Europäischer Energieatlas erschienen

Eine neue Publikation erklärt die Welt der erneuerbaren Energien in Europa mit Karten und Infografiken.

Nach den Atlanten zu Fleisch, Konzernen, dem Meer und dem Boden veröffentlicht die Heinrich-Böll-Stiftung nun ein weiteres Nachschlagewerk in Zusammenarbeit mit „Le Monde diplomatique“, diesmal zum Thema Energie. Mit vielen Karten, Diagrammen und Grafiken wird der aktuelle Stand und die mögliche Zukunft der Energieversorgung in Europa erklärt.

Kohle, Stahl, Euratom – die europäische Integration hatte auch immer mit der Energieversorgung zu tun, folgerichtig beginnt der Atlas somit mit einem kleinen Geschichtsexkurs. Der lehrt auch: Früher wie heute können jene Länder profitieren, die frühzeitig in neue Energiequellen investieren – sie können ihre Technologie später exportieren. Der Atlas zeigt auch: Erneuerbare Energieformen sind ein Jobmotor und haben weltweit 8,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, davon mehr als 1,1 Millionen in der EU.

Die Zukunft der Energieerzeugung wird aber nicht unbedingt in der Hand der großen Energieanbieter liegen, wie die Kapitel zu Bürger*inneninitiativen und lokalen Kraftwerken zeigen. Optimistisch zeigt sich der Band beim Thema Energiearmut: Während dies in so gut wie allen EU-Ländern ein Problem ist, könnten Erneuerbare helfen, sie zu bekämpfen. Der Atlas verliert sich jedoch nicht in schillernden Zukunftsvisionen: Die Energiepolitiken Deutschlands, Polen, Tschechiens, Griechenlands und Frankreichs werden im Detail auseinandergenommen und analysiert.

Der neuste Wurf der Heinrich-Böll-Stiftung ist durchaus gelungen und bietet einen guten Überblick zum Thema. Dennoch bleibt ein Wermutstropfen: Oft fehlen die Daten für Luxemburg, außerdem bleibt der Eindruck, dass die Euphorie in Bezug auf neue Technologien und „smart homes“ ein wenig einseitig ist.

Der Energieatlas kann kostenlos auf der Webseite der Böll-Stiftung bestellt oder heruntergeladen werden.


Kriteschen an onofhängege Journalismus kascht Geld - och online. Ënnerstëtzt eis! Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld - auch online. Unterstützt uns! Le journalisme critique et indépendant coûte de l’argent - en ligne également. Soutenez-nous !
Tagged , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.