Festival: Nachhaltiges Tanzvergnügen

Ein Festival, das nicht auf Kommerz und Konsum, sondern auf Nachhaltigkeit, Respekt und DIY setzt – zu schön, um wahr zu sein? Nicht beim Kolla-Festival, das dieses Jahr vom 19. – 20. August bereits zum vierten Mal in Steinfort stattfindet.

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Nachhaltig und schnuckelig: Das Kolla-Festival.

Wer hat nicht schon davon geträumt, mit den besten FreundInnen die Welt zu verändern, eine ganz besondere Bar zu eröffnen oder einen anderen scheinbar abwegigen Plan umzusetzen? Eine Gruppe junger Menschen aus Luxemburg hat genau das gewagt und 2013 zum ersten Mal ein alternatives Festival auf die Beine gestellt. Das Kolla-Festival ist nicht nur selbstorganisiert und frei von kommerziellen Zwecken, seine Betreiber, das Kollektiv Grénge Kolla asbl, legen auch zusätzlich großen Wert auf Nachhaltigkeit und Müllvermeidung sowie soziale Kohäsion und Integration. Mit Unterstützung der Gemeinde Steinfort, die das Naturreservat Mirador zu Verfügung stellt, gelingt den jungen Engagierten so ein Event, bei dem sich die BesucherInnen als Mitgestalter fühlen können, und nicht als Konsumenten.
Drei Tage Musik stehen an, mit einem beträchtlichen Line-Up von in- und ausländischen Bands verschiedener Genres. Der Freitag ist der elektronischen Musik gewidmet: Unter dem Motto „Shake your Booty“ werden auf den zwei Bühnen (Méihn d‘Stéitsch und Tent‘ation) VertreterInnen der lokalen und internationalen Experimental-, Deep House- und Techno-Szene wie Miss Nat-H-Lee, Double T, Oliver. D oder Kopla Bounce zu hören sein. Am Samstag sollen dann die Socken abgerockt werden, wenn unter anderen Blingpoint, An Apple a Day oder Soulhenge auftreten. Zusätzlich gibt es eine Jam Session, bei der MusikerInnen aus dem Publikum zum Mitmachen eingeladen sind. Am Sonntag steht dann Entspannen auf dem Programm, mit The Blind Suns, Blackberries und auch Vertretern des Luxemburger Hip-Hop wie Maka MC, David D. Fluit und Edel Weis, begleitet von DJ Funkstarr und DJ Headmasta.
Nicht nur Musik, sondern auch Kunst steht im Mittelpunkt dieses Festivals. Dieses Mal wurde mit dem Kunstprojekt „Antropical“ eine zehntägige Residenz für KünstlerInnen aus der Großregion angeboten. In dem von Aurélie d‘Incau organisierten künstlerischen Austausch soll das Verhältnis von Mensch und Natur analysiert werden, wobei das gastgebende Naturreservat Mirador eine große Rolle spielt. Die Resultate sind seit dem 5. August auf dem Gelände zu sehen.
Darum herum wird es Aktivitäten – auch für Kinder – geben, eine „Troc“-Tauschmesse, Yoga, Karaoke, und auch einen Markt, auf dem Vereine vertreten sind, denen ökologische und soziale Themen am Herzen liegen: Nachhaltigkeit, Behinderung, Sexualität, Drogenkonsum. Am Sonntag gibt es eine Diskussionsrunde zum Thema „Aktivismus, Aktionismus oder Nonfoutismus”, bei der unter der Moderation der Journalistin Anne Schaaf zusammen mit dem Publikum Fragen zu den Grenzen des Aktivismus erörtert werden.
Zu einem Festival gehört natürlich auch Verpflegung, und die Erfahrenen unter den LeserInnen erinnern sich sicher an die mitunter zweifelhafte Ernährung bei solchen Veranstaltungen. Anders in Steinfort: Hier wird auch beim Essen und Trinken auf die Richtwerte lokal, bio und bestenfalls auch Fairtrade gesetzt. Ebenfalls eine Seltenheit auf Festivals, hier aber eine Selbstverständlichkeit: Wasser ist gratis!

https://kollafestival.wordpress.com/

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