Luxemburg-Stadt: Opposition fordert mehr Einsatz für den Radverkehr

Im Zuge der Bauarbeiten der Tram-Trasse müssten auch Radverkehrsinfrastrukturen gebaut werden, fordern Déi Gréng und Déi Lénk in der Hauptstadt.

Ein halbes Jahr nach den Gemeindewahlen wären einige Projekte des vorherigen, blau-grünen Schöffenrats immer noch nicht umgesetzt oder weitergetrieben worden, so François Benoy, grünes Gemeinderatsmitglied in Luxemburg-Stadt am Freitag, den 4. Mai auf einer Pressekonferenz. „Die Bedeutung, die die Schöffensratserklärung dem Autoverkehr beimass, verursachte bei mir ein ungutes Gefühl, das sich nun zu bestätigen scheint“, erklärte Benoy. Die Grünen fordern, dass der neue Fahrradweg, der entlang der Tramtrasse gebaut wird, mit den einzelnen Vierteln der Hauptstadt vernetzt wird.

Im Quartier Limpertsberg gäbe es große Nachfrage nach Fahrradinfstruktur. Die Avenue Pasteur sei schon vom vorigen Schöffenrat als möglicher Standort eines Fahrradweges zurückbehalten worden – durch die Änderungen an der Straßenverkehrsordnung wäre eine „Fahrradstraße“ nun jedoch auch eine Möglichkeit.

Um Merl-Belair an das Zentrum anzuschließen, schlagen die Grünen vor, die Avenue Monterey lediglich für den öffentlichen Transport sowie den Rad- und Fußverkehr freizugeben – was aufgrund von Bauarbeiten aktuell schon der Fall ist. Auch „Déi Lénk Stad“ fordern in diesem Bereich eine fahrradfreundliche Lösung. Es sei „absurd“, dass es künftig möglich sei, mit einem SUV in der Avenue Monterey in eine Tiefgarage zu fahren und diese später im Boulevard Emile Reuter wieder zu verlassen, während Fahrradfahrer*innen keine gute Infrastruktur zur Verfügung stände. Die Linken fordern außerdem eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern auf dem Boulevard Royal.

Auch für die vieldiskutierte Fahrradbrücke zwischen Weimershof und Cents wären die Pläne eigentlich fertig, so die ehemalige Verkehrsschöffin Sam Tanson. „Vielleicht ist der Schöffenrat sich ja nicht ganz einig, ob das Projekt sinnvoll ist“, mutmaßte Tanson. Auch wenn die Eigentumsverhältnisse an einer Stelle kompliziert wäre, so gäbe es jedoch Alternativen. Im Bahnhofsviertel müssten auch Akzente für den Radverkehr gesetzt werden, wenn die „aal Avenue“ umgebaut wird. Die Avenue de la Gare wird künftig den Busverkehr beheimaten, während in der Avenue de la Liberté die Tram verkehren wird.

Ein weiterer Punkt, der die Grünen enttäuschte, sei die Umsetzung der neuen Straßenverkehrsordnung in der Hauptstadt. Bisher gäbe es noch keine Fahrradstraßen oder „trottoirs traversants“, also Gehsteige, die an Kreuzungen über die Fahrbahn geführt werden, um das Vorrecht der aktiven Mobilität deutlich zu machen. Auch die Möglichkeit, bei Rot für Autofahrer*innen das Rechtsabbiegen für den Radverkehr zu erlauben, sei vom neuen Schöffenrat noch nicht genutzt worden. „Dabei wäre es ein wichtiges Symbol, wenn diese neue gesetzliche Möglichkeit von der Hauptstadt ausgereizt würde, zum Beispiel bei der Kathedrale Richtung Ënneschtgaas“, so Tanson abschließend.


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