GEHÖRLOS: „Raus aus der Isolation“

Zu wenig Verständigung findet nach wie vor zwischen Hörenden und Gehörlosen statt. Die Anerkennung der Gebärdensprache sowie ein Gehörlosenzentrum in Luxemburg-Stadt, wären ein Anfang

woxx: In einer Umfrage von Daaflux gaben 67 Prozent der Gehörgeschädigten an, oft Verständigungsprobleme im öffentlichen Leben zu haben, wo sehr viel französisch gesprochen wird. Denn im „Centre de logopédie“, wo die Gehörlosen in die Vor- und Grundschule gehen, wurde lange keine Gebärdensprache, sondern fast ausschließlich die deutsche Sprache gelehrt – das in einem Land, in dem Französisch die Amtssprache ist. Was fordern die Gehörlosen von Daaflux?

Nicole Sibenaler: Wichtig wäre ein bilinguales Sprachsystem, in dem sowohl die Lautsprache als auch die Gebärdensprache vermittelt werden. mehr lesen / lire plus

STADTENTWICKLUNG: Auf der falschen Seite der Gleise

Seit Jahrzehnten soll das Viertel Italien in Düdelingen saniert werden. Das fordern nicht nur lokale Initiativen, auch die Politik hatte sich dazu verpflichtet. Doch Gemeinde und Fonds du Logement ziehen jetzt das Siedlungsprojekt „Schmelz“ vor.

Düdelingen, Gare Usines, Sonntagnachmittag. Es herrscht Ruhe im Quartier Italien. Nur oben, am Fußballplatz, am Ende des Viertels hin zum Frankelach, sind zahlreiche Autos geparkt. Wohl ist ein Spiel im Gange. Und von der Skateboardpiste gegenüber, jenseits der Gleise, dringt Musik.

Der kurze Spaziergang durch die zwei, drei Straßen, die das Viertel ausmachen, ergibt nichts Auffälliges. Das Viertel besteht aus kleinen, aneinander geklebten Arbeiterhäusern, viele sind renoviert. mehr lesen / lire plus

FRAUENHÄUSER: Auf der Straße

Wer in Luxemburg Schutz im Frauenhaus sucht, landet womöglich erst einmal auf einer Warteliste. Grund für die hohe Nachfrage ist nicht nur häusliche Gewalt – auch Armut und ein überteuerter Wohnungsmarkt zählen zu den Ursachen.

Anne ist Mitte zwanzig. Sie hat einen kleinen Sohn. Sie ist allein erziehend, nachdem sie ihren Lebensgefährten verlassen hat, der sie wiederholt schlug und bedrohte. Zeitweilig sah es so aus, als hätte sie den Sprung in die Unabhängigkeit geschafft: Sie hatte eine kleine Einzimmerwohnung gefunden und arbeitete als Küchenhilfe. Dann jedoch wurde ihr von heute auf morgen gekündigt. Die Miete, mit der Anne schon im Rückstand war, konnte sie nicht mehr bezahlen. mehr lesen / lire plus

RÉCEPTIONS POLITIQUES: Homard pâle et poivre vert

Boire du champagne sur une terrasse, invité par un parti politique, c’est joindre l’utile à l’agréable. Mais, et cela vaut particulièrement pour les journalistes, gare aux coups de soleil !

Per aspera ad astra. Après avoir enduré la conférence de presse, journalistes et député-e-s dégustent l’apéro, en attendant les félicités culinaires.

Vivement l’été. Dernière séance plénière au parlement, encore quelques déclarations polémiques, quelques conseils de gouvernement minimalistes. Ensuite, ce seront les vacances pour les politicien-ne-s et les journalistes.

Mais avant le grand départ, il reste un rituel à accomplir : les bilans des fractions parlementaires devant la presse, suivis du traditionnel repas convivial avec les journalistes. mehr lesen / lire plus

LANDESPLANUNG: „Mir sinn elo 2011“

Was alle ahnten, wurde jetzt offiziell: Der Zwischenbericht zum IVL hat gezeigt, wie weit die Landesplanung gegenüber der Realität ins Hintertreffen geraten ist.

Eingespielter Stapellauf: Während der Minister, nicht mehr so frisch wie bei seiner Amtsübernahme, Zweckoptimismus betreibt, ermahnt sein erster Regierungsrat zur Geduld.

Nicht nur optisch wirken sie wie Pat und Patachon: Innenminister Jean-Marie Halsdorf und der erste Regierungsrat in der Direktion „Landesplanung“ des Innenministeriums, Romain Diederich, versuchten am Dienstag dieser Woche jeder auf seine Weise, ein kritisches Publikum über die aktuelle Umsetzung des „Integrativen Verkehrs- und Landesentwicklungskonzeptes für Luxemburg (IVL)“ zu informieren. Auf einer vom Mouvement Ecologique ausgerichteten Veranstaltung wollten sie die ZuhörerInnen für ihr Vorhaben gewinnen, mit langsamen, aber sicheren Schritten den rechtlichen Rahmen für die weitere Entwicklung Luxemburgs vorzubereiten. mehr lesen / lire plus

FACE A LA FLAMBÉE DU PÉTROLE: Les Verts win-win

En avançant des propositions bien conçues pour réduire la dépendance du pétrole et amortir le choc des augmentations de prix, le parti « Déi Gréng » affirme sa compétence en matière d’environnement, mais guère son enracinement à gauche.

Pas de perdants pour la location de vélos, mise en place par la mairie bleu-verte de Luxembourg. La multiplication des couloirs de bus, aux dépens de la circulation automobile, est beaucoup moins facile à faire accepter.

Pour réaffirmer leur compétence en matière écologique, les Verts ne pouvaient rêver mieux : la montée des prix du pétrole a mis à l’ordre du jour aussi bien l’épuisement des ressources fossiles que la promotion des énergies alternatives. mehr lesen / lire plus

POLITIQUE EUROPÉENNE: Recherche social déses-pérément

Les jugements de la Cour de justice européenne montrent les faiblesses de la directive détachement. Ils favorisent aussi la prise de conscience : l’Europe souffre d’être engagée sur une voie antisociale.

Détachement de travailleurs: aube de la relance économique ou crépuscule de l’Europe sociale?

L’erreur classique : sur un centre d’Ibrahim Affellay, les défenseurs roumains ont les yeux rivés sur Orlando Engelaar. Mais le joueur néerlandais laisse passer le ballon, au profit de son coéquipier Klaas Jan Huntelaar. Celui-ci n’a qu’à marquer, presque sans effort : 1 à 0 dans la 54e minute du match Pays-Bas contre Roumanie, le 17 juin dernier.

C’est aussi ce qui est arrivé dans le match entre les adeptes d’une Europe libérale et les défenseurs des acquis sociaux. mehr lesen / lire plus

EIN VIERTELJAHRHUNDERT GRUENE: „It’s hard to be a Saint in the City“

Am 23. Juni 1983 wurde „Déi Gréng Alternativ“ gegründet – mit dem Anspruch, die Luxemburger Politszenerie „ökologisch, basisdemokratisch, gewaltfrei, sozial und solidarisch“ aufzumischen.

Grüner Programmkongress 1999: Kontrovers und doch (noch) einstimmig – mit 16 Jahren wurden die Grünen frühzeitig erwachsen.

Eigentlich haben „Déi Gréng“ geschummelt, als sie am 6. Juni das „Tout Luxembourg“ – von der eigenen Mitgliedschaft bis hin zum Großherzog – in den Tutesall des ehemaligen Grundgefängnisses einluden, um ihren 25. Geburtstag zu feiern: Die aktuelle Grüne Partei war erst im Februar 1994 gegründet worden – nachdem sich die Vorgängerorganisationen Gréng Alternativ (GAP) und Gréng Lëscht Ekologesch Inititativ (GLEI) aufgelöst hatten. mehr lesen / lire plus

MILCHSTREIK: Kurzsichtige Milchbauernrechnung

Ein Teil von Luxemburgs Milchbauern zeigte sich solidarisch mit den Kollegen in Deutschland und streikte für einen fairen Milchpreis. Ob es einen solchen jedoch auf dem hiesigen Milch-Markt geben kann, ist fraglich.

Streikt der Bauer, hat die Kuh noch lang nicht frei.

„No milk today, my love has gone away …“. Als die adretten Milchbubies der Band „Herman’s Hermit“ 1966 mit ihrem Song auf Platz zwei der deutschen Charts landeten und sich zwölf Wochen lang in den Top Ten hielten, ahnten sie wohl kaum, dass dieser Hit einmal kämpferisch auf Demos aus Lautsprecherboxen ertönen würde.

Der Ohrwurm ist dieser Tage in Deutschland und Luxemburg auf Kundgebungen von protestierenden Milchbauern zu hören. mehr lesen / lire plus

LANDESPLANUNG: Wachstum im Doppelpack

Das integrierte Verkehrs- und Landesplanungskonzept aus dem Jahre 2004 ist bereits vor dessen Umsetzung überholt. Das belegt eine rezente Studie, die eine Verdoppelung des Pendleraufkommens bis 2030 prophezeit.

„Mam Vëlo op d’Schaff“: Nichts bleibt unversucht den ArbeitnehmerInnen den täglichen Gebrauch umweltfreundlicher Verkehrsmittel schmackhaft zu machen. Doch steht jetzt schon fest, dass die nötigen Infrastrukturen viel zu spät fertiggestellt werden können um dem täglichen Rush entgegenzuwirken.

Vor rund zwei Jahren unterschrieben die Stadt Luxemburg sowie die angrenzenden Gemeinden Bartringen, Hesperingen, Leudelingen und Strassen zusammen mit dem Innenministerium eine Konvention für eine „koordinierte und integrative“ Entwicklung des Südwestens der Hauptstadt. Ganz im Sinne des integrierten Verkehrs- und Landesplanungskonzeptes (IVL) setzten sich die Protagonisten dieses regionalen Verbundes daran, diverse Studien zur weiteren Entwicklung dieser wachstumsorientierten Region in Auftrag zu geben. mehr lesen / lire plus

ÖFFENTLICHER TRANSPORT: Kurze Strecken, lange Studien

Die Streckenführung der Tram und das Schicksal des „Pont Adolphe“ scheinen besiegelt. Jedoch fehlen wichtige Detailangaben. Auch die endgültige Abstimmung zum Tramprojekt steht noch aus.

Ein langer Weg zum Konsens. Ab 2015 soll die Tram in Luxemburg-Stadt fahren.

„Die Tram kommt. Hier besteht kein Zweifel“, so Transportminister Lucien Lux am Dienstag bei der mit Spannung erwarteten Vorstellung der neuen Streckenführung der Tram in Luxemburg-Stadt. Rund zwanzig Vertreter, die mit dem Tram-Projekt befasst sind, waren angerückt. Neben Lux auch Landesplanungsminister Jean-Marie Halsdorf, Bautenminister Claude Wiseler und Stellvertreter des städtischen Schöffenrates. Außerdem waren Planungsmitglieder von „Luxtram“, einem so genannten „Groupement d’intérêt écomomique“ (GIE), der sich für die Ausarbeitung der Tramstrecke verantwortlich zeigt, anwesend. mehr lesen / lire plus

DÉI GRÉNG: Pas d’oranges vertes

Le gouvernement Juncker-Asselborn en a encore pour un an. Mais les Verts tirent déjà un premier bilan. Verdict : catastrophique. Coupable : la majorité, mais surtout le CSV.

A d’autres époques,
les Verts ont eu des relations
bien plus amicales avec le CSV. (photo : Déi Gréng)

Qui l’eut cru, il y a encore cinq ans ? A quelques mois des élections législatives de 2004, ils étaient plus d’un commentateur à voir se dessiner une nouvelle ère politique : celle du noir (pardon, de l’orange) et du vert. Le CSV allié à Déi Gréng, voilà la formule miracle, la nouvelle mode. La continuité et l’économie sociale de marché estampillée chrétienne-sociale et l’écologie ainsi que l’ouverture d’esprit cosmopolite made by Gréng. mehr lesen / lire plus

PHILANTHROPIE: Cadeaux intéressés

Epargner en donnant – c’est le principe de la déductibilité fiscale des dons. La réforme annoncée de la promotion de la bienfaisance repose la question sur le partage des rôles entre aide publique et privée.

Jeunes, riches, et philanthropes: le syndrome Bill Gates relie bienfaisance et autopromotion.

« Le Luxembourg doit enfin se doter d’une véritable politique de la philanthropie. » C’est M. Juncker himself qui vient de faire, lors d’un récent colloque de la Banque de Luxembourg (BdL) sur la philanthropie, le constat que le grand-duché est traînard en cette matière. Et de déclarer que « tous les éléments fiscaux qui entourent la philanthropie méritent un réexamen ». mehr lesen / lire plus

PROSTITUTION: Selbst- oder fremdbestimmt?

Prostituierte und Kunden sind Opfer. Sie merken es nur schon nicht mehr. So die „feministische“ Ansicht des Chancengleichheitsministeriums.

Eine nackte junge Frau, fast in Kreuzigungsstellung, liegt in Zellophan eingepackt auf einer Polyesterplatte – wie ein handelsübliches Stück Fleisch mit Barcodeangaben. „Se payer une personne prostituée, c’est financer le commerce d’êtres humains“, heißt es zu dem Bild, das kürzlich an vielen Bushaltestellen in Luxemburg-Stadt zu sehen war.

Dieses Plakat des Chancengleichheitsministeriums fügt sich ein in die zurzeit stattfindende Debatte über Prostitution und über den Versuch, diese im Kontext eines „Luxemburger Modells“ zu regeln. Ziel der Plakataktion ist es, den Menschenhandel mit Frauen zum Zwecke sexueller Ausbeutung anzuprangern sowie darüber hinaus die Freier dazu zu bringen ihre Neigungen zu hinterfragen. mehr lesen / lire plus

KOOPERATIONSPOLITIK: Marathon Man

Vor dem Hintergrund der weltweiten Nahrungsmittelkrise erfuhr der Minister für Kooperationspolitik und humanitäre Hilfe in den vergangenen Wochen einen medialen Hype, der diesen Mittwoch seinen vorläufigen Höhepunkt in der Parlamentsdebatte zum jährlichen Entwicklungshilfebericht fand.

Trotz anderslautender Regierungspropaganda: Die kolumbianischen Militärs sichern auch weiterhin illegal eingerichtete, devisenbringende Ölpalmplantagen. Wie hier am Flussbecken des Curvaradó, halten sie Vertriebene davon ab, auf das ihnen rechtlich zustehende Land zurückzukehren.

Jean-Louis Schiltz konnte sich in diesem Jahr kaum über mangelndes öffentliches Interesse an seiner entwicklungspolitischen Grundsatzrede beklagen. Schon Tage zuvor waren die Medien voll mit Berichten über die seit Monaten andauernde Ernährungskrise in den Ländern des Südens. mehr lesen / lire plus