Neuer Abfallwirtschaftsplan

Hat Luxemburg ein Abfallproblem? 2014 fielen im Großherzogtum laut Eurostat etwa 0,44 Tonnen Müll pro EinwohnerIn an. Damit liegt das Land etwas über dem europäischen Durchschnitt, produziert aber nicht wesentlich mehr oder weniger Abfall als seine Nachbarn. Nach dem Regierungsrat am letzten Freitag präsentierte Premierminister Xavier Bettel den neuen Abfallwirtschaftsplan – oder auch nicht. Bettel kündigte zwar an, dass der Bericht, der eigentlich schon letztes Jahr hätte fertig sein sollen, den Regierungsrat passiert hat, konnte aber nur wenige Details nennen. Die Abfallvermeidung soll stärker gefördert werden, ebenso wie der Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung. Um letztere soll sich eine interministerielle Taskforce kümmern, die sich in einer ersten Phase auf die staatlichen Kantinen konzentrieren wird. Weitere Details hatte der Premierminister nicht parat – verwies dafür aber auf eine Ausstellung zum Thema „Upcycling“ im „Konschthaus beim Engel“, die mittlerweile jedoch schon zu Ende ist. Der Plan soll nun noch einem BürgerInnen-Beteiligungsprozess unterzogen werden, wie man von der Website des Umweltministeriums erfährt. Dort ist auch zu lesen, dass das Dauerbrennerthema Bauschutt ebenfalls in dem Plan behandelt wird – im Briefing war diese Frage offengelassen worden. Nicht in die Tüte kommt für Bettel ein Verbot von Plastikbeuteln. Beim Plastikgeschirr hingegen sehen zwei DP-Abgeordnete Handlungsbedarf, wie sie in einer parlamentarischen Anfrage an die Umweltministerin darlegten. Der neue Abfallwirtschaftsplan, der am Montag von der Umweltministerin vorgestellt wird, wird hier vielleicht Klarheit schaffen.


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