60 Jahre Römische Verträge: Der Abgesang von Ventotene

Die Verträge von Rom haben die europäische Einigung als rein ökonomisches Projekt definiert. Für die Legitimität der EU in den Augen der BürgerInnen reicht das nicht aus.

(Bildquelle: EC – Audiovisual Service)

Es sind „vor sechzig Jahren die Fundamente für das Europa gelegt worden, das wir heute kennen“, schreibt die EU auf der Website, die dem Jubiläum der Verträge von Rom gewidmet ist. Diese Feststellung ist richtig, weil man sie immerhin auch sarkastisch lesen kann. Doch man hat vergessen, eines zu präzisieren: Damals wurden die Grundsteine nicht der Wiege, sondern des Mausoleums der Idee eines „friedlichen und gerechten Europas“ zementiert. Und während Jean-Claude Juncker in seinem anlässlich des Jahrestages vorgestellten „Weißbuch zur Zukunft Europas“ noch an das „Manifest von Ventotene“ erinnert, mit dem nach seinen Worten alles begann, so versäumt auch er zu erwähnen, dass die Verträge von Rom das Dementi, und nicht die Verwirklichung des Traums von Ventotene waren. mehr lesen / lire plus

Europäische Union
: Alles wird anders

Die Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 war einer der Meilensteine auf dem Weg zur EU. Heute ist fraglich, ob und wie das Konstrukt die unterschiedlichen gesellschaftlichen Verwerfungen in Europa übersteht.

Unter keinem guten Stern: Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker präsentiert das „Weißbuch“ zur Zukunft der Europäischen Union. (Foto: EC – Audiovisual Service)

Es sind nicht die besten Zeiten, die Europa gerade erlebt. Die Finanzkrise ist noch nicht überstanden und in vielen politischen Fragen sind die EU-Staaten tief zerstritten. Ausgerechnet zum 60. Geburtstag der Römischen Verträge könnte sich ihr Schicksal entscheiden, je nachdem, wie die Wahlen in Frankreich und Italien ausgehen. mehr lesen / lire plus

Musique classique : Énergie et mystère


À son arrivée, il avait promis de diriger l’Orchestre philharmonique du Luxembourg dans un opéra. Ce sera « Simon Boccanegra » de Giuseppe Verdi, la semaine prochaine. À cette occasion, le woxx s’est entretenu avec le directeur musical de l’OPL, Gustavo Gimeno.

Gustavo Gimeno à la baguette lors de son dernier concert en date à la Philharmonie, le 17 mars. (Photo : François Zuidberg)

woxx : Vous voilà à mi-chemin de votre deuxième saison à la tête de l’OPL. Quel est votre sentiment sur les objectifs réalisés jusque-là ?


Gustavo Gimeno : Je suis tout simplement fier de ce que nous avons accompli et très motivé par ce qui reste encore à venir. mehr lesen / lire plus

Chronik: Virun 100 Joer (1): Die Februar-Revolution 
in der Luxemburger Presse

Der erste Beitrag zur Chronik der Ereignisse von 1917 beschreibt, wie die Ereignisse in Russland in den Luxemburger Zeitungen dargestellt wurden. In der linken Presse wurde Russland damals zum Vorbild für Luxemburg.

Die Abdankung des russischen Zaren markierte den Beginn des grundlegenden Wandels in Russland. Wenn auch mit einer Woche Verspätung war diese Nachricht dem „Escher Tageblatt“ doch einen Aufmacher wert. (Quelle: e-luxemburgensia)

Am Anfang war der Hunger. Als sich in den Februarwochen 1917 die ersten Revolten in Petrograd ausbreiteten und die Menschen begannen, die Bäckereien zu stürmen, ging es um die katastrophalen Zustände in der russischen Lebensmittelversorgung. Die Bäckereien in Petrograd blieben geschlossen, weil sie wegen Mangels an Mehl kein Brot mehr backen konnten. mehr lesen / lire plus

Theater
: „Was hat dich bloß so ruiniert?“


Absurdes Objekttheater um einen gehobenen Arm und die Schamlosigkeit der durchkapitalisierten Kunstszene – das ist „Mein Arm“, die neue Inszenierung von Linda Bonvini in der Escher Kulturfabrik.

Arme hoch! Für die Kunst und für sich selbst … (Foto: © Bohumil Kostohryz)

Auf der spärlich beleuchteten Bühne der Kulturfabrik agierte am vergangenen Freitag wider Erwarten nicht ein Schauspieler, sondern eine kleine Salamanderfigur in der Hauptrolle des Theaterstücks „Mein Arm“. Dieser Salamander, jüngster Sohn einer Familie, die sich aus einem verdrossenen Zigarettenschachtelvater, einer adretten Parfümflaschenmutter und dem älteren Boxhandschuhbruder zusammensetzt, zerrüttete das gutbürgerliche Familienleben, als er sich dazu entschloss, in den kommenden zwanzig Jahren seinen Arm zu heben und erhoben zu halten und damit die Ruhe und Alltäglichkeit seines Umfelds zu zerstören. mehr lesen / lire plus

Peinture
 : Allen comme chez lui


C’est en habitué que le peintre écossais Joe Allen a retrouvé la galerie Clairefontaine, la semaine dernière, à l’occasion du vernissage de son exposition « Horizon ». Depuis 1991, ses œuvres sont régulièrement mises en valeur dans la capitale.

Pour les amateurs d’art luxembourgeois, Joe Allen est tout sauf un inconnu. Ses peintures à l’huile sont souvent à l’honneur au grand-duché avant de voyager dans le monde. Car le style de l’Écossais a su séduire et s’affirmer au fil du temps. De ses tableaux de jeunesse, montrés au tournant des années 1990, il reste cette technique immuable de la peinture à l’huile, qui s’est perfectionnée jusqu’à donner « Horizon », la nouvelle série du sexagénaire né entre Glasgow et Édimbourg. mehr lesen / lire plus

Aki Kaurismäki
 : Un nouveau souffle


Avec « Toivon tuolla puollen », le réalisateur culte s’offre un renouveau cinématographique en abordant le thème des réfugiés. Mais toujours dans sa Finlande rêvée, coincée quelque part entre les années 1950 et la peinture réaliste.

Khaled Ali (Sherwan Haji) et Waldemar Wikström (Sakari Kuosmanen), deux destins croisés, deux histoires semblables et pourtant dissemblables.

Les jurés de la Berlinale ne s’y sont pas trompés : en attribuant à Aki Kaurismäki l’Ours d’argent du meilleur réalisateur, ils ont récompensé l’effort de renouvellement que le cinéaste de bientôt 60 ans a entrepris avec ce nouveau long métrage. Car si sa recette reste immuable – ce cocktail immédiatement reconnaissable d’humour à froid et de poésie visuelle -, c’est peut-être la première fois que Kaurismäki aborde un film sous un angle aussi politique. mehr lesen / lire plus

James Gray : The Lost City of Z

Certes, les vues sur les tribus amazoniennes exprimées par l’explorateur anglais Percy Fawcett étaient aussi avant-gardistes que sa disparition mystérieuse. Pourtant, en faire un film aussi suintant la ringardise et les bons sentiments devrait être puni comme un crime majeur.

L’évaluation du woxx : O
Tous les horaires sur le site.

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USA: „Meine Hoffnung ist, dass die Linke sich gut vorbereitet“

Loren Goldner ist ein marxistischer Theoretiker, Buchautor und Publizist, der seit den Siebzigerjahren in verschiedenen US-Publikationen wie „Against the Current“, „New Politics“, „Critique“, „Collective Action Notes“ und „Race Traitor“ veröffentlicht. Die woxx sprach mit ihm über Donald Trump und die Zukunft der globalen Wirtschaft.

Loren Goldner hat die Anti-Trump-Demos mit gemischten Gefühlen beobachtet: „‘Nicht mein Präsident‘ war einer der häufigsten Slogans der Demonstrierenden, was deutlich macht, dass Clinton deren eigentliche Präsidentin gewesen wäre.“ (Foto: EPA/Eugene Garcia)

woxx: Was war Ihr Eindruck von den Demonstrationen gegen die Amtseinführung von Donald Trump?


Loren Goldner: Mein Eindruck ist, dass 90 Prozent dieser Menschen nicht auf die Straßen gegangen wären, hätte Hillary Clinton die Wahl gewonnen. mehr lesen / lire plus

Annes Weltreise (2/6): Good Evening Vietnam


Anne Schaaf hat mittlerweile Südostasien erreicht und denkt nach einer einmonatigen Reise vom Süden in den Norden Vietnams über Souvenirs, die Zukunft und die Enden der Welt nach.

Mobiler Kleiderladen in Hanoi. (Fotos: Anne Schaaf)

Hier sitz ich nun also im 6. Stock auf dem Balkon eines schmutzigen Hostels in Hanoi, lausche der Kakophonie von nicht nur gefühlten Millionen von Auto- und Zweiradhupen und muss meine Sitzposition alle drei Minuten ändern, weil ich von blauen Flecken übersät bin und eine prächtige Schürfwunde mein Knie ziert. Ein Einheimischer meinte kürzlich zu mir, diesen Körperschmuck bezeichne man in Vietnam als „Touristentattoo“. Ich habe also quasi Tagebuch auf meiner Haut geführt. mehr lesen / lire plus

Dakota-Pipeline-Aufruf: Geldhahn zudrehen!

Aufruf von Magali Paulus, Justin Turpel, Jean-Sébastian Zippert, Martina Holbach, Nathalie Oberweis, Carole Reckinger, Michel Decker, Jean Feyder, Véronique Faber, Christine Dahm, Thierry Defense und Gilles Dacheux.

Der Luxemburger Staat und der öffentliche Pensionsfonds sollen jede finanzielle Unterstützung der Dakota Access Pipeline aufgeben, fordern die InitiatorInnen dieses Aufrufs.

(Foto: Fibonacci Blue/flickr)

Die knapp 1.900 Kilometer lange Dakota Access Pipeline führt durch Land, das der indigene Stamm der Standing Rock Sioux in North Dakota als heilig ansieht. Sie bedroht die Wasserversorgung von Millionen Menschen und würde das Klima massiv schädigen. Anfang Dezember wurde der Weiterbau nach monatelangen Protesten des Stamms und seiner Unterstützer aus aller Welt von der Obama-Administration gestoppt; die Protestbewegung hatte intensivere Umweltprüfungen durchgesetzt. mehr lesen / lire plus

Guerre au Yémen : Cri de détresse

Guerre, non-respect du droit humanitaire, risque de famine. MSF exhorte la communauté internationale à ne pas abandonner la population, première victime des violences.

(Photo : MSF)

Après une internationalisation du conflit en 2015 qui a entraîné un durcissement des combats, la situation du secteur médico-humanitaire au Yémen continue de se détériorer un peu plus chaque jour. Les violences et les bombardements sont quotidiens et affectent profondément la population et le système de santé, où hôpitaux, personnel médical et civils ne bénéficient plus d’aucune protection. La population yéménite a un besoin urgent d’assistance et ne doit pas être abandonnée par la communauté internationale, d’autant que les stocks de nourriture commencent à manquer et que la malnutrition menace une population déjà fortement fragilisée. mehr lesen / lire plus

Kirchenfabriken: Es gibt Wichtigeres

Der Streit um die Abschaffung oder Neufassung der Kirchenfabriken geht in die nächste Runde

(Foto: Luxembourg9b, CC-BY-SA 3.0)

„Die katholische Kirche kündigt die mit dem Luxemburger Staat getroffene Konvention vom Januar 2015 nicht auf“. Zumindest zu dieser Frage waren die Aussagen des katholischen Generalvikars Leo Wagener bei einem kurzfristig einberufenen „point presse“ am vergangenen Mittwoch so klar wie die legendäre „Boulettes“-Zopp, die weiland im gleichnamigen katholischen Internat, unweit des heutigen Standorts der Pressestelle des Bistums, kredenzt wurde.

Am Abend davor hatte die Generalversammlung des Syndikats der Kirchenfabriken (Syfel) deutlich gemacht, dass ein Einvernehmen über die Zukunft der Kirchenfabriken unerreichbar geworden ist. mehr lesen / lire plus

Anders Wirtschaften, ernst gemeint

„Oikopolis übertrifft sich selbst“, kommentiert voller Stolz die Öko-Handelsgruppe das Ergebnis ihres zweiten Gemeinwohl-Audits. Und zitiert die Gutachterin Gitta Walchner mit der Aussage, im internationalen Vergleich liege Oikopolis „sehr, sehr hoch“. In der Tat: Mit 712 von 1.000 möglichen Punkten ist das Ergebnis substanziell besser als das von 2014, als 633 Punkte erzielt wurden. Damals hatte sich das Unternehmen als erstes in Luxemburg dem von dem alternativen Wirtschaftswissenschaftler Christian Felber entwickelten Gemeinwohl-Audit unterzogen (woxx 1295). Gegenüber der früheren Bewertung hat Oikopolis nur bei der „gerechten Verteilung der Erwerbsarbeit“ Punkte eingebüßt. Dies, so das Unternehmen, weil der hohe Anteil Teilzeit arbeitender Frauen bemängelt werde – der allerdings den Wünschen der Betroffenen entspreche. mehr lesen / lire plus

Cattenom : manque de transparence

Au début du mois de février, Josée Lorsché et Henri Kox (Déi Gréng), présidents respectifs de la commission du Développement durable et de celle de l’Environnement, se sont vu refuser le caractère urgent d’une question parlementaire concernant des modifications notables des modalités d’exploitation que l’Autorité de sécurité nucléaire française venait de décider le 3 février 2017 pour des centrales équipées de réacteurs du même type que Cattenom. Ce n’est donc que cette semaine que la réponse commune des ministres de l’Environnement et de la Santé vient d’être publiée : effectivement, ces modifications permettraient de « réparer » plus facilement des défauts de corrosion des tubes qui apportent l’eau primaire des générateurs à vapeur par la pose de bouchons mécaniques. mehr lesen / lire plus