Findel: Freifahrschein in die Lärmfalle

Die Politik in Sachen Findel dürfte als eine der größten der mit der grünen Regierungsbeteiligung verbundenen Enttäuschungen in die Geschichte eingehen. Der im März vorgelegte Aktionsplan gegen den Flughafenlärm bestätigt, dass François Bausch für einen blindwütigen Ausbau des Findels ohne Rücksicht auf Nebenwirkungen steht (siehe auch woxx 1305 und 1363). Der Mouvement écologique kritisiert in einer Stellungnahme, dass der Aktionsplan nicht den EU-Vorgaben entspricht und keinen Beitrag zur Reduzierung der Lärmbelastung darstellt; die „procédure publique“ müsse deshalb ein zweites Mal durchlaufen werden. Vor allem das „Fehlen einer langfristigen Strategie“, an der man den Willen zur Berücksichtigung der Lärm-Gesundheitsschäden messen könnte, führt in den Augen der NGO dazu, dass der Aktionsplan „de facto ein Freifahrschein für den Flughafenbetreiber“ ist. Im Detail analysiert der Mouvement die technischen Daten, die die Situation besser erscheinen lassen, als sie ist: veraltete Lärmkarten, untransparente Flughafengebühren, viel zu niedrige Grenzwerte, unklare Regelung der „période de nuit“. Eine der Planungen ist allerdings leicht zu interpretieren: die besonders geringe Höhe der Passagiergebühren. Sie zeigt, wohin die Reise geht: Fliegen soll noch attraktiver werden, hält der Mouvement fest – „auf Kosten der Anrainer sowie des Klimaschutzes“.


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