OGBL: Erkämpft das Menschenrecht!

Wer des Premierministers Rede kleinkariert fand, dürfte sich über die des OGBL-Präsidenten freuen. Besser gesagt, gefreut haben – denn der erste Teil der 1.-Mai-Feierlichkeiten findet dieses Jahr am Donnerstagabend statt, für die woxx also nach Redaktionsschluss und vor Drucklegung. Die uns vorliegende schriftliche Fassung von André Roeltgens Rede beginnt und endet jedenfalls mit großen Visionen. Und Frieden, das Einstiegsthema des Gewerkschafters, ist nicht so konsensfähig, wie man meinen könnte. Roeltgen zögert jedenfalls nicht, die Aufrüstungspolitik der EU zu kritisieren – und das Mitläufertum der luxemburgischen Regierung. Und erinnert daran, dass die treibende Kraft hinter den Konflikten weltweit nicht etwa kulturelle oder religiöse Motive, sondern wirtschaftliche Machtinteressen sind. Mit der EU geht der OGBL-Präsident hart ins Gericht: Sie habe eine massive Umverteilung von unten nach oben eingeleitet. Damit die Menschen wieder Vertrauen in das Projekt entwickeln – statt zum Beispiel Marine Le Pen auf den Leim zu gehen – plädiert Roeltgen für einen konsequenten Kurswechsel. Vermisst aber mutige Politiker, die die antisoziale Ausrichtung der jetzigen Politik kritisieren und Ernst machen mit dem sozialen Europa. Ein solches Engagement ist Teil der OGBL-Essentials für die Wahlen 2018 – interessanterweise kommen in der Rede die Regierungsparteien doch noch besser weg als CSV und ADR. Zum Abschluss nimmt sich Roeltgen die Vision eines digitalen Luxemburgs vor: Ja bitte, aber nur mit Arbeitszeitverkürzung, Verbesserung des Arbeitsrechts und … einer starken Gewerkschaft. Wem das etwas altbacken vorkommt – des Premiers Geschwafel über Luxemburg als Start-up-Nation war nicht überzeugender.


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