Reply to the World

Emails sind eine feine Sache in einer kurzlebigen Welt. Wo früher Umlaufmappen von Büro zu Büro wanderten, um die Belegschaft über diese oder jene organisatorische Frage in Kenntnis zu setzen, reicht heute ein Klick auf das Arbeitsgruppen-Pseudo, um die KollegInnen zu informieren. Doch so praktisch das Instrument Email ist, es ist auch mächtig gefährlich. Gerade beim Weiterleiten passiert eines nur allzu oft: Die mehr oder weniger vertrauliche Information geht schon mal an die halbe Welt. Ist die Email einmal abgezischt, gibt es kein Zurück mehr. Früher soll es ja Leute gegeben haben, die stundenlang am Postbriefkasten ausharrten, um den kompromittierenden Brief, den sie dann doch nicht mehr abschicken wollten, bei der Entleerung abzufangen. mehr lesen / lire plus

Fête de la paresse

Nous avons eu vent qu’en ce 1er mai, certains de nos concitoyens célébreraient cette étrange institution qu’est le travail. Mais il semble que la classe ouvrière d’ici est plutôt, en secret, farouchement adepte de Paul Lafargue, le brillant beau-fils de Karl Marx. Comment expliquer sinon que la traditionnelle procession syndicale ait été commuée en évènement socioculturel à l’Abbaye Neumünster? Que disait déjà ce grand penseur du 19e siècle à propos de l’Homme ? « Qu’il se contraigne à ne travailler que trois heures par jour, à fainéanter et bombancer le reste de la journée et de la nuit. » Le woxx souscrit à cette critique du fétichisme du travail que le mouvement ouvrier a hérité de la révolution bourgeoise. mehr lesen / lire plus

Le plus beau métier du monde

Le Girls’ Day est décidément une belle initiative. Pendant toute une journée, cinq lycéennes ont pu découvrir les « charmes » du métier de journaliste : apparitions spontanées d’ulcères, dépressions chroniques, troubles de la personnalité, sentiment d’inexistence « parce que personne n’a lu mon super édito de la semaine passée, que j’ai passé trois heures à écrire, et qu’en plus le titre était plutôt génial, mais de toute façon je me demande pourquoi je me fatigue encore si maman est la seule personne au monde à les lire … ! ». Mais reprenons-nous. Comme nous le disions, nos lycéennes ont pu entrer en contact avec le plus beau métier du monde. mehr lesen / lire plus

Hunger und Gourmetküchen

Ist es nicht absurd, wie nah sich absolut unterschiedliche Lebensrealitäten gelegentlich kommen? Es heißt ja, dass Gegensätze sich anziehen. Diese Erfahrung musste diese Woche auch die woxx machen. Fast wäre uns ein im wahrsten Sinne geschmackloser Lapsus unterlaufen: Hunger in Ägypten und Gourmetküchen in Luxemburg auf einer Seite thematisieren – das muss ja wohl nicht sein.
Auch wenn diese Gegensätze tragische Realität sind, verleitet das Schamgefühl doch eher dazu, Pietät zu bewahren. Wenigstens einmal umblättern, dachten wir uns, dann werden die Themen nicht so unverdaulich. mehr lesen / lire plus

Comment les nazis m’ont fait rater le train

C’est un plaisir rare et narcissique pour un journaliste, que de taper son propre nom sur Google pour voir où ses articles ont bien pu atterrir dans les fins fonds de la toile. La revue de presse européenne, Arte, tel ou tel magazine prestigieux ont-ils remarqué ce que j’écris ? Y-a-t-il des commentaires ? C’est aussi l’exercice auquel s’adonnait un woxxie cette semaine, juste une minute avant de partir prendre son train. Mal lui en prit. Si son éditorial sur mai 68 s’est bien retrouvé sur le site d’Arte et celui du Courrier International, une troisième mention ne lui plaisait pas du tout. mehr lesen / lire plus

woxxenende, die zweite

Ohne größeren Kollateralschaden ist der traditionelle woxx-Betriebsausflug über die Bühne gegangen. Das beweist das vorliegende, umfangreiche Heft. Abgestraft wurde die woxx-Truppe jedoch, weil sie sich nicht umweltgerecht mit geklauten Decaux-Fahrrädern in die Ardennen begab, sondern mit CO2-spuckenden Privatautos – die waren allerdings prall gefüllt. Wegen einer Dauerbaustelle in Bonneweg mussten die drei woxx-Fahrzeuge zur Aufnahme der Truppe und der notwendigen kulinarischen Köstlichkeiten am frühen Morgen kurzfristig im Halteverbot verweilen. Ebenfalls früh im Einsatz waren aber auch die motorisierten Politessen, die sich nicht vom friedlichen Vorhaben der woxx-Truppe überzeugen ließen und gleich dreimal ein Knöllchen verteilten. So ist das halt mit dem Car-Sharing: Man gibt sich alle Mühe, die Autos soweit optimal mit Leuten aufzufüllen und zahlt am Ende drauf! mehr lesen / lire plus

woxxenende 2008

Einmal im Jahr stiehlt sich das woxx-Team mit Sack und Pack von dannen und taucht ein ganzes Wochenende lang unter. Ziel des Ganzen: Einmal nicht über deutsche Kommaregeln, verspätet abgelieferte Texte oder unbrauchbare Fotos streiten. Nein, es heißt frische Luft tanken, den kulturellen Horizont erweitern und die gastronomischen Besonderheiten einer bestimmten Region erkunden. Diesmal sind die belgischen Ardennen dran. Mit von der Partie sind auch nahe stehende MitstreiterInnen und ehemalige KollegInnen der woxx – sowie deren Vierbeiner. Zur Einstimmung ist gleich am ersten Tag die Besichtigung einer Micro-Brauerei eingeplant. Ob der umfangreiche Genuss des gehaltvollen belgischen Starkbiers, das man auch sonst in der Region an allen Ecken und Enden bekommt, seine Spuren hinterlassen wird oder nicht, merken unsere LeserInnen spätestens am Umfang und Gehalt der nächsten Ausgabe der woxx. mehr lesen / lire plus

Wake me up, before you go go …

Die Frage Was-wäre, wenn … ist äußerst beliebt in der Redaktion – nicht nur im Bereich der politischen Erörterungen, auch bei belanglosen gedanklichen Planspielen. Was-wäre, wenn … man den Redaktionsschluss am Donnerstag verschlafen würde? Schier undenkbar – so die allgemeine Meinung. Schließlich hat hier jeder eine ausgefeilte Aufstehstrategie entwickelt: Etwa jene, dass der Wecker in der Ecke, weit weg von der Schlafstätte, aufgebaut wird. Nun jedoch gibt es eine Weltneuheit, die so recht ins Mark geht: eine Wifi Donation Alarm Clock. „Wack up to the smell of … Animosity“, so lautet der Werbespruch des neuen Wecksytems. Das Effektive an dieser Weck-Attacke ist, dass man per Wifi direkt mit dem eigenen Konto verbunden ist. mehr lesen / lire plus

Bullenschutz

Polizei und Presse, ein Zusammenspiel, das nicht nur in Luxemburg nicht immer zur Zufriedenheit aller funktioniert. „Wegen verschiedener Vorkommnisse, die ein gestörtes Verhältnis einzelner Polizeiorgane zu Journalisten erkennen ließen“, werden jetzt an sämtliche anerkannten JournalistInnen spezielle Erkennungsmarken ausgegeben, die sie während „Ereignissen, bei denen sowohl die Polizei als auch die Presse berufshalber im Einsatz sind“ tragen sollen. Die Polizei verspricht, die TrägerInnen der Plaketten nicht mit Knüppel oder gar Knarre aufs Korn zu nehmen, während die MedienvertreterInnen sich verpflichten, den Deontologiekodex der Luxemburger Presse zu respektieren. Dazu müssen sie ihren Presseausweis in eine Art transparenten Scheckkartenhalter stecken und sich das Ganze um den Hals hängen. mehr lesen / lire plus

Sozialismus versus Award

Fast wären wir dabei gewesen. Zumindest waren wir nominiert. Zwei Woxx-RedakteurInnen hatten sich schon die passenden Dankesworte zurecht gelegt, die zuerst natürlich den kreativen Köpfen der Design-Agentur Apart gegolten hätten, dem neuen Woxx-Layout-Team, dann eventuell noch den eigenen Eltern … Worum es geht? Nein nicht, um die Golden Duck Awards, jene Veranstaltung die jedes Jahr die schlechtesten publizistischen Auftritte in Luxemburg honoriert, sondern um die Communication and Design Awards, eine Selbstinszenierungsshow, die sich am letzten Freitag daran machte gutes Design zu küren. Auch wenn nicht alles Gold war, das glänzte, und die Woxx dieses Mal nicht unter den Gewinnern war, wusste der teilnehmende Redakteur Trost: Er würde sich immer hohe Ideale stecken, etwa den Sozialismus – dann würde er nie enttäuscht werden. mehr lesen / lire plus

Freitag, der 29.

Dass die woxx an einem Freitag, den 13. erscheint, kommt häufiger vor. Im Jahresdurchschnitt sind es etwas mehr als 1,4 Nummern, die am Tag der zerbrochenen Spiegel und der schwarzen Katzen den Weg zu den AbonnentInnen antreten. Mit vorhersehbaren Folgen: An jenen Freitagen häufen sich die Reklamationen über falsch geheftete oder nicht zugestellte woxx-Exemplare. Doch diesmal wird alles viel schrecklicher: Über Freitag, den 29. Februar heißt es im – hierzulande viel zu wenig bekannten – altäthiopischen Totenbuch: „Der dm’t-seh bringt drei Mal mehr Unglück als ein Freitag der 13., drei dmat-sah aber würden reichen, die gesamte Menschheit zu vernichten.“ Na denn … Wir haben uns gefragt, wie oft seit 1988, dem Gründungsjahr der woxx unter dem Namen Gréngespoun, der 29. mehr lesen / lire plus

Der Mann an der Brücke

„Wer kennt diesen Mann?“, diese Frage machte am Donnerstag letzter Woche in der woxx die Runde. Kurz vor Redaktionsschluss war ein USB-Stick im Sekretariat abgegeben worde – mit einem Porträtfoto namens IMG_6185.JPG drauf. Zuerst dachten wir, es sei ein beim woxx-Fotografen bestelltes Bild. Doch zu welchem Artikel? Ein bekannter Euthanasiebefürworter war es jedenfalls nicht, und ein Gegner … Ob sich wohl ein typischer Euthanasiegegner so elegant kleidet? Es hätte auch ein Foto zum Autofestival-Beitrag sein können, vielleicht ein Garagist vor einer Autobahnbrücke. Ob man diesem Mann einen Wagen abkaufen würde, auch hierüber waren sich die woxxies nicht einig. Schließlich eine Idee: Vielleicht hatte man uns ein Foto des wirklichen Bommeleeërs zugespielt? mehr lesen / lire plus

Wunderknabe

Glaubt man den Ausführungen des woxx-Korrespondenten der vergangenen Woche, dann handelt es sich bei Barack Obama tatsächlich um eine Art Wunderknaben: Konnte er doch schon 2003 im amerikanischen Senat gegen den Irakkrieg stimmen, als er der hohen Körperschaft überhaupt noch gar nicht angehörte! Fehlt nur noch, dass die woxx-Autoren derart von der Obamania erfasst werden, dass sie den lieben Barack schon jetzt zum Präsidenten der USA küren, wo die richtige Wahlschlacht noch gar nicht geschlagen ist. Richtig hätte es natürlich lauten müssen: Schon Ende 2002 hatte Barack Obama als Mitglied des Senates des Staates Illinois in einer öffentlichen Rede vor einem Waffengang gegen den Irak gewarnt und diese Position später auch mehrfach verteidigt. mehr lesen / lire plus

Frühlingsanfang mal anders

Das „Gewoxxt“. Eine schlichte Homestory-Spalte, die bis kurz vor Redaktionsschluss liegen bleibt. Nicht unbedingt, weil sie klein und handlich ist und auch mal ein bisschen persönlich sein darf. Nein, das Problem ist eigentlich eher soziologischer … im weitesten Sinne sogar philosophischer Natur … : Wie kann man unsere meist dennoch etwas bescheidene Erlebniskultur – um nicht das Wort Alltag zu gebrauchen – aufregend verpacken und erfahrbar machen? Diese Herausforderung nimmt existentielle Ausmaße an in jenen Wochen, wo alle Urlaub machen, keine Pressekonferenzen stattfinden und jedeR über dem eigenen Schreibtisch brütet. Ok, die KollegInnen haben mich davor gewarnt, dieses kostbare Pulver – ein Gewoxxt über die Ereignislosigkeit gewisser Tage zu schreiben – nicht allzu leichtfertig zu verschießen. mehr lesen / lire plus

Inflationstreiber

Die Preisspirale dreht sich, auch bei der woxx. Der normale Abopreis steigt auf 75 Euro, der Kioskpreis für eine Einzelnummer auf 1,75 Euro. Seit September 2007 erhalten die LeserInnen nicht nur eine andere woxx, sondern auch der Umfang der Zeitung – und damit der Gestehungspreis – hat zugenommen. Nichtsdestotrotz reiht sich auch die woxx mit ihrer „Preisangleichung“ in die Reihe der Inflationstreiber. Und tut Abbitte beim Wirtschaftsminister und beim werten Publikum. Als Ausgleich haben wir uns zu einem kleinen Obolus entschieden: Das Arbeitslosen- und StudentInnenabo wird drastisch von 50 auf 40 Euro gesenkt. Nehmt es den Reichen und gebt es den Armen – machen wir es wie Robin Hood! mehr lesen / lire plus