Geschlechteridentität in Deutschland: Die Definitionsmacht 
der Medizin brechen

Vanja ist intersexuell und hat sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale. Vor dem deutschen Bundesverfassungsgericht hat Vanja erfolgreich für eine dritte Option bei der Geschlechtereintragung geklagt, die spätestens Ende 2018 ermöglicht werden muss. Die woxx hat mit Vanja über das Urteil von Anfang November gesprochen.

Das Urteil des deutschen Bundesverfassungsgerichts zur Geschlechtereintragung ist ein wichtiger Schritt, doch das gesellschaftliche Bewusstsein muss folgen: Vanja wurde als als klageführende Person anonym bedroht und tritt daher nur mit einem Vornamen an die Öffentlichkeit. (Foto: EPA/Uli Deck)

woxx: Wie möchten Sie angesprochen werden?


Vanja: Am liebsten ist es mir, Pronomen zu vermeiden oder Mischformen zu finden. mehr lesen / lire plus

„Die Behörden geht Geschlecht nichts an“

„Es fühlt sich für mich immer so an, als würde ich nur einen Teil von mir zeigen.“ – So fasst Vanja den Alltag mit intergeschlechtlicher Identität zusammen. Vor dem deutschen Verfassungsgericht hat Vanja erfolgreich für eine dritte Option bei der Geschlechtereintragung geklagt. Das Interview mit Vanja in der kommenden Printausgabe der woxx.

Abschalten bitte: binäre Codes zur Definition von Geschlechteridentität.

Eine Revolution war es nicht – aber doch ein wichtiger Schritt: Am 8. November hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass intersexuelle Menschen in Deutschland ab Ende 2018 neben einer männlichen oder weiblichen Angabe nun eine dritte Option für ihre Geschlechtsidentität wählen können. mehr lesen / lire plus

Juncker: ohne Journalismus gut informiert

Unmenschlich, aber effizient – so brachte Jean-Claude Juncker die EU-Flüchtlingspolitik zu Libyen laut Journalisten jüngst auf den Punkt. Das System funktioniert, solange es keinen öffentlichen Aufschrei gibt.

„Der Präsident braucht weder Fernseh-Reportagen noch Fragen von Journalisten, um zu wissen, was los ist.“ Mit diesen Worten gab EU-Kommissionssprecher Alexander Winterstein am vergangenen Donnerstag beim mittäglichen Pressebriefing einem Medienvertreter Bescheid.

Der Journalist hatte eine ebenso simple wie berechtigte Frage gestellt: Könne es sein, dass eine von Jean-Claude Juncker beim EU-Afrika-Gipfel angekündigte Task Force zum Schutz von Flüchtlingen in Libyen und deren geplante Evakuierung einzig auf eine viel beachtete Reportage von CNN zurückgeht? mehr lesen / lire plus

Visite d’État au Japon : « Space is the Limit »

Clap de fin ce mercredi soir pour la visite d’État au Japon. Une visite qui a dépassé le cadre diplomatique en misant sur une importante délégation économique, qui a représenté presque tous les pans de l’économie luxembourgeoise.

BZ : Réplique du satellite « Hayabusa 1 » au Space Dome dans la Science City de Tsukuba. (© woxx)

Mercredi matin, rendez-vous était pris au Tokyo Skytree, la plus haute tour de radiodiffusion du monde avec ses 634 mètres. Au-delà de ses fonctions pratiques, la tour fait aussi office de restaurant et offre une plate-forme panoramique à partir de laquelle les visiteurs peuvent s’apercevoir que même à cette hauteur, la ville de Tokyo ne semble pas avoir de début ni de fin. mehr lesen / lire plus

Visite d’État au Japon : Space Sandwich

La deuxième journée de la visite d’État a été riche en contrastes : entre deux briefings ministériels, la délégation a eu droit à la ferveur populaire et à un voyage dans l’espace.

La foule en liesse attendant la venue de l’empereur divin. (© woxx)

Heureusement que les effets du décalage horaire vous réveillent tôt. Sinon, un briefing avec Jean Asselborn à 7h45 du matin aurait été chose impossible. Mais vu que toute la délégation luxembourgeoise est encore sous l’impact du décalage horaire, pas (trop) de problèmes pour se retrouver à cette heure matinale au cinquième étage de l’Imperial Hotel Tokyo pour entendre le bilan que fait le ministre des Affaires étrangères de la première journée de rencontres diplomatiques. mehr lesen / lire plus

Esclavage en Libye : Une hypocrisie mondiale


Depuis la diffusion d’un reportage de CNN mi-novembre montrant une vente aux enchères de migrants, la communauté internationale se dit scandalisée. Pourtant, tout le monde savait.

Le camp de transit de Tariq al-Seka à Tripoli doit normalement accueillir des migrants qui s’apprêtent à être rapatriés chez eux. Dans les faits, certains restent coincés ici pendant des mois (photo prise en Septembre 2017). (Photos : Maryline Dumas)

Les images sont sombres, mais on entend distinctement : « 500, 550, 600, 650… » L’homme est finalement vendu 1.200 dinars libyens (environ 744 euros au taux officiel ou 110 euros au marché noir, bien plus utilisé). mehr lesen / lire plus

Visite d’État au Japon : Branding and Understanding

Première journée pour la visite grand-ducale au Japon. Même si elle était remplie de rendez-vous importants, on reste en surface en ce qui concerne les vrais aléas de cette opération de charme.

Les allées de l’université Sophia

Après le passage officiel au palais d’Akihito ce lundi matin, auquel le woxx n’a pas participé, place aux séminaires économiques et aux rencontres formelles et informelles entre les représentants de deux pays. Le « Japan-Luxembourg Business Forum » a été officiellement lancé par le grand-duc, au quatrième étage de l’Imperial Hotel Tokyo – une ville dans la ville et un des plus vieux hôtels du pays, construit sur ce qui fut jadis un quartier de nobles qui avaient dû faire place à la modernité sous l’ère Meiji. mehr lesen / lire plus

Visite d’État au Japon: Offensive de charme grand-ducale

Tokyo – une jungle urbaine sans début ni fin. (© woxx)

Dans un contexte international tendu pour l’archipel nippon, avec la menace nord-coréenne d’un côté, un militarisme renaissant de l’autre, le Luxembourg vient de débuter une visite officielle accompagnée d’une mission économique conséquente pour renforcer les liens avec le Japon.

Tokyo, dimanche 13.05. Alors que le Boeing Lufthansa qui transportait une bonne partie de la délégation – les ministres Schneider et Asselborn entre autres – de Francfort au Japon est arrivé avec un quart d’heure d’avance, cela ne change rien aux effets du décalage horaire que l’on peut ressentir dès la sortie de l’aéroport. mehr lesen / lire plus

Mladić-Urteil
: Was für Fikret Alić wichtig ist

Mit dem Urteil gegen Ratko Mladić ging der letzte Prozess vor dem Jugoslawien-Tribunal (ITCY) in Den Haag zu Ende. Fraglich ist, ob die Urteile über die individuelle Bestrafung hinaus auch gesellschaftliche Wirkung entfalten werden. Es gibt Skepsis, aber auch leise Hoffnung.

Sein vermutlich letzter Auftritt für längere Zeit: Ratko Mladić vor der Urteilsverkündung beim Gang in den Gerichtssaal in Den Haag. (Foto: EPA-EFE/Peter Dejong/Pool)

Die großen Tage des Jugoslawien-Tribunals in Den Haag erkennt man daran, dass die ersten Demonstranten schon vor der Morgendämmerung da sind. Dasselbe gilt für die Kamera-Teams, die in Stellung gehen und ihre Beleuchtung setzen. Und natürlich darf auch Fikret Alić nicht fehlen: In dicker Winterjacke und mit schwarzer Mütze steht er da im Wind und raucht, und wie immer hat er das Titelbild des „Time“-Magazins dabei, das ihn im August 1992 weltberühmt gemacht hat. mehr lesen / lire plus

Ratko Mladić wegen Völkermord verurteilt

Der ehemalige Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee muss lebenslänglich ins Gefängnis.

Zu lebenslanger Haft verurteilt: Ratko Mladic, der ehemalige Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee. (Foto: ICTY)

Lebenslange Haft – so lautet das Urteil gegen Ratko Mladić, das heute am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag ergangen ist. Der mittlerweile 75-jährige Mladić war einst Oberbefehlshaber der bosnisch-serbischen Armee. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass er in dieser Funktion zahlreiche Kriegsverbrechen zu verantworten hat, die zwischen 1992 und 1995 im jugoslawischen Bürgerkrieg unter seinem Befehl begangen worden sind. So trage er die unmittelbare Verantwortung für das Massaker an Tausenden gefangenen bosnischen Muslimen in Srebrenica, den Terror gegen das belagerte Sarajevo und die „ethnische Säuberung“ serbisch besiedelter Teile Bosniens. mehr lesen / lire plus

Kolumbien
: „Wir leben wie 
im Gefängnis“

María Nancy Ardila hat als Staatsanwältin gegen Paramilitärs in Kolumbien ermittelt. Nach der Verhaftung einiger von ihnen schworen diese, Ardilas gesamte Familie auszulöschen. Zwei ihrer Brüder wurden bereits erschossen. Seither lebt die 48-Jährige inkognito. Die woxx hat mit ihr über mangelnde Unterstützung durch die Justiz und den Stand des Friedensprozesses gesprochen.

Hat den paramilitärischen Banden Kolumbiens die Stirn geboten und wird nun von ihrer eigenen Behörde im Stich gelassen: die ehemalige Staatsanwältin María Nancy Ardila. (Foto: Knut Henkel)

woxx: Sie sind vor einem Jahr aus dem Dienst der Staatsanwaltschaft ausgeschieden, weil Sie nicht mehr arbeitsfähig sind. Was ist passiert?


María Nancy Ardila: Ich habe als Staatsanwältin in der Kleinstadt Caicedonia, im Süden Kolumbiens im Verwaltungsbezirk Valle de Cauca, gearbeitet und bin dort auf einen Stapel abgelegter Akten gestoßen. mehr lesen / lire plus

„In Kolumbien haben wir keine Zukunft“

Ein Jahr ist es her, dass die kolumbianische Regierung ein Friedensabkommen mit der Guerilla Farc unterzeichnet hat. Doch die brutale Repression gegen Kokabauern gefährdet den brüchigen Frieden. Angesichts der mafiaartigen Praktiken der Paramilitärs hält der Staat hingegen still – Gründe dafür sind Angst und Korruption.

Auf der Flucht: die ehemalige kolumbianische Staatsanwältin María Nancy Ardila. (Foto: Knut Henkel)

Staatsanwältin María Nancy Ardila hat lediglich ihren Job gemacht – und das haben bereits zwei ihrer Familienmitglieder mit dem Leben bezahlt. Im Süden Kolumbiens  hatte sie, beinahe zufällig, stockende Ermittlungen gegen eine paramilitärische Bande wieder aufgenommen, die in der Region Caicedonia den Drogenhandel kontrolliert. mehr lesen / lire plus

„Wir sind nicht gefährlich, sondern in Gefahr“

Für eine rechtliche Anerkennung der „sans papiers“ in Belgien: Demo mit rund 1.500 Teilnehmenden in der Brüsseler Innenstadt.

Für die rechtliche Anerkennung der „sans papiers“: Demo am 12. November 2017 in Brüssel. (Foto: T. Fuchshuber)

Klein war sie nicht, die Demonstration für die Rechte der „sans papiers“, die am gestrigen Sonntag in Brüssel stattgefunden hat. Rund 1.500 Menschen sind es laut der Polizei gewesen, die sich an der Gare du Nord zusammengefunden hatten. Sie waren einem Aufruf gefolgt, der unter anderem von der Asbl „SOS migrants“ und der Gewerkschaft FGTB unterzeichnet war. « Des travailleurs sans papiers sont aussi des travailleurs, avec les mêmes droits », so ein Gewerkschaftsvertreter. mehr lesen / lire plus

Russische Föderation: Die Revolution blieb aus

Die organisierte Rechte des Landes ist zerstritten und von staatlicher Repression gebeutelt – das zeigte sich auch am vergangenen Samstag beim nationalistischen „Russischen Marsch“. Weniger gefährlich ist das Milieu deswegen aber nicht. Immer mehr Jugendliche organisieren sich in autonomen Strukturen.

Dutzende Festnahmen: Einheiten der Polizei gehen am „Tag der Einheit des Volkes“, dem russischen Nationalfeiertag, gegen Teilnehmende am nationalistischen „Russischen Marsch“ vor. (Foto: EPA-EFE/Maxim Shipenkov)

Das Jahr 2017 unterscheidet sich von 1917 in Russland vor allem dadurch, dass die Revolution dieses Mal angekündigt war, aber nicht stattgefunden hat. Wladimir Lenin war sich wenige Wochen vor dem Sturz des Zaren noch sicher, den langersehnten gesellschaftlichen Umsturz selbst nicht mehr zu erleben. mehr lesen / lire plus

Russlands zerstrittene Rechte

Beim nationalistischen „Russischen Marsch“ zeigte sich am vergangenen Samstag, wie tief die Gräben innerhalb der Russischen Rechten sind. Doch das macht sie nicht weniger gefährlich.

Neonazis beim „Russischen Marsch“ in Moskau im Jahr 2012. (Foto: RiMarkin/Flickr)

Wenn in der letzten Zeit in der Presse von russischen Rechten die Rede war, dann vor allem in der Berichterstattung zum Prozess gegen eine „Nazi-Gang“, die in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt 14 Obdachlose ermordet hat.

Unsere Moskauer Korrespondentin Ute Weinmann analysiert fundierter: In der kommenden Ausgabe der woxx liefert sie einen Zustandsbericht der russischen rechten Szene. Ihr Urteil: Die Anführer der verschiedenen Gruppierungen sind sich nicht grün, und das führt zu Konkurrenz und Misstrauen im organisierten Milieu. mehr lesen / lire plus