DOKUMENTÄR: Déi laang Nuecht

„Et wor alles net esou einfach…“ oder wéi een d’Joere 40 bis 45 an en Dokumentarfilm paakt.

„Ech hunn einfach d’Aen zougemaach an da waren se net méi do.“

De Lëtzebuerger Film-Pionnéier René Leclère hat déi véier Joer Nazi-Okkupatioun 1953 a „Visages du Luxembourg“ op seng Manéier illustréiert. Hie weist e schwaarzen Himmel, mat décke Wolléke verhaangen: „Un jour noir en effet, le 10 mai 1940 exactement, une brusque tornade a fermé notre livre du souvenir“, erklärt de Kommentateur. Nëmmen dat Schéint sollt gewise ginn a fir d’Zäit vun der Besatzung war do keng Plaz. Zënterhier schéngt et awer komescherweis, wéi wa Lëtzebuerg ni esou richteg géing ophale mam Sech-erënneren, just dass déi manner gloriéis Aspekter vum Verhale vun de Lëtzebuerger dacks an der Däischtert verschwannen. mehr lesen / lire plus

OLIVIER ASSAYAS: Überlebt!

Er beginnt als Abgesang auf eine Rockära und endet mit dem Neubeginn einer Familie. Olivier Assayas jüngster Film „Clean“ beeindruckt dank seiner Hauptdarstellerin
Maggie Cheung.

Der letzte Zug: Rocksängerin Emily (Maggie Cheung) zahlt teuer für ihren Traum vom Ruhm.

Eine Spritze fällt zu Boden, eine Frau sitzt in einer schwarzen Limousine. Ihr Gesicht verschwimmt vor der Kamera. Ganz verlassen steht der Wagen nachts auf einem Parkplatz im kanadischen Hamilton. Im Hintergrund steigt glutroter Rauch aus Industrieschornsteinen auf. Mit dieser impressionistischen Landschaftsaufnahme deutet Olivier Assayas in seinem jüngsten Film „Clean“ eine Endzeit-Stimmung, das Ende einer Ära, der avantgardistischen Rockmusik der 80er Jahre an. mehr lesen / lire plus

SCORSESE: Feel like going home

Scorcese beweist, wie vor Jahren schon Ry Cooder und Ali Farka Touré mit ihrer Gemeinschaftsproduktion „Talking Timbuktu“, dass die Wurzeln des Blues bis ins westafrikanische Mali reichen. Archivaufnahmen und spontane Sessions mit Urgesteinen des Delta-Blues machen aus dem Film eine Lehrstunde in Sachen Musikgeschichte.

Nur noch diese Woche im Utopia

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CENTRE NEUMÜNSTER: L’Europe à toutes les sauces

En 1095, le pape Urbain II appelle les pays européens à se rassembler pour les Croisades, tout en faisant la paix entre chrétiens. Urbain II est l’un des précurseurs de l’unification européenne, si l’on en croit l’exposition „L’idée d’Europe, visions d’une paix éternelle“, à voir au Centre Neumünster. Une cinquantaine de panneaux passe en revue l’histoire des utopies, des mouvements et des projets pan-européens. Sont présentés les bons européens (de Saint-Simon à Schuman), la fausse Europe d’Hitler et les méchants anti-européens, qu’ils soient nationalistes ou internationalistes ouvriers. Des citations judicieusement choisies et richement illustrées sont présentées de manière pédagogique. Malheureusement des projets de paix éternelle et d’alliances anti-révolutionnaires, des rêves de fédération progressiste et de superpuissance européenne sont juxtaposés sans différenciation. mehr lesen / lire plus

FRANCE-IRAK: Otages

Objectif manqué: au lieu de souder le monde musulman dans son rejet de l’Occident, l’action terroriste irakienne visant l’annulation de la loi française sur le voile suscite sa désolidarisation.

„Cet événement fait de nous des otages: nous avons presque honte de sortir dans la rue.“ C’est ainsi que le représentant d’une organisation islamique a caractérisé la situation de la population française musulmane après la prise d’otage des deux journalistes Christian Chesnot et Georges Malbrunot. En effet l’acte terroriste a décuplé la pression que ressent déjà la communauté musulmane de France.

Le moment du rapt fut bien choisi: quelques jours seulement avant l’entrée en vigueur, avec la rentrée scolaire en France, de la loi sur le voile. mehr lesen / lire plus

BESCHÄFTIGUNGSINITIATIVE: „Für immer hier arbeiten“

Objectif Plein Emploi ist die größte Beschäftigungsinitiative Luxemburgs, aber sie versteht sich nicht als solche. Sie will nicht schwer Vermittelbare in den herkömmlichen Arbeitsmarkt integrieren, sondern ihnen einen festen Arbeitsplatz bieten.

Eine drei Meter lange Rutsche liegt auf dem Schotter eines Spielplatzes in Sanem. Die orange Farbe lässt sich nur noch an den Rändern erahnen, auf der Abfahrtsfläche ist sie längst abgeblättert. Einen Katzensprung entfernt graben drei Männer eine Vertiefung in die Erde. „Die Rutsche war locker. Die Jungs befestigen sie jetzt wieder neu“, sagt Charles. Der Leiter der Equipe d’Environnement überwacht die Arbeit. Seit drei Jahren arbeitet der Luxemburger schon für das Centre d’Iniative et de Gestion Local (CIGL) in Sanem. mehr lesen / lire plus

KASTEN: Objectiv Plein Emploi

8.242 Menschen waren im Juli in Luxemburg arbeitslos gemeldet, das sind vier Prozent der Bevölkerung. Die größte Beschäftigungsinitiative im Land ist das Netzwerk des Objectiv Plein Emploi (OPE). Es ist aus einem Qualifizierungsprojekt für Jugendliche entstanden. Weiterbildung ist bis heute ein Schwerpunkt des Netzwerkes. 550 Menschen arbeiten zur Zeit dort. Aber nur ein Viertel der Mitarbeiter im Netzwerk des OPE hat einen unbefristeten Arbeitsvertrag. Im ersten Halbjahr 2004 haben 41 Angestellte offiziell einen neuen Job gefunden. Das sind gerade einmal 20 Prozent von denjenigen, die die Beschäftigungsinitiative verlassen haben. Weitere 20 Prozent haben gekündigt, ohne Begründung.

Das Netzwerk des OPE ist für 48 Luxemburger Gemeinden zuständig, die meisten liegen im LSAP regierten Süden. mehr lesen / lire plus

FOTOGRAFIE: Schwarzweiß ist Farbe

Auf den zweiten Blick politisch: Yvon Lambert schaut hinter Fassaden und fotografiert Tabus.

„Ein Pessimist, ist ein Optimist, der sich Fragen stellt.“
(Foto: Christian Mosar)

Grenze – das ist etwas sehr Komisches. Man zieht eine Linie durch eine Gegend und sagt hier liegt Luxemburg, da Belgien. Meine ganze Kindheit war Grenze. Damals bin ich mit dem Fahrrad immer zu meiner Oma nach Belgien gefahren.

Yvon Lambert ist ein Einzelgänger, ein Grenzgänger, ein Wanderer: Er ist Fotograf. Albanien, Belgien, Bosnien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Japan, Laos, Mali, Marokko, Mazedonien, Rumänien, Russland, Spanien, Türkei, Ungarn, Vietnam… Der 49-Jährige, ein großer Mann – etwas schlaksig, mit rauer Stimme, erinnert sich sehr gut an jedes Land, das er bereist hat. mehr lesen / lire plus

YVAN ATTAL: Ils se marièrent et eurent beaucoup d’enfants

C’est comme dans les contes de fées, mais Yvan Attal signe ici avant tout une histoire à dormir debout.

Alain Chabat et Yvan Attal n’ont pas l’air d’y voir très clair. Et ils ne sont pas les seuls.

Ce film:

1. vous fera passer l’envie de vous marier et d’avoir beaucoup d’enfants.

2. vous fera regretter de ne pas être allé manger une frite à la Schueberfouer, plutôt que de vous envoyer ce navet.

3. éveillera en vous, en revanche, un irrépressible désir de vous acheter une grosse voiture bien virile.

Et pourquoi pas aussi un téléphone mobile de la
dernière génération? mehr lesen / lire plus

DAVID TWOHY: Chronicles of Riddick

Der einsame Held im Kampf gegen den Rest des Universums heißt Riddick und ist von der Rasse der Furianer. Zu sehen gibt es wundervolle Kulissen und Kostüme sowie gelungene Spezialeffekte. Und: Fights, Fights, Fights – mit allen Waffen des 26. Jahrhunderts und allen Registern des THX-Sound-Systems. Dennoch, 119 Minuten sind sehr lang. Darüber tröstet auch die Schlusspointe nicht hinweg.

Im Utopolis (Luxemburg) und im Orion (Troisvierges)

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ANTISEMITISMUS: Gefährliche Allianz

Nazis als Täter und Islamisten als Trittbrettfahrer – der Anschlag auf ein jüdisches Zentrum in Paris ist nur ein Beispiel für eine ideologische Querfront, die eines gemeinsam hat: Antisemitismus. Und den gilt es zu bekämpfen, egal aus welcher Ecke er kommt.

Es gibt eine rot-grün-braune Allianz“, konstatierte Roger Cukierman bereits im vergangenen Jahr angesichts der grassierenden antisemitischen Übergriffe in Frankreich. Die Unterstellung des Präsidenten des Conseil représentativ des institutions juives de France (CRIF), es gebe eine antisemitische Front aus Linken, Islamisten und Nazis, mag sich im ersten Moment wie eine vulgäre Version der Totalitarismustheorie anhören. Der jüngste Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in Paris scheint ihm jedoch Recht zu geben. mehr lesen / lire plus

PARTENARIAT: Ketty Thull für Homopaare

In zwei Monaten darf auch in Luxemburg gepacst werden. Wie das genau geht, weiß allerdings noch niemand. Und vor allem Schwule und Lesben zögern vor dem großen Schritt.

Es war falscher Alarm: Vergangenen Freitag meldete das „tageblatt“, am 1. September werde das Partenariatsgesetz in Kraft treten. Tatsächlich ist das jedoch erst am 1. November der Fall. Staat und Gemeinden haben also noch knappe zwei Monate Zeit, um den Ablauf der neuen Prozedur zu regeln. Bislang scheint diese Vorbereitung noch gar nicht angelaufen zu sein.

Vielleicht, weil auch die Nachfrage sich in Grenzen hält? Roby Anthony vom Informationszentrum Cigale berichtet, vor allem bei der Verabschiedung des Gesetzes im Parlament im Mai sei der Informationsbedarf groß gewesen: „Damals hatten wir während einiger Wochen sechs Anfragen am Tag.“ Danach sei es ruhiger geworden. mehr lesen / lire plus

GESCHICHTE: Die Resistenz der Schneegänse

Das Geschichtsmuseum als Denkfabrik: Historikerin Marie-Paule Jungblut hat keine Angst vor heißen Eisen.

Die 10-jährige Marie-Paule Jungblut möchte verstehen, was in der Zeitung steht. Der beste Weg dahin sei es, Geschichte, Wirtschaft und Jura zu studieren, meint ihr Vater. Die Tochter entscheidet sich schließlich für Geschichte. Nicht allein aus Begeisterung für das Vergangene, sondern vor allem aus Interesse für die gesellschaftlichen Entwicklungen von heute.

Sommer 1983: Marie-Paule Jungblut will Dolmetscherin für Arabisch werden. Im Fernsehen sieht sie Dolmetscher in winzigen Kabinen sitzen und ist sich plötzlich nicht mehr sicher. „Ein Dolmetscher spricht nicht seine eigenen Gedanken aus, sondern ist gezwungen ein Sprachrohr für jemand anders zu sein, auch für dessen Dummheiten.“ Dessen „Kallefzegkeeten“, sagt Marie-Paule Jungblut. mehr lesen / lire plus

M. NIGHT SHYAMALAN: The Village

Kein zweiter „The Sixth Sense“, aber auch kein totaler Flop: „The Village“ von M. Night Shyamalan wird als Horrorthriller angekündigt, ist aber eher eine etwas unbeholfene und schwülstige Parabel über das Amerika nach 9/11. Das gute Ensemble um Bryce Dallas Howard, Joaquin Phoenix und William Hurt und die bedrückende Atmosphäre entschädigen jedoch für zahlreiche ärgerliche Ungereimtheiten und ein flaues Ende.

Im Utopolis (Luxemburg) und im Le Paris (Bettemburg)

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WAYNE KRAMER: Der Weg des Würfels

In Wayne Kramers „The Cooler“ wird endlich mal wieder ordentlich geraucht und getrunken. Auch sonst zeigt der Film, dass unsere Gesellschaftsform ungesund ist.

Das Glücksversprechen des Kapitalismus hat sich in den vergangenen Jahren noch einmal gründlich dementiert. Der Lack ist ab, und niemand glaubt mehr an die Mär vom Tellerwäscher als Millionär.

Paradigmatisch hat Regisseur Wayne Kramer das „Better Life“-Motel in Las Vegas für seinen neuen Film „The Cooler“ zu einem der Drehorte auserkoren. Das „Better Life“ ist eine heruntergekommene Absteige, deren trockengelegter Innenhof-Pool schon lange keine Badegäste mehr erfreut. Hier haust der verschuldete Ex-Spieler Bernie Lootz (William H. Macy).

Vor Jahren hat Bernies einziger Freund Shelly Kaplow (Alec Baldwin) ihm aus der finanziellen Patsche geholfen, jedoch nicht ohne ihn dafür zum Krüppel zu schlagen und ihn zu zwingen, seine Schulden in Shellys Kasino „Golden Shangri-la“ abzuarbeiten. mehr lesen / lire plus