PISA-DEBAKEL: Offensive Defensive

Es geht voran, meinte Unterrichtsministerin Anne Brasseur während der Orientierungsdebatte ein Jahr nach PISA. Bloß wohin?, fragt die Opposition.

Hoffentlich platzt er nicht …
(Foto: Christian Mosar)

Ein geschickter Schachzug war das. Als die Unterrichtsministerin Anne Brasseur am vergangenen Mittwochabend endlich an die Reihe kam, um in der Orientierungsdebatte zur PISA-Studie Stellung zu beziehen, zauberte die DP-Politikerin erst einmal jede Menge Papier hervor. Statistiken, Orientierungsdokumente, Lesefibeln, eine CD-Rom und sogar drei Gesetzesentwürfe hinterlegte sie beim verdutzten Chamberpräsidenten und konterte damit – zumindest vordergründig – den Vorwurf der rot-grünen Opposition, die Regierung habe seit dem PISA-Debakel im Dezember 2001 noch immer keine Maßnahmen gegen den Bildungsnotstand in Luxemburg ergriffen. mehr lesen / lire plus

MONA YAHIA: „Das Wort Heimat existiert in meinem Wörterbuch nicht“

In ihrem Debütroman „Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom“ hat die jüdische Schriftstellerin Mona Yahia eigene Kindheitserinnerungen verarbeitet. Ein Porträt.

„Wenn ich gefragt werde, erzähle ich meist, dass ich aus Israel komme. Das ist einfacher als die wahre Geschichte.“ Den Satz spricht Mona Yahia, in Bagdad geborene, jüdische Schriftstellerin, die ihren Erstlingsroman „Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom“ demnächst dem Luxemburger Publikum vorstellen wird. Darin beschreibt sie eine jüdische Kindheit in Bagdad – die auch die ihrige sein könnte.

Lina, die irakisch-jüdische Heldin des Romans, wächst in einer relativ gut situierten Familie in Bagdad auf. Unter die Erinnerungen an abenteuerliche Ausflüge zum nahe gelegenen Markt mit seinen bunten Farben und exotischen Gerüchen, an den Schwimmunterricht im Tigris und an das Kindermädchen Bellou, das die besten Kubbas (Hackfleischbällchen) in der ganzen Nachbarschaft backt, mischen sich mit dem Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges immer mehr bedrohliche Ereignisse: Bespitzelungen und Verhaftungen durch die irakische Geheimpolizei, ein Scheinprozess gegen angeblich „zionistische“ jüdische Spione, in deren Verlauf Linas geliebter Schwimmlehrer zum Tode verurteilt und öffentlich hingerichtet wird. mehr lesen / lire plus

Nia Vardalos: My Big Fat Greek Wedding

Die Komödie „My Big Fat Greek Wedding“ hat in den USA die Kinocharts gestürmt. Zugegeben: Sie ist streckenweise recht lustig, aber gehaltvoll ist sie nicht.

Von der unattraktiven Hornbrillenschlange zur ansehnlichen Ehefrau: Nia Vardalos alias Toula Portokalos

Griechisches Aschenputtel

Die Stimme aus dem Voice-Over erklärt gleich zu Beginn des Films, wo es für griechischen Frauen lang zu gehen hat. Drei Aufgaben sollen ihr Leben bestimmen: einen Griechen zu heiraten, griechische Kinder zu gebären und die gesamte Familie bis ans Ende der Tage zu bekochen.

Kein Wunder also, dass Papa Gus Portokalos (Michael Constantine) aus Chicago verzweifelt ist, denn seine Tochter Toula ist schon dreißig und noch immer ohne Mann. mehr lesen / lire plus

Mike Leigh: All or Nothing

Mike Leigh gelingt es nicht mit dieser sozialkritischen Story über „kleine Leute“ zu überzeugen. Die Geschichte ist lang und zäh, die HauptdarstellerInnen gleiten besonders gegen Schluss immer mehr ins Pathetische ab, und das Happy End wirkt schlicht peinlich. Gut, dass wenigstens einige der Nebenfiguren überzeugen.

Im Utopia.

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Pour cette semaine: Wenn Mädchen fernsehen, Weiterbildung im Frühjahr, Concours national de composition 2003 pour piano, Wassergymnastik für Schwangere, Stages en art plastiques

Wenn Mädchen fernsehen

Bausteine für einen geschlechterreflektierenden Umgang und eine angemessene Förderung von Mädchen will die Referentin Dr. Maya Götz am Dienstag, den 11. Februar ab 9 Uhr in einem vom „Institut d’études éducatives et sociales“ (IEES Livange) ganztägig organisierten Seminar vermitteln. Ähnlich wie in ihrem Vortrag „Mädchen sehen anders“ (am 10. Februar um 20 Uhr im LTAM Luxemburg) wird die Medienwissenschaftlerin Götz vor allem auf die unterschiedliche Arten der Rezeption und Medienaneignung bei Mädchen und Jungen eingehen. Aus diesen empirisch belegten Fakten ergeben sich für die pädagogische Arbeit verschiedene Konsequenzen.

Anmeldung für das Seminar ist erforderlich unter: 52 35 25-1 oder mediause@iees.lu

Weiterbildung im Frühjahr

Das IEES-Programm zur Weiterbildung für die Monate Februar und März liegt seit einiger Zeit vor. mehr lesen / lire plus

The Twelve Tribes: Shofar chauffé

(jitz) – Quelle polyvalence chez le clarinettiste new-yorkais David Krakauer: parfait interprète de Brahms et de Mozart, il privilégie toutefois la musique juive traditionnelle qu’il revisite de manière assez radicale. Il ne recule devant rien, quitte à s’attirer les foudres des puristes et autres intégristes musicaux. Il croise le boulgar (une danse kletzmer) avec le blues, il mêle des génériques de séries télévisées américaines avec des rythmes de danses traditionnelles, il combine les pulsations d’un DJ aux cris déchirés de sa clarinette et il réunit le son du shofar, l’instrument rituel hébraï que en corne et celui de la guitare électrique. mehr lesen / lire plus

„Stattführer“ über Trier in der NS-Zeit: Führer an der Porta

(RK) – Dass die Vergangenheit Triers nicht nur aus Porta Nigra und Kaiserthermen besteht, kann man seit kurzem auch im Web erfahren: der „Stattführer“ über Trier in der NS-Zeit ist online verfügbar. Ein virtueller Stadtrundgang zeigt Orte der Unterdrückung, aber auch des Widerstands. So befand sich im „Braunen Haus“ die Parteizentrale der NSDAP, die alte Synagoge erinnert an die Reichspogromnacht, und vor dem Karl-Marx-Haus wurde, nach der Besetzung durch die Nazis, der „Stürmer“ ausgehängt. In der Villa Rautenstrauch bildete die „Bekennende Evangelische Gemeinde“ einen Pol des Widerstands, wohingegen die Haltung der katholische Kirche und des Domkapitels zweideutig war. Im heutigen Museum in der Windstraße befand sich ein Gefängnis, in dem unter anderem Jüdinnen und Juden, KommunistInnen und Luxemburger WiderstandskämpferInnen inhaftiert waren. mehr lesen / lire plus

Lasst tausend Blumen blühen (1): Chancengleichheit in Freiheit und Vielfalt

Offener Brief an das Unterrichtsministerium, die Parlamentarier und alle bildungspolitisch interessierten MitbürgerInnen

In den erregten Diskussionen der letzten Monate über den Gesetzesentwurf zur Finanzierung von Privatschulen wurde oft das Schlagwort Chancengleichheit¬ benutzt, gleichzeitig wurde die drohende Gefahr einer Zweiklassengesellschaft heraufbeschworen, wenn es denn zu diesem Gesetz kommen sollte. Von Totengräbern der öffentlichen Schule¬, von einem nie da gewesenem Dolchsto߬, Sabotage des öffentlichen Schulwesens¬ und von sozialer Ungerechtigkeit¬ war zu lesen, vor allem aber gebetsmühlenartig von der Chancengleichheit, die mit Füßen getreten würde. Die vorgebrachten Argumente, falls man überhaupt von solchen reden kann, sind sachlich nicht zu begründen, vor allem nicht in dieser Pauschalität, und sie werden durch ständiges Wiederholen nicht besser. mehr lesen / lire plus

Lasst tausend Blumen blühen (2. Fortsetzung): Chancengleichheit in Freiheit und Vielfalt

Ich hoffe daher, dass unsere Regierung in dieser für die Zukunft unserer Gesellschaft so wichtigen Angelegenheit dem wachsenden Druck verschiedener Kreise nicht nachgibt, sondern im Gegenteil zur Einsicht kommt, dass diesem Gesetz noch der entscheidende Schritt fehlt, um für das pluralistische und freiheitliche Europa von morgen wirklichen Vorbildcharakter zu haben.

Die Verfasser der zahlreichen Artikel gegen das geplante Gesetz sollten doch bitte versuchen, mit sachlichen Begründungen anstatt billigen Schlagworten und Verdrehungen zu argumentieren. Ich bin aber davon überzeugt, dass sie genau wie ich in bester Absicht versuchen, ihren Beitrag für eine Verbesserung im Bildungswesen zu leisten. Die Unterzeichner des Appells müssten sich aber die Frage stellen, ob sie nicht vielleicht etwas vorschnell waren und auf Polemik und Stimmungsmache hereingefallen sind. mehr lesen / lire plus

JAHR DER BEHINDERTEN: Anti-Vorbild Behörden

Der lange Weg zur Gleichstellung: Mehr als zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Integration von behinderten ArbeitnehmerInnen in den Arbeitsmarkt ist die luxemburgische Bilanz ernüchternd.

Das Jahr 2003 wurde zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen auserkoren. Etwa 37 Millionen soll es davon nach EU-Angaben in der Europäischen Union geben, das sind rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Zwar wurde in jüngster Zeit in den Ländern der EU einiges für sie getan und gesetzliche Rahmenbedingungen zu ihrer Integration in die Gesellschaft geschaffen, so zum Beispiel vergangenes Jahr in Deutschland mit dem so genannten Gleichstellungsgesetz. Dennoch gibt es weiterhin diskriminierende Bedingungen im Bereich der Chancengleichheit. mehr lesen / lire plus

Café Théatre: Schlaflos in Trier

Im Februar vergangenen Jahres öffnete das „Café Théatre“ in Trier seine Pforten. Der Inhaber Rudi Rübel, der sich selber als Entertainer bezeichnet, hat ein unkonventionelles gastronomisches Projekt entwickelt.

Die Innenstadt von Trier an einem kalten Winterabend. Die Straßen sind verwaist, die Menschen suchen Schutz in den geheizten Innenräumen. In der Brückenstraße auf Hausnummer sieben leuchtet das Schild mit dem „Café Theâtre“ verführerisch in die Nacht. Wer auf ein wärmendes Getränk einkehrt, wird sicherlich gerne etwas länger verweilen. Und wenn man Glück hat, ist der Patron selbst anwesend und nimmt sich Zeit für ein Schwätzchen.

Rudi Rübel ist sicherlich nicht der erste Luxemburger, der sich im Schatten der Porta Nigra niedergelassen hat. mehr lesen / lire plus

John Malkovich: The Dancer Upstairs

Mit seiner ersten Regiearbeit bricht John Malkovich das gängige Vorurteil, wonach das Behandeln politischer Themen wie staatliche Unterdrückung und Befreiungskampf nicht mit dem Anspruch auf spannende Unterhaltung zu vereinen wäre. Einige Schwächen im Szenario werden durch die hervorragende Leistung von Javier Bardem überspielt.

Im Cité

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Pour cette semaine: Wir arbeiten im Team, Rendre la parole au corps, Winterkurse mit dem PC, Sind Sie einE Lou Koster-Fan?

Wir arbeiten im Team

Das Info-Video-Center organisiert eine vierteilige Serie zur effizienten Teamarbeit. In einem Einführungsseminar am 24. Februar sollen an einem Tag wesentliche Grundlagen zur Teamarbeit behandelt werden. Im zweiten Teil wird es darum gehen, mit Konflikten richtig umzugehen, statt sie unter den Tisch zu kehren. Im dritten und vierten Teil dann (22. und 23. Mai) soll es um Projektentwicklung und die Arbeitsphasen einer Projektarbeit gehen, um Sitzungen, Konferenzen und die Kommunikation im Team. Jedes Seminar bringt Theorie, Hintergrundinformation und praktische Übungen. Fallbeispiele und gemeinsame Aufgabenstellungen im Team der „Workshop-Gruppe“ sollen die Arbeit ergänzen. Kursusleiter ist der Pädagoge und Journalist Wolfgang Schrödl. mehr lesen / lire plus

Jazz: René Thomas

Meeting Mister Thomas

Paris qui battait la mesure

(jitz) – Cette belle série de 100 CDs à prix réduit documente que Paris était bien, entre 1945 et 65, la capitale européenne du jazz (époque révolue, même si en France on ne l’admet que du bout des lèvres). Les artistes américains de passage ou qui s’établissaient à Paris avaient évidemment une influence considérable sur les musiciens français. Ainsi, on retrouve dans cette collection les noms de Miles Davis, Dizzy Gillespie ou Oscar Peterson à côté des français Stéphane Grappelli, Claude Bolling ou Michel Legrand, mais aussi quelques musiciens belges, liégeois de surcroît. mehr lesen / lire plus

Als Tourist unterwegs: Mein Aldi Mon Cora de Lux

In der Ausstellung „Mein Aldi Mon Cora de Lux“ geben 58 KünstlerInnen ihre Impressionen zur Grenzregion zum Besten. Zum Besten? Nicht wirklich!

GRENZREGION

Die Idee ist super: 58 KünstlerInnen aus der Grenzregion Saarland, Lothringen und Luxemburg bekommen jeweils einen Zehn-Euro-Schein in die Hand gedrückt, verbunden mit dem Auftrag in einem Nachbarland ihrer Wahl beliebig einkaufen zu gehen und den dabei erworbenen Gegenwert zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit zu machen. Diese wiederum soll die Selbst- und Fremdwahrnehmung unter NachbarInnen thematisieren. Soweit die Vorgaben, so gut die Ergebnisse? Denkste!

Die wenigen Highlights des SaarLorlux-Projektes „Mein Aldi Mon Cora de Lux“, das von einer saarländischen Projektgruppe rund um das „Saarländische Künstlerhaus“ konzipiert und initiiert wurde, sind schnell aufgezählt. mehr lesen / lire plus