Grüner Strom in neuen Schläuchen

Wer hat den grünsten Strom im ganzen Land? Dieser Frage gehen Mouvement écologique und Greenpeace seit Jahren in regelmäßigen Abständen nach. Doch das jüngste Pressekommuniqué zum Thema zeigt: Das Verhalten der Privathaushalte beim Stromkauf trägt nichts zu Veränderungen am Strommarkt bei, oder tut dies zumindest nicht mehr. Gegenüber von 2016 ist fast alles gleich geblieben, die drei Produkte„nova naturstroum“ (Enovos), „SwitchBLUE“ (Electris) und „Terra Invest“ (Sudstroum) werden weiterhin von den NGOs empfohlen. Nur das vierte Produkt – vom Anbieter Eida – heißt nicht mehr „EKOenergy“, sondern einfach nur „green“. Die große Revolution hatte ja schon kurz nach der Fukushima-Katastrophe stattgefunden, als der wichtigste Anbieter Enovos entschied, seinen gesamten Strommix für Luxemburg atomstromfrei zu machen.

Es klingt wie eine Beschwörung, wenn die NGOs behaupten, dass „immer mehr Kunden bereit sind, Strom auf Basis von erneuerbaren Energiequellen einzukaufen“. Fakt ist: Seit 2012 hat sich wenig an der Zusammensetzung des nationalen Strommixes geändert. Zwar ist es erfreulich, dass seither Privathaushalte nur noch Strom aus erneuerbaren Quellen angeboten bekommen, aber gerade das macht es für die NGOs schwierig, die VerbraucherInnen für eines der von ihnen ausgewählten grünen Produkte zu begeistern.


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