Mobilität: Busverkehr live und in Farbe

Die neue Leitstelle des Verkéiersverbonds soll den Busverkehr vernetzen und für die Fahrgäste komfortabler machen.

Die Leitstelle des Verkéiersverbonds soll den Überblick über sämtliche RGTR-Busse des Landes behalten. (Foto: woxx/ja)

„Hinter der Anzeige an der Bus- haltestelle versteckt sich viel mehr, als man auf den ersten Blick denkt“, erklärte Nachhaltigkeitsminister François Bausch bei der Vorstellung der neuen Leitstelle des Verkéiersverbonds in Luxemburg-Kirchberg am vergangenen Mittwoch, dem 14. März. In dem unscheinbaren Gebäude mitten im Bankenviertel laufen künftig alle Informationen zusammen, die das RGTR-Busnetz betreffen. Während die Busnetze der Stadt Luxemburg (AVL) und des Kanton Eschs (Tice) schon eigene Leitstellen haben, fehlte bisher eine solche für das landesweite Busnetz.

Lange Zeit war Luxemburg bei den sogenannten „Fahrgastinformationen“ rückständig: Elektronische Anzeigetafeln suchte man vergebens, und wer nicht wusste, wie die Umgebung der Haltestelle aussieht, an der er aussteigen wollte, lief Gefahr, sie mangels Ansage zu verpassen. Seit 2014 läuft beim Verkéiersverbond das Projekt „Mlive“. Ziel ist es, Echtzeitinformationen über sämtliche öffentliche Transportmittel im Überlandverkehr bereitzustellen.

Bordcomputer und Leitstelle

Die 1.600 Busse des privat betriebenen RGTR-Netzes wurden mit Bordcomputern ausgestattet, die als Kommunikationszentrale fungieren: der Standort des Busses, Anzeigen und Durchsagen für Reisende, Ticketverkauf, Notrufe und Kommunikation mit der Leitstelle – sämtliche Teilfunktionen des „mobility as a service“-Systems können nun realisiert werden. Zusätzlich wurden in 130 Bussen automatische Zähler eingebaut, die das Fahrgastaufkommen messen – in Zukunft sollen alle Busse mit ihnen ausgestattet sein.

In der Leitstelle arbeiten momentan acht Personen, gemäß der Planung werden es bis Ende des Jahres 18 sein. Sie überwachen von halb vier Uhr morgens bis halb zwei in der Nacht den Busverkehr und sorgen für einen möglichst reibungslosen Ablauf. Bei Problemen können die Busfahrer*innen mit den Mitarbeiter*innen der Leitstelle kommunizieren, die dann eine Lösung suchen. Ein defekter Bus wird zum Beispiel an eine Haltestelle gelotst, wo Ersatz bereitsteht – gleichzeitig sollen die Kund*innen per App, Anzeige und Durchsagen über den Austausch informiert werden.

22 Millionen für Echtzeitinformationen

Ab 2019 soll den Kunden bei der Planung ihrer Fahrt mit der „Mobilitéit.lu“-App oder der entsprechenden Webseite die gesamte Mobilitätskette zur Verfügung stehen, sodass jeweils das günstigste Transportmittel gewählt werden kann. Da die App dann auch, mittels Echtzeitrouting, Verspätungen berücksichtigt, können die Kund*innen zum Beispiel eine Ausweichroute wählen. Die Leitstelle soll dafür sorgen, dass Anschlüsse zuverlässig erreicht werden. Sie kann deshalb zum Beispiel Busfahrer*innen anweisen, auf Umsteiger*innen zu warten.

Insgesamt stellte die Regierung 22 Millionen Euro für die Entwicklung des Echtzeit-Telematiksystems zur Verfügung – diese sind aber, wie Gilles Dostert, der Generalsekretär des Verkéiersverbonds erläuterte, noch nicht vollständig ausgegeben worden. Bis 2019 soll zusätzlich das gesamte RGTR-Netz reformiert werden, um es besser an die aktuellen Begebenheiten anzupassen. Wann all diese Neuerungen für die Nutzer*innen des öffentlichen Verkehrs spürbar sein werden, ist allerdings noch nicht gewusst. Ob es mit „Mlive“ gelingen wird, die zahlreichen Autofahrer*innen von den Vorzügen des öffentlichen Transports zu überzeugen, ebenso.


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