Kathrin Hartmann – Die grüne Lüge

Kaum ein Produkt kommt noch ohne ein Label aus, das Nachhaltigkeit verspricht. Kathrin Hartmann ist in ihrem neuesten Buch den grünen Lügen auf der Spur.

„Grüne Fake News“ nennt Hartmann die Tendenz, dass immer mehr Produkte und Firmen von sich behaupten, nachhaltig, umweltschonend und irgendwie „grün“ zu sein. Das also, was gemeinhin als Greenwashing bezeichnet wird – ein Unternehmen gibt sich grüner, als es eigentlich ist. An Beispielen wie dem Katastrophenmanagement von BP (Deepwater Horizon), Kleidung aus recyceltem Ozeanplastik, der Palmölindustrie, staatlichen Umweltlabels in Deutschland und der Agrarindustrie in Brasilien erläutert die Autorin, wie Konsument*innen hinters Licht geführt werden. mehr lesen / lire plus

Dem Dialog verpflichtet

Camille Gira 1958-2018 (Foto: Wikimedia)

Camille Gira ist tot. Mitten in seiner Rede zum Naturschutzgesetz ist er zusammengebrochen – umgefallen wie eine Eiche im Sturm, wie der grüne Ko-Präsident Christian Kmiotek twitterte. Er ist plötzlich nicht mehr da – und vielen, die persönlich mit ihm zu tun hatten, kommt die Frage in den Sinn, wann sie diesem Menschen eigentlich zum ersten Mal begegnet sind.

Beim Autor dieser Zeilen war das im April 1990. Als blutjunger GréngeSpoun-Redakteur suchte er den nicht einmal zwei Jahre älteren angehenden „ersten grünen Bürgermeister“ Luxemburgs in dessen Heimatort Beckerich auf. Das Interview dauerte am Ende so lange, dass es gleich auf zwei GréngeSpoun-Ausgaben verteilt werden musste. mehr lesen / lire plus

Wahl-Forderungen: Die grüne Revolution

Nein, es geht nicht um das Wahlprogramm der Grünen, sondern um die Forderungen des Mouvement. Statt für kleine Kurskorrekturen macht sich die NGO für einen richtigen Kurswechsel stark.

Gute Nachrichten zur nachhaltigen Entwicklung Luxemburgs gibt es genug. Dass die woxx nicht über alle berichtet, liegt nicht nur an der kurzen Personaldecke. Viele Nachrichten erweisen sich beim genaueren Hinsehen als nicht so gut, wie sie zunächst erscheinen. Und manche werden auch –  gemessen an den vielen Problemen, die im gleichen Bereich bestehen – einfach überbewertet.

„Kooperativen und Gemeinschaftsgärten sprießen aus dem Boden, der Ausbau der Infrastrukturen im Bereich öffentlicher Transport geht voran, eine Debatte über das anstrebenswerte Wachstum wurde begonnen“, stellt der Mouvement écologique in der Einleitung zu seiner Broschüre mit Forderungen für die Wahlen fest. mehr lesen / lire plus

Naturschutz: Sieben billige Jahre

Was der Mouvement bei der Kompensation von Biotopzerstörungen durchsetzen konnte, und warum er immer noch unzufrieden ist.

Wohnt in Feuchtgebieten, nicht in Bongerten: der Wasserläufer.
(Wikimedia / UdayKiran28 / CC BY-SA 4.0)

Was sind Ökopunkte? Nein, es handelt sich nicht um Belohnungs-Punkte, die man im Supermarkt bekommt, wenn man Biomilch oder Veganburger kauft. Die bei der Reform des Naturschutzgesetzes eingeführten Ökopunkte (siehe Artikel der Printausgabe) dienen dazu, den Wert eines Biotops zu bestimmen. Wer Natur zerstören will, muss also künftig den der Punktezahl entsprechenden Geldwert bezahlen. Der Staat kümmert sich dann darum, den Verlust zu kompensieren, indem er ein Biotop vom gleichen Wert neu anlegt. mehr lesen / lire plus

Elmar Altvater, Vordenker des zivilgesellschaftlichen Engagements, ist tot

Foto: Wikimedia Commons

Am 1. Mai 2018 verstarb 79-jährig Elmar Altvater, einer der wichtigen Analytiker des Kapitalismus und unnachgiebiger Kritiker der neoliberalen Globalisierung, der auch woxx-LeserInnen nicht unbekannt gewesen sein dürfte. 1998 sprach Alvater auf dem „Sozialkongress“ der Luxemburger Grünen und stritt sich damals mit dem noch recht frischen Premier Jean-Claude Juncker über die Zukunft der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik.

Zehn Jahre später sprach er auf Einladung von „déi Lénk“ zum Thema „Klimawandel und Finanzmärkte“. Im woxx-Interview meinte er 2008, es sei eine verrückte Logik, mit marktbasierten Instrumenten ein Problem lösen zu wollen, an dem doch gerade der Markt mit schuld wäre. mehr lesen / lire plus

Schlechte Zeiten für Luxemburgs Vögel

Nachdem Ende letzten Jahres eine deutsche Studie ein massives Insektensterben festgestellt hatte, wurde – auch in der woxx – vermutet, dass sich dieser Trend negativ auf die Vogelpopulation auswirken würde. Dies bestätigt sich nun.

Das Westliche Haselhuhn ist in Luxemburg vermutlich ausgestorben. Foto: Bruno Mathieu

Vor allem jene Vogelarten, die in offenen Landschaften wie Feldern, Weiden und Feuchtwiesen leben, sind stark zurückgegangen, teilte das Umweltministerium heute in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Lex Delles und Gusty Graas mit. Das Verschwinden der Vögel erklärt die Umweltministerin vor allem mit der Zerstörung ihrer Biotope. 28 Prozent der Vogelarten im Großherzogtum sind im Rückgang begriffen. mehr lesen / lire plus

Neonicotinoide: Rettet das halbe Verbot die Bienen?

Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hat am heutigen Freitag für ein Verbot von drei Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide gestimmt. Sind die Bienen nun gerettet?

Foto: Eric Ward / Unsplash

Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam heißen die drei Insektizide, die unter dem nicht weniger zungenbrechenden Label „Neonicotinoide“ subsumiert werden und ab Ende dieses Jahr verboten werden sollen. Zumindest im Freiland, denn in Gewächshäusern wird die Anwendung weiterhin erlaubt sein – hier sei ja kein Kontakt mit Bienen zu erwarten. Das stimmt jedoch nur bedingt, denn so manche Imker*innen stellen ihre Bienen (oder Hummeln) gegen Bezahlung zum Bestäubungseinsatz zur Verfügung – auch in Gewächshäusern. mehr lesen / lire plus

Bolloré : le bâillonneur bâillonné

Photo : Wikicommons

L’industriel français Vincent Bolloré vient d’être mis en examen pour des affaires de corruption en Afrique.

En janvier, le woxx a fait état des poursuites bâillons que menait l’industriel français Vincent Bolloré contre des médias et des ONG. Ses détracteurs lui font régulièrement le reproche que ses activités en Afrique serviraient surtout à remplir ses poches et ne respecteraient pas, dans beaucoup de cas, les droits les plus élémentaires des populations locales, souvent évincées pour faire place à telle ou telle plantation. Ses activités sont aussi très connues au Luxembourg, où il est coactionnaire de la Socfin, dont les assemblées générales sont régulièrement « visitées » par des militants d’ONG. mehr lesen / lire plus

Europäischer Energieatlas erschienen

Eine neue Publikation erklärt die Welt der erneuerbaren Energien in Europa mit Karten und Infografiken.

Nach den Atlanten zu Fleisch, Konzernen, dem Meer und dem Boden veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung nun ein weiteres Nachschlagewerk in Zusammenarbeit mit „Le Monde diplomatique“, diesmal zum Thema Energie. Mit vielen Karten, Diagrammen und Grafiken wird der aktuelle Stand und die mögliche Zukunft der Energieversorgung in Europa erklärt.

Kohle, Stahl, Euratom – die europäische Integration hatte auch immer mit der Energieversorgung zu tun, folgerichtig beginnt der Atlas somit mit einem kleinen Geschichtsexkurs. Der lehrt auch: Früher wie heute können jene Länder profitieren, die frühzeitig in neue Energiequellen investieren – sie können ihre Technologie später exportieren. mehr lesen / lire plus

Belgien
: Müll als Message

Verpackung im Supermarkt zurücklassen, um Warenanbieter zum Umdenken zu zwingen. Mit „Plastic Attack“ kommt eine britische Aktionsform nun auch auf dem Kontinent in Mode. Letzte Woche war Premiere in Brüssel – die woxx war dabei.

Gegen überflüssige Plastikverpackung: 
die Initiative 
„Plastic Attack“. (Foto: Plastic Attack Belgium)

„Ein Skandal, all dieser Kunststoff!“ – Minutenlang schon steht Fanny am Ausgang des Supermarkts, holt Äpfel, Paprika und andere Waren aus ihren Plastikhüllen und entsorgt sie in einem von zwei riesigen Kartons. Ihre Freundin Amélie müht sich derweil mit einer einzeln verpackten Gurke ab. „Eigentlich probieren wir, kein Plastik zu kaufen“, sagt sie. Ein Versuch, der offenbar kaum umzusetzen ist. mehr lesen / lire plus

Wachstumsdebatte: Die drei Paradiese

Sowohl-als-auch-Antworten auf die Wachstumsfrage können nicht überzeugen. Eine bessere Zukunft verspricht einzig eine radikale Entschleunigung oder aber ein neues Wachstumsparadigma. Oder …?

Arbeitsplätze, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Lebensqualität. Diskutiert man über diese zentralen Themen, so gelangt man schnell zur Wachstumsfrage, die im Wahlkampf eine herausragende Rolle spielen wird. Viele Politiker*innen flüchten vor dem Dilemma in eine unglaubwürdige Sowohl-als-auch-Haltung. Interessant sind deshalb die Plädoyers für einen klaren Ausweg aus der Zwickmühle.

Kein Wachstum, keine Probleme, so könnte man die erste mögliche Lösung zusammenfassen. Ihr hängen die Rechtspopulist*innen an, die vor allem die „Überfremdung“ fürchten. Doch auch beim Mouvement écologique, der sich klar von diesen Zirkeln abgrenzt, scheint die Ansicht Überhand zu gewinnen, dass Luxemburg dem seit Jahrzehnten gewohnten Wachstum den Rücken kehren sollte. mehr lesen / lire plus

Mercedes setzt auch weiter auf Diesel

Auch Daimler (Mercedes-Benz) hat in Sachen E-Mobilität noch nicht alle Hausaufgaben gemacht.

Dieter Zetsche im März 2018 bei der Genfer Motor Show. (Foto: Wikimedia Commons)

Anlässlich der Jahreshauptversammlung, die am 5. April in Berlin stattfand spielte der Abgasskandal kaum eine Rolle. Für Dieter Zetsche, Vorstandschef von Daimler bleibt der Diesel eine Zukunftstechnologie, mit der der Konzern ordentlich Geld verdienen will: „Den Diesel jetzt abzuschaffen, wäre aus ökonomischen wie ökologischen Gründen ein großer Fehler.“ E-Autos bewertete er eher kritisch: „Mehr Elektroautos sind gut für die CO2-Bilanz, aber nicht so gut für unsere Konzernbilanz – jedenfalls vorübergehend“. Ein erstes, komplettes E-Modelle soll es 2019 geben, ab 2022 dann Modelle in allen Segmenten, womit der Verbrennungsmotor bei Daimler wohl noch lange Jahre vor sich hat. mehr lesen / lire plus

Geoengineering beim Klimaschutz
: Plan B mit Nebenwirkungen

CO2 – an diesem chemischen Kürzel entbrennt die Frage, wie wir dem menschengemachten Klimawandel begegnen könnten. – Und wenn wir das Treibhausgas Kohlendioxid einfach aus der Luft herausholen würden?

Wohin mit dem CO2? 
Die Pilotanlage im Kraftwerk Schwarze Pumpe wurde 2014 außer Betrieb genommen. (Foto: Wikimedia / SPBer / CC BY-SA 3.0)

Im Weltall riesige Spiegel installieren, die die Solarstrahlung reflektieren. Kohlendioxid aus der Atmosphäre herausfiltern und anschließend im Erdreich speichern. Künstliche Aerosole in die Atmosphäre einbringen, die die Sonneneinstrahlung schwächen. Es gibt eine Reihe von technischen Ansätzen, die darauf abzielen, die globale Erwärmung zu bremsen. Entweder durch Beeinflussung der Solarstrahlung (Solar Radiation Management, SRM) oder durch Abscheidung von Kohlendioxid (Carbon Dioxide Removal, CDR). mehr lesen / lire plus

Januar 2018: Zweitwärmster in Luxemburg

Der Winter 2017/2018 war in Luxemburg vergleichsweise warm. Zudem wurde überdurchschnittlich viel Niederschlag gemessen.

Winter in Luxemburg. (Foto: CC-BY Tristan Schmurr)

Auch wenn die Kältewelle Ende Februar noch vielen in den Knochen steckt – der vergangene Winter war im Durchschnitt wärmer und nasser als die meisten, für die es vergleichbare Daten gibt. Das berichtet das List (Luxembourg Insitute of Technolgy), das Daten der Wetterstationen von Meteolux und Asta (Administration des services techniques de l‘agriculture) ausgewertet hat.

Die gemessenen Temperaturen lagen zum größten Teil über jenen der Vergleichsperiode von 2001 bis 2010. In Oberkorn gab es die geringste Abweichung, dort war es im Durchschnitt sogar 0,3 Grad kälter, in Ettelbrück hingegen 0,8 Grad wärmer – dies war die höchste gemessene Abweichung. mehr lesen / lire plus

D’où viennent nos gadgets digitaux ?

Le film « Death by Design » montre la face cachée de l’industrie informatique qui nous fournit en smartphones, tablettes et ordinateurs toujours plus beaux.

« Vous n’allez plus regarder votre iPhone de la même façon après avoir vu ce documentaire bien construit de Sue Williams. » C’est en ces termes que le « Seattle Times » a recommandé le film « Death by Design », qui sera montré lundi prochain 5 mars à 20h30 à la Cinémathèque, une soirée co-organisée avec Etika et Attac. Le sujet : la face sombre de l’industrie informatique.

Sous-titré « The Dirty Secret of our Digital Addiction », le film s’adresse aux consommatrices et consommateurs qui affectionnent leurs smartphones, tablettes ou ordinateurs portables… et qui seront plusieurs milliards d’ici 2020. mehr lesen / lire plus