Annes Weltreise (4/6): Liebe in Zeiten von Pest und Cholera


Unsere Reisejournalistin Anne Schaaf hat inzwischen Südostasien verlassen und ist nun im Kaukasus angekommen. In ihrem Artikel zieht sie eine kurze Zwischenbilanz in Bezug auf das Reisen und seine – oftmals unliebsamen – Nebenwirkungen.

„Only towards a hopeless Armenia“ – Wandzeichnung in einer Metrostation der Hauptstadt Yerewan. (Foto: Anne Schaaf)

Ich bin seit 129 Tagen unterwegs. In dieser Zeit habe ich sechs Länder bereist und an mindestens 50 verschiedenen Orten meinen Rucksack aus- und wieder eingepackt. Gewichtstechnisch hat er permanent unter einer Art Jojo-Effekt gelitten, da ich Dinge verschenkt habe, aber regelmäßig auch wieder neue Erinnerungsstücke hinzukamen. Darunter befinden sich nur wenige gekaufte Gegenstände, und dies mit gutem Grund. mehr lesen / lire plus

Annes Weltreise (3/6): Stell dir vor, es gibt 
eine Hauptstadt und 
keiner geht hin

Anne Schaaf hat den März in Myanmar verbracht, jenem Staat, der seit seiner Öffnung im Jahr 2011 nicht nur verstärkt Reisende, sondern auch Investoren anzieht. Reiseportale und Agenturen locken mit Bildern von traumhaft schönen Landschaften, unberührten Heiligtümern und scheinbar wunschlos glücklichen Menschen. Unsere Reiseautorin hat versucht, sich der überzogenen Romantisierung des Landes zu widersetzen.

Eine von François Bauschs Inspirationen für die A3? 
Leere Autobahnen und Pagoden prägen Myanmar. (Foto: Anne Schaaf)

Schon als Kind mochte ich Hütten und mysteriöse, verlassene Orte. So war schnell klar, dass ich Naypyidaw, Myanmars vielbeschriebene Geisterstadt, die seit 2005 als neue Hauptstadt fungiert, unbedingt erkunden musste. mehr lesen / lire plus

Annes Weltreise (2/6): Good Evening Vietnam


Anne Schaaf hat mittlerweile Südostasien erreicht und denkt nach einer einmonatigen Reise vom Süden in den Norden Vietnams über Souvenirs, die Zukunft und die Enden der Welt nach.

Mobiler Kleiderladen in Hanoi. (Fotos: Anne Schaaf)

Hier sitz ich nun also im 6. Stock auf dem Balkon eines schmutzigen Hostels in Hanoi, lausche der Kakophonie von nicht nur gefühlten Millionen von Auto- und Zweiradhupen und muss meine Sitzposition alle drei Minuten ändern, weil ich von blauen Flecken übersät bin und eine prächtige Schürfwunde mein Knie ziert. Ein Einheimischer meinte kürzlich zu mir, diesen Körperschmuck bezeichne man in Vietnam als „Touristentattoo“. Ich habe also quasi Tagebuch auf meiner Haut geführt. mehr lesen / lire plus

Serie Annes „Weltreise“ (1/6): Kalte Pizza und verbrannte Pobacken


Pobacken und mehr – in Australien feiert man etwas anders.

2017 steht ganz im Zeichen von Kauderwelsch, durchgelatschten Birkenstock-Sandalen und unverständlichen Flugzeugdurchsagen, die so klingen, als würden mehrere „Sinnlos im Weltall“-Folgen gleichzeitig abgespielt. Anfang Januar hat Anne Schaaf deshalb bewusst die europäischen Gefilde verlassen, 
und nun stehen sechs Länder innerhalb von sechs Monaten auf 
der „bucket-list“.

Die ersten 32 Tage, die ich hauptsächlich in Südaustralien verbrachte, sind um, und während ich mich von physischem Gepäck trennen konnte, habe ich jetzt neue emotionale Päckchen zu tragen. Von deren Inhalt und Gewicht möchte ich erzählen. Wer sein eigenes Land verlässt, verlässt auch häufig eine Position in einem sozialen Gefüge. mehr lesen / lire plus

Unterwegs mit dem Seenotkreuzer „Minden“: Dicht an dicht

Die Hamburger Hilfsorganisation „Lifeboat“ kreuzt seit dem Sommer vor Libyen, um Flüchtende aus seeuntauglichen Booten zu befreien. Die Chronologie einer Rettungsfahrt.

Der Seenotrettungskreuzer „Minden“ ist schnell, aber keine Fähre, deshalb ist ein mit Flüchtlingen gefülltes Deck bei rauer See gefährlich. Doch eines weiß die Crew: „In ihren Fluchtbooten hätten sie die Nacht nicht überstanden.“ (Foto: Alexander Stein)

Das Schiff lief acht Grad, fast Nordkurs, Richtung Lampedusa, neun Crewmitglieder und 161 Schiffbrüchige an Bord, die meisten aus Afrika. Kapitän Brensing schaltete den Suchscheinwerfer des alten Kreuzers ein und schwenkte ihn über die schwarze See. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. „Scheiße“, murmelte er durch die geschlossenen Zähne, „Scheiße.“ Die Wellen bauten sich auf. mehr lesen / lire plus

Kolumbien
: Mörderisches Megaprojekt

Bewaffnete Banden sind für die Bevölkerung Kolumbiens vielerorts ein Problem. An der Bucht von Buenaventura steckt hinter dem Terror der Gangs aber wohl ein besonderes Kalkül: Die Menschen sollen weichen, damit der Containerhafen vergrößert werden kann. Doch es gibt auch Widerstand – und der erweist sich als gut organisiert.

1351_52_InterglobalBILD1

Dem mörderischen Alltag trotzen: 
Die Bewohner von Puente Nayero widersetzen sich erfolgreich dem brutalen Diktat der kriminellen Banden. (Fotos: Wolf-Dieter Vogel)

Die Angst ist geblieben. Und die Erinnerung. Jede Nacht die Schreie, die ständigen Drohungen und immer wieder die Schusswechsel. „Wie eine kleine Armee standen die schwer bewaffneten Männer auf der Straße“, sagt Orlando Castillo. mehr lesen / lire plus

Conférence sur le climat : Robocop21

À Paris, des milliers de personnes ont bravé l’interdiction de manifester ce dimanche. Le woxx était au cœur de l’action.

DSC_1508

Dans la joie et la bonne humeur – danse spontanée devant un cordon de CRS. (Photos: David Angel)

« Li-ber-té ! Li-ber-té ! » Le mot résonne boulevard de la République, repris en chœur par des centaines de manifestants. Une odeur âcre de gaz lacrymogène flotte dans l’air. Un photographe se rince les yeux à l’aide d’une bouteille d’eau. « Ils vont charger ! », s’écrie une femme au moment où deux grosses déflagrations secouent la rue. Les grenades anti-encerclement lancées par les CRS déclenchent un mouvement de foule. mehr lesen / lire plus

Syrien
: Das Kontingent

Einige Dutzend Syrer haben in Luxemburg Schutz vor dem Krieg in ihrer Heimat gefunden – über ein Sonderprogramm der Vereinten Nationen. Andere kamen auf eigene Faust. Alle verbindet die Erfahrung einer abenteuerlichen Flucht auf Leben und Tod. Und ein schwieriger Neubeginn.

Omar, Saja, Mohamed, Rahf, Ibrahim und Mahmoud Jnede leben seit kurzem mit ihren Eltern im Süden des Landes. (Foto: Anje Kirsch
)

Omar, Saja, Mohamed, Rahf, Ibrahim und Mahmoud Jnede leben seit kurzem mit ihren Eltern im Süden des Landes. (Foto: Anje Kirsch
)

Ein prächtiger Hahn läuft eilig durch den Garten. Mahmoud greift zu. Er bekommt ihn zu fassen und trägt das ausgewachsene Federvieh zurück in den Hühnerstall. Der Elfjährige schaut zu seinem ein Jahr älteren Bruder Mohamed und seiner kleinen Schwester Rahf hinüber. mehr lesen / lire plus

Droit de vote : Branle-bas de combat

Tout le pays discute d’une chose en ce moment : le référendum et, surtout, l’élargissement du droit de vote aux résidents étrangers. Comment se déroulent les débats ? Le woxx a assisté à une table ronde sur le sujet.

1319reportage

Le public était invité à exprimer sa position sur la question avant et après le débat. (Photo : woxx)

« Qu’est-ce que c’est que ce débat, où on donne une heure aux défenseurs du oui, mais même pas une minute au représentant du non ? » Fred Keup est énervé. « C’est au tour des politiciens maintenant d’expliquer leurs points de vue, vous pourrez vous exprimer plus tard », le met en garde un des deux modérateurs de la soirée. mehr lesen / lire plus

MIGRATION: Vor dem Gesetz

Die Geschichte eines Paars aus Luxemburg offenbart so einiges über das administrative Labyrinth, in dem Asylbewerber sich hier zurechtfinden müssen.

„Annulée“ –
Dusan kann vorerst nicht in Luxemburg bleiben. Denn Gesetz ist Gesetz.

Diane ist 45 Jahre alt, Dusan 21. Als sie sich kennenlernten, war Dusan Dianes Schüler. Diane ist „chargé de cours“ in einem hauptstädtischen Lyzeum. Diane und Dusan sind sich irgendwann, als Diane schon längere Zeit nicht mehr Dusans Lehrerin war, nähergekommen. Sie wollen heiraten. So weit, so gut. Die Sache hat aber einen Haken: Dusan ist Asylbewerber, „demandeur de protection internationale“. Er hat seine Heimat, das Balkanland Kosovo, 2009 gemeinsam mit seinen Eltern verlassen. mehr lesen / lire plus

EU BATTLE GROUP: Jouera ? Jouera pas ?

Après leur entraînement intensif, les soldats luxembourgeois et l’ensemble de l’EUBG sont prêts à participer à des matches au niveau mondial. Or la « dream team » risque de passer six mois sur le banc de touche.

Jouer à la guerre pour mieux la faire. Exercice-spectacle des soldats de l’EUBG lors du VIP Day.

« Ça s’utilise comment ? » Le jeune soldat luxembourgeois sourit : « On peut se servir du Sophie soit monté sur le Dingo, soit séparément. » Sa main recouverte d’un gant informe pointe en direction d’un trépied sur lequel est montée une grande caméra reliée à plusieurs fils. Sophie, c’est le nom du « système optique », Dingo, le nom du nouveau véhicule blindé luxembourgeois destiné aux opérations de « recce », de reconnaissance. mehr lesen / lire plus

WAHLKAMPF-KONGRESS: Grün ist die Richtung

Gestritten wird auf grünen Kongressen nur noch selten, schon gar nicht wenn, wie diesmal, ein Wahlerfolg abzusehen ist. Darüber reden, was nach diesem kommt, mochte kaum jemand – doch die Eventualität einer schwarz-grünen Koalition lässt die Köpfe schwirren.

„Das Centre de rétention ist nichts Fortschrittliches, dabei ist Fortschritt das, wofür ich mich bei Déi Jonk Gréng engagiere.“ (Paul Matzet und Meris Sehovic)

Was erwartet der Journalist einer alternativen Wochenzeitung, der sich auf einen grünen Parteikongress begibt? Wird sich bestätigen, dass aus der einst linksradikalen politischen Strömung eine Öko-DP geworden ist? Oder sind Déi Gréng unter dem Eindruck der Krise des Wirtschaftssystems wieder stärker nach links gerückt? mehr lesen / lire plus

OSTDEUTSCHLAND: Landgrabbing in Europa

Seit der Weltwirtschaftskrise im Jahre 2008 bringen Regierungen, Konzerne und „Finanzinvestoren“ weltweit fruchtbares Ackerland in ihren Besitz, um es zur Produktion vor allem von Agrarrohstoffen (Mais, Raps, Zuckerrüben) oder als Spekulationsobjekt zu nutzen.

Das Augenmerk richtet sich dabei in erster Linie auf Afrika bzw. die Schwellenländer des globalen Südens. Doch hat der Run aufs Ackerland auch schon Europa erreicht, insbesondere Ostdeutschland, einen bislang wenig beachteten Posten in dieser globalen Entwicklung.

Ostdeutschland ist zum Spielball von Spekulanten geworden. Denn die dortigen Agrarflächen sind noch vergleichsweise billig, konkurrieren vorteilhaft mit denen in Westdeutschland bzw. in Westeuropa. Besonders begehrt sind die ehemaligen LPGs (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften – vergleichbar den Kolchosen in der Sowjetunion) mit ihren riesigen Flächen. mehr lesen / lire plus

JORDANTAL: The Glorious Land

Wasser gibt es im Westjordanland eigentlich ausreichend, weshalb die Exportlandwirtschaft ein profitables Geschäft ist. Vom Wassersegen ausgeschlossen sind die palästinensischen Bauern, die ihre Felder wegen der Besatzung nicht bewässern können. Ein Reisebericht.

Im Hintergrund: Die Ziegenherde der Rashidehs. Die Mischtröge dienen zur Herstellung von Lehmziegeln. Die Aktivisten vom „Jordan Valley Solidarity Movement“ wollen hier ein neues Haus für die Rashidehs bauen. Eigene Wasserinfra-strukturen sind nicht erlaubt.

Die Straße von Nablus ostwärts in Richtung Jordan führt durch eine hügelige, karge Landschaft. Es ist Anfang April, bis November wird es nur noch selten regnen und die Temperatur tagsüber nicht selten auf 40 Grad Celsius ansteigen. mehr lesen / lire plus

FLÜCHTLINGE: In Oostende dreht sich der Wind

Noch gibt es in Oostende weniger Kontrollen als in Calais: die belgische Hafenstadt ist der neue Hotspot, um unerkannt nach England zu kommen. Doch auch hier will man nun gegen Flüchtlinge vorgehen.

Den Transitmigranten auf der Spur: Beamte des britischen Zoll untersuchen im Hafen von Oostende einen LKW mittels elektronischer Sonden.

Elektrozäune lügen nicht. Nicht an einem Ort wie diesem, und schon gar nicht, wenn sie in sieben engen Reihen gespannt sind, die sich über dreihundert Meter Länge die Böschung der Brücke entlang ziehen. Unten fahren die LKW vorbei auf die Fähre. Manche halten hier, wenn sie früh dran sind, noch einmal an. mehr lesen / lire plus