Willis Tipps
: März 2017

Eine interkulturelle Nilreise

Der Nil ist einschließlich seiner beiden Quellflüsse fast 7.000 km lang. Insgesamt 35 MusikerInnen aus seinen Anrainerstaaten bilden The Nile Project, das jetzt sein zweites Album vorstellt. Jinja wurde von 13 Mitgliedern des Kollektivs eingespielt und verbindet die Musik verschiedener Völker. Klänge aus Burundi, Ruanda, Uganda, Kenia, Äthiopien, dem Sudan und Ägypten werden zu einer erstaunlichen Mixtur zusammengefügt. Das burundische Daumenklavier Ikembe trifft auf die uralte äthiopische Krar-Leier, und die kenianische Djembe auf orientalische Perkussion. Selamnesh Zemene singt im pentatonischen Stil Äthiopiens, und Dina El Wedidi fügt ägyptischen Melodien hinzu. In einer Zeit, in der Aus- und Abgrenzung Hochkonjunktur haben, setzt The Nile Project ein Zeichen für Verständigung und Kooperation. mehr lesen / lire plus

Denzel Washington: Verhärtete Fronten

Die Filmadaptation des 1987 am Broadway uraufgeführten Theaterstücks „Fences“ überzeugt mit beeindruckenden Schauspielleistungen und einer minimalistischen Filmgestaltung.

Troys Träume mögen geplatzt sein, doch für Rose gab es nie eine Alternative zur Selbstaufopferung.

Troy Maxson (Denzel Washington), Anfang 50, Ehemann und Vater zweier Söhne, ist ein temperamentvoller, oft in Selbstmitleid versinkender Vielschwätzer, der im Pittsburgh der 1950er-Jahre mit seiner Arbeit als Müllmann die Familie unterhält. Gegenüber dem wenigen, das er hat, empfindet er ein unnachgiebiges Kontrollebedürfnis: „Ich baue mir einen Zaun um das, was zu mir gehört.“ Sein jüngster Sohn Cory (Jovan Adepo) träumt von einem Football-Stipendium – nichts wäre für ihn schlimmer, als wie sein Vater bei der Müllabfuhr zu enden. mehr lesen / lire plus

Fotografie
: Wer suchet, der …


Das CNA zeigt mit „Dystopian Circles/Fragments … all along“ ein Langzeitprojekts des luxemburgischen Fotografen Armand Quetsch. Die gezeigten Fotografien sind während eines Jahrzehnts auf verschiedenen Reisen quer durch die europäische Landschaft entstanden.

„Die Bilder die ich fand, passten nicht zu den Bildern, die ich suchte“  erklärt Quetsch, der sich seit einer kollektiven Residenz, im „Espace Photographique Contretype“ in Brüssel mit der Frage der fotografischen Darstellung des Begriffs Territorium beschäftigt. Das Projekt entwickelte sich zu einer Konfrontation mit dem Bild Europas. Dementsprechend spielt die Ausstellung mit der Rezipierung der Realität und ihrer Repräsentation: Bekannte historische, heroisch konnotierte Motive enthüllen ihre unterschwellige Gewalt in ihrer Kombination mit Bildern, die von wirtschaftlicher und politischer Ausgrenzung zeugen. mehr lesen / lire plus

M. Night Shyamalan : Split

Un psychopathe possédant une bonne vingtaine de personnalités enlève trois jeunes filles. Comme toujours chez M. Night Shyamalan, le synopsis initial cache une autre histoire. Mais comme dans ses derniers films, celle-ci est plutôt bidon. La seule chose à saluer est l’exploit de l’acteur James McAvoy dans le rôle principal, qu’il incarne avec beaucoup de conviction.

L’évaluation du woxx : X
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Fraen a Gender: Vun der Fraegeschicht zur gender history


Ronderëm den 8. Mäerz, dem internationale Fraendag, steet oft Geschicht vun der Fraenemanzipatioun am Virdergrond. Déi aner 364 Deeg am Joer bleift se och am 21. Joerhonnert oft nach ënnerbeliicht. Mee ass dës Perspektiv op d‘Geschicht iwwerhaapt nach produktiv?

Ee Klassiker vun der Ausernanersetzung matt Fraegeschicht koum 1984 ënnert der Direktioun vun der Michelle Perrot eraus. Deemols scho gouf d’Fro no der Realiséierbarkeet a vum Notze vun enger spezifescher Geschichtsschreiwung gestalt.

Kennt Dir den Numm vun der éischter Deputéierter am Lëtzebuerger Parlament? Oder déi vun der éischter Ministesch? Hutt Dir vun der Aar-
bechterin Margarethe Hey gehéiert, déi sech virun 100 Joer zu Lëtzebuerg fir d’Fraewalrecht staark gemaach huet? mehr lesen / lire plus

Geschlechtergerechtigkeit : Kleine Fortschritte

Frauen arbeiten mehr, verdienen weniger und sind häufiger arbeitslos – das geht aus einem neuen Bericht der Europäische Kommission hervor, der anlässlich des diesjährigen Weltfrauentags veröffentlicht wurde. Der Bericht gibt einen Überblick über allgemeine Tendenzen, EU-Maßnahmen sowie best practice-Beispiele. Im Dezember 2015 war das Arbeitsprogramm „Strategisches Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter 2016–2019“ beschlossen worden. Dennoch bestehen in dieser Hinsicht nach wie vor große Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten. Dem Bericht zufolge liegt der sogenannte „gender earnings gap“, der sich aus „pay gap“, „hours gap“ und „employment gap“ zusammensetzt, im europäischen Durchschnitt bei 39,8%, in Luxemburg bei 32%. Frauen verdienen EU-weit 16,3% weniger als Männer, in Luxemburg sind es 5%. mehr lesen / lire plus

Niederlande: Vorreiter der Regression


Was zum europäischen Schicksalsjahr werden könnte, beginnt in den Niederlanden. Mitte März könnte Geert Wilders’ „Partij voor de Vrijheid“ dort bei den Parlamentswahlen vollenden, was mit dem vor 15 Jahren ermordeten Pim Fortuyn einst seinen Anfang genommen hat.

Jedem sein Populismus: Selçuk Öztürk (links) und Tunahan Kuzu (rechts) von der niederländischen DENK-Partei stehen der Partei AKP des türkischen Präsidenten Erdoğan nahe. (Foto: EPA/Bart Maat)

Als sich der Publizist Pim Fortuyn 2002 anschickte, die niederländische Politik aufzumischen, war man im Rest Europas verwundert bis schockiert: Scheinbar aus dem Nichts erschien da ein schwuler Dandy und avancierte mit markigen Sprüchen gegen Multikulti und Islamisierung vor den Parlamentswahlen zum aussichtsreichsten Kandidaten. mehr lesen / lire plus

Interview
: Wie fest sitzen die antarktischen Korken?


Schelfeis hat für die Stabilität des antarktischen Inlandeises, die von permanenter Kälte abhängt, zentrale Bedeutung. Wie stark der Meeresspiegel global ansteigt, hängt auch von ihm ab. Interview mit dem Ozeanografen Tore Hartmann, der mehrere Monate auf dem Fichner-Schelfeis im Westen der Antarktis geforscht hat.

(Fotos: T. Hattermann/AWI)

woxx: Das Filchner-Schelfeis ist eine sehr abgelegene Region. Wie sind Sie dahin gekommen?


Hattermann: An- und später abgereist sind wir über die britische Antarktisstation „Rothera“ auf der Antarktischen Halbinsel. Von dort sind es dann noch einmal gut 1.000 Kilometer bis zu unserem Einsatzort. Wir Forscher und die Ausrüstung kamen mit kleineren Flugzeugen dorthin. Ein Großteil der schweren Bohrausrüstung wurde per Schiff direkt an die Schelfeiskante transportiert. mehr lesen / lire plus

Quotas de CO2: La balle revient au Luxembourg

Le gouvernement luxembourgeois peut-il crier victoire après l’arrêt de la Cour de justice de l’Union européenne (CJUE) dans l’affaire C-321/15 qui l’opposait à Arcelormittal, plus spécifiquement à l’entité Rodange/Schifflange ?

(Photo : MMFE/Wikimedia)

Vers la fin de l’année 2011, Arcelor- mittal avait décidé de fermer l’aciérie située à Schifflange, d’abord pour une durée indéterminée, puis définitivement. Or la société avait omis de notifier immédiatement cette décision aux autorités luxembourgeoises. Ce ne fut le cas que quelques mois après. Entre-temps la société s’est vu attribuer, conformément à la directive 2003/87/CE du Parlement européen et du Conseil, des quotas d’émission de CO2 qui prenaient en compte la production envisagée pour l’unité de Schifflange – comme si elle ne devait pas s’arrêter. mehr lesen / lire plus

Forum 371: Blick hinter die Leinwand

„Cinéma Lëtzebuerg“, so kündigt das Magazin forum sein Dossierthema von März an. Das Cover von Kary Barthelmey – eine Assoziation von Popcorn und Fernbedienung – dürfte eines der kreativsten der forum-Geschichte sein. Der Inhalt hält, was versprochen wird, nämlich Einblicke zu geben in die Luxemburger Filmszene. Das Dossier ist erfreulich unakademisch ausgefallen, wozu mehrere interessante Interviews beitragen. Vom Regisseurberuf über das Gender Gap bei SchauspielerInnen bis hin zur Filmkritik werden zahlreiche Aspekte rund ums Filmemachen behandelt. Spezifisch luxemburgisch sind Beiträge, wie die zur staatlichen Förderung, zur Serie Routwäissgro oder zur Ökonomie der Kinosäle. Außer dem Dossier finden sich Artikel zur politischen Aktualität in Luxemburg. mehr lesen / lire plus

Visite du FMI : vieilles ritournelles

La commission Pana (voir article Thema de ce numéro) n’était pas la seule délégation internationale à s’enquérir de l’économie luxembourgeoise cette semaine. Hasard du calendrier, c’était aussi le moment du passage annuel de la délégation du Fonds monétaire international (FMI), qui analyse et donne des recommandations aux gouvernants. Les deux intervenants du FMI, Erik De Vrijer et Peter Breuer, ont d’abord donné quelques bonnes notes au Luxembourg, dont la croissance et l’emploi restent assez forts pour mériter des notations « triple A » par toutes les agences, ce qui serait un gage pour l’avenir, qui comme toujours est assez sombre. mehr lesen / lire plus

Justice fiscale
 : Charades


Le passage de la commission d’enquête Pana au Luxembourg a mobilisé le parlement comme le gouvernement pour faire passer ce mauvais moment au plus vite – pourtant, leur fébrilité a aussi trahi les failles du business à la luxembourgeoise.

Le gouvernement juste avant de montrer patte blanche à la commission Pana. (Photo : SIP/Jean-Christophe Verhaeren)

Quand le scandale des Panama Papers a explosé, le Luxembourg s’est d’abord cru à l’abri de trop d’attention. Pourtant, la pratique de firmes « boîtes à lettres » montées à partir du Luxembourg dans la république d’Amérique centrale était très courante et, après analyse des documents publiés par le Consortium international des journalistes d’investigation (ICIJ), beaucoup de noms connus chez nous sont sortis au grand jour. mehr lesen / lire plus

Deutschland, Frankreich, Europa: Verpasste Chancen

Die anstehenden Wahlen dürften weder in Berlin noch in Paris wirklich fortschrittliche Regierungen an die Macht bringen. Damit stirbt auch jede Hoffnung für Brüssel.

(Bild: Europawahlen 2014)

Martin Schulz ist ein kluger Mann. Sein plötzliches Antreten als Kanzlerkandidat war verblüffend, sein Werben für eine gerechtere Politik fand sogleich viel Zustimmung.

Rote Parolen und große Reformversprechen, das ist mehr, als man in den vergangenen Jahren von der SPD zu hören bekam. Aber immer noch zu wenig und zu spät für einen wahren politischen Neuanfang in Deutschland. Vielleicht reicht Schulz‘ taktisches Geschick ja gerade noch für die Herbeiführung einer rot-rot-grünen Mehrheit. Doch ein entsprechendes politisches Projekt wird es nicht geben, eine Strategie dazu hätten die SPD und ihre Partner lange vorher entwickeln müssen. mehr lesen / lire plus

Rentenfonds
: Pensionsgelder gegen 
Umwelt und Menschenrechte


Seit 2001 wird ein großer Teil der Reserven der öffentlichen Pensionskassen Luxemburgs – immerhin mehr als 16 Milliarden Euro – an der Börse in Aktien und Obligationen angelegt. Dabei werden immer wieder kritikwürdige Investitionen getätigt.

Weltweit gibt es Proteste gegen die Dakota Access Pipeline. (Foto: Fibonacci Blue/flickr)

Regelmäßig wird der öffentliche Pensionsfonds Luxemburgs dabei ertappt, wie er in menschenrechtsverletzende, klima- und umweltschädigende oder anderweitig schädliche Projekte und Unternehmen investiert. So auch jetzt wieder, wo festgestellt wurde, dass der „Fonds de compensation commun au régime général de pension“ massiv Gelder in die Bau- und Betreibergesellschaften der Dakota Access Pipeline investiert.

Weltweit gibt es massive Proteste gegen den Bau der Pipeline. mehr lesen / lire plus

Syrien/Kurdistan: „Multiethnische Revolution“

In Syrien stehen die KurdInnen im Kampf gegen den IS an vorderster Front – und bauen nebenbei ein kurdisches Autonomiegebiet auf. Interview mit Kerem Schamberger, der am Donnerstag für einen Vortrag in Luxemburg ist.

Kerem Schamberger ist Medienwissenschaftler und bezeichnet sich selbst als „Kommunisten“. Der Deutsch-Türke betreibt einen Blog zu den Geschehnissen in den kurdischen Gebieten, aber auch zu jenen in der Türkei: 
www.kerem-schamberger.de

woxx: In den vergangenen Jahren sah es so aus, als habe der Kampf gegen den IS die verschiedenen kurdischen Fraktionen vereint. Doch vor einigen Tagen kam es im Sindschar-Gebirge zu Kämpfen zwischen irakisch-kurdischen Peshmerga und PKK-nahen Einheiten.
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