QUELLENSTEUER: Harmonischer Selbstbetrug

Nach der jüngsten Ecofin-Einigung zur Quellensteuer gab es nur zufriedene Gesichter. Fakt ist, dass das Bankgeheimnis vorerst gewahrt bleibt. Eine demokratische und transparente Besteuerung der EU-BürgerInnen wird es also weiterhin nicht geben.

Glauben wir Budget-Minister Frieden, dann ist nach der europäischen Einigung in Sachen Quellensteuer der beste Garant für den Fortbestand des Luxemburger Finanzplatzes die derzeitige deutsche Regierung. Deren nicht völlig selbstverschuldete Finanznot treibt die betuchten deutschen SteuerzahlerInnen scharenweise ins Ausland. Auch Luxemburg wird von einem beachtlichen Teil dieser Flüchtlinge der besonderen Art beglückt. Da der deutsche Finanzminister Hans Eichel „jeden Montag“ (dixit Frieden) seine SteuerzahlerInnen mit immer neuen Regelungen abschreckt, werden – auch bei einer obligatorischen Quellensteuer von 15 Prozent – Luxemburgs Bankhäusern die deutschen Kunden nicht ausgehen. mehr lesen / lire plus

JAHR DER BEHINDERTEN: Anti-Vorbild Behörden

Der lange Weg zur Gleichstellung: Mehr als zehn Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Integration von behinderten ArbeitnehmerInnen in den Arbeitsmarkt ist die luxemburgische Bilanz ernüchternd.

Das Jahr 2003 wurde zum Europäischen Jahr der Menschen mit Behinderungen auserkoren. Etwa 37 Millionen soll es davon nach EU-Angaben in der Europäischen Union geben, das sind rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Zwar wurde in jüngster Zeit in den Ländern der EU einiges für sie getan und gesetzliche Rahmenbedingungen zu ihrer Integration in die Gesellschaft geschaffen, so zum Beispiel vergangenes Jahr in Deutschland mit dem so genannten Gleichstellungsgesetz. Dennoch gibt es weiterhin diskriminierende Bedingungen im Bereich der Chancengleichheit. mehr lesen / lire plus

Café Théatre: Schlaflos in Trier

Im Februar vergangenen Jahres öffnete das „Café Théatre“ in Trier seine Pforten. Der Inhaber Rudi Rübel, der sich selber als Entertainer bezeichnet, hat ein unkonventionelles gastronomisches Projekt entwickelt.

Die Innenstadt von Trier an einem kalten Winterabend. Die Straßen sind verwaist, die Menschen suchen Schutz in den geheizten Innenräumen. In der Brückenstraße auf Hausnummer sieben leuchtet das Schild mit dem „Café Theâtre“ verführerisch in die Nacht. Wer auf ein wärmendes Getränk einkehrt, wird sicherlich gerne etwas länger verweilen. Und wenn man Glück hat, ist der Patron selbst anwesend und nimmt sich Zeit für ein Schwätzchen.

Rudi Rübel ist sicherlich nicht der erste Luxemburger, der sich im Schatten der Porta Nigra niedergelassen hat. mehr lesen / lire plus

John Malkovich: The Dancer Upstairs

Mit seiner ersten Regiearbeit bricht John Malkovich das gängige Vorurteil, wonach das Behandeln politischer Themen wie staatliche Unterdrückung und Befreiungskampf nicht mit dem Anspruch auf spannende Unterhaltung zu vereinen wäre. Einige Schwächen im Szenario werden durch die hervorragende Leistung von Javier Bardem überspielt.

Im Cité

Renée Wagener mehr lesen / lire plus

Pour cette semaine: Wir arbeiten im Team, Rendre la parole au corps, Winterkurse mit dem PC, Sind Sie einE Lou Koster-Fan?

Wir arbeiten im Team

Das Info-Video-Center organisiert eine vierteilige Serie zur effizienten Teamarbeit. In einem Einführungsseminar am 24. Februar sollen an einem Tag wesentliche Grundlagen zur Teamarbeit behandelt werden. Im zweiten Teil wird es darum gehen, mit Konflikten richtig umzugehen, statt sie unter den Tisch zu kehren. Im dritten und vierten Teil dann (22. und 23. Mai) soll es um Projektentwicklung und die Arbeitsphasen einer Projektarbeit gehen, um Sitzungen, Konferenzen und die Kommunikation im Team. Jedes Seminar bringt Theorie, Hintergrundinformation und praktische Übungen. Fallbeispiele und gemeinsame Aufgabenstellungen im Team der „Workshop-Gruppe“ sollen die Arbeit ergänzen. Kursusleiter ist der Pädagoge und Journalist Wolfgang Schrödl. mehr lesen / lire plus

Jazz: René Thomas

Meeting Mister Thomas

Paris qui battait la mesure

(jitz) – Cette belle série de 100 CDs à prix réduit documente que Paris était bien, entre 1945 et 65, la capitale européenne du jazz (époque révolue, même si en France on ne l’admet que du bout des lèvres). Les artistes américains de passage ou qui s’établissaient à Paris avaient évidemment une influence considérable sur les musiciens français. Ainsi, on retrouve dans cette collection les noms de Miles Davis, Dizzy Gillespie ou Oscar Peterson à côté des français Stéphane Grappelli, Claude Bolling ou Michel Legrand, mais aussi quelques musiciens belges, liégeois de surcroît. mehr lesen / lire plus

Als Tourist unterwegs: Mein Aldi Mon Cora de Lux

In der Ausstellung „Mein Aldi Mon Cora de Lux“ geben 58 KünstlerInnen ihre Impressionen zur Grenzregion zum Besten. Zum Besten? Nicht wirklich!

GRENZREGION

Die Idee ist super: 58 KünstlerInnen aus der Grenzregion Saarland, Lothringen und Luxemburg bekommen jeweils einen Zehn-Euro-Schein in die Hand gedrückt, verbunden mit dem Auftrag in einem Nachbarland ihrer Wahl beliebig einkaufen zu gehen und den dabei erworbenen Gegenwert zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit zu machen. Diese wiederum soll die Selbst- und Fremdwahrnehmung unter NachbarInnen thematisieren. Soweit die Vorgaben, so gut die Ergebnisse? Denkste!

Die wenigen Highlights des SaarLorlux-Projektes „Mein Aldi Mon Cora de Lux“, das von einer saarländischen Projektgruppe rund um das „Saarländische Künstlerhaus“ konzipiert und initiiert wurde, sind schnell aufgezählt. mehr lesen / lire plus

Nationstates: Me for president!

(RK) – Wären Sie gerne die Kaiserin von Kakanien? Oder lieber der Sultan von Schlappland? Unter www.nationstates.net können Sie Ihren eigenen Staat gründen. Auch demokratische Herrschaftsformen wie Freie sozialistische Republiken und Großherzogtümer sind vorgesehen. Als Erstes wird die allgemeine politische Ausrichtung festgelegt, danach gilt es, täglich eine Entscheidung zu treffen: Steuern senken? Harry-Potter-Bücher verbieten? So verändert sich langsam das Bild, das Ihr Staat auf der Nationstate-Site abgibt: wohlhabend oder arm, weltoffen oder konservativ. Wer Mitglied der UNO wird, kann über Resolutionen abstimmen, um zum Beispiel die Sklaverei zu verbieten, oder selber vorschlagen, eine Tobinsteuer einzuführen. Leider ist die Site nicht gerade schnell, die Geschehnisse werden nach einiger Zeit repetitiv und es gibt zu wenig Raum für eigene Initiativen. mehr lesen / lire plus

MIGRATION: Legal, illegal, Luxemburg

Die eigentlichen „Sans-papiers“ blieben bei der Regularisierung in der Minderheit. Stattdessen wurden abgelehnte AsylbewerberInnen „per Arbeit“ legalisiert.

„Guten Tag, hier ist die zuständige Dienststelle für die Regularisierung von illegalen Einwanderern“, sagt eine Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. In fünf Sprachen verweist der Anrufbeantworter auf die Öffnungszeiten des Büros in der Industriezone Cloche d’Or. Eine davon ist serbo-kroatisch, und dies nicht von ungefähr, denn die große Mehrheit der AntragstellerInnen für eine Regularisierung waren abgelehnte AsylbewerberInnen aus Jugoslawien. Sie waren als Flüchtlinge nach Luxemburg gekommen und als so genannte Illegale geblieben, als „Sans-Papiers“.

Der Prozess der Regularisierung hatte am 15. Mai 2001 begonnen, mit dem Ziel, den Aufenthalt der Menschen ohne Papiere zu legalisieren. mehr lesen / lire plus

Kayser Jang: L’empereur sans frontières

Pour les uns, Jang Kayser est un homme mince qui circule dans la Kulturfabrik, d’un pas rapide, l’air inquiet. On y voit l’organisateur impénétrable, inexpugnable …

Il aime les rencontres, pas seulement autour d’une bonne cigarette. Jang Kayser s’investit dans l’organisation de projets culturels sans frontières.

(photo: Christian Mosar

ORGANISATEUR DE RENCONTRES

Pour les autres, il fait partie du panorama social et culturel luxembourgeois depuis plus de vingt ans. Discret, il aime bien écouter les histoires d’autrui, créer des espaces où la mémoire prend la parole. L’année de sa naissance Staline est mort, Elisabeth II est couronnée, „En attendant Godot“ est jouée pour la première fois, à Cannes Philippe Schneider présente le court métrage „Le Luxembourg et son industrie“ et Jacques Tati „Les vacances de Monsieur Hulot“. mehr lesen / lire plus

Mullan Peter: The Magdalene Sisters

Peter Mullan aurait-il fait un tour en enfer? La manière dont il aborde le sujet épineux des blanchisseries irlandaises le laisse supposer fortement …

COMBAT DE FEMMES

Dans son dernier long métrage „The Magdalene Sisters“, le réalisateur Peter Mullan semble avoir conclu un pacte avec le désespoir, tellement sa représentation en est troublante de vérité. Ce drame britannique montrant l’enfermement féminin dans les couvents irlandais s’est vu remettre le Lion d’or à la 59e Mostra de Venise. Il s’agit là du second film de Peter Mullan. On avait déjà pu le découvrir en tant qu’acteur dans divers longs métrages, entre autres „Petits meurtres entre amis“(1994) et „Trainspotting“ (1996), tous deux réalisés par Danny Boyle en 1994, ou encore „Braveheart“ (1995) de Mel Gibson. mehr lesen / lire plus

Laurent Bouhnik: 24 heures dans la vie d’une femme

Expérience râtée! La tentative de Laurent Bouhnik de réadapter l’histoire de Stepfan Zweig sur une femme au-dessus de tout soupçon et un joueur, en partant d’un regard rétrospectif contemporain, échoue magistralement. Les longeurs et incongruïtés du film, ainsi qu’une Agnès Jaoui peu convaincante, ne font rien pour le sauver.

A l’Utopia

Renée Wagner mehr lesen / lire plus

Pour cette semaine: Noch 3mal Wehrmacht, Auf zu Leonardo, Naturverständnis mit Demeter

Noch 3mal Wehrmacht

Noch drei Vorträge finden im Rahmen der Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ statt. Im „Centre national de Formation professionnelle continue“, 22, rue Henri Koch, in Esch/Alzette, gibt zuerst Jacques Rotenbach, am 17 Januar um 20 Uhr „Berichte eines Überlebenden aus Ausschwitz“. Jacques Rotenbach wurde 1926 in Lodz in Polen geboren. Im Alter von 13 Jahren begann 1939 bei Kriegsausbruch sein langer Leidensweg: aus dem Ghetto von Lodz kam er ins Vernichtungslager Ausschwitz-Birkenau, überlebte die Todesmärsche 1945 in die Lager von Sachsenhausen und Mauthausen, wo er im Alter von 18 Jahren befreit wurde. Organisiert haben diesen Vortrag „Les témoins de la deuxième génération“. mehr lesen / lire plus

Folk-Rock: Warren Zevon

Life’ll Kill Ya

Joyeux mourant

(gk) – Après Dylan et Young, Warren Zevon aura droit, dans notre estime, au titre de troisième plus grand songwriter à l’américaine. Les arrangements musicaux ne présentent rien de bien nouveau. C’est du folk-rock des plus traditionnels, mais avec un côté moqueur et fun des plus envoutants. Après une carrière en montagnes russes dictée par ses tendances toxicomanes, Zevon – une personne des plus clean à présent – fait parler de lui actuellement parce que son docteur prédit qu’il va mourir bientôt. Une situation reflétée continuellement dans les textes des chansons de son dernier album Life’ll Kill Ya. mehr lesen / lire plus

Moon-Pil Shim: Linien-Läufe

(greta) – Moon-Pil Shim, 1958 in Süd-Korea geboren, lebt und arbeitet in Yveslines (F). Werke von ihm waren bereits bei zahlreichen Ausstellungen, unter anderem in der Pariser Galerie „Kiron“ und der Nizza Galerie „Art 7“, zu sehen. Den einheimischen KunstfreundInnen dürfte der Künstler jedoch unbekannt sein. Eine Einzelausstellung seiner Werke zeigt zum ersten Mal hierzulande (bis zum 1. Februar) die Galerie Dominique Lang in Düdelingen.

Moon-Pil Shim’s Bildkompositionen konzentrieren sich auf Möglichkeiten optischer Wirkungen schneller Linien: Reflexion, Lichtbrechung, Transparenz, An- und Untersicht langer Pinselstriche und Papierstreifen. Die BesucherInnen erwarten verglaste Holzkästen in unterschiedlichen Größen. Unter Plexiglas malt der Künstler gleichmäßige Liniengeflechte. mehr lesen / lire plus