträubende Fantasy-Abenteuer zu einem durchgängig überzeugenden Album zusammenflechten. The Mars Volta müssen als Vergleich herhalten, aber eigentlich klingt die Combo mehr nach Deftones meets Toto. mehr lesen / lire plus

PAUL LE FLEM: Au-delà des idées reçues

Timpani, 2004, 21 €.

En marge des courants et du temps Paul Le Flem (1881-1984), fidèle à sa Bretagne natale, fait revivre dans sa musique les mélodies celtiques sur les bases de la musique polyphonique. Ces oeuvres, peu jouées, soit par préjugé soit par ignorance, se démarquent du snobisme frivole qui papillonne en toute saison dans le cercle immuable des idées reçues et du discours mondain. Son Quintette pour piano et cordes ainsi que la Sonate pour violon et piano témoignent de son attachement aux formes réduites. Le Quatuor Louvigny a le grand mérite de nous faire découvrir cette musique d’une originalité désarmante. mehr lesen / lire plus

WILCO: Zwischen Genius und Tinnitus

„A ghost is born“, Nonesuch Records, 2004.

„Less than you think“ heißt einer der Songs auf der neuen Wilco CD A ghost is born, und am Ende des Tracks ist ein zehnminütiges Fiepen zu hören. Ein Kunde auf Amazon erklärte, dass sich bei näherem Hinhören tatsächlich wahre Schönheit aus dem Geräusch entwickele. Etwas Reines, Ursprüngliches, so makellos wie das ganz in weiß gehaltene Plattencover. Maik Brüggemayer schwärmte im Rolling Stone diese Songs seien unbewohnte Räume, die man erst noch einrichten müsste. Auf das großartige Album „Yankee Foxtrott Hotel“ aus dem Jahre 2002 lässt Wilcos Mastermind Jeff Tweedy mit A ghost is born ein fahriges, schemenhaftes Opus mit Experimental-Musik folgen, auf dem nur vereinzelte Titel wirklich überzeugen können. mehr lesen / lire plus

Krachende Krankenschwestern: ART-NOISE-ROCK

Sonic Youth, „Sonic Nurse“, 2004 Geffen Records

Der Titel des ersten Songs verrät alles: Pattern Recognition. Wer Sonic Youth’s mittlerweile 19. Album Sonic Nurse hört, wird einiges wieder erkennen. Da sind die eindringlichen Stimmen von Kim Gordon und Thurston Moore. Da sind die extrem kratzigen, bisweilen dissonanten Gitarrenriffs von Lee Ranaldo. Neu erfunden haben die New Yorker sich und ihren Art-Noise-Rock auch nach mehr als 23-jähriger Schaffenszeit nicht – und trotzdem laufen sie zu lang vermisster Größe auf. Vielleicht, weil dieses Album nicht so experimentell daherkommt, sondern rockiger. Ganz sicher aber auch, weil Gordon und Moore so gut singen wie lange nicht mehr. mehr lesen / lire plus