FOLK: Transatlantischer Kulturaustausch

Yann Tiersen & Shannon Wright, Vicious Ci/Alive, 2005

Sie sind ein recht ungewöhnliches Paar: Yann Tiersen, der begnadete Soundtrack-Komponist („Die fabelhafte Welt der Amélie“, „Goodbye Lenin“ u.a.), ein Meister im Vertonen der Illusion und Shannon Wright, eine hochbegabte Folk-Rock-Musikerin (stets vom Produzenten Steve Albini unterstützt), die mit Künstlern wie PJ Harvey oder Cat Power verglichen wird. Wenn sich so viel Talent trifft, dann muss dabei nicht immer eine gelungene Mischung herauskommen. Aber auf ihrer Platte harmonieren die beiden Multi-Instrumentalisten perfekt: Sie schaffen eine Traumwelt aus sanften und herzergreifenden Tönen. Die orchestralen Dramaturgien aus Klavier, Akkordeon und Streichern bringen die tieftraurige, zugleich morbid und doch zuckersüße Stimme von Shannon Wright erst richtig zur Geltung. mehr lesen / lire plus

FANG SHI CHONG: Esprits déchaînés

Jusqu’au 9 avril.

„La Galerie“, en face de la gare de Luxembourg, expose Fang Shi Cong, peintre chinois expatrié en France … et collectionné par le Prince Charles, précise le texte de présentation. L’originalité des oeuvres exposées ne réside certainement pas dans la forme: des huiles au trait de pinceau brut et aux couleurs vives. Le contenu se constitue, pour une grande partie et à première vue, de corps nus, représentés de manière plus ou moins abstraite. Ce type de sujet a longtemps été tabou en Chine – à croire que Fang, ancien peintre de propagande, est en train de rattraper le temps perdu. mehr lesen / lire plus

MICHAEL CUNNINGHAM: „It’s not a Biggie“

Zwei Männer, eine Frau, ein Baby. Die viel versprechende Geschichte über eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung von Michael Cunningham ist zu blass und zu dünn inszeniert, um wirklich zu überzeugen.

Unkonventionelle Familie oder konservatives Wertemodell? Sissy Spacek mit Colin Farrell und Robin Wright Penn.

„It’s just love, man“, sagt Hippie Carlton zu Bruder
Bobby, als dieser ihn mit einer Freundin beim Sex überrascht. Es ist das Jahr 1967. Der kleine Bobby aus Cleveland wächst dank großem Bruder und freakigen Eltern ganz im Sinne von Love, Peace und Happiness auf. An einer solchen Pädagogik sind freilich Zweifel angebracht: Würde ein Teenager tatsächlich mit einem Neunjährigen derlei Geheimnisse teilen, und kurz darauf sogar eine Kapsel mit LSD? mehr lesen / lire plus

STEUERVERWALTUNG: Steuern immer noch off-line

Seit etwa zwei Jahren ist die Steuerverwaltung mit www.impotsdirects.public.lu online. Seitdem wurde viel von Lissabonprozess, Modernisierung und eGouvernment geredet. Außerdem flattern dieser Tage die allseits beliebten, undurchdringlichen Formulare bei den Steuererklärungspflichtigen ins Haus. Gelegenheit also auf einer Site vorbeizuschauen, die sehr viele BürgerInnen direkt betrifft. Doch außer einem etwas besser strukturierten Look scheint fast nichts passiert zu sein: immer noch keine Möglichkeit seine Erklärung per Internet abzugeben (wie es geht, siehe Frankreich). Immerhin, inzwischen gibt es einen Rechner der einem sagt wie viele Steuern bei einem bestimmten zu versteuerndem Einkommen fällig werden. Doch eine Online-Hilfestellung wie dieser „revenu imposable“ zustande kommt gibt es nicht. mehr lesen / lire plus

INTERNATIONALE STUDIENHILFE: Deutschsprachig studieren

Internationale Medienhilfe, „Deutschsprachige Studiengänge weltweit“, September 2004, ISBN 3-00-012699-6 oder direkt bei verlag@imh-service.de

Auf Deutsch studieren, aber nicht in Deutschland – das geht nicht nur in Luxemburg, Liechtenstein, Österreich oder der Schweiz. Auch wenn viele StudentInnen es nicht wissen: Von Australien über China und Kanada bis hin zur Ukraine reicht die Liste der Studienländer, in denen Hochschulen existieren, an denen (auch) in deutscher Sprache gelehrt wird. Eine Broschüre der Internationalen Medienhilfe (IMH) hat alle deutschsprachigen Studiengänge an ausländischen Universitäten auf mehr als 120 Seiten zusammengefasst. Übersichtlich und je nach gewünschtem Fach sortiert, listet die Broschüre über 500 Kontaktadressen in aller Welt auf, zum Beispiel Europäische Studien in Cluj-Napoca (Klausenburg) in Rumänien oder Informatik in Kairo. mehr lesen / lire plus

ELECTIONS: Volontarisme

Alors que la communauté étrangère démontre sa volonté à participer au processus de décision, la passivité de la classe politique devient de plus en plus intenable.

Lorsque naissait à Larochette le mouvement contre la destruction du site de Meysembourg, on a assisté au Luxembourg à une première. Dans la commune qui compte le plus de citoyen-ne-s non-luxembourgeoises, la liste imposante de recours contre le projet contesté d’un lotissement et d’un golf comportait une part non négligeable de noms portugais. Ce n’est pas le seul signe que l’intégration a atteint une nouvelle qualité, du moins au niveau de la participation politique: mardi, le Sesopi a pu relever lors de la présentation de sa dernière étude que le taux d’inscription des résident-e-s non-luxembourgeois-e-s est passé de 12 pour cent en 1999 à 15 pour cent en 2005. mehr lesen / lire plus

SCHULE: „Stillstand heißt Rückschritt“

Luxemburgs Schulpolitik braucht dringend einen Kurswechsel, so das Fazit von Pisa-Chef Andreas Schleicher. Tatsächlich entdeckt das Bildungsministerium allmählich die professionelle Schulentwicklung.

Sie macht ihre Hausaufgaben. Luxemburgs Bildungsverantwortliche auch? (Foto: Archiv)

Mehr als 20 Projekte habe er schon mitgemacht. Keines sei konsequent evaluiert worden. Nun habe er keine Lust mehr. Die wahre Geschichte eines frustrierten Lehrers, die Bildungsministerin Mady Delvaux-Stehres auf einer LSAP-Veranstaltung am vergangenen Dienstag erzählte, ist kein Einzelfall. So dürfte es vielen engagierten Lehrkräften ergehen.

Und noch einen Vorfall wusste die Ministerin in ihrem Vortrag „Was gibt es Neues in der Schulpolitik?“ zu berichten: Auf einer Visite im Régime préparatoire traf sie auf einen ausländischen Schüler, der vor der siebten Klasse lediglich die erste und zweite Klasse der Primärschule besucht hatte – der Neuankömmling war zudem noch sitzengeblieben. mehr lesen / lire plus

LITTERATURE: Se souvenir du passé

Dans son roman „El vano ayer“, l’écrivain espagnol Isaac Rosa s’interroge sur la perception actuelle de la période franquiste. Entretien sur des questions de mémoire.

woxx: Au début de votre roman, vous posez la question ‚Sera-t-il possible, finalement, que le roman ne soit pas vain, mais nécessaire?‘ Nécessaire pour qui et pour quoi, en fait?

Isaac Rosa: Le voeu que le roman ’ne soit pas vain, mais nécessaire‘ relève plus de mes intentions en tant qu’auteur que de la perception éventuelle qu’en ont les lecteurs. Pour moi, un roman ’nécessaire‘ doit tenter d’esquisser une image du franquisme et ouvrir un débat, poser les bonnes questions, c’est-à-dire, son but ne doit pas être seulement de distraire le lecteur. mehr lesen / lire plus

CINEMA: Travesty Show

„Stage Beauty“ de Richard Eyre, une comédie d’époque ambitieuse sur les rôles et identités sexuels, n’est pas une réelle alternative à la „Cage aux folles“.

L’idée était attrayante: se servir d’un décor de théâtre du 17e siècle afin d’y situer une réflexion sur les rôles que doivent jouer les femmes et les hommes dans la société. Et le fait qu’en Angleterre, les femmes n’avaient avant 1660 pas encore accès à la profession d’actrice se prêtait à merveille pour aborder des sujets comme l’émancipation, l’homosexualité, la travestie, la prostitution ou même la concurrence sur le marché du travail.

Sur scène, un gentleman déguisé en femme est en train de jouer la Desdémone dans „Othello“ de Shakespeare. mehr lesen / lire plus

MARK FORSTER: Finding Neverland

Im Utopolis (Luxemburg) und im Le Paris (Bettemburg)

Schon mit „Monster’s Ball“ bewies Regisseur Mark Forster dass er ungewöhnlich gute Filme zustande bringt. Allerdings ist sein neuestes Werk „Finding Neverland“ etwas rührselig geraten, doch die gelungen in Szene gesetzten fantastischen Exkurse der Hauptfigur sind trotz allem auch für manchen Lacher gut. Johnny Depp zeigt sich bartlos und mit leichtem schottischen Akzent von seiner Schokoladenseite. Zum Weinen schön – nicht nur für Michael Jackson Fans.

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GIORGIO MORANDI: Soyons réalistes

Jusqu’au 27 mars.

Actuellement, le Musée national d’histoire et d’art à Luxembourg présente deux expositions qui ne sont pas faciles d’accès pour les non initié-e-s: d’une part celle sur Giorgio Morandi et d’autre part celle dédiée au peintre français André Fougeron (1913-1998). Fougeron, peintre autodidacte, militant et membre du Parti communiste, appartenait dans les années 30 au groupes des „Indélicats“. Il s’agit d’artistes qui refusaient l’abstraction au profit d’un art réaliste susceptible de véhiculer un message politique. Le tableau „Les Parisiennes au marché“ (1947-1948) témoigne de cet engagement, de même que „Les Paysans français défendent leurs terres“ (1953). Plus tard, Fougeron allait se consacrer davantage au travail sur l’histoire de la peinture, en réinterprétant et en disséquant des oeuvres de l’artiste français Gustave Courbet. mehr lesen / lire plus

POP: Im Oberstübchen nichts Neues

Bright Eyes, „I’m wide awake it’s morning“ / „Digital ash in a digital urn“, Saddle Creek, 2005.

Lange war Songschreiber Conor Oberst alias Bright Eyes ein Geheimtipp. 2003 schlug dann sein Album „Lifted“ ein wie eine Bombe: Das war neu, ehrlich und genial. Die Musikwelt wartete gespannt auf den Nachfolger. Und was macht ein Musiker, wenn ihn alle unheimlich toll finden, er den ganzen Rummel aber eigentlich gar nicht will? Klar, er setzt Zeichen und produziert ein anspruchsvolles Doppelalbum. Ryan Adams hat es vorgemacht und sich nach den Meilensteinen „Heartbreaker“ und „Gold“ irgendwo zwischen Kunst und Attitüde verzettelt. Und Bright Eyes ereilt mit I’m wide awake it’s morning und seinem elektronischen Pendant Digital ash in a digital urn ein ähnliches Schicksal. mehr lesen / lire plus

ROCK: Vorhang auf

Anajo, „Nah bei mir“, Tapete/Indigo. 2004.

Der kommerzielle Erfolg von Bands wie Wir sind Helden, Sportfreunde Stiller und ihren Trittbrettfahrern macht es möglich: Kleinere Plattenlabel wie Tapete Records nutzen die Gunst der Stunde um vermehrt deutschsprachige Musik mit Qualitätsanspruch zu promoten. Neuester Coup der Hamburger: Nah bei mir, das Debütalbum von Anajo. Diese drei smarten Jungs aus der fränkischen Provinz haben bereits mit der Vorabsingle „Ich hol dich hier raus“ ihren ersten Indie-Hit gelandet. Genaueres Hinhören bestätigt den Verdacht, dass diese Jungs den gewissen Mehrwert besitzen könnten, um aus der Masse deutscher Gitarrenbands herauszustechen. „Ich habe die Annahme, du bist eine Ausnahme, ich habe den Verdacht, du hast Geschmack“, heisst es in „Honigmelone“. mehr lesen / lire plus

GUNTHER GRASS: Letzte Tänze

Noch bis zum 15. April.

Einen Querschnitt durch das Schaffen von Günter Grass zeigt zurzeit die Galerie Clairefontaine. Der Schriftsteller ist seit Jahrzehnten auch als Maler, Zeichner und Bildhauer bekannt. Poetische Landschaftsaquarelle in sattem Grün, Lithografien und Grafiken, Bronzeplastiken von Lebewesen, die irgendwo zwischen Mensch und Vogel angesiedelt sind: Die Ausstellung zeigt vor allem Ausschnitte aus seinem Werk, ohne dass sich dem Betrachter daraus ein Gesamtbild erschließt. Einzelne Exponate stechen dagegen heraus: So zum Beispiel eine „Ratte“ von 1985, eine Kohlezeichnung, die auf Grass‘ 1986 erschienenen Roman „Die Rättin“ verweist. Oder auch das in den historischen Kontext eingebundene Aquarell „1918 – mein Jahrhundert“. mehr lesen / lire plus

WALL OF NAMES: Patriotisme amer

http://orp3.tripod.com/

On trouve de tout sur le web, même et surtout ce qu’on n’y cherche pas. Voici le site „Wall of Names“, avec des poèmes d’un ancien de la guerre du Vietnam. A première vue, l’auteur n’a pas de regrets, „our cause was just“. Un poème exprimant la rancoeur envers les tire-au-flanc: „While they were dodging the draft, we were dodging the bullets“. Un autre poème sur le 11 septembre, avec la chanson „I am proud to be an American“ en arrière-fond. On se dit que ce n’est peut-être pas un vrai vétéran, qu’il s’agit d’un site de propagande du gouvernement américain. mehr lesen / lire plus