KURDES ET TURQUIE: Enfants et libertés enterrés.

Le gouvernement turc continue à faire la guerre au PKK, plutôt que de chercher une solution pacifique au « problème kurde ». Malgré les pressions des nationalistes, des voix critiques s’élèvent.

Manif kurde en Irlande contre les plans d’attaque turcs en automne dernier.

« Si j’avais mis au monde un enfant, quelqu’un assis à un bureau aurait dit `Tu vas faire ceci et ton enfant fera cela‘ et en fin de compte, je devrais enterrer mon enfant. Mais c’est intolérable ! [?] Je ne peux pas vraiment savoir ce qu’est un enfant. Je ne suis pas une mère et je n’en serai jamais une. Mais je suis un être humain et en tant qu’être humain, comment puis-je enterrer [des enfants] ? » Prononcées lors d’une émission de variétés, alors que s’alourdissait le bilan des pertes humaines de l’opération de l’armée turque au Kurdistan irakien, les paroles de la diva transsexuelle Bülent Ersoy ne sont pas passées inaperçues. mehr lesen / lire plus

RUSSLAND: Putins Platzhalter

Für den Fall seiner Wahl verspricht er demokratische Reformen: Nicht nur weil die erst noch ausstehen, muss Dmitrij Medwedjew um die Mehrheit bei den Präsidentschaftswahlen in Russland nicht fürchten.

Ein Putin teilt sich nicht in zwei – oder doch? Nicht nur in Russland beobachtet man mit Spannung, ob Präsidentschaftskandidat Dmitrij Medwedjew willens und fähig ist, sich von seinem politischen Ziehvater zu emanzipieren.

Er spricht wie Wladimir Putin, kleidet sich wie Wladimir Putin und wird nach den Wahlen am 2. März dessen Nachfolge als Präsident Russlands antreten. Dmitrij Medwedjews gesamte Karriere beruht auf der engen Zusammenarbeit mit dem Mann, der die vergangenen acht Jahre entscheidend geprägt und ihn als Kronprinzen auserkoren hat. mehr lesen / lire plus

US-WAHLEN: The times, are they changing?

Barack Obamas Erfolge lassen viele Amerikaner auf bessere Zeiten hoffen. Auch die Linke rechnet mit neuen politischen Möglichkeiten, bleibt aber misstrauisch.

Foto: Claude Simon

„Ich war Mitglied der Republikanischen Partei, doch dann habe ich Obamas Buch gelesen. Er ist ehrlich und er wird uns aus diesem schrecklichen Krieg herausführen.“ Kim Emmitt, 37 Jahre, afroamerikanische Rechtsanwältin verteilt in Spanish Harlem Flugzettel mit der Aufforderung „don’t forget to vote“. In diesem Viertel Präsenz zu zeigen ist kein Luxus, denn, so meinen Beobachter, die Hispanics werden diese Präsidentschaftswahlen entscheidend beeinflussen.

Begeisterung

Neben dem Krieg spielen auch soziale Fragen für die Obama-Anhänger eine Rolle. Doch die Art und Weise, wie sich Schwärmerei und Programmatik vermischen, bleibt für den europäischen Besucher erstaunlich. mehr lesen / lire plus

OSTTIMOR: Kein Platz für Märtyrer

Der Guerillero in Zeiten seiner Überflüssigkeit: An der zunehmenden Stabilisierung Osttimors wird das Attentat auf Präsident Ramos Horta vermutlich nichts ändern.

Trauern um ihren Helden: Anhänger des getöteten Rebellenführers Alfredo Reinado.

Noch ist nicht vollständig erwiesen, wie es zu dem Schusswechseln kam, bei denen vier Männer zu Boden sanken (woxx 941). Während Präsident José Ramos Horta und ein Bodyguard schwer verwundet wurden, standen der Rebellenführer Alfredo Reinado und einer seiner Kämpfer nicht mehr auf. Die zum Teil widersprüchlichen Zeugenberichte ergeben ein bruchstückhaftes Bild.

Am 11. Februar, gegen sechs Uhr morgens, dringt Alfredo Reinado mit einer Handvoll Rebellen in die Präsidentenvilla ein, entwaffnet das Sicherheitspersonal und verlangt nach Ramos Horta. mehr lesen / lire plus

KOSOVO: Unter falscher Flagge

Auf die Proklamation der Unabhängigkeit des Kosovo wird kein souveräner Staat folgen, sondern der Übergang von einem Protektorat der Uno zu einem der EU. Die serbischen Proteste könnten unterdessen eskalieren. Die Kfor musste bereits einschreiten.

Zumindest
die Außentemperaturen erinnern an Pristina:
Straßenfeier
zur Unabhängigkeit
des Kosovo im kanadischen Toronto. (Foto: Pena Musaraj/flickr)

Viele Tausende Kosovo-Albaner zogen am Sonntag jubelnd durch die Straßen von Pristina. Sie wollten dabei sein, wenn „Geschichte gemacht“ wird, wie es überall hieß. Höhepunkt der Feiern war die Rede des Ministerpräsidenten Hashim Thaci im Parlament. „Wir, die demokratisch gewählten Führer unseres Volkes, erklären das Kosovo mit dieser Deklaration zu einem unabhängigen und souveränen Staat“, rief der ehemalige UCK-Kommandant vor den begeisterten Abgeordneten. mehr lesen / lire plus

INDONESIEN: Die Erben der neuen Ordnung

Der verstorbene Diktator Suharto wird in Indonesien als großer Staatsmann gefeiert, obwohl unter seiner Herrschaft mehr als 700.000 Menschen getötet wurden.

Zeitungslektüre am Tag nach Suhartos Tod: Der Diktator bleibt in der Erinnerung vieler ein „Held der Nation“.

Diesmal waren die Christen beleidigt. Am Dienstag der vergangenen Woche versammelten sich in Jakarta Repräsentanten christlicher Gruppen vor der Redaktion der Wochenzeitung Tempo, um gegen ein Titelbild zu protestieren, eine Karikatur, die den ehemaligen Diktator Suharto als Jesus beim Abendmahl zeigt. Die Redaktion entschuldigte sich umgehend.

Der Karikaturenstreit war die schärfste Kontroverse nach dem Tod Suhartos am 27. Januar. Nur einige hundert Demonstranten protestierten Anfang Februar in Jakarta und Medan gegen den Plan, Suharto zum „Helden der Nation“ zu erheben, sie forderten eine Aufklärung der während seiner Herrschaft begangenen Verbrechen. mehr lesen / lire plus

UKRAINE: Hauptsache, sie sind weg

Vergangenen Sommer haben die EU und der „sichere Drittstaat“ Ukraine in Luxemburg die Rückführung von Flüchtlingen vereinbart. Nun tritt das Abkommen in Kraft. Doch in dem Land jenseits der EU-Außengrenze ist man schon jetzt mit Asylsuchenden völlig überfordert.

Die Situation der Flüchtlinge in der Ukraine, wie hier in einem Auffanglager nahe der Stadt Mukatschewo – ist bereits heute desaströs. Dank der EU-Politik wird sie sich künftig noch drastisch verschlechtern.(Foto: NEEKA)

Andijon 2005. „Es waren so viele Schuhe auf dem Platz“, erinnert sich Nadir. „Überall Soldaten mit Maschinengewehren, Panzer. Und zwischen all dem Blut auf dem Asphalt: Tausende Schuhe“. Nadir hat Leichen weggeräumt, sie in einen von Kugeln durchsiebten Opel Vectra geladen und zu den Friedhöfen am Rand der Stadt gebracht. mehr lesen / lire plus

BRASILIEN: Zwischen allen Fronten

In den Favelas von Rio de Janeiro kämpfen Drogenbanden um die Vorherrschaft. Kaum weniger gefährlich für die Bewohner sind die rücksichtslosen Polizeieinsätze.

Wenn die Polizei in den Favelas von Rio de Janeiro zur Tat schreitet, heißt es schleunigst in Deckung gehen: Im vergangenen Jahr zählte die Behörde 1.260 Todesopfer bei ihren Einsätzen. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen.

Es ist kein Zufall, dass die Sambaband aus Maré, einer Gruppe von Favelas im Norden von Rio de Janeiro, „Bekreuzige sich, wer durchkommt“ (Se benze que da) heißt. Wer in Maré, wo drei Banden von Drogenhändlern einander bekämpfen, die Straße betritt, riskiert, ins Kreuzfeuer zu geraten. mehr lesen / lire plus

SÜDAFRIKA: Vor der Spaltung

Der Afrikanische Nationalkongress (ANC) steckt in der tiefsten Krise seit dem Ende der Apartheid. Der künftige Präsidentschaftskandidat Jacob Zuma polarisiert die einstige Befreiungsbewegung und ganz Südafrika.

Blicken gelassen auf das Wahljahr 2009: Nicht nur ANC-Anhänger sind davon überzeugt, dass ihre Partei im nächsten Jahr erneut den Präsidenten Südafrikas stellt.

Für Vegetarier hat Mzoli Ngcawuzele nichts übrig. Er verdient sein Geld mit Fleisch. Vor fünf Jahren eröffnete der Südafrikaner eine Metzgerei mit Restaurant in Gugulethu, einem Vorort südlich von Kapstadt. Seither hat sich „Mzoli´s Meat“ zum angesagtesten Treffpunkt in dem Township entwickelt. Vor allem sonntags drängelt sich eine Menschenmenge vor dem einstöckigen Steinhaus. mehr lesen / lire plus

CHANCE FÜR DEN WANDEL: Kuba ohne Castro

Fidel Castro tritt noch einmal zu den Parlamentswahlen an. Doch der Führungswechsel wurde eingeleitet, Fidels Bruder Raúl befürwortet ökonomische Reformen.

Zumindest Castro ist sich sicher, wie es um Kubas Zukunft bestellt ist: „Die Moral der Revolution ist so groß wie die Anzahl der Sterne.“

Seit 1953 dominiert ein Name die Geschichte Kubas: Fidel Castro. Damals stürmte er gemeinsam mit seinen Getreuen die Moncada-Kaserne von Santiago de Cuba, mit dem Angriff nahm die Revolution am 26. Juli 1953 ihren Anfang. Hier könnte auch die Karriere des comandante en jefe ihr Ende finden. Castro kandidiert am Sonntag in Santiago de Cuba ein letztes Mal für einen Abgeordnetensitz. mehr lesen / lire plus

KENIA: Staatszerfall oder Demokratisierung

Der offenbare Schock vieler Kenianer angesichts der eskalierenden Gewalt und die Proteste gegen die Missachtung des Wählervotums sind, trotz der momentanen Krise, mögliche Anzeichen einer langfristigen Konsolidierung der bürgerlichen Demokratie.

Nach den Wahlen: Straßenszene in Nairobi am 3. Januar. Andernorts wirkt die Hauptstadt von Kenia wie leergefegt. (Foto: mentalacrobatics/ Flickr)

Die Farbe Orange wurde von Kenias Opposition als Symbol des friedlichen politischen Wandels gewählt, denn auch in Afrika kennt man die Bilder von der „orangenen Revolution“ in der Ukraine vor etwas mehr als drei Jahren. Obwohl politische Ereignisse in Afrika hierzulande gemeinhin als grundlegend anders und exotisch wahrgenommen werden, versuchen afrikanische politische Bewegungen durchaus, sich in globale Entwicklungen einzuordnen, ihre Mittel zu nutzen und von der Kraft ihrer Symbole zu profitieren. mehr lesen / lire plus

CHILE: Lachse sind keine Vegetarier

Chile ist nach Norwegen der zweitgrößte Lachsproduzent der Welt. Lohndumping und Raubbau an der Natur machen chilenischen Fisch für den weltweiten Export günstig. Ein Besuch auf der Insel Chiloé.

Auch hier lebt man vorwiegend vom Lachs, dem zweitwichtigsten Exportgut Chiles: Blick über die Inselhauptstadt Castro.

Wenn Kapitän Juan Carlos Marilaf früher zur Arbeit fuhr, hatte er es nicht weit. An den Küsten seiner Heimatinsel Chiloé im Süden Chiles wimmelte es nur so von Fischen. Heute muss der Skipper Hunderte Seemeilen bis ins Südpolarmeer zurücklegen, um seine Netze zu füllen, zuweilen ist er mit seiner Mannschaft einen ganzen Monat auf der stürmischen See unterwegs. mehr lesen / lire plus

TÜRKEI: Weihnachten in Istanbul

Nicht nur für die Armenisch-apostolische Kirche, die größte christliche Gruppe der Türkei, geht ein schwieriges Jahr zu Ende. Mit Erfolg versuchen Ultranationalisten, die Beziehungen des Landes zu Europa zu stören.


Nicht gerade dezent: Der Weihnachtsmann auf seinem Weg durch das Istanbuler Stadtviertel Beyoglu.

An Heiligabend wird die St. Antuan-Kirche auf dem Istiklal-Boulevard im Innenstadtviertel Beyoglu vor Besuchern aller Religionszugehörigkeiten überquellen. Die christliche Minderheit achtet tunlichst darauf, ihrer Religion dezent nachzugehen. Unter etwa 70 Millionen Türken nehmen sich schätzungsweise 100.000 Christen recht bescheiden aus. Dabei erlebte das Christentum seine erste Blüte auf dem Gebiet der heutigen Türkei. In Antiochia nannte man die Jünger von Jesus von Nazareth erstmals „Christen“. mehr lesen / lire plus

AUSTRALIEN: Der Mann mit der Maske

Nach dem überraschend deutlichen Sieg der Labour-Party bei den Parlamentswahlen, ist nicht nur in der australischen Linken verhaltene Aufbruchstimmung spürbar.

Nach elf Jahren unter dem konservativen Ministerpräsidenten John Howard war der Unmut in der Bevölkerung größer als allgemein erwartet: Wahlempfehlung der
„Socialist Alliance“auf einer Kaffeetasse. (Foto: Jes Mugley/ Flickr).

Bis heute schlagen die Herzen von Linken schneller, wenn Gough Whitlams Name fällt. Es war Whitlam, der Labor nach 23 Jahren Winterschlaf aus der Opposition führte und sogleich ein ehrgeiziges Reformprogramm umsetzte. Von 1972 bis 1975, in einem Zeitraum von nicht einmal drei Jahren, nahm er Beziehungen zum kommunistischen China auf, die Australiens Wirtschaft einen anhaltenden Aufschwung bescherten, stärkte die Position von Frauen in Beruf und Familie, schaffte Wehrpflicht und Studiengebühren ab und legte die Grundlage zu einer allgemeinen staatlichen Krankenversicherung. mehr lesen / lire plus

KOSOVO: „Ohne Kompromiss kein Frieden“

Statt eine „Lösung“ für den Kosovo zu erarbeiten, bereitet die internationale Diplomatie den Boden für neue Ethnokonflikte.

Ob der Weg in die Unabhängigkeit auch der Weg aus der Armut ist, darf bezweifelt werden: Knapp 40 Prozent der Menschen im Kosovo leben von weniger als 1,37 Euro pro Tag. (Foto: Andrew Curran/ Flickr)

Ungewissheit auf dem Balkan. Nach dem Scheitern der Direktgespräche zwischen der serbischen Regierung und den Selbstverwaltungsorganen der Kosovo-Albaner über den zukünftigen völkerrechtlichen Status des Kosovo dominieren Durchhalteparolen. In Belgrad erklärt Premierminister Vojislav Kostunica täglich, seine Regierung beharre unter allen Umständen auf der „territorialen Integrität“ Serbiens. In Pristina hält der designierte Regierungschef der Kosovo-Albaner, der frühere UCK-Kommandant Hashim Thaci, dagegen eisern an der Forderung nach Unabhängigkeit fest. mehr lesen / lire plus