JUSTICE TURQUE: Ombres et lumières

Deux procès hautement politiques offrent à la justice turque une occasion d’affirmer son indépendance et de faire avancer le pays vers un peu plus de transparence et de démocratie.

Affiche «lumineuse» de l’AKP lors des dernières élections. Ses adversaires espèrent couper le jus au parti conservateur islamique en le faisant interdire.

Il y a 95 ans, Molla Davudzade Mustafa Nazim publiait « Le progrès en rêve », le premier roman de science-fiction en langue turque. Cet écrivain assez méconnu imaginait un avenir où fusionneraient la technologie moderne et la charia. Dans cette utopie islamiste, les tribunaux délivraient leur verdict en moins de 24 heures. mehr lesen / lire plus

FUSSBALL-EM: Swissness gegen Habsburg

Während in Österreich noch über Autofahnen und Otto von Habsburg gestritten wird, wartet die Schweiz in Fußballsongs mit Habsburger-Bashing auf und hat die Landesfahne zum Popsymbol gemacht.

Süßer Nationalismus während der Fußball-EM: Zuviel Swissness ist nicht nur schlecht für die Zähne.

Eine Stichprobe: drei Ampelphasen am Wiener Gürtel, der am stärksten frequentierten Verkehrsader der österreichischen Bundeshauptstadt. Acht Tage vor Beginn der Fußballeuropameisterschaft ebendort. Von 175 Fahrzeugen, die an dem schwülen Freitagnachmittag auf drei Fahrbahnen vorbeirollen, sind gerade einmal vier mit rot-weiß-roten Autofähnchen ausstaffiert. Dennoch werden die Fähnchen von den Medien als „Massenaccessoire“ wahrgenommen. Wochenlang hatten „Patrioten“, Fußballfans und die Kronenzeitung für die Autowimpel gekämpft, bis der Verkehrsminister Werner Faymann sich erweichen ließ und für die Zeit der EM das Autofahnen-Verbot aufhob. mehr lesen / lire plus

IRLAND: „Europäischer Kampf auf irischem Boden“

Am 12. Juni lässt Irland seine Bürger in einem Referendum über den EU-Reformvertrag abstimmen. Nach schlechten Erfahrungen haben alle anderen Mitgliedsstaaten den Entscheid lieber an die Parlamente delegiert. Die Iren könnten den Vertrag nun im Alleingang kippen.

Mit dem Wohlstand kam auch der Verkehrsinfarkt: „Rush-Hour“ ist in Dublin nahezu rund um die Uhr.

Auf dem Weg zum ersten Termin, und schon droht eine saftige Verspätung. Mist. Dabei hatte man uns gesagt, dass die Fahrt nach Portlaoise in anderthalb Stunden vom Flughafen im Norden Dublins locker zu schaffen sei. Das stimmt auch, wenn man nicht aus Versehen vorher auf die Stadtautobahn M50 gerät, um erst dann auf die M7 zu stoßen, die ins Zentrum der irischen Midlands führt. mehr lesen / lire plus

RUSSLAND: Umzug ins Weiße Haus

Der Personalwechsel in der russischen Führung ist vollzogen. Nun rätselt man in Russland und international darüber, wie das neue Spitzenduo die Macht aufteilen wird.

„Moderates Auftreten“: Panzerkolonne unterwegs zur Militärparade auf dem Roten Platz anlässlich des 63. Jahrestags des Sieges über Deutschland.

Mit der pompösen Militärparade auf dem Roten Platz am 9. Mai anlässlich des 63. Jahrestags des Sieges über Deutschland betrat der Zivilist Dmitrij Medwedjew ganz neues Terrain. Schließlich folgte er der feierlichen Darbietung modernster Militärtechnik erstmals in der Eigenschaft als Oberkommandierender der russischen Streitkräfte. Erst zwei Tage zuvor hatte er das Amt des Präsidenten angetreten. Damit ist der 42-Jährige auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt. mehr lesen / lire plus

NORDIRLAND: Auf eigenen Beinen

Seit einem Jahr regiert in Nordirland eine Allparteienregierung aus Unionisten und Nationalisten – harmonischer, als viele je für möglich gehalten hätten. Das Problem dabei: es fehlt eine echte Opposition. Die sozialen Probleme indes bleiben auch nach dem Ende des Bürgerkrieges bestehen.

Parade in Belfast zur Erinnerung an
die Opfer des Hungerstreiks von 1981: Das Motiv in der Bildmitte zeigt das Konterfei von Bobby Sands.

Die großflächige Parkanlage, die sich über die Anhöhe des Belfaster Stadtteils Stormont erstreckt, gibt den Blick frei auf ein mondänes Kalksteingebäude. Auf den ersten Blick könnte man hinter dem Komplex im neoklassischen Stil einen Sommersitz des britischen Königshauses vermuten. mehr lesen / lire plus

NEPAL: Monarch abzugeben

Wie man eine Monarchie abschafft, lässt sich momentan in Nepal beobachten. Mit der Republik kommen allerdings auch die Maoisten ins Zentrum der Macht.

Wird lernen müssen, die Schuhe künftig selbst zu binden: König Gyanendra beim Verlassen des Dantakali Tempels in Dharan.

Zehn Jahre lang folgte die Kommunistische Partei Nepals-Maoisten (CPN-M) dem Diktum Maos, dass die Macht aus den Gewehrläufen kommt. Mit der Stimmabgabe anlässlich der verfassunggebenden Versammlung am 10. April kam sie schlussendlich aus den Wahlurnen. Die ehemalige Guerilla konnte bei dem historischen Votum knapp über drei Millionen Stimmen auf sich vereinen – etwas weniger als ein Drittel aller Wählerstimmen. Bei den Direktmandaten hatte sie genau die Hälfte aller Stimmen bekommen. mehr lesen / lire plus

IRAN: „Das iranische Regime ist im Iran am schwächsten“

In Europa haben viele keine klare Vorstellung vom totalitär-faschistischen Charakter des Mullahregimes im Iran, sagt Kazem Moussavi. Ein Gespräch mit dem Europasprecher der Grünen Partei im Iran.

Rauchen ist erlaubt, doch wer sich gegen die Zwangsverschleierung wehrt, bekommt es mit dem Regime zu tun:
Die Zerschlagung der Errungenschaften der Frauenbewegung war für die Mullahs ein wichtiger Schritt zur Islamisierung der Gesellschaft.

woxx: Nach den Wahlen im vergangenen Monat im Iran sitzen nun weniger Kleriker, dafür aber mehr Mitglieder der Revolutionsgarden im Parlament. Wer wird durch diese Veränderung gestärkt?

Kazem Moussavi: Die Mehrheit der iranischen Menschen ist nicht zu den Wahlen gegangen. mehr lesen / lire plus

EGYPTE: Quand la révolte prend de l’ampleur

Dans une situation de crise alimentaire inquiétante, tous les regards restent rivés sur les grévistes du textile. Avec un pouvoir aux abois face aux émeutes de la faim.

Augmentation des prix, vie chère, régime autocratique et violent: un cocktail égyptien explosif.

Deux morts, des dizaines de blessés et des centaines de détenus: les émeutes de Mahalla des 6 et 7 avril rassemblaient tous les ingrédients pour intéresser la presse internationale. Les images de jeunes s’affrontant aux blindés de police, de voitures en feu et de cabines téléphoniques saccagées ont fait le tour du monde, accompagnées de dépêches lapidaires sur « les émeutes du pain ». mehr lesen / lire plus

PARAGUAY: Bonsai und der rote Bischof

Zum ersten Mal hat die Opposition in Paraguay gute Chancen, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen. Aber von einem grundlegenden Wandel ist das Land weit entfernt.

Siegessicher:
Der Befreiungstheologe Fernando Lugo Méndez (links) auf einer Pressekonferenz seiner Partei APC.

Vergeblich haben die spanischen Eroberer in Südamerika nach jenem verheißungsvollen Ort des Goldes gesucht, den sie El Dorado nannten. Um das Dorado der Gegenwart zu finden, genügt eine Reise nach Ciudad del Este. Wilma María Rodriguez fährt alle zwei Wochen von ihrem Wohnort Porto Alegre im Süden Brasiliens in die paraguayische Stadt am Dreiländereck. Die letzten Meter legt sie zu Fuß zurück. Sie überquert den Grenzfluss Paraná über den „Puente de Amistad“, die Brücke der Freundschaft. mehr lesen / lire plus

TÜRKEI: Juristisches Gerangel

Formal ist die Generalstaatsanwaltschaft im Verbotsverfahren gegen die Regierungspartei AKP korrekt vorgegangen, doch Experten fürchten nicht nur um die außenpolitische Wirkung. Die AKP wiederum will dem Urteil nun mit einer Reform des Verfassungsgerichts vorgreifen.

Die türkische Generalstaatsanwaltschaft möchte der Partei von Präsident Erdogan gerne ein Ticket in die Illegalität verschaffen. Unser Bild zeigt einen Werbebus der AKP vor den Parlamentswahlen im vergangenen Juli.

Als „zivilen Putsch“ bezeichnen selbst erklärte Gegner von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogans Kabinett das Verbotsverfahren gegen die Regierungspartei AKP. Doch das könnte ebenfalls juristische Schritte der Generalstaatsanwaltschaft nach sich ziehen.

Am 3. April kursierte eine in einem bedrohlichen Tonfall gehaltene Presseerklärung, die freilich eher an einen Aprilscherz erinnerte. mehr lesen / lire plus

USA: BÜRGERRECHTE & SOZIALE REVOLUTION: Träum weiter, Baby!

Martin Luther King Jr. träumte nicht nur davon, dass die Schwarzen weiße Restaurants besuchen können, sondern auch davon, dass sie es sich leisten können, dort essen zu gehen. Heute vor vierzig Jahren wurde der Bürgerrechtler ermordet.

Zwischen Sozialkritik und Ressentiment: Martin Luther King Jr. und Malcolm X vor einer Pressekonferenz im März 1964.

Amerika sei „der größte Verbreiter von Gewalt auf der Welt“, „verrückt geworden“ über einem Krieg, „der ein Feind der Armen ist“ und „die Seele Amerikas total vergiftet“. Dieser Krieg, in dem „wir unsere neuesten Waffen an der Bevölkerung testen wie die Deutschen neue Medikamente und neue Foltermethoden in den Konzentrationslagern Europas getestet haben“, werde geführt mit „der tödlichen Arroganz des Westens“ und sei „nur ein Symptom für eine viel schwerere Krankheit des amerikanischen Geistes“, der sich dem „spirituellen Tod nähert“. mehr lesen / lire plus

USA: OBAMAS FLUCHT NACH VORN: Ich bin der King

Barack Obamas Rede „A more perfect union“ erinnerte nicht nur inhaltlich an die Ansprachen Martin Luther Kings. Selbst sein Tonfall näherte sich am Ende, als er zur Veränderung aufrief, dem des bekanntesten schwarzen Bürgerrechtlers.

Versteht es, seine Worte wohl zu wählen: Obamas jüngste Grundsatzrede gilt einigen als das Beste, was seit langem von einem amerikanischen Politiker über die Situation der Schwarzen in den USA gesagt worden ist.

Die unmittelbare Wirkung der Rede „A more perfect union“, die Barack Obama am 18. März in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania gehalten hat, übertraf alle Erwartungen. Die Rede wurde zum Superhit auf Youtube, innerhalb weniger Tage wurde sie über vier Millionen Mal angeklickt und der Präsidentschaftskandidat der Demokraten lag in Wählerumfragen auf einmal wieder vor Hillary Clinton. mehr lesen / lire plus

KÄMPFE IM TIBET: Die Wut der „kleinen Geschwister“

Die jüngsten Ausschreitungen im Tibet haben nicht zuletzt soziale Ursachen. Unterdessen geben die weltweit aufmerksam verfolgten Bilder der Gewalt denen Auftrieb, die von friedlichem Protest, wie ihn der Dalai Lama propagiert, nichts halten.

Während der neue taiwanesische Regierungschef Ma Ying-jeou die Annäherung an China verspricht, protestieren Demonstranten in Taipeh gegen die chinesische Tibet-Politik.

Die chinesische Regierung hatte am Wochenende eigentlich das Ende der Unruhen in Tibet und den angrenzenden Regionen beschlossen. Doch exil-tibetische Organisationen berichteten, dass in den Provinzen Gansu und Qinghai auch am Wochenende und am Montag mehrere hundert Tibeter demonstrierten. Da sich kaum Journalisten in der Region aufhalten, ist die Berichterstattung spärlich. mehr lesen / lire plus

IRAN: Die Macht der Prinzipien

Bei den Parlamentswahlen im Iran setzten sich die Konservativen klar durch, doch das Prestige von Mahmoud Ahmadinejad sinkt. Als Weichenstellung für die kommenden Präsidentschaftswahlen kann das Ergebnis ohnehin nicht gewertet werden.

Gut besucht: Immerhin sechs von zehn IranerInnen beteiligten sich an den Parlamentswahlen in der Islamischen Republik. Unser Bild zeigt den Azadi-Tower (Freiheits-Turm) bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Islamischen Revolution.

Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamenei war mit dem Wahlausgang zufrieden. Bevor noch alle Stimmen ausgezählt waren, dankte er den Bürgern des Landes. „Erneut hat eure glorreiche und kraftvolle Anwesenheit die Verschwörungen der Feinde zu Fall gebracht und ihre psychologische Kriegsführung für eine geringe Wahlbeteiligung wurde zu einer leeren Seifenblase“, erklärte das geistliche und politische Oberhaupt des Iran. mehr lesen / lire plus

ITALIEN: Die Angst der Patriarchen

Auch in Italien tobt der Kulturkampf, und der Abtreibungsparagraf wird vehement in Frage gestellt. Die Proteste dagegen sind erschreckend defensiv.

Hannibal Lecter beim Totentanz: Plakat der christlichen Miliz in Rom gegen das Recht auf Abtreibung.

Einem feministischen Slogan vergangener Tage zufolge sollte das erste und das letzte Wort den Frauen gehören. Doch in Rom ergriffen am 8. März vier Männer die Gelegenheit dazu. Einerseits die Vorsitzenden der drei großen italienischen Gewerkschaften CGIL, CISL und UIL. Sie hatten zum 100. internationalen Frauentag zur gemeinsamen Demonstration aufgerufen. In den von den Organisationen bereitgestellten Bussen waren jedoch nicht die in den Festtagsreden bedauerten prekär beschäftigten „jungen Frauen und Mütter“ und erst recht nicht die im Nachsatz erwähnten Migrantinnen in die Hauptstadt gereist, sondern vor allem altgediente Mitglieder, viele Pensionäre, mehr Männer als Frauen. mehr lesen / lire plus