Luxemburgs teuerster Sozialfall?

Ja, da schaut Sie sich schon mal um, unsere souveräne Monarchin. Sieht man schon die Angst in ihren Augen ? Den blanken Horror bei der Vorstellung eines drohenden sozialen Abstiegs ? Das jedenfalls fragten sich die woxxies, als sie auf ihrem Terminkalender entdeckten, dass das großherzogliche Paar letzten Montag doch tatsächlich die „épiceries sociales“ im Süden ihres Reichs besuchte. Exakt zwei Wochen zuvor hatten die Jusos noch Sparmaßnahmen für den Hof gefordert und nun will ebendieser demonstrieren wie schlecht es ihm eigentlich geht? Oder ist es nur eine weitere Profilierungsaktion um das arg ramponierte Image – auf Kosten der Ärmsten – aufzupolieren? Fragen über Fragen. mehr lesen / lire plus

Skoda-Reifen lecken

Es war einmal eine Sportveranstaltung, die hieß Tour de Luxembourg. Dabei ging es vor allem, wenn auch nicht nur, um Hochleistungs-Radfahren im Großherzogtum. Nun heißt diese Veranstaltung SkodaTour de Luxembourg, wohl um klarzumachen: Es geht nur noch um Sponsoring und Geld. Dass sich Sportfunktionäre nicht zu schade sind, die Umweltverschmutzung durch Werbung auch noch in die Sprache hineinzutragen, ist unerfreulich. Beschämend finden wir allerdings, wie die KollegInnen der Mainstream-Presse damit umgehen: Da wird nämlich brav und völlig unkritisch der Refrain von der SkodaTour nachgesungen. Sind wir am Ende etwa nur ein bisschen altmodisch? Kommt demnächst sowieso die LuxemburgerWortOktave, der TageblattRock um Knuedler und … die woxxFête de la Résistance? mehr lesen / lire plus

privatsphaere@woxx.lu

Selten wird in den Sitzungen Privates diskutiert. Diese Woche lief es jedoch anders: In der Mittwochsitzung schlug Redakteurin X das „soziale“ Netzwerk „Facebook“ als Thema vor, nachdem dessen Gründer Mark Zuckerberg kürzlich ein viel beachtetes Mea Culpa über mangelhaften Datenschutz hingelegt hatte. Schon allein das Thema „Facebook“ vermochte es, den woxxies ein breites Grinsen zu entlocken. Dass einige unter ihnen sich längst dort eine Seite zugelegt haben, ist ein offenes Geheimnis. Trotzdem staunte die Versammlung nicht schlecht, als auch Redakteur Y sich einmischte. „Was? Duuuuuu hast Facebook?“, staunten alle entsetzt und so manchem ging sicher auch die bange Frage durch den Kopf: „Warum nur hat er MICH nicht als Freund geaddet?“. mehr lesen / lire plus

Woxxenende 2010

Es gibt Betriebe, in denen es dazu gehört, die Wochenenden in Weiterbildungskursen zu verbringen, mit dem Besuch von Konferenzen oder gar mit Mutproben für Manager. Nicht so bei der woxx. Nicht etwa, dass die Redaktion auf Fortbildung allergisch reagiert, aber am liebsten verbringen wir unsere gemeinsamen Wochenenden in Belgien bei viel Bier und gutem Essen. Dieses Jahr traf es die belgische Ardennenhauptstadt Stavelot. Malerische Kulisse, gutes Kirschbier, eine als Jugendherberge fungierende Brauerei als Rückzugsort: Das verlängerte Wochenende war Erholung pur. Und lieferte dennoch einige Erkenntnisse. So können sich Satiriker auch ohne billigen Whisky einen Brummschädel einhandeln, die Konter-Bier-Methode funktioniert auch nicht immer, grausige Dorfdiscos werden nicht besser wenn sie in tausendjährigem Gemäuer stattfinden und nein, auch die letzte Kriek vom Fass ist immer noch nicht die Totale… mehr lesen / lire plus

Reconstructing the Author

Celles et ceux qui ont lu attentivement le numéro du woxx de la semaine dernière, et surtout l’article sur la construction identitaire de notre cher petit grand-duché, se sont peut-être rendu-e-s compte d’un petit manque. D’un manque d’identité en plus, car l’article en question n’était pas signé. Circonstance aggravante : même notre (auto-)critique hebdomadaire n’avait pas déniché cette coquille. En tout cas, les spéculations de nos lecteurs fusaient, presqu’au point où l’on en venait à évoquer de sinistres complots venu des fins fonds de l’université du Luxembourg – l’éditrice du livre critiqué dans l’article. Mais nous pouvons rassurer notre lectorat : même si elle-même ne croit pas au concept de l’identité, l’auteure en a néanmoins une, nominale, en tant que Renée Wagener. mehr lesen / lire plus

Soleil de Chine

Jolie photo que celle publiée la semaine dernière, montrant une longue file de Chinois-es ornée de parapluies bigarrés. Pour une pré-visite du pavillon luxembourgeois, ils et elles avaient supporté des temps d’attente de plus de trois heures … « sous la pluie », avait écrit le rédacteur Z. Une fois arrivé à Shanghai, il s’est rapidement rendu compte de la bourde : il n’y avait pas eu de pluie – en Chine, c’est pour se protéger du soleil que sont utilisés couramment les parapluies. Ayant oublié le sien et subissant la chaleur étouffante du jour d’ouverture de l’Expo, Z. a couru vers la « Box for Water » sur la terrasse du pavillon. mehr lesen / lire plus

„Tragikkomödie“ und „Tinitus“

Bisweilen schleichen sich gewissermaßen durch die Hintertür Rechtschreibfehler ein. Die woxx bemüht sich zwar darum, jeden umfangreicheren Text mehreren Korrekturen zu unterziehen, doch hin und wieder passiert es dann doch: grobe Rechtschreibfehler, manchmal sogar im Titel, die der woxx-Redaktion erst freitags bei ihrer Heftkritik ins Auge springen. Die JournalistInnen raufen sich dann die Haare und versuchen zu rekonstruieren, wie so etwas passieren konnte. Mal fällt die Schuld zurück auf die KorrektorInnen, die schon mal Texte „verschlimmbessern“, bisweilen auf die AutorInnen selbst, sowie letzte Woche im Falle der „Tragikkomödie“, die natürlich eine „Tragikomödie“ ist. Nicht weiter tragisch, aber doch ärgerlich. Um Fehler dieser Art zu vermeiden, waren wir in dieser woxx-Ausgabe besonders wachsam. mehr lesen / lire plus

„Eng topesch Sprooch“

Zwischen RedakteurInnen und KorrektorInnen der woxx herrscht bisweilen ein gespanntes Verhältnis. Die einen ärgern sich, dass nach zwei- oder gar dreifachen Überlesen immer noch Fehler in der gedruckten Ausgabe auftauchen, die andern weil die schreibende Zunft mit den immer gleichen Schreibfehlern antritt. Doch dass Luxemburgisch eine jener Sprachen ist, die man auch bei bestem Willen nie vollkommen erlernen kann, darüber herrscht in beiden Lagern Einigkeit. So bekommt der allseits beliebte „Vëlo“ zwei Punkte auf dem „e“, weil es sich um das kurze, tiefe und betonte „e“ – wie in „Prënz“ – handelt. Doch hat man den „Telefon um Vëlo an der Hand“, dann stürzt man genauso kurz und tief und schlägt sich womöglich die Knie auf dem „Beton“ auf – und das zweimal ohne Trema. mehr lesen / lire plus

Semantische Feinheiten

Einige LeserInnen werden sich in dieser Ausgabe möglicherweise über den unjournalistischen Tonfall und die bisweilen etwas pädagogischen Erklärungen komplexer Sachverhalte wundern. Die Erklärung dafür liegt darin, dass mehrere Hefte diese woxx-Ausgabe aus Anlass der „Semaine de la Presse“ in Schulen verteilt werden. So ist etwa der Artikel zu dem Theaterstück von ASTI und ASTM bewusst in einer Sprache geschrieben, die leicht verständlich ist und unsere jungen LeserInnen an die Probleme von „Illegalen“ in Europa heranführt. Aber auch bei der Themenauswahl haben wir uns bemüht, unsere junge Leserschaft anzusprechen, so beispielsweise mit dem Schwerpunkt zum Thema Jugendarbeitslosigkeit. Doch keine Sorge, treue woxx-LeserInnen werden nicht enttäuscht, denn die bewusste semantische Vereinfachung betrifft bei weitem nicht alle Artikel dieses Hefts. mehr lesen / lire plus

Visitenkarten

Sie haben das Format von Kreditkarten und gelten – zumindest im asiatischen Raum – als absolutes Must: Visitenkarten mit Firmenlogo und den persönlichen Angaben wie direkter Telefonnummer, Mailadresse und neuerdings sogar dem eigenen Blog. Auch in der woxx-Crew kommt in schöner Regelmäßigkeit der Ruf nach ebensolchen Karten auf, die sich bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an den Mann oder die Frau bringen lassen. Der Kassenwart macht dann immer ein grimmiges Gesicht und verweist auf den Stapel ungenutzter Kärtchen aus grauer Vorzeit. Ungenutzt, weil zwischendurch die Adresse oder das Logo gewechselt haben, oder aber weil der eine oder die andere werte KollegIn mittlerweile nicht mehr im Hause sind. mehr lesen / lire plus

April, April

Nein, beim Interview mit Revolutionsführer Asselborn handelte es sich definitiv nicht um den obligaten woxx-Aprilscherz. Zugegeben, das Coverfoto war eine kleine Montage, wie wir dem Außenminister auf Nachfrage bestätigen konnten. Er leidet demnach nicht an akutem Gedächtnisverlust – ein Treffen Ortega, Chávez, Morales und Asselborn hat es nie gegeben. Das Interview allerdings schon. Dafür war der testweise Einsatz von Nacktscannern bei der CFL anscheinend so realitätsnah dargestellt, dass eine Parteijugendorganisation sich bereits daran gesetzt hatte, ein geharnischtes Kommuniqué an das Innenministerium zu richten. Ein Verweis auf die Erscheinungsperiode der letzten woxx-Ausgabe konnte den aufgebrachten Politikernachwuchs dann gerade noch von einer Blockadeaktion am Hauptbahnhof abhalten. mehr lesen / lire plus

Kassensturz

Genau 1.533,67 Euro Defizit musste die woxx-Kooperative im Jahre 2009 verzeichnen. Bei einem Umsatz von 423.867,26 Euro und angesichts des wirtschaftlichen Gesamtumfelds eigentlich ein recht passables Ergebnis. Aber auch „alternative“ Projekte müssen auf Dauer kostendeckend wirtschaften, um nicht in eine Schieflage zu geraten. Noch ist die Finanzdecke ausreichend. Nachdem in den 90er Jahren die Eigenmittel fast gänzlich wegen des lang andauernden Rechtsstreits um Pressehilfe aufgebraucht worden waren, hatte sich die Situation seit 2005 stabilisiert. Dennoch wird die woxx Ende des Jahres die Abo-Tarife anpassen müssen, um die Ausfälle im Anzeigenbereich auszugleichen. Politische und redaktionelle Unabhängigkeit gibt es eben nicht zum Nulltarif – wobei einer Erhöhung des Heftpreis (derzeit 1,75 Euro) um einige Prozent wohl niemanden in die Armut treiben dürfte. mehr lesen / lire plus

Weblink-me

Vernetzungen und Verweise sind Knotenpunkte in der globalen Welt. Sie kommen nicht nur in der Ökologie, in der Soziologie, sondern auch im Bereich der Informatik vor, wo die Vernetzung die Verknüpfung von Wissensfragmenten zu neuen Ideen bedeutet. Dass die Verlinkung sowie der Verweis auch schon mal ins Leere laufen kann, das musste die Woxx letzte Woche erfahren: Am Ende des Regards-Artikels zur Abtreibung sollte ein elektronischer Verweis auf eine Petition des Kollektivs „Si je veux – Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau“ hindeuten, welche die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs fordert. Jedoch ging der aktivierte Link beim Zeitungsdruck verloren, so dass nur Leerzeichen übrig blieben. mehr lesen / lire plus

Express

Une avant-première pour le relaunch du woxx – une idée excellente, a jugé la rédaction. Encore fallait-il la réaliser. Premier pas: mettre sur pied une interview avec le réalisateur pour annoncer l’évènement dans notre journal. Non, il s’agit du deuxième pas, il faudrait avoir vu le film avant. Donc, d’abord organiser le DVD. Le distributeur belge: „OK, on vous l’envoie tout de suite.“ Tout de suite, il ne se passe rien. Ni les jours d’après. Faudrait-il réclamer auprès de la firme d’expédition? Le distributeur belge: „Non, non, on s’en occupe.“ Le lendemain: „Ah, il n’est rien arrivé? Il vaudrait peut-être mieux que vous contactiez la firme vous-même.“ Contact téléphonique avec le courrier express: „Le DVD n’a pas été envoyé puisque votre adresse était fautive.“ Vérification faite, il s’avère que le distributeur n’a pas indiqué l’adresse correctement. mehr lesen / lire plus

Journalistische Verstärkung

Einige woxxlerInnen zieht es von Zeit zu Zeit in die Ferne, oder sie geben sich ganz dem Trend hin, sich mehrere Monate Fortbildungsurlaub zu nehmen. Das ist schön und angenehm für die Betroffenen, aber das woxx-Team stöhnt dann meist im Chor, da die anfallende Arbeit liegen bleibt. „Wir brauchen Verstärkung“, hieß es im Herbst einhellig in der Redaktion, als es angesichts der drohenden Ausdünnung fast unmöglich wurde, die regulären Jahresurlaube untereinander zu koordinieren. Zum Glück kann die woxx auf einen kleinen aber dafür feinen Pool an freien MitarbeiterInnen zurückgreifen, die regelmäßig für uns schreiben und so auch ein Gefühl für den „anderen“ Journalismus bekommen, den wir betreiben. mehr lesen / lire plus