FRAUENARMUT: „Die Welt als großer Haushalt“

Armut ist weiblich. Weltweit, aber auch im europäischen Vergleich, sind Frauen noch immer besonders armutsgefährdet.

„Wenn man die Welt als großen Haushalt betrachten würde, so sollte man bei der Bewirtschaftung dieses Haushalts auf die Frauen setzen.“ Ein nettes Bonmot, produziert auf einer Konferenz zum Thema „Frauen und Armut“, die Ende März vom Informationsbüro für Luxemburg des Europäischen Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Frauenrat Luxemburg durchgeführt wurde. Und ein nicht ganz neuer Gedanke, der zwar einerseits vordergründig nach stärkerer Partizipation von Frauen klingt, zugleich jedoch ein recht tradiertes Frauenbild verrät. Frauen gelten als das einfühlsamere und gut (ver-)sorgende Geschlecht, wenn sie sich kümmern, besitzen sie dank familiärer Haushaltsführung automatisch Managementfähigkeiten: ganzheitliches Denken, Nachhaltigkeit und Mitgefühl ? mehr lesen / lire plus

TRANSIDENTITAIRES: On naît humain. Et on le reste.

Deux semaines après la tenue du colloque sur les transidentitaires, le woxx revient sur la question complexe et variée. Au-delà de se définir homme ou femme, il s’agit surtout de revenir sur le droit à l’autodétermination de chaque individu.

Homme ou femme. Dans la symbolique quotidienne,
il n’y a pas de place pour les nuances.

« On ne naît pas femme, on le devient ». La maxime de Simone de Beauvoir est certainement la plus répandue de toutes les citations féministes. Cette phrase qui résume à merveille le poids des conventions sociales et culturelles dans la structuration de l’identité de genre est centrée sur la question du rôle social de la femme. mehr lesen / lire plus

ÖFFENTLICHER NAHVERKEHR: Von „soll“ und „ist“

Fast unbemerkt vollzieht sich bei den Busbetrieben der Stadt Luxemburg ein kleine Revolution. Ein zentrales Leitsystem soll demnächst dazu beitragen, das Busfahren nutzerfreundlicher zu machen. Big Brother einmal von der schönen Seite.

DFI – Dynamische Fahrgastinformation: Noch findet die Trockenübung im Saal der Leitstelle der AVL in Hollerich statt. Im Mai soll die erste Informationstafel am Park and Ride in der Rue de Bouillon in Betrieb genommen werden.

Die städtischen Busse haben es sich per TNS-Ilres Umfrage bestätigen lassen: Die KundInnen haben die vor etwas mehr als einem Jahr erfolgte Linienumstellung insgesamt positiv aufgenommen. 86 Prozent erklären sich zufrieden mit dem neuen Linienverlauf, 77 Prozent finden die Taktfrequenz der Busse in Ordnung. mehr lesen / lire plus

KINDERBETREUUNG: Villa Kunterbunt

In einem Rundtischgespräch zur Qualität in der Kinderbetreuung wurde viel über die Qualifikation der Erzieher, über Finanzen und Zusammenarbeit gesprochen. Fast vergessen wurden dabei die Kinder.

„Um ein Kind zu erziehen, so heißt es in einem afrikanischen Sprichwort, braucht es ein ganzes Dorf“ ? von diesem Ideal der gemeinschaftlichen Fürsorge für die Kinder sieht Vera Spautz, Escher Sozialschöffin und LSAP-Abgeordnete, die Luxemburger Realität weit entfernt. Dass die vor allem in den seit 2005 bestehenden Betreuungseinrichtungen, den so genannten Maisons Relais, oft anders aussieht, offenbarte diese Woche auch das Rundtischgespräch zur Qualität in der Kinderbetreuung, an dem neben diversen Parteienangehörigen die „Ombudsfra fir d’Rechter vum Kand“ (ORK), Vertreter der „Entente des professions éducatives et sociales“ (EPES) sowie Mitglieder der „Association des Educateurs/trices gradué(e)s“ (APEG) teilnahmen, die die Veranstaltung organisiert hatten. mehr lesen / lire plus

LUXEMBURG-ATLAS: Fehlender Tiefgang

Der prächtige Luxemburg-Atlas verhebt sich ein wenig an der umfassenden Darstellung des Kleinstaates. Dennoch stellt er mit nicht wenigen aufschlussreichen Karten und Texten einen Gewinn für neugierige Leserinnen und Leser dar.

FRONTALIERS
Die Herkunftsgebiete der Grenzgänger entfernen sich zunehmend von den luxemburgischen Grenzen. Im Zeitraum von 1991-2005 entstanden neue Pole, die zwar weiter von Luxemburg entfernt sind, jedoch näher an den Hauptverkehrsadern liegen.

Einen Atlas zu erstellen, ist fürwahr eine titanische Aufgabe, die rundheraus Lob und Anerkennung verdient. Auf den Schultern des mythischen Titanen ruhten bei den alten Griechen „die Säulen, die Erde und Himmel auseinander halten“, so Homer. Wahrscheinlich wurde er 1585 von G. mehr lesen / lire plus

INÉGALITÉS DES SALAIRES: Sous la moyenne de l’humanité

En principe, l’égalité de traitement et de salaire entre les sexes est inscrite dans la loi depuis 1974. Mais encore faut-il que ce principe ne reste pas lettre morte.

Faire le même boulot, sans être rémunérées comme les hommes. La situation des femmes sur le marché du travail ne s’améliore que très lentement.

Environ 12 pour cent. D’après une étude européenne, ce serait le taux d’inégalité des salaires entre hommes et femmes au Luxembourg. Après tout, nous nous situons un peu en dessous de la moyenne, qui avoisine les 17 pour cent. Ce score laisse tout de même un peu pantois : seul deux autres pays européens font encore « mieux » que nous : l’Italie et le Portugal. mehr lesen / lire plus

SOCIAL: Noblesse sans particule

L’année 2009 a été marquée par la fermeture de la faïencerie Villeroy et Boch. Une lutte sociale acharnée a opposé des salarié-e-s motivé-e-s à un patronat cynique. Rencontre avec le président de la délégation du personnel, Gilbert Matarazzo.

Ouvrier, éducateur, cinéphile, syndicaliste : Gilbert Matarazzo fait partie de ces gens qui refusent de s’endormir et de déposer les armes.

« Matarazzo Gilbert. J’ai 48 ans. Je suis né à Villerupt en Meurthe-et-Moselle en France. Fils d’immigrés. Fils d’ouvriers. » Le cliché voudrait que Gilbert Matarazzo, ouvrier à Villeroy et Boch et syndicaliste, soit plutôt du genre taciturne. La description qu’il donne de lui-même lorsqu’on lui demande de se présenter pour ce portrait pourrait le laisser penser. mehr lesen / lire plus

PROTESTE IM BILDUNGSWESEN: Wider die neoliberale Universität

Die als „Bologna-Prozess“ bekannt gewordene europaweite Hochschulreform zerstört die Idee der Universität. Nun organisiert sich in vielen Ländern Protest von Lehrenden und Studierenden – die nicht mehr nur reformistische Ziele im Blick haben.

„Wir streiken weiter“:
Großdemo von SchülerInnen und Studierenden am
21. November in Stuttgart.

Die seit Wochen europaweit zu verzeichnenden, in Form von Demonstrationen und Besetzungen von Universitätsräumen durchgeführten Studentenproteste gelten der Zerstörung der Universität durch den Neoliberalismus: dem so genannten Bologna-Prozess. Selbstredend zerstört die herrschende neoliberale Doktrin von Wirtschaft und Politik nicht die Universitäten als Institutionen oder gar als materielle Gebäude. Zerstört wird aber, was aus den vorhandenen Forschungs-, Lehr- und Lerneinrichtungen eine Universität macht – zerstört wird die Idee der Universität. mehr lesen / lire plus

PSYCHIATRIE: Was es kostet

„Der Preis der Psychiatrie“ war das Thema eines Saar-Lor-Lux-Symposiums, das diese Woche in Ettelbruck stattfand.

Einen Mantel habe sie über ihren Schlafanzug angezogen, um ihre vierjährige Tochter morgens in die Kindertagesstätte zu bringen – danach habe sie sich wieder ins Bett gelegt. Nachmittags habe sie im selben Aufzug ihre Tochter wieder abgeholt, um sie dann vor den Fernseher zu setzen und selbst wiederum im Bett zu verschwinden. So beschreibt die sechzigjährige Claude Finkelstein die schlimmste Periode in ihrem Leben – die Zeit, als sie schwer depressiv war. Mittlerweile hat sie sich aus der Depression lösen können und ist nun Vorsitzende der „Fédération Nationale des Associations d’usagers en Psy-
chiatrie“ (FNAPSY), einer Organisation von Betroffenen, wie es sie in dieser Form in Luxemburg nicht gibt. mehr lesen / lire plus

PALLIATIVE CARE: Das andere Sterben

Nächstes Jahr soll in Hamm das erste Hospiz für Sterbenskranke eröffnen, betreut von Omega 90. Ein Pflegebereich, der nach wie vor unterentwickelt ist.

Hell und freundlich soll das neue Hospiz werden, das neben dem früheren Reha-Zenter in Hamm errichtet wird.

Einsam auf den Tod warten – das ist der Alptraum vieler Menschen. In zahlreichen Alten- und Pflegeheimen ist dies bittere Realität. Immer noch wird in unserer modernen Hightech-Welt das Thema Sterben und Tod verdrängt. Einerseits verspricht die Werbung ewige Jugend, die Medizin macht immer mehr Fortschritte, die das Leben verlängern – andererseits haben Alter, Schmerzen und unheilbare Krankheiten wenig Platz in unserer Gesellschaft: Herausgelöst aus dem Alltag und aus der Familie ist das Sterben in unserer Gesellschaft tabuisiert. mehr lesen / lire plus

PROGRAMME DE SANTÉ PUBLIQUE EUROPÉEN: Sabordage en douce ?

Le rapport de la Cour des comptes européenne présenté par Henri Grethen se montre très critique face au programme de santé publique européen. Mais certains subodorent derrière ces critiques une opération de démontage de la planification des politiques de santé.

Trop sucré, trop salé. Alléchant pour certains, la malbouffe constitue souvent le pain quotidien des couches les plus défavorisées.

Ah, cette aura de l‘ « elder statesman » ! Combien de fois assiste-t-on à ces interventions pénibles d’anciens responsables politiques, qui, une fois à l’écart de la chose publique, parlent de tout et de rien, se complaisent dans leurs lapalissades, le tout sous les yeux respectueux et admiratifs de journalistes attendris. mehr lesen / lire plus

BILDUNGSPOLITIK: Brückenbauen im Bildungstal

Mit der Einschulung nimmt die Wissbegier von Kindern merklich ab. Die Durchfallquote an luxembur-gischen Schulen ist alarmierend hoch. Und während Wirtschaft und Wissenschaft im ständigen Wandel sind, wird die Bildungsreform nur im Schneckentempo umgesetzt. Welche Wege führen aus dem Bildungstal?

Ausgerechnet in der Wirtschaftskrise zieht das Bildungssystem den Kürzeren.

In Luxemburg gibt es bekanntlich drei verschiedene Schulsysteme: Das luxemburgische, das europäische und das internationale. Diese unterscheiden sich vor allem in ihrer Benotung, ihrer Klassenzusammensetzung und dem allgemeinen Bildungsweg.

Während zum Beispiel im luxemburgischen System bei der Benotung das 60-Punkte-System gilt, wird an der International School of Luxembourg (ISL) nach dem Prozent-System bewertet. Die Europaschule wiederum wendet das 10er-System an, wobei die Note 10 die Beste ist. mehr lesen / lire plus

DOMINIQUE ROCHA: Simplement déterminée

Il est de ces organisations qui réalisent un travail associatif considérable : le Comité Spencer en fait partie. Coup de projecteur sur l’une de ses membres, humble et engagée.

A 22 ans, Dominique Rocha fait partie de ces activistes qui maintiennent éveillé le douillet Luxembourg.

Elle a grandi trop vite. Du haut de son physique de danseuse de 1,77 mètres, Dominique Rocha doit désormais éviter les activités sportives qui maltraiteraient son genou victime d’une croissance trop rapide. Dominique, Noëlle de son premier prénom, 22 ans, est en troisième année de lettres modernes à l’université de Nancy. N’était sa voix posée et apaisée quand elle parle de l’ensemble de ses activités, l’on pourrait croire que tout chez elle ne serait qu’une succession d’activités qui donnent le tournis, que tout, dans sa vie, est rapide. mehr lesen / lire plus

SOZIALFINANZ: Aufwind in der Krise

Die Hitze der Krise macht die verschiedenen Formen der Sozialfinanz attraktiv ? aber können sie die Erwartungen erfüllen?

Allein im Oktober hat die Luxemburger Initiative etika so viele neue Sparer gewonnen, wie im gesamten Vorjahr zusammen.

Durch das Debakel der Finanzmärkte haben Großinvestoren in gleicher Weise wie „Otto Normalinvestor“ das Vertrauen in die Banken verloren, denen sie gutgläubig ihre Ersparnisse bzw. die ihrer Kunden anvertraut hatten. Die Krise bietet aber auch die Chance, das Geschäft des Bankiers klassischer Prägung wie auch des Investmentbankers neu zu definieren. Sie sollten sich wieder als gesellschaftliche Akteure im Kontext ihres regionalen Wirtschaftsraumes definieren, in dem sie eine bedeutende Rolle erfüllen, fordern Vertreter der Sozialfinanz. mehr lesen / lire plus

MIGRATION: Zwischen den Kulturen

Die psychischen Auswirkungen von Migration auf Kinder und die Möglichkeiten einer Therapie waren Thema eines Kolloquiums.

In einem Raum sitzen rund 15 Personen in einem Kreis. Ein afrikanisches Paar, begleitet von einem Jugendlichen, betritt das Zimmer. „Bitte setzen Sie sich. Wie geht es Ihnen?“, fragt Marie Rose Moro. Die Afrikanerin lässt sich auf dem bezeichneten Stuhl nieder und zieht ihren Wintermantel aus. Darunter befindet sich ein buntes traditionelles Gewand. Die kleine Familie erzählt von rituellen Austreibungen, Opfergaben und allen möglichen afrikanischen Mitteln, die ihnen ein Medizinmann empfohlen hat, um ihrem Sohn Idrissa zu helfen. Sein Problem: Er schlägt zu Hause – in Frankreich – alles kaputt und reißt Dinge aus den Schränken. mehr lesen / lire plus