EU-Programm: Gesunde Ernährung fördern

Zu Schuljahresbeginn startet ein neues EU-Schulprogramm zur Förderung gesunden Essverhaltens. Auch Luxemburg wird finanziell unterstützt.

(Bildquelle: pixnio)

Kindern die Vorteile einer gesunden Ernährung vermitteln – das ist das Kernziel eines am 1. August in Kraft getretenen Programms der Europäischen Union. In seinem Rahmen können EU-Länder, die in ihren Schulen Obst, Gemüse und Milch anbieten, finanzielle Unterstützung beantragen. Begleitet wird dies durch ein umfassendes Bildungsprogramm, das SchülerInnen über die europäische Landwirtschaft aufklären und zum Verzehr von Obst, Gemüse und Milch anregen soll. Das Programm kann in der ganzen EU ab dem ersten Tag des Schuljahres 2017/18 umgesetzt werden.

Zu erfüllende Vorgaben

Mitgliedstaaten, die dieses – durch die gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) unterstützte – Programm in Anspruch nehmen wollen, müssen sich an eine Reihe von Vorgaben halten. So sollen Obst und Gemüse möglichst frisch sein, verarbeitete Produkte wie Joghurt, Käse, Säfte und Suppen sind jedoch auch zugelassen. Für sie gilt allerdings, dass sie keine künstlichen Süßstoffe oder Geschmacksverstärker enthalten dürfen. Die Menge des enthaltenen Salzes, Fetts und Zuckers muss im Rahmen dessen liegen, was von den jeweiligen nationalen Gesundheits- bzw. Ernährungsbehörden zugelassen ist. Ferner ist auf die Saisonalität des Angebots zu achten sowie darauf, dass die Erzeugnisse aus der EU kommen.

Wie das Programm im Einzelnen umgesetzt wird und welche pädagogischen Angebote einbezogen werden, entscheiden die teilnehmenden Schulen selbst. Auch ob sie auf regionale, lokale oder Bioprodukte zurückgreifen wollen, ist ihnen überlassen. Wahlweise können zudem Schwerpunkte auf kurze Versorgungsketten und Qualitätsregelungen gelegt werden.

Programme, die den Verzehr von Obst und Gemüse fördern sollen, gab es zwar schon vorher, doch nun werden sie zusammengeführt. Dadurch sollen der Verwaltungs- und Organisationsaufwand verringert werden und die pädagogischen Maßnahmen größeres Gewicht erhalten.

Insgesamt stehen der EU 250 Millionen Euro für das Programm zur Verfügung. Davon werden rund 150 Millionen Euro für Obst und Gemüse und 100 Millionen Euro für Milch bereitgestellt. Die jeweils zugeteilten Beträge hängen unter anderem von der Zahl der Kinder ab, die vom Programm profitieren. Der EU-Beitrag kann durch zusätzliche einzelstaatliche Beihilfen ergänzt werden. Luxemburg erhält für das kommende Schuljahr insgesamt 343.568 Euro Mittelzuweisung für Schulobst und -gemüse und 193.000 Euro für Schulmilch.

Auch die 27 weiteren Mitgliedstaaten haben erklärt, dass sie im Schuljahr 2017/18 an der Initiative teilnehmen wollen. Nach Angaben der EU-Kommission kam im vergangenen Jahr das vorherige Milchprogramm rund 20 Millionen Kinder und das Obst- und Gemüseprogramm etwa 11,7 Millionen Kindern zu Gute.


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