Industriedenkmäler: Let’s Make Destruction Happen!

„Eigentlich sollte man erwarten, dass eine Denkmalschutzbehörde sich den Schutz der Denkmäler vor dem Abrisswahn von Kommunen und Privatpromotoren auf die Fahnen schreibt. In Luxemburg ist dies eher das Gegenteil: Wenn ein Gebäude an die nostalgische Zeit des Agrarlandes erinnert oder die Glorie von Villen der Hüttenbarone ausstrahlt, hat es eine gewisse Chance, in die Liste der schützenswerten oder gar geschützten Denkmäler aufgenommen zu werden. Erinnert eine Halle aus Eisen, Stahl und Glas mehr an Schweiß, Tränen und Staub der Arbeiter, ist ihr Schicksal schon fast besiegelt“. Diese geharnischte Kritik muss der dem Kulturministerium unterstellte „Service des sites et monuments nationaux“ (SSMN) von Seiten der Sektion der Grünen aus Dudelange einstecken. Das Fass zum Überlaufen brachte für sie die Vorstellung des Projekts „Neischmelz“ im Düdelinger Gemeinderat, bei der sich herausstellte, dass nicht nur die von Künstler*innen und Bürger*innen genutzte Halle Fondoucq auf der Abrissliste der privaten und öffentlichen Promotoren steht, sondern dass auch die Stahlwerkhalle aus den 3D-Bildern des Dossiers getilgt worden ist. Dies alles mit dem Segen des SSMN, der bereits „die Genehmigung für den Abriss einer attraktiven Halle auf dem Paul Wurth Areal in Hollerich, das passive Zuschauen bei größeren Abrissaktionen in Esch, Differdingen oder Luxemburg und nicht zuletzt die Hetzjagd auf das herausragende Emblem hiesiger Industriekultur, die Gebläsehalle in Belval“ zu verantworten hatte, wie die grünen Lokalpolitiker*innen unterstreichen.


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