Lachgas als Modedroge unter Jugendlichen?

DP-Abgeordneter Gusty Graas macht sich Sorgen um Jugendliche, die Lachgas inhalieren. Die Gesundheitsministerin sieht die Sache eher gelassen.

Spuren von Lachgas-Drogennutzung nahe einer Schule in Utrecht (NL): Patronen und Luftballons. Foto: CC-BY-SA Hansmuller/Wikimedia.

DP-Abgeordneter Gusty Graas wollte im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage an Gesundheitsministerin Lydia Mutsch wissen, ob Lachgas eine Modedroge unter luxemburgischen Jugendlichen sei, und wie gefährlich dieser Konsum ist. Das Phänomen ist nicht neu: Bereits im 19. Jahrhundert wurde Lachgas auf Jahrmärkten als Droge zu Vergnügungszwecken benutzt. So kam auch der amerikanische Zahnarzt Horace Wells auf die Idee, das Gas als Narkosemittel bei Zahnoperationen zu nutzen. Die betäubende und schmerzstillende Wirkung war schon bekannt, Wells war jedoch der erste, der Lachgas (im Selbstversuch) als Narkosemittel benutzte.

Lachgas, aus dem Chemieunterricht bekannt als Distickstoffmonoxid oder N2O, wird nicht nur in der Medizin benutzt, sondern auch in der Lebensmitteltechnik als Treibmittel zum Aufschäumen von Milchprodukten wie Schlagsahne. Daher ist das Gas leicht und legal erhältlich. Nach dem Inhalieren erfahren die Konsument*innen ein euphorisches Gefühl, das mit verzerrter auditiver und visueller Wahrnehmung einhergeht. Die Wirkung hält jedoch nur eine halbe bis drei Minuten lang an.

Ein Internet-Shop, der auf legale psychoaktive Substanzen spezialisiert ist, verkauft auch Lachgas-Patronen und umschreibt die intendierte Nutzung doch eher kreativ: „Ob Sie einen großen Kuchen mit Schlagsahne backen oder auch unterschiedlichste Späße treiben wollen – die Möglichkeiten mit diesen Patronen sind endlos“.

Das Inhalieren aus Lachgas-Patronen kann zu Erfrierungen im Mund- und Rachenbereich führen, bei Überdosierung kann eine gefährliche bis tödliche Unterversorgung mit Sauerstoff auftreten. Regelmäßiger Konsum kann zu einem Vitamin B12-Mangel führen, da Lachgas die Aufnahme des Vitamins im Körper hemmt, was wiederum die Gefahr einer Anämie mit sich bringt. Auch neurologische Schäden sind möglich.

Laut Gesundheitsministerin Lydia Mutsch gibt es keine repräsentativen statistischen Daten zur Nutzung von Lachgas von Jugendlichen in Luxemburg. Nach Informationen von Organisationen, die im Bereich der Drogenprävention arbeiten, sei das Phänomen im Großherzogtum eher marginal. Das „Centre de Prévention des Toxicomanies“ biete Informationen über Lachgas-Konsum an, die Situation würde weiterhin beobachtet.

Ausführliche Informationen zum sichereren Konsum von Lachgas und zu möglichen Neben- und Wechselwirkungen finden sich bei der deutschen Drogeninformationstelle Drugscouts.


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